Sprache untersuchen in Klasse 2 bis 6: Wortfamilien und Satzglieder

Deutsch · Sprache und Sprachgebrauch untersuchen

Sprache untersuchen in Klasse 2 bis 6: von der Wortfamilie zum Satzglied

Wie Kinder mit Proben statt mit auswendig gelernten Regeln arbeiten: Bedeutungsprobe, Umstellprobe und Frageprobe, ihre Grenzen und eine Progression von der Wortebene zur Satzebene, mit Material für Stationenarbeit.

Klasse 2–6zwei aufeinander aufbauende Einheiten
4 StationenWortfamilien erforschen
8 ModuleSatzglieder entdecken
ab 14,99 €PDF-Download

Sprache untersuchen heißt im Deutschunterricht, Wörter und Sätze nicht nur zu benennen, sondern mit Proben zu prüfen. Auf der Wortebene fragt die Bedeutungsprobe, ob zwei ähnlich aussehende Wörter denselben Kern haben: „Fahrrad“ gehört zur Familie FAHR, „Farbe“ nicht. Auf der Satzebene zeigt die Umstellprobe, welche Wörter zusammenbleiben und damit ein Satzglied bilden, und die Frageprobe liefert eine zweite Sicht darauf. Beide Proben haben Grenzen, und genau diese Grenzen sollten Kinder kennenlernen, damit sie nicht Regeln auswendig lernen, sondern begründen. Ein praktikabler Weg führt in zwei Schritten: Ab Klasse 2 erforschen die Kinder in vier Stationen Wortfamilien und leiten daraus die Rechtschreibung ab, ab Klasse 3 gehen sie mit Wortgruppen um und bestimmen Satzglieder in acht Modulen. Beide Einheiten sind auf dieser Seite beschrieben, dazu die beiden Sparpakete, in denen sie enthalten sind, und Bestandsmaterial für Klasse 5 bis 7 als Anschluss.

Proben statt Regeln auswendig lernen

Ein Kind, das „Wortfamilie“ als Definition aufsagen kann, hat noch keine Wortfamilie untersucht. Beide Einheiten sind deshalb so gebaut, dass zuerst beobachtet, dann geprüft und erst danach benannt wird. In den Arbeitsblättern zu den Wortfamilien lautet die erste Aufgabe: Unterstreiche den gemeinsamen Stamm in fahren, Fahrrad, Fahrerin, Fahrkarte und streiche „Farbe“ als falschen Freund. Das Kind muss also eine Entscheidung treffen und kann sie an der Bedeutung überprüfen.

Für die Lehrkraft ist das ein Diagnoseinstrument. Die Lehrkraftausgabe nennt als typische Stolperstellen, dass Begriffe auswendig genannt, aber nicht an einem Beispiel erklärt werden, dass eine Beobachtung mit einer allgemeinen Regel verwechselt wird und dass Antworten kein überprüfbares Argument enthalten. Die empfohlene Rückmeldung setzt an einer gelungenen Beobachtung an und fragt dann: „Woran erkennst du das?“ oder „Welche Bedingung muss gelten?“ Dieselbe Rückfrage funktioniert bei den Satzgliedern unverändert.

Wortebene: Bedeutungsprobe und Rechtschreibung über Ableiten

Die Bedeutungsprobe ist die wichtigste Probe bei Wortfamilien. Ähnliche Buchstaben genügen nicht, der Bedeutungskern muss übereinstimmen. Arbeitsblatt 4 stellt das an einer Reihe dar: Lauf, Läufer, laufen, Laub, gelaufen. „Laub“ ist ein Pflanzenteil und keine Fortbewegung, die übrigen Wörter gehören zu LAUF. In Aufgabe B erklären die Kinder mit dem Bedeutungskern, warum „Laub“ trotz ähnlicher Buchstaben nicht dazugehört.

