Geschichte · Klasse 5 und 6 · Sekundarstufe I
Anfangsunterricht Geschichte in Klasse 5: Zeit, Quellen und das Fragen der Historiker
Was in den ersten Wochen des Faches Geschichte geklärt sein sollte: ein tragfähiger Zeitbegriff, der Unterschied zwischen Quelle und Darstellung, die Arbeit von Historikern und Archäologen und ein erster Zugang über die Geschichte der eigenen Schule. Mit Zeitbudgets, Stundenabläufen und den Fehlern, die in jeder fünften Klasse wiederkehren.
6 bis 8 Stundenfür den Einstieg vor dem ersten Epochenthema
1 cm = 100 JahreMaßstab für den Zeitstrahl im Klassenraum
4 Quellenartenschriftlich, bildlich, gegenständlich, mündlich
Klasse 5 und 6Übergang vom Sachunterricht ins Fach
Der Anfangsunterricht Geschichte in Klasse 5 hat drei Aufgaben: Er klärt, was in diesem Fach Zeit bedeutet, er führt den Quellenbegriff ein, und er zeigt, wie aus Spuren eine Aussage über die Vergangenheit wird. Dafür genügen sechs bis acht Stunden, bevor das erste Epochenthema beginnt. Am Anfang steht ein Zeitstrahl, den die Klasse selbst maßstäblich baut, weil die Verhältnisse zwischen Zeiträumen sich nicht erklären, sondern nur sehen lassen. Danach folgt eine Stunde zur Frage, woher wir überhaupt etwas über früher wissen, am besten an Gegenständen aus der Schule oder aus dem Alltag der Kinder. Erst wenn die Klasse Quelle und Darstellung unterscheiden kann und weiß, dass eine Aussage über früher auf Belegen beruht, lohnt sich der Einstieg in die Steinzeit. Wer diese Grundlagen auslässt, korrigiert dieselben Missverständnisse später in jedem Themenfeld einzeln.
Was Klasse 5 aus dem Sachunterricht mitbringt und was nicht
Die Kinder kommen mit einem Bild von „früher“, das sich aus Familiengeschichten, Museumsbesuchen, Filmen und Sachbüchern speist. Dieses Bild ist lebendig, aber ungeordnet: Dinosaurier, Ritter und Pharaonen liegen für viele Kinder auf einer einzigen Linie, die irgendwo „ganz lange her“ beginnt. Im Sachunterricht der Grundschule haben sie meist Zeitleisten für die eigene Familie oder für einen überschaubaren Zeitraum gebaut und Begriffe wie „früher“ und „heute“ geübt. Wie die Länder das Fach Sachunterricht ausgestalten, unterscheidet sich; die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes legen fest, welche historischen Inhalte schon behandelt wurden.
Was in der Regel fehlt, ist ein Zeitbegriff, der über Menschenalter hinausreicht. Dass zwischen den Pyramiden und dem Römischen Reich mehr Zeit liegt als zwischen dem Römischen Reich und heute, überrascht Fünftklässler zuverlässig. Ebenso fehlt die Vorstellung, dass historische Aussagen belegt werden müssen. Kinder sagen „Die Ritter hatten Burgen“ im gleichen Ton wie „Die Sonne scheint“. Dass hinter dem ersten Satz Quellenarbeit, Deutung und manchmal Streit stehen, ist die zentrale Einsicht, die der Anfangsunterricht vermitteln soll.
Für die erste Stunde empfiehlt sich deshalb keine Wissensabfrage, sondern eine Sammlung von Vorstellungen: Jedes Kind legt auf einem Streifen Papier ein Ereignis oder eine Figur ab, die es für „sehr alt“ hält, und die Klasse sortiert gemeinsam. Die Fehlordnungen, die dabei entstehen, sind kein Mangel, sondern das Material der nächsten Stunden. Wer sie fotografiert, kann sie am Ende der Einstiegsreihe mit der korrigierten Fassung vergleichen und den Lernzuwachs sichtbar machen.
Wie baut man einen Zeitstrahl, der Zeitverhältnisse zeigt?
