Emojis, Memes und GIFs: Zeichen im Kontext
Eine Nachricht, zwei Lesarten: Beobachtung, Deutung und Bewertung werden getrennt.
Deutsch · Sprache in digitalen Medien · Oberstufe NRW, Themenbezug 2029
Vier Unterrichtsreihen für den Deutschunterricht in EF, Q1 und Q2, die digitale Kommunikation mit den Mitteln der Sprachreflexion untersuchen. Sie richten sich an Lehrkräfte, die das Thema im Grund- oder Leistungskurs begründet unterrichten und ihren Lernenden zugleich Klausurroutine geben wollen. Jede Reihe enthält ein Lernheft, Lehrkräftematerial mit Lösungen und zwei Übungsklausuren mit Erwartungshorizont.
Kurz gesagt: Das Material besteht aus drei Themenreihen und einem Klausurpaket zur Sprache in digitalen Medien: Emojis, Memes und GIFs, multimodale Analyse von Posts, Videos und Werbung, private und öffentliche Kommunikation im Netz sowie Klausurtraining zu Nähe und Distanz. Jede Reihe trägt vier Module zu je 90 Minuten, also vier Doppelstunden. Die Fälle sind eigens erstellt und fiktiv, die Aufgaben sind eigene Übungen. Wer alle vier Reihen braucht, nimmt das Sparpaket.
Lernende schreiben und lesen täglich in Chats, Kommentarspalten und Storys, aber sie tun es selten mit dem Blick, den eine Klausur verlangt. Digitale Äußerungen verbinden Schrift, Bild, Bewegung und teilweise Ton. Wer sie analysieren soll, muss zuerst klären, was beobachtbar ist, was eine Deutung ist und was ein Urteil. Diese Trennung zieht sich durch alle vier Reihen. Ein Emoji gilt nicht als Gefühlsmesser, sondern als Zeichen, dessen Funktion sich aus der Sequenz ergibt. Wie sich das im Unterricht aufbauen lässt, zeigt der Beitrag Emojis im Deutschunterricht: ein Zeichen, mehrere Lesarten, der die erste Reihe fachlich begleitet. Die Beispielnachrichten sind fiktiv, sodass offen über Deutungen gestritten werden kann, ohne dass reale Personen betroffen sind. Beobachtung, Interpretation und Bewertung werden in jedem Modul bewusst getrennt geführt, damit Urteile am Ende auf Belegen ruhen und nicht auf dem ersten Eindruck.
Der zweite Grund ist methodisch. Die gängigen Modelle der Sprachreflexion, etwa Nähe und Distanz nach Koch und Oesterreicher, werden von Lernenden oft als Merkmalsliste abgearbeitet: kurze Sätze, also Nähesprache. Die Reihen setzen dagegen auf Argumentationsgänge. Gefragt wird nach Gesprächsbeziehung, Planung, Themenbindung und geteiltem Wissen, und die Multimodalität kommt als Ergänzung hinzu, wenn Bild, Ton und Schnitt mitreden. Dadurch entsteht eine Analysehaltung, die sich auf neue Beispiele übertragen lässt, auch auf solche, die in keinem Lehrbuch stehen und erst im nächsten Schuljahr auftauchen. Die Reihen sind so gebaut, dass Lernende ein Modell erst anwenden und danach kritisieren: Wo trägt es, wo verkürzt es, welche Information fehlt für eine sichere Aussage? Genau diese Urteilsfähigkeit wird in Klausuren der Qualifikationsphase verlangt und lässt sich hier an überschaubaren Fällen üben.
Die sechs Karten zeigen die vier Einzelreihen, das Sparpaket und den größeren Rahmen für den gesamten Deutschunterricht.
Eine Nachricht, zwei Lesarten: Beobachtung, Deutung und Bewertung werden getrennt.
Posts und ein beschriebenes Kurzvideo werden in Spuren zerlegt und begründet analysiert.
Vom Gruppenchat zur Gegenrede: Kritik und Abwertung unterscheiden, Moderation begründen.
Nähe und Distanz, Multimodalität und Argumentationsgang mit zwei Übungsklausuren.
Alle vier Reihen zur Sprache in digitalen Medien als gemeinsame Lizenz.
Größerer Rahmen für den Deutschunterricht der Oberstufe, wenn mehr als ein Thema ansteht.
