Vorrang der Existenz: Selbstentwurf und Wahl
Hergestellter Gegenstand, Selbstentwurf, Wahl und Humanismus in vier Doppelstunden.
Philosophie · Sartre und Existenzialismus · Oberstufe NRW
Dieses Material richtet sich an Lehrkräfte, die Sartre und den Existenzialismus im Philosophiekurs der gymnasialen Oberstufe in Nordrhein-Westfalen unterrichten. Vier Unterrichtsreihen führen vom Vorrang der Existenz über Angst, Verlassenheit und Verzweiflung und den Vergleich mit der Hirnforschung zu Simone de Beauvoir und Camus. Jede Reihe enthält ein Lernheft, Lehrkräftematerial mit Erwartungshorizonten, zwei Übungsklausuren und eine bearbeitbare DOCX-Fassung.
Kurz gesagt: Für Sartre im Philosophiekurs stehen vier abgeschlossene Pakete bereit: Vorrang der Existenz, Angst, Verlassenheit und Verzweiflung, Sartre und Hirnforschung sowie Sartre, de Beauvoir und Camus. Jedes besteht aus vier Modulen à 90 Minuten, einem Lernheft von 32 Seiten, Lehrkräftematerial von 20 Seiten und zwei Übungsklausuren mit Erwartungshorizont über 100 Punkte. Der Themenbezug 2029 ist ausgewiesen, maßgeblich bleiben aber die aktuellen Vorgaben zum Zentralabitur. Die Pakete lassen sich einzeln oder als Sparpaket einsetzen.
Sartres Vortrag von 1945 gehört zu den Texten, bei denen Lerngruppen schnell eine Meinung haben und selten eine Rekonstruktion. Der Gedanke, der Mensch bestimme sich durch sein Handeln, wird als Aufruf zur Selbstoptimierung gelesen oder als Leugnung aller Bedingungen. Beides verfehlt die Argumentation. Die Reihe zum Vorrang der Existenz setzt darum bei einem Vergleich an: Ein hergestellter Gegenstand wird nach einer Vorstellung gefertigt, Zweck und Bauplan gehen seinem Dasein voraus. Erst wenn dieser Schritt sitzt, lässt sich klären, was Sartre für den Menschen bestreitet und was daraus für Wahl und Verantwortung folgt. Existenz, Essenz, Entwurf und Faktizität werden an kleinen, vollständig ausgeschriebenen Fällen geübt, sodass der Kurs nicht an Vorwissen über den Existenzialismus hängt und die Lehrkraft nicht zusätzlich recherchieren muss, welche Angaben ein Fall hergibt.
In Q1 und Q2 bündeln sich an Sartre Fragen, die im Kurs ohnehin auftauchen: Wie frei sind Handlungen, wenn ihre Bedingungen bekannt sind? Was heißt Verantwortung ohne vorgegebene letzte Werte? Wo endet die Reichweite einer Theorie? Das Material trennt dafür durchgehend Beobachtung, Interpretation und Bewertung und lässt Einwände ausdrücklich zu, etwa den, ob Sartres Gewichtung individueller Freiheit soziale Bedingungen hinreichend erfasst. So entsteht Urteilsbildung an einer konkreten Position, nicht an Schlagworten. Die Lehrtexte sind eigene Paraphrasen; wer am Wortlaut arbeiten will, braucht eine rechtmäßig zugängliche Ausgabe. Gerade bei einem Thema, das Jugendliche persönlich anspricht, hilft diese Distanz: Der Kurs prüft ein Argument, statt Lebensentwürfe zu bewerten, und kann die Frage nach der eigenen Wahl danach auf einer geklärten Grundlage führen.
Die vier Reihen sind einzeln erhältlich, das Sparpaket bündelt sie, das XXL-Paket ergänzt die Habermas-Reihen.
Hergestellter Gegenstand, Selbstentwurf, Wahl und Humanismus in vier Doppelstunden.
Begriffe verantwortlichen Handelns an Entscheidungsfällen, ohne Psychologisierung.
Freiheitsbegriffe, Libet-Paradigma und alternative Erklärung im Vergleich.
Konkrete Freiheit und das Absurde: vergleichen, ohne gleichzusetzen.
Alle vier Reihen zum Vorzugspreis, Themenbezug 2029 ausgewiesen.