Der häufigste Fehler im Zeitstrahlunterricht ist der Strahl ohne Maßstab: Zehn Kärtchen hängen gleichmäßig verteilt an der Wand, und das Kind liest daraus, dass zwischen allen Ereignissen gleich viel Zeit liegt. Ein maßstäblicher Strahl korrigiert das, kostet aber Platz. Bewährt hat sich ein Maßstab von einem Zentimeter für hundert Jahre: Dann ist die Zeit seit Christi Geburt gut zwanzig Zentimeter lang, die Zeit seit den frühen Hochkulturen vor rund 5000 Jahren etwa fünfzig Zentimeter. Selbst die letzten 300 000 Jahre, in denen es den Homo sapiens gibt, würden dreißig Meter füllen. Für die Steinzeit genügt deshalb ein aufgerollter Streifen oder der Flur, auf dem die Länge selbst zum Argument wird.
Wichtig ist die Zeitrechnung. Die Zählung „vor Christi Geburt“ und „nach Christi Geburt“ ist eine Konvention, die im Mittelalter üblich wurde; ein Jahr null gibt es in ihr nicht, auf das Jahr 1 v. Chr. folgt das Jahr 1 n. Chr. Rückwärts zu zählen fällt Kindern schwer, deshalb lohnt sich eine kleine Übung mit zwei Zahlenstrahlen, die sich am Nullpunkt treffen. Die zweite Stolperstelle sind die Jahrhunderte: Das 15. Jahrhundert umfasst die Jahre 1401 bis 1500, nicht die 1500er. Jede Klasse braucht dafür mindestens eine Übungsphase mit selbst gewählten Jahreszahlen, etwa dem Geburtsjahr der Schule oder der Eltern.
Als Stundenablauf für eine Doppelstunde bietet sich an: zehn Minuten Vorstellungssammlung, zwanzig Minuten Bau des Strahls in Gruppen mit je einem Abschnitt, fünfzehn Minuten Zusammenlegen und Erkennen der Verhältnisse, zwanzig Minuten Einordnung eigener Daten, fünfundzwanzig Minuten Sicherung mit Fragen wie „Welcher Abstand überrascht dich am meisten?“. Ein fertiger Strahl, der bis zum Schuljahresende im Raum hängt, wird von den späteren Themen immer wieder befüllt und zahlt sich in jedem Epochenwechsel aus.
Was ist eine Quelle, und wie erklärt man den Unterschied zur Darstellung?
Der Quellenbegriff lässt sich in Klasse 5 noch nicht über Definitionen einführen, sondern über Fälle. Eine bewährte Einstiegsfrage lautet: „Woher weiß jemand in hundert Jahren, dass es unsere Klasse gab?“ Die Kinder nennen Fotos, das Klassenbuch, Hefte, Zeugnisse, Spuren im Gebäude. Aus dieser Sammlung entsteht die Einteilung in Schriftliches, Bildliches, Gegenständliches und Erzähltes. Eine Quelle ist alles, woraus man etwas über die Vergangenheit erfahren kann, und zwar unabhängig davon, ob der Urheber das beabsichtigt hat.
Der zweite Schritt trennt Quelle und Darstellung. Ein Foto der Klasse von 1998 ist eine Quelle; der Text im Schulbuch, der erklärt, wie Schule in den Neunzigern aussah, ist eine Darstellung. Die Unterscheidung hilft später bei der Frage, wem man glaubt: Die Darstellung stützt sich auf Quellen, die Quelle muss selbst gedeutet werden. Als Übung eignet sich ein Kartensortieren mit zwölf Beispielen, darunter Grenzfälle wie ein Spielfilm über das Mittelalter, der für das Mittelalter eine Darstellung, für das Jahr seiner Entstehung aber eine Quelle ist. Solche Grenzfälle gehören bewusst in die Übung, weil an ihnen das Prinzip sichtbar wird.
Typische Schülerfehler sind drei: Erstens halten Kinder alles Alte für eine Quelle, auch ein vor kurzem hergestelltes Mittelalterschwert aus dem Spielzeugladen. Zweitens gilt eine Quelle ihnen als „wahr“, weil sie alt ist; dass ein Text lügen, übertreiben oder schweigen kann, muss ausdrücklich erarbeitet werden, etwa an zwei widersprüchlichen Berichten über denselben Schulhofvorfall. Drittens verwechseln sie die Frage „Was steht da?“ mit der Frage „Was bedeutet das?“. Ein kurzer Dreischritt hilft: beschreiben, was zu sehen oder zu lesen ist, fragen, wer das warum angefertigt hat, und festhalten, was sich daraus über die Zeit sagen lässt und was nicht.