Die Grenze der Probe liegt bei den Stammvarianten. Bei fahren und fuhr verändert sich der Stamm, die Bedeutung bleibt bei der Bewegung mit einem Fahrzeug. Die Lehrkraftausgabe empfiehlt, Umlaut und Stammvarianten zunächst an bekannten Beispielen zu besprechen. Bei SPRECH kommt hinzu, dass „Gespräch“ zur Familie gehört, obwohl der Stamm anders aussieht.

Von hier aus führt der Weg zur Rechtschreibung. Arbeitsblatt 5 lässt die Kinder Hand, Hände, handlich und Handtuch schreiben und die Verbindung zwischen a und ä markieren. In Aufgabe B formulieren sie eine Rechtschreibregel in eigenen Worten und nennen ein zweites Beispiel wie Rad/Räder. Die Lösung hält fest: Wortverwandtschaft hilft beim Ableiten. Wer weiß, dass „Hände“ zu „Hand“ gehört, kann das ä begründen, statt es zu raten. Mehr dazu finden Sie in den Beiträgen zu Wortfamilien in der Stationenarbeit und zu falschen Verwandten.

Satzebene: Umstellprobe, Frageprobe und ihre Grenzen

Bei den Satzgliedern übernimmt die Umstellprobe die Rolle der Bedeutungsprobe. Die Kinder verschieben eine Wortgruppe an den Satzanfang und prüfen, ob der Satz sinnvoll und grammatisch bleibt. Aus „Im Garten baut Tom eine Hütte“ wird „Tom baut im Garten eine Hütte“ oder „Eine Hütte baut Tom im Garten“. „Im Garten“ bleibt dabei zusammen. So sehen die Kinder, dass nicht jedes einzelne Wort ein Satzglied ist. Der Hilfsimpuls im Heft lautet, den Satz mit senkrechten Strichen in Gruppen zu trennen und ganze Gruppen zu verschieben.

Die Frageprobe ergänzt das. „Wer oder was?“ führt zum Subjekt, „Wen oder was?“ zum Akkusativobjekt, „Wem?“ zum Dativobjekt. Auch hier stehen die Grenzen im Material. Das Prädikat kann aus mehreren Verbteilen bestehen, wie in „Tom hat eine Hütte gebaut“ mit dem Prädikat „hat gebaut“. Das Subjekt steht nicht immer am Satzanfang: In „Morgen reisen die Kinder“ ist „die Kinder“ das Subjekt, und das Verb stimmt in Person und Zahl mit ihm überein. Bei den adverbialen Angaben hält die Lehrkraftausgabe fest, dass sich nicht jede Angabe immer mit einer einzigen Frage eindeutig benennen lässt.

Modul 8, der Fehlerdetektiv, führt beides zusammen. Die Frageprobe allein reicht nicht immer; die Kinder kontrollieren mit Bedeutung und Umstellprobe und begründen ihre Entscheidung in einem vollständigen Satz statt nur mit einer Farbe. Als Beispiel dient „Emma fährt mit dem roten Fahrrad zur Schule“ mit den Lösungen Emma als Subjekt, fährt als Prädikat, „mit dem roten Fahrrad“ als Art oder Mittel und „zur Schule“ als Richtung oder Ort. Ausführlicher beschreiben das die Beiträge Satzglieder mit der Umstellprobe einführen und Grenzen der Frageprobe.

Das Material im Überblick

Die beiden Einheiten decken die Progression ab, die Sparpakete bündeln sie mit weiteren Einheiten. Alle Titel sind PDF-Downloads mit getrennter Lehrkraft- und Schülerausgabe.

Für die Anschlussjahre gibt es im Shop Bestandsmaterial: Rechtschreibung Klasse 5 komplett, Satzglieder Klasse 6 komplett, Deutsch Klasse 6 komplett wiederholen und, wenn Sie in Klasse 7 weiterarbeiten, Satzglieder Klasse 7 komplett. Diese Titel setzen die Einführung in den Klassen 3 bis 6 auf höherem Niveau fort.

