„Did you went?“ Typische Fehler im Simple Past und wie Klasse 5/6 sie selbst findet
Kinder in Klasse 5 und 6 schreiben „Did you went?“, weil sie zwei richtige Regeln gleichzeitig anwenden: Fragen im Simple Past brauchen did, und die Vergangenheit braucht eine besondere Verbform. Der Fehler verschwindet nicht durch Wiederholen der Regel, sondern wenn Lernende selbst prüfen, wo die Vergangenheit im Satz markiert ist: genau einmal.
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Fünf Fehlerarten, die immer wieder auftauchen
Wer Schülertexte zum Thema „Yesterday“ sammelt, findet in der Regel dieselben Muster. Es lohnt sich, sie vor der Korrektur zu sortieren, denn jede Fehlerart braucht eine andere Rückfrage.
- Doppelmarkierung: „Did you went to the park?“ oder „I did not went home.“ Die Vergangenheit steht zweimal im Satz.
- Regelübertragung bei unregelmäßigen Verben: „I goed to my friend“ oder „We seed a dog.“
- Rechtschreibung: „stoped“ statt „stopped“, „visitted“ statt „visited“.
- Fehlende Zeitangabe: Der Text erzählt von gestern, aber kein yesterday, last weekend oder on Monday zeigt es an.
- Tempuswechsel: „First we walked to the park. Then we see a dog.“
Warum die Doppelmarkierung so naheliegend ist
Eine mögliche Erklärung ist der Blick aus dem Deutschen: In „Bist du gegangen?“ tragen das Hilfsverb und das Partizip zusammen die Vergangenheit. Viele Kinder übertragen dieses Muster und markieren auch im Englischen an zwei Stellen. Hilfreich ist deshalb ein klarer Merksatz: In Fragen und Verneinungen übernimmt did die Vergangenheit, das Verb danach bleibt in der Grundform. Schreiben Sie dazu zwei Spalten an die Tafel, links „Did you go?“ und „I did not go.“, rechts „I went.“ In der rechten Spalte trägt das Verb selbst die Vergangenheit, in der linken trägt did sie.
Diagnose im Gespräch statt Rotstift
Streichen Sie den Fehler zunächst nicht an. Fragen Sie nach, damit die Lernenden ihre eigene Regel erkennen. Die folgende Tabelle ordnet jeder Fehlerart eine Rückfrage zu.
| Fehler im Heft | Rückfrage der Lehrkraft |
|---|---|
| Did you went? | Welches Wort in diesem Satz sagt schon, dass es gestern war? |
| I goed home. | Kennst du ein Verb, das sich ganz anders verändert? Wie heißt es bei „see“? |
| stoped | Sprich das Wort langsam. Wie viele Konsonanten hörst du vor dem -ed? |
| Then we see a dog. | Lies den Satz davor. In welcher Zeit erzählst du? |
Diese Rückfragen dauern pro Kind etwa eine halbe Minute und lassen sich bei der Stillarbeit im Gehen stellen. Wichtig ist, dass das Kind die Korrektur selbst formuliert.
Eine Proofreading-Routine in drei Schritten
Für Geschichten ab etwa sechs Sätzen hat sich ein fester Ablauf bewährt, den die Klasse nach zwei- oder dreimaligem Üben ohne Anleitung beherrscht. Planen Sie dafür zunächst zehn Minuten ein.
- Schritt 1: Alle Verben im Text unterstreichen und prüfen, ob die Geschichte durchgehend in der Vergangenheit steht.
- Schritt 2: Bei jedem did die Verbform dahinter prüfen. Steht dort die Grundform?
- Schritt 3: Zeitangaben suchen. Fehlt eine, ergänzen die Lernenden eine passende, zum Beispiel last Saturday.
Danach tauschen die Kinder die Hefte und kontrollieren den Text der Partnerin oder des Partners nur auf einen Schritt. So bleibt die Aufgabe überschaubar. Die Reihe Simple Past: Stories about Yesterday greift den typischen Fehler „Did you went?“ im vierten Lernweg bei Fragen und Verneinungen auf und schließt im fünften Lernweg mit einer Geschichte, in der sechs selbst geschriebene Sätze auf ihre Verbformen überprüft werden.
Fehler vorbeugen: was früher im Unterricht geschieht
Viele Fehler entstehen, weil die Zeitangaben fehlen. Beginnen Sie deshalb mit time markers und mit wahren oder erfundenen Sätzen über gestern, bevor Fragen und Verneinungen drankommen. Wie sich das über eine ganze Reihe verteilen lässt, beschreibt der Beitrag Simple Past einführen in Klasse 5/6. Wer die Verbformen dazu im Zusammenhang üben möchte, kann auf kurze Erzählanlässe zurückgreifen, wie sie der Text über Irregular verbs im Kontext beschreibt.
Wenn Pronomen und Possessivbegleiter in der Klasse noch wackeln, lohnt ein Blick auf den Beitrag Englische Pronouns in der Grundschule, denn Fehler bei „I“ und „my“ vermischen sich im freien Schreiben häufig mit Zeitfehlern. Als ergänzendes Übungsmaterial zu Wortarten und Satzarten kommt für die fünfte Klasse das Englisch Klasse 5 Grammatiktraining infrage.
Für die sechste Klasse gibt es das Englisch Klasse 6 Grammatiktraining mit entsprechenden Übungen zu Satzarten und Wortarten.
Weitere Materialien zum Sprachenlernen von Klasse 3 bis 6 sind auf der Themenseite Sprache lernen in Klasse 3 bis 6 zusammengestellt.
Häufige Fragen
Soll ich „Did you went?“ sofort korrigieren?
Besser ist eine Rückfrage. Fragen Sie, welches Wort im Satz die Vergangenheit schon anzeigt. Meist erkennen Kinder did und streichen die Endung selbst. Eine sofortige Korrektur ohne Rückfrage verhindert, dass sie den Regelzusammenhang selbst entdecken, und der Fehler kehrt in der nächsten Geschichte oft zurück.
Wie viele Fehler darf ein Text in Klasse 5 und 6 haben?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Sinnvoll ist es, pro Überarbeitung nur eine Fehlerart gezielt zu prüfen, etwa die Verbformen nach did. Kinder, die alles gleichzeitig kontrollieren sollen, übersehen meist mehr. In einem zweiten Durchgang kann dann die Rechtschreibung oder die Zeitangabe folgen.
Müssen die Kinder alle unregelmäßigen Verben auswendig lernen?
Nicht in dieser Phase. Zunächst genügen wenige häufige Verben wie go, see und have, die in kurzen Geschichten immer wieder vorkommen. Weitere Formen kommen nach und nach dazu, sobald Kinder sie für eigene Texte brauchen. Eine lange Liste auf einmal bleibt erfahrungsgemäß schlecht im Gedächtnis.
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