Vom Staunen zur Frage: Wie lernen Kinder, historisch zu fragen?
Historiker beginnen nicht mit Antworten, sondern mit Fragen, und genau darin unterscheidet sich der Anfangsunterricht von einer Erzählung über früher. Kinder stellen Fragen im Überfluss, aber sie sind meist Wissensfragen: Wie groß war ein Mammut? Wie alt wurde man? Solche Fragen sind ein guter Ausgangspunkt, doch sie führen nur zu Auskünften. Historische Fragen beginnen mit Warum, Woher wissen wir und Was hat sich verändert. Wer das Fragen trainieren will, sollte es sichtbar machen: Die Klasse führt eine Fragenwand, an die jede Stunde mindestens eine Frage kommt, die offen bleibt, und markiert mit Farbpunkten, ob sie mit Quellen, mit einer Darstellung oder noch nicht beantwortbar ist.
Eine knappe Fragenleiter hilft bei der Umformung. Auf der ersten Stufe steht die Wissensfrage („Wie wohnten Menschen in der Jungsteinzeit?“), auf der zweiten die Belegfrage („Woher wissen wir das?“), auf der dritten die Veränderungsfrage („Was war vorher anders?“) und auf der vierten die Deutungsfrage („Warum erzählen die Quellen es so?“). In Klasse 5 genügt es, wenn die Kinder von der ersten auf die zweite Stufe kommen. Wer das regelmäßig übt, hat nach zwei Monaten eine Klasse, die bei jeder Behauptung selbst nachfragt, wie jemand das wissen kann.
Für die Leistungsbeobachtung bietet die Fragenwand einen Vorteil: Sie dokumentiert über das Halbjahr, ob die Fragen genauer werden. Eine Lehrkraft, die zu Beginn und am Ende je eine Seite mit den Fragen eines Kindes sichert, hat ein Portfolio, das ohne Klausur auskommt und Entwicklung zeigt.
Was machen Historiker und Archäologen, und wie macht man das sichtbar?
Die Berufsbilder lassen sich in einer Stunde erarbeiten, wenn man mit Handlungen beginnt statt mit Begriffen. Archäologen graben, dokumentieren und datieren; Historiker lesen, vergleichen und schreiben. Beide arbeiten mit Fragen, und beide kommen zu Ergebnissen, die sich ändern können, wenn ein neuer Fund oder eine neue Lesart auftaucht. Dieser letzte Punkt ist für die Klasse oft die eigentliche Überraschung: Geschichte ist nicht abgeschlossen, sondern ein Arbeitsstand.
Anschaulich wird das durch eine Mini-Grabung im Klassenraum. Eine Kiste, in Schichten mit Sand oder Schnipseln gefüllt, enthält präparierte Fundstücke: ein Stück Kreide, eine Büroklammer, einen Zettel, einen Kassenbon. Die Gruppen dokumentieren Fundtiefe und Lage, bevor sie etwas herausnehmen, und leiten daraus ab, was die obere und was die untere Schicht über „die Bewohner“ verrät. Dabei lernen sie die Grundregel der Stratigrafie, dass tiefer liegende Schichten in der Regel älter sind, und erleben, wie wenig ein Gegenstand ohne Fundzusammenhang aussagt. Zwanzig Minuten Aufbau und eine Doppelstunde Durchführung reichen aus.
Zur Sicherung eignet sich ein Satz, den jedes Kind für sich vervollständigt: „Aus diesem Fund kann man schließen, dass … Das kann man aber nicht wissen, weil …“ Der zweite Halbsatz ist der wichtigere. Er trainiert, Vermutung und Beleg auseinanderzuhalten, und bereitet die Steinzeit vor, in der fast alles auf Deutung von Sachquellen beruht. Wer die Klasse danach Rekonstruktionsbilder lesen lässt, kann fragen, welche Teile des Bildes belegt und welche ergänzt sind.