Progression von Klasse 2 bis 6

Die Tabelle ordnet die Inhalte den Klassenstufen zu. Die Stufenangaben der Einheiten überschneiden sich in Klasse 3 und 4; welche Module Sie in welcher Klasse einsetzen, entscheiden Sie nach dem Stand Ihrer Lerngruppe.

Klassenstufe Einheit Schwerpunkt Arbeitsblätter, Module
Klasse 2 Wortfamilien erforschen (02) Stamm erkennen, Wörter einer Familie sortieren, „Farbe“ als falschen Freund streichen Arbeitsblatt 1 und 2
Klasse 3 Wortfamilien erforschen (02); Einstieg in Satzglieder entdecken (08) Wortbaum, Stammvarianten, erste Umstellprobe an „Im Garten baut Tom eine Hütte“ Arbeitsblatt 3 und 4 sowie Modul 1
Klasse 4 Beide Einheiten Rechtschreibung über Ableiten (Hand/Hände, Rad/Räder), Prädikat, Subjekt, Akkusativobjekt Arbeitsblatt 5 und 6 sowie Modul 2 bis 4
Klasse 5 Satzglieder entdecken (08); Anschluss: Rechtschreibung Klasse 5 komplett Dativobjekt, adverbiale Angaben, Ableiten als Rechtschreibstrategie vertiefen Modul 5 und 6
Klasse 6 Satzglieder entdecken (08); Anschluss: Satzglieder Klasse 6 komplett, Deutsch Klasse 6 komplett wiederholen Satzglieder kombinieren, Fehlerdetektiv, Grenzen der Frageprobe begründen Modul 7 und 8

Die Zuordnung der Module zu den Klassenstufen ist ein Vorschlag für die Planung. Die Einheiten selbst nennen die Stufen 2 bis 4 und 3 bis 6; die Verteilung der einzelnen Blätter und Module innerhalb dieser Bereiche hängt von Ihrer Lerngruppe ab.

Stationenarbeit und Differenzierung

Wortfamilien erforschen ist als Stationenarbeit gebaut: vier Stationen mit Selbstkontrolle, sortieren, bauen, prüfen, schreiben. Je Station arbeitet jedes Kind zuerst allein, danach folgt ein kurzer Partnerabgleich. Für den Ablauf sieht die Lehrkraftausgabe vier Phasen vor, Aktivierung mit 10 Minuten, Erarbeitung mit 20 bis 30, Vertiefung mit 30 bis 45 und Sicherung mit 15 bis 20 Minuten. Insgesamt sind 4 bis 6 Unterrichtsstunden vorgesehen.

Satzglieder entdecken rechnet mit 8 bis 12 Stunden. Einzelne Module lassen sich als Stationen einsetzen, und die Abfolge kann gekürzt werden, ohne die Lernlogik zu verlieren. In beiden Einheiten gibt es drei Niveaus: Basis mit Wortliste, Satzstarter und Partnerarbeit, Regelstandard mit selbstständiger Bearbeitung und Vergleich, Erweiterung oder Vertiefung mit einer eigenen Forscherfrage, einem Gegenbeispiel oder einer begrenzten Aussage. Allgemeine Hinweise zu Stationenformen finden Sie im Beitrag Lernzirkel, Werkstatt und Stationenlernen; weitere Einheiten für die Klassen 2 bis 7 sammelt die Seite Differenziertes Unterrichtsmaterial für Klasse 2 bis 7.

Weitere Einheiten der Reihe

Die Reihe umfasst zehn Einheiten. Sprachlich verwandt sind die beiden DaZ/DaF-Einheiten, die Sie auf der Seite DaZ-Unterrichtsmaterial für die Willkommensklasse beschrieben finden. Mathematik und Naturwissenschaften haben eigene Seiten, Mathematik Klasse 3 bis 6 und Naturwissenschaften Klasse 3 bis 6.