Acht Pakete: Sartre plus Habermas bis zum Klausurpaket LK 2029.
Die vier Pakete bauen aufeinander auf. Das erste sichert Sartres Ausgangspunkt, an den die übrigen anknüpfen. Die Reihe zu Angst, Verlassenheit und Verzweiflung vertieft die Begriffe an Entscheidungssituationen: Eine Klassensprecherin wünscht sich eine Regel, die ihr die Entscheidung abnimmt, und ein Schüler sucht gezielt den Rat einer zustimmenden Person. Die Hirnforschungsreihe prüft den Freiheitsbegriff am Libet-Paradigma, die vierte öffnet den Vergleich mit de Beauvoir und Camus. Wer nur eine Reihe einplant, beginnt mit dem Vorrang der Existenz. Wer den ganzen Block unterrichtet, spart mit dem Sparpaket Sartre und Existenzialismus gegenüber dem Einzelkauf. Die Reihen sind so geschrieben, dass sie sich auch in anderer Reihenfolge einsetzen lassen, wenn der schulinterne Lehrplan es verlangt; der Rückgriff auf das erste Paket bleibt dann als Auffrischung für einzelne Module sinnvoll, weil dort die zentralen Begriffe eingeführt werden.
Innerhalb jedes Pakets laufen die vier Module nach demselben Muster. Das Lehrkräftematerial plant jede 90-Minuten-Einheit in Phasen von Einstieg, Erarbeitung, Analyse, Erprobung und Sicherung, das Lernheft liefert dazu je Modul fünf Seiten. Werkstatt und Vertiefung brauchen bei Bedarf mehr Zeit. Hinzu kommen ein Gruppenpuzzle mit vier Perspektiven (45 bis 60 Minuten) und je Übungsklausur 90 bis 135 Minuten. Vier Doppelstunden sind deshalb der Kern, kein Zeitversprechen für das gesamte Paket. Als Produkt jedes Moduls entsteht ein belegter Absatz mit dokumentiertem Vergleich, der sich in ein Portfolio einfügt und am Ende der Reihe durch einen Selbstcheck ergänzt wird. Die Lehrkraft kann so während der Reihe nachvollziehen, wo Begriffe tragen und wo sie noch geklärt werden müssen.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Einführungsphase (EF) | Module 1 und 2 aus dem Paket zum Vorrang der Existenz als Einstieg | Hergestellter Gegenstand, Selbstentwurf, Fallarbeit |
| Q1, Grundkurs | Ein Paket vollständig mit Übungsklausur nach Modul 4 | Begriffe sichern, Argumente rekonstruieren, Urteil begründen |
| Q1/Q2, Leistungskurs | Hirnforschung sowie de Beauvoir und Camus mit Vergleichsmatrix | Alternative Erklärungen, Reichweite einer Theorie, Vergleich |
| Q2, Klausurvorbereitung | Beide Übungsklausuren mit Erwartungshorizont und Schreibplanung | Rekonstruktion, Analyse und Vergleich, Urteil, Darstellung |
Jede Reihe beginnt mit einer Diagnose: Die Lernenden beschreiben einen Fall zunächst ohne Fachbegriffe, und die Lehrkraft sieht, ob Angaben, Vermutungen und Urteile auseinandergehalten werden. Hilfe 1 reduziert den Einstieg auf zwei Befunde und eine begründete Verbindung, Begriffe liegen vorab auf Karten bereit, Lesetexte dürfen abschnittsweise bearbeitet werden. Eine mündliche Vorformulierung entlastet das Schreiben, ohne die fachliche Aufgabe zu verändern. Hilfe 2 verlangt alternative Erklärungen und die Benennung entscheidungsrelevanter Informationen. Mehr Text allein gilt dabei ausdrücklich nicht als anspruchsvollere Leistung. Leistungsstarke Lernende prüfen Voraussetzungen, entwickeln Gegenbeispiele und begrenzen die Reichweite einer Aussage, statt sie nur zu wiederholen. Für den Leistungskurs ist das die Stelle, an der die Reihe über die Rekonstruktion hinausgeht.