Einstiegsreihe im Überblick: Stunden, Inhalte, Ergebnisse
Die folgende Übersicht ordnet eine Einstiegsreihe von acht Stunden. Sie lässt sich kürzen, wenn die Stundentafel des Bundeslandes oder der Schulform weniger Zeit vorsieht; die Reihenfolge der Bausteine sollte dabei bestehen bleiben.
| Stunde |
Inhalt |
Methode |
Sichtbares Ergebnis |
| 1 |
Vorstellungen von „früher“ |
Kartensortieren |
Fotografierte Ausgangsordnung |
| 2 und 3 |
Zeitstrahl im Maßstab |
Gruppenarbeit, Doppelstunde |
Strahl an der Klassenwand |
| 4 |
Zeitrechnung und Jahrhunderte |
Übungsphase mit eigenen Daten |
Arbeitsblatt mit Jahrhundertzuordnung |
| 5 |
Quelle und Darstellung |
Kartensortieren mit Grenzfällen |
Tabelle mit begründeter Zuordnung |
| 6 und 7 |
Archäologen und Historiker |
Mini-Grabung |
Fundprotokoll mit Deutung und Grenze |
| 8 |
Schulgeschichte und Lernkontrolle |
Quellenmappe zur eigenen Schule |
Kurze Lernkontrolle oder Portfolioseite |
Am Ende der Reihe steht eine knappe Leistungsfeststellung, die nicht Wissen abfragt, sondern Verfahren: Die Kinder ordnen vier Gegenstände einer Quellenart zu, setzen drei Jahreszahlen in Jahrhunderte um und formulieren zu einem Fundstück eine Deutung mit Grenze. Die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes bestimmen, ob dies als Lernkontrolle, Portfolio oder mündliche Leistung bewertet wird.
Material für die ersten Wochen Geschichte
Die vier Titel decken den Einstieg in den Fachunterricht ab. Jede Beschreibung nennt die Situation, in der der Einsatz sinnvoll ist.
Erste StundeSek I · Einführung
Einstieg
Gedacht für die allererste Geschichtsstunde einer Klasse. Passt, wenn Sie die Vorstellungssammlung und die Frage „Was ist Geschichte?“ nicht selbst aufbereiten wollen. Die Bausteine lassen sich auf einzelne Stunden verteilen.
ZeitleisteSek I · Zeit ordnen
Zeitstrahl
Liefert Vorlagen, mit denen die Klasse einen eigenen Zeitstrahl herstellt. Sinnvoll, wenn der maßstäbliche Strahl an der Wand entstehen soll und Sie Karten, Abschnitte und Übungen zur Zeitrechnung brauchen.
BerufsbilderSek I · Quellenarbeit
Quellen und Methoden
Erklärt, wie Historiker und Archäologen vorgehen. Der Einsatz bietet sich vor oder statt der Mini-Grabung an, etwa wenn der Raum dafür fehlt oder die Klasse zuerst die Begriffe braucht.
Erstes EpochenthemaKlasse 5 und 6 · Steinzeit
Unterrichtsmaterial
Führt in die Steinzeit mit Jägern, Sammlern und dem Wandel zur Sesshaftigkeit. Passend als erstes Themenfeld, weil sich hier alle Einstiegsfragen anwenden lassen: Was ist belegt, was ist Deutung, wie lang ist das her.
Schulgeschichte als Zugang: Die eigene Schule als Quellenfundus
Die Geschichte der eigenen Schule ist für den Einstieg ein unterschätzter Zugang. Sie ist nah, sie ist überschaubar, und die Quellen liegen fast vor der Tür: Schulchronik, alte Klassenfotos, Jahresberichte, Zeugnisformulare, Schülerzeitungen, der Grundstein, Namenstafeln. Die Kinder erleben, dass Quellen im Sekretariat und im Keller liegen und nicht erst im Museum beginnen. Ein Anruf bei der Schulleitung oder dem Hausmeister genügt oft, um eine Kiste zu finden.
Ein Arbeitsauftrag für zwei Stunden: Jede Gruppe erhält drei bis vier Quellen aus verschiedenen Jahrzehnten und beantwortet drei Fragen. Was sehen oder lesen wir? Was verrät es über den Schulalltag? Was wissen wir daraus nicht? Das Ergebnis ist eine Seite für eine Wandzeitung oder eine Quellenmappe. Datenschutz bleibt zu beachten: Fotos lebender Personen und Namen aus älteren Klassenlisten gehören nur dann in den Unterricht, wenn die Schule die Verwendung geklärt hat.