Die drei Themenreihen und das Klausurpaket lassen sich einzeln oder nacheinander einsetzen. Eine mögliche Abfolge beginnt mit den Emojis, Memes und GIFs, weil dort die Grundbegriffe Modus, Indexikalität und Ironie an kleinen Fällen eingeführt werden. Es folgt die multimodale Analyse, in der ein beschriebenes Kurzvideo vierspurig in Zeit, Bild, Sprache und Ton zerlegt wird. Die dritte Reihe weitet den Blick auf Gruppenchat, Weiterleitung und Öffentlichkeit. Jedes Modul ist als 90-Minuten-Verlauf in Phasen beschrieben, sodass eine Doppelstunde ohne lange Vorbereitung gelingt. Werkstatt und Vertiefung brauchen bei Bedarf zusätzliche Zeit. Jedes Modul endet mit einem Produkt, nämlich einem belegten Absatz und einem dokumentierten Vergleich, die sich in das Portfolio des Lernhefts übernehmen lassen. So entsteht über die Reihe hinweg eine Sammlung eigener Texte, an der sich der Lernfortschritt ablesen lässt.
Das Klausurpaket steht am Ende, weil es die Modelle der Reihen zusammenführt: zwei Achsen für Nähe und Distanz, multimodale Beziehungen, ein Argumentationsgang statt Merkmalsliste und ein Zeitplan für 90 Minuten. Zusätzlich gibt es in jeder Reihe ein Gruppenpuzzle mit vier Perspektiven (45 bis 60 Minuten) und je Übungsklausur 90 bis 135 Minuten. Vier Doppelstunden sind deshalb kein Zeitversprechen für das gesamte Paket. Das Klausurpaket lässt sich auch ohne die Themenreihen einsetzen, wenn der Kurs die Modelle bereits kennt. Im Lernheft helfen Portfolio und Selbstcheck den Lernenden dabei, ihren eigenen Stand einzuschätzen, bevor eine Übungsklausur geschrieben wird. Das Lehrkräftematerial weist außerdem darauf hin, dass umfangreiche Gestaltungsaufgaben zusätzliche Zeit brauchen und nicht in die Kernstunden gepresst werden sollten.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Einstieg in Sprachreflexion an kurzen Fällen | Emojis, Memes und GIFs; Trennung von Beobachtung, Deutung und Urteil |
| Q1 Grundkurs | Themenreihe zu Posts, Videos und Werbung | Multimodale Analyse mit belegtem Analyseabsatz |
| Q1/Q2 Leistungskurs | Netzkommunikation und Klausurpaket | Öffentlichkeit, Gegenrede, Moderation; Nähe und Distanz als zwei Achsen |
| Q2 vor der Abiturphase | Klausurtraining mit Erwartungshorizont | Planung, Operatoren, Argumentationsgang |
Jedes Lernheft enthält zwei Hilfen. Hilfe 1 reduziert den Einstieg auf zwei Befunde und eine begründete Verbindung; Begriffe können vorab auf Karten bereitliegen, Lesetexte lassen sich abschnittsweise bearbeiten, und eine mündliche Vorformulierung entlastet das Schreiben, ohne die fachliche Aufgabe zu verändern. Das ist für Grundkurse und für Lernende mit unsicherer Schreibroutine gedacht. Vor dem ersten Modul empfiehlt das Lehrkräftematerial eine kurze Diagnose: Lassen Sie einen Fall zunächst ohne Fachbegriffe beschreiben und prüfen Sie, ob Angaben, Vermutungen und Urteile auseinandergehalten werden. Das Gruppenpuzzle mit vier Perspektiven bietet zudem einen Rahmen, in dem Lernende mit unterschiedlichem Vorwissen an derselben Frage arbeiten und ihre Ergebnisse gegenseitig erklären müssen.
Hilfe 2 verlangt alternative Erklärungen und die Benennung entscheidungsrelevanter Informationen. Leistungsstarke Lernende prüfen Voraussetzungen, entwickeln Gegenbeispiele und begrenzen die Reichweite eines Modells. Mehr Text allein gilt dabei ausdrücklich nicht als anspruchsvollere Leistung. In der Reihe zur multimodalen Analyse zeigt sich das an der Frage, wann die Bezeichnung Manipulation analytisch trägt und wann sie nur ein Eindruck ist. Die Erwartungshorizonte nennen typische Fehlverkürzungen, damit sich Rückmeldungen gezielt formulieren lassen. Für Leistungskurse bietet es sich an, die Übungsklausuren unter Prüfungsbedingungen zu schreiben und anschließend anhand des Erwartungshorizonts zu besprechen. Im Grundkurs kann dieselbe Klausur in Teilen als begleitete Schreibübung dienen, bei der die Rekonstruktion zuerst und das Urteil später bearbeitet wird.