Für die Rückmeldung enthält das Lehrkräftematerial je Modul typische Fehlverkürzungen, etwa den Schritt von einer einzelnen Angabe zu einem allgemeinen Urteil, und formuliert Hinweise, die zum Handeln auffordern: Gegenfall formulieren, Beschreibung und Bewertung in zwei Sätze trennen. Ein dreistufiger Maßstab von Mindeststandard über solide Leistung bis Erweiterung hilft bei gemischten Kursen. Eine Einführung in die Begriffsarbeit bietet der Beitrag Sartres Existenzialismus im Unterricht. Die Rückmeldungen im Material zielen auf eine konkrete nächste Handlung der Lernenden und nicht auf allgemeine Etiketten wie genauer oder mehr reflektieren, die in der Praxis wenig weiterhelfen.
Die Pakete tragen den Themenbezug 2029. Die NRW-Vorgaben 2029 für das Fach Philosophie wurden geprüft; das Material vertieft den genannten Themenbereich, deckt aber nicht die gesamte Obligatorik ab. Vergleichsthemen und Anwendungen wie die Hirnforschungsreihe erweitern die offiziellen Fokussierungen. Die Aufgaben sind eigene Übungen und keine amtlichen Abituraufgaben. Maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben zum Zentralabitur (für NRW: Standardsicherung NRW). Das Material ist nicht ministeriell geprüft. Wer die Reihe für ein Schuljahr plant, sollte die Obligatorik des jeweiligen Jahres daneben legen und entscheiden, welche Module als Vertiefung dienen und welche als Ergänzung im Kursverlauf stehen.
Für die Planung im schulinternen Lehrplan bedeutet das: Die Fachkonferenz entscheidet, welche Reihe in welchem Halbjahr steht und ob GK oder LK sie vertieft. Das Material gibt keine Zuordnung zu Kurshalbjahren vor. Die beiden Übungsklausuren pro Reihe bewerten Rekonstruktion (25 Punkte), Analyse und Vergleich (40), Urteil (25) und Darstellung (10) und liefern einen Erwartungshorizont über 100 Punkte; der Notenschlüssel wird schulisch festgelegt. Die Ausgangsmaterialien sind eigene Fälle, etwa ein Berufsratgeber, der sich auf Sartre beruft, oder ein Persönlichkeitstest, der angeblich das wahre Wesen einer Person zeigt. Wer die Reihen in Beziehung zum Kernlehrplan setzen möchte, findet auf der Seite Kernlehrplan Philosophie NRW weitere Pakete.
Freiheit, Determinismus und Verantwortung
Grundmodelle philosophischer Ethik
Wahrheit, Erkenntnis und WissenschaftEs ist für den Philosophiekurs der Oberstufe geschrieben und lässt sich in Grund- und Leistungskurs einsetzen. Hilfe 1 (Zugang) und Hilfe 2 (Vertiefung) im Lernheft erlauben es, dieselbe Reihe auf zwei Niveaus zu fahren, und die Erwartungshorizonte unterscheiden Mindeststandard, solide Leistung und Erweiterung. Die Zuordnung zu Halbjahren legt die Fachkonferenz fest.
Nein, für die Module nicht. Die Lehrtexte sind eigene Paraphrasen und ersetzen keine vollständige Lektüre. Für eine Analyse am Wortlaut benötigen die Lernenden eine rechtmäßig zugängliche Ausgabe, die Sie selbst auswählen und vor dem Einsatz auf Zugänglichkeit prüfen.
Der Kern umfasst vier Module à 90 Minuten. Dazu kommen ein Gruppenpuzzle von 45 bis 60 Minuten und je Übungsklausur 90 bis 135 Minuten. Werkstatt und Vertiefung können zusätzliche Zeit beanspruchen.
Nein. Sie vertiefen einen Themenbereich mit Themenbezug 2029 und decken nicht die gesamte Obligatorik ab. Die Aufgaben sind eigene Übungen, das Material ist nicht ministeriell geprüft. Maßgeblich ist die Standardsicherung NRW.
Nein. Die Hirnforschungsreihe arbeitet mit einer didaktischen Zeitleiste mit Modellwerten und mit fiktiven Signalkurven. Sie sind ausdrücklich keine Originaldaten, dienen aber dazu, die Zusatzprämisse im Schluss vom Signal zur Entscheidung zu finden.
Alle Pakete enthalten eine bearbeitbare DOCX-Fassung. Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft, daneben gibt es eine Schullizenz. Der Download steht sofort nach dem Kauf bereit.