Was die Einheiten gemeinsam haben

  • Proben mit BegründungspflichtIn beiden Einheiten reicht eine Farbe oder ein Kreuzchen nicht aus. Die Kinder begründen mit einem vollständigen Satz.
  • Aufgaben A und B in beiden HeftenA sichert Grundwissen, B verlangt Anwendung und Begründung. Satzglieder entdecken ergänzt C für den Transfer.
  • Gegenbeispiele eingebaut„Farbe“ und „Laub“ bei den Wortfamilien, die getrennten Prädikatsteile bei den Satzgliedern zeigen, wo eine einfache Regel endet.
  • Lösungen mit BewertungsankernAFB I bis III sind in den Lösungen ausgewiesen. Sinngemäß richtige Antworten gelten.
  • Differenzierung in drei NiveausBasis, Regelstandard und Erweiterung beziehungsweise Vertiefung, jeweils mit Hinweisen für die Lehrkraft.
  • Als PDF-DownloadLehrkraftausgabe und Schülerheft sind getrennte Dateien, sodass Sie nur das Schülerheft ausgeben können.

Weiterlesen und stöbern

Diese Beiträge und Kollektionen vertiefen die Themen der Seite.

Häufige Fragen

Ab welcher Klasse lohnt sich die Arbeit mit Wortfamilien?

Wortfamilien erforschen ist für Klasse 2 bis 4 angelegt. Die Arbeitsblätter beginnen mit dem Unterstreichen des gemeinsamen Stamms in fahren, Fahrrad, Fahrerin und Fahrkarte und führen bis zu einem Mini-Text aus fünf Sätzen. Für Klasse 5 und 6 eignet sich das Material als Wiederholung, wenn Stammvarianten und Ableitungen noch unsicher sind.

Warum reicht Wortähnlichkeit als Kriterium nicht aus?

Weil ähnlich geschriebene Wörter zu verschiedenen Familien gehören können. „Farbe“ sieht aus wie ein Wort der Familie FAHR, hat aber einen anderen Bedeutungskern. Das Material verlangt deshalb bei jeder Zuordnung eine Begründung über die Bedeutung und behandelt „Farbe“ und „Laub“ ausdrücklich als falsche Verwandte.

Welche Proben lernen die Kinder bei den Satzgliedern kennen?

Die Umstellprobe in Modul 1, danach Fragen wie „Wer oder was?“, „Wen oder was?“ und „Wem?“. Zusätzlich vergleichen die Kinder Bedeutung und Verbform, etwa bei der Frage, ob das Verb zum Subjekt in Person und Zahl passt. Modul 8, der Fehlerdetektiv, thematisiert ausdrücklich, dass die Frageprobe allein nicht immer reicht.

Kann ich beide Materialien in derselben Lerngruppe einsetzen?

Ja, in den Klassen 3 und 4 überschneiden sich beide Stufenangaben. Sinnvoll ist meist die Reihenfolge Wortfamilien zuerst und Satzglieder danach, weil die Kinder dann bereits mit Bausteinen, Begründungen und Gegenbeispielen gearbeitet haben. Sie können die Einheiten aber auch getrennt einsetzen; jede ist in sich abgeschlossen.

Lassen sich einzelne Module als Stationen einsetzen?

Bei Satzglieder entdecken ja: Nach der Lehrkraftausgabe sind einzelne Module als Stationen einsetzbar, und die Abfolge kann gekürzt werden. Wortfamilien erforschen ist von vornherein als Stationenarbeit mit vier Stationen und Selbstkontrolle aufgebaut. Die Arbeitsblätter lassen sich je nach Bedarf kombinieren.

Passt das Material zu meinem Lehrplan?

Die Inhalte lassen sich dem Bereich „Sprache und Sprachgebrauch untersuchen“ zuordnen. Ob und in welcher Klassenstufe ein Thema verbindlich ist, unterscheidet sich je nach Bundesland und Schule. Prüfen Sie die Zuordnung deshalb anhand Ihrer eigenen Vorgaben. Die Gewichtung 30/35/25/10 % in Satzglieder entdecken ist ein Vorschlag für die Lernrückmeldung und keine verbindliche Notenskala.