Das Material richtet sich an den Deutschunterricht der gymnasialen Oberstufe in Nordrhein-Westfalen und lässt sich dem Kernlehrplan Deutsch der GOSt in den Feldern Sprache, Kommunikation und Medien zuordnen. Im Material steht der Themenbezug 2029. Die NRW-Vorgaben 2029 für das Fach wurden geprüft; das Paket vertieft den genannten Themenbereich, deckt aber nicht die gesamte Obligatorik ab. Vergleichsthemen und Anwendungen gehen teilweise über die offiziellen Fokussierungen hinaus. Die Aufgaben sind eigene Übungen und keine amtlichen Abituraufgaben. Für die Planung heißt das: Prüfen Sie, welche Reihe zu Ihrem schulinternen Lehrplan passt, und setzen Sie sie als Vertiefung ein, nicht als Ersatz für verbindliche Inhalte. Das Material ist deutschsprachig und läuft in jedem Unterrichtsraum ohne Plattform, da alle Fälle ausgedruckt oder digital vorliegen.
Maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben zum Zentralabitur (für NRW: Standardsicherung NRW). Das Material ist nicht ministeriell geprüft, und die Punkteverteilung der Übungsklausuren (Rekonstruktion 25, Analyse und Vergleich 40, Urteil 25, Darstellung 10) ist ein eigenes Übungsformat. Den Notenschlüssel legt die Schule fest. Wer die Vorgaben seiner Fachkonferenz abgleichen möchte, findet auf der Seite „Deutsch Sek II für EF, Q1 und Q2“ weitere Reihen, die sich mit diesen kombinieren lassen. Das Material ersetzt weder die Fachkonferenzbeschlüsse noch die Auseinandersetzung mit den Vorgaben des Landes. Es versteht sich als Baustein für Sprachreflexion, Medienanalyse und Argumentation, die über Q1 und Q2 hinweg immer wieder gebraucht werden.
Sprache in analogen und digitalen Medien
Koch und Oesterreicher: Nähe und Distanz
Nähe-Distanz-Medienlabor
Sprachforensik: Escape-Lab
Medien, Polarisierung, öffentliche Meinung
Kommunikationsmodelle im Fach DeutschFür die gymnasiale Oberstufe, also EF, Q1 und Q2, im Grund- wie im Leistungskurs. Die Differenzierung läuft über Hilfe 1 und Hilfe 2 im Lernheft, nicht über getrennte Fassungen. Die Reihen lassen sich in einer EF zum Einstieg und in der Q2 zur Wiederholung einsetzen.
Der Kern sind vier Module zu je 90 Minuten pro Reihe. Das Gruppenpuzzle dauert 45 bis 60 Minuten, jede Übungsklausur 90 bis 135 Minuten. Für umfangreiche Gestaltungsaufgaben ist zusätzliche Zeit einzuplanen. Planen Sie für Klausuren und Gruppenpuzzle eigene Stunden ein.
Nein. Alle Beispielnachrichten, Bildmodelle und das beschriebene Kurzvideo sind eigens erstellt und fiktiv. Dadurch lässt sich offline arbeiten, und es entstehen keine Fragen zu fremden Bildrechten oder zu Personen.
Nein. Es vertieft den Themenbezug 2029 zur Sprache in digitalen Medien, deckt aber nicht die gesamte Obligatorik ab. Maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben der Standardsicherung NRW. Die Aufgaben sind eigene Übungen, keine amtlichen Abituraufgaben, und das Material ist nicht ministeriell geprüft.
Ja. Neben den PDF-Dateien liegt eine bearbeitbare Textfassung als DOCX bei. Aufgaben, Beispiele und Differenzierung lassen sich kürzen oder umstellen. Der Erwartungshorizont lässt sich dabei ebenfalls anpassen.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Wenn mehrere Kolleginnen und Kollegen der Fachschaft dasselbe Material einsetzen, ist die Schullizenz die passende Wahl. Beides ist beim jeweiligen Produkt auswählbar. Die Dateien sind für Unterrichtszwecke an der jeweiligen Schule gedacht.