Was diese Seite bereitstellt
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Sechs- bis achtstündige EinstiegsreiheEin Stundenraster mit Inhalten, Methoden und Ergebnissen für die ersten Wochen.
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Maßstab für den ZeitstrahlDie Wahl von einem Zentimeter für hundert Jahre und der Umgang mit dem Strahl für die Steinzeit.
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Übungen zur ZeitrechnungRückwärtszählen vor Christi Geburt und Jahrhunderte richtig zuordnen.
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Quellenbegriff über FälleKartensortieren mit Grenzfällen statt Definitionen zum Auswendiglernen.
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Mini-GrabungEin Aufbau mit Schichten und Fundprotokoll für den Klassenraum.
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Zugang über die SchulgeschichteQuellenfundus, Arbeitsfragen und Hinweise zum Datenschutz.
Weiterlesen
Diese Beiträge und Seiten vertiefen einzelne Bausteine der Einstiegsreihe.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden sollte der Einstieg in Klasse 5 dauern?
Sechs bis acht Stunden sind ein guter Richtwert, wenn danach ein Epochenthema folgt. Bei einer Wochenstunde ist das ein großer Teil des Halbjahres, was viele Kollegien für zu viel halten. Dann lässt sich der Einstieg verteilen: Zeitstrahl und Zeitrechnung zuerst, Quellenbegriff und Berufsbilder in die ersten Stunden der Steinzeit eingebettet. Wichtig ist, dass keiner der drei Bausteine ganz entfällt.
Muss die Klasse die Zeitrechnung mit v. Chr. und n. Chr. schon beherrschen?
Beherrschen im Sinne sicheren Rechnens ist in Klasse 5 zu viel verlangt. Die Kinder sollten verstehen, dass es zwei Richtungen gibt, dass die Zahlen vor Christi Geburt rückwärts laufen und dass ein Jahr null nicht vorkommt. Kleine Rechnungen mit runden Zahlen reichen für den Anfang aus, die Sicherheit wächst mit der Anwendung in den folgenden Themen.
Wie erkläre ich den Unterschied zwischen Quelle und Darstellung?
Über Beispiele, die die Kinder selbst einordnen. Ein Klassenfoto ist eine Quelle, der Schulbuchtext über das Schulleben einer Zeit ist eine Darstellung, die sich auf Quellen stützt. Grenzfälle wie ein historischer Spielfilm zeigen, dass dieselbe Sache je nach Frage Quelle oder Darstellung sein kann. Eine Definition zum Mitschreiben folgt erst nach der Übung.
Was mache ich, wenn die Schule keine alten Quellen hat?
Dann reichen Quellen der letzten Jahrzehnte: Klassenfotos, Schulhefte der Eltern, Zeugnisse, Schülerzeitungen oder Fotos vom Schulgelände aus dem Stadtarchiv. Auch Alltagsgegenstände der Kinder können für die Übung dienen, wenn die Gruppe sie so befragt, als stammten sie aus der Vergangenheit. Entscheidend ist das Verfahren, nicht das Alter der Quelle.
Wie bewerte ich den Einstieg, wenn noch kein Stoff behandelt wurde?
Über Verfahren statt Wissen: Quellen einer Art zuordnen, Jahreszahlen in Jahrhunderte umsetzen, eine Deutung mit Grenze formulieren. Das kann als kurze Lernkontrolle, als Portfolioseite oder als mündliche Leistung geschehen. Welche Form zulässig ist und wie sie gewichtet wird, regeln die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes und die Beschlüsse der Fachkonferenz.
Ist das Material an den Lehrplan meines Bundeslandes angepasst?
Die Materialien sind fachlich aufgebaut und stufenbezogen, aber nicht ministeriell geprüft. Maßgeblich sind die Vorgaben der zuständigen Stelle Ihres Bundeslandes; prüfen Sie die Zuordnung zu Ihrem Kernlehrplan, Kerncurriculum oder Bildungsplan vor dem Einsatz. Die Dateien sind so geschnitten, dass sich einzelne Bausteine herauslösen lassen.