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Sartre und die Hirnforschung – Libet-Experiment, Freiheitsbegriffe und Vergleich | Unterrichtsreihe Philosophie Sek II
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Sartre und die Hirnforschung – Libet-Experiment, Freiheitsbegriffe und Vergleich | Unterrichtsreihe Philosophie Sek II
Dieses Unterrichtspaket für Philosophie in der Oberstufe (Sek II) vergleicht Sartres Freiheitsbegriff systematisch mit neurowissenschaftlichen Argumenten rund um das Libet-Paradigma. Es umfasst vier Module à 90 Minuten, ein Lernheft (32 Seiten), Lehrkräftematerial (20 Seiten), zwei Übungsklausuren mit Erwartungshorizont und eine bearbeitbare DOCX-Fassung.
Worum es geht
Der Titel bezeichnet einen Vergleich auf der Ebene der Begriffe, keine historische Debatte zwischen Sartre und späteren Forschenden. Die Frage nach Freiheit berührt verschiedene Erklärungsebenen: Sartre untersucht Selbstentwurf und Verantwortung, neurowissenschaftliche Studien messen Bedingungen bestimmter Handlungen. Vor jeder Bewertung einer Studie klären die Lernenden daher, welcher Freiheitsbegriff gemeint ist, etwa Handlungsfreiheit ohne äußeren Zwang oder eine stärkere Willensfreiheit, die ein Anderswählen unter identischen Bedingungen verlangt. Determinismus, Vorhersagbarkeit und Zwang werden dabei getrennt.
In klassischen Libet-Aufgaben führen Personen einfache spontane Bewegungen aus und berichten nachträglich, wann ihnen die Absicht bewusst wurde; das gemittelte Bereitschaftspotential setzt früher ein. Das Material trennt Messung, Bericht und Interpretation und fragt, wie weit sich eine spontane Fingerbewegung auf eine Berufswahl übertragen lässt. Als alternative Deutung wird das Akkumulationsmodell von Schurger, Sitt und Dehaene aus dem Jahr 2012 erarbeitet: Wer viele Verläufe am Bewegungszeitpunkt ausrichtet und mittelt, kann ein ansteigendes Signal erzeugen. Das beweist weder metaphysische Freiheit noch die Bedeutungslosigkeit neuronaler Prozesse. Der Vergleich mit Sartre vermeidet Wissenschaftsfeindlichkeit ebenso wie vorschnellen Reduktionismus.
Die vier Module
- Welche Freiheit wird untersucht: Anhand einer Vorhersage und einer Drohung werden Wissen, Ursache und Zwang unterschieden; die Werkstatt formuliert kompatibilistische und inkompatibilistische Fragestellungen.
- Das Libet-Paradigma prüfen: Eine didaktische Zeitleiste mit Modellwerten, ausdrücklich keine Originaldaten, dient dazu, die Zusatzprämisse zu finden, die vom früheren Signal zum Satz führt, die Entscheidung sei schon gefallen.
- Alternative Erklärung durch Akkumulation: Drei fiktive Signalkurven werden an einer Schwelle ausgerichtet und gemittelt; erklärt wird, weshalb ein Gruppenmittel nicht der Verlauf jedes Einzelversuchs ist.
- Sartre systematisch vergleichen: Drei Positionen zur Frage, ob neuronale Bedingungen Gründe unwirksam machen, werden eingeordnet; verfasst wird ein Vergleich mit gemeinsamer Frage, zwei Unterschieden und einer offenen Frage.
Was das Material enthält
- Lernheft, 32 Seiten (PDF): Orientierung, je Modul fünf Seiten mit Wissen, Material und Analyse, Werkstatt, Urteil und Vertiefung samt ausgearbeitetem Denkbeispiel, außerdem Hilfe 1 (Zugang) und Hilfe 2 (Vertiefung), Begriffe, Gruppenpuzzle mit vier Perspektiven, Portfolio und Selbstcheck.
- Zwei Übungsklausuren mit eigenem Ausgangsmaterial: Eine Schlagzeile verkündet, ein Gehirnscan beende die Debatte und niemand sei verantwortlich; der zugehörige Artikel beschreibt eine Studie zu spontanen Tastendrücken, es fehlen aber Angaben zu Vorhersagegenauigkeit, Stichprobe und alternativen Modellen. Die zweite Übung: Eine fiktive Studie sagt einfache Entscheidungen zu 65 Prozent korrekt voraus, ein Kommentar leitet daraus vollständige Determiniertheit ab und fordert, Verantwortung abzuschaffen. Der Prüfungsauftrag ist bepunktet mit Rekonstruktion 25, Analyse und Vergleich 40, Urteil 25 und Darstellung 10 Punkten; ein Planungsblatt zur Schreibplanung gehört dazu.
- Lehrkräftematerial, 20 Seiten (PDF): Ziele und fachlicher Rahmen, Reihenplanung, Differenzierung, je Modul eine Verlaufsplanung in Phasen (Einstieg, Erarbeitung, Analyse, Erprobung, Sicherung), Lösungen, Feedback und Diagnose mit typischen Fehlverkürzungen sowie Erwartungshorizonte zu beiden Übungsklausuren über 100 Punkte. Der Notenschlüssel ist schulisch festzulegen.
- DOCX: bearbeitbare Textfassung zur Anpassung an die eigene Lerngruppe.
Einsatz im Unterricht
Als Kern sind vier Module à 90 Minuten vorgesehen, also vier Doppelstunden. Werkstatt und Vertiefung brauchen nach Bedarf zusätzliche Zeit, das Gruppenpuzzle 45 bis 60 Minuten, jede Übungsklausur 90 bis 135 Minuten. Die Klausurzeiten gehören zu einem eigenen Übungsformat und sind keine amtliche Prüfungszeit. Vier Doppelstunden sind deshalb kein Zeitversprechen für das gesamte Paket.
Hilfe 1 reduziert den Einstieg auf zwei Befunde und eine begründete Verbindung, Hilfe 2 verlangt alternative Erklärungen und die Benennung entscheidungsrelevanter Informationen. Eine typische Fehlverkürzung, die das Lehrkräftematerial aufgreift, ist der Schluss von neuronalen Bedingungen auf die Wirkungslosigkeit von Gründen. Position A, jede Entscheidung habe neuronale Bedingungen, trägt Position B, Gründe seien unwirksam und Verantwortung sinnlos, nicht ohne weitere Prämissen. Die Lehrtexte zu Sartre sind eigene Paraphrasen. Wer die Grundposition zuvor sichern möchte, findet sie in der Reihe Sartre und der Vorrang der Existenz.
Bezug zum Abitur
Das Material trägt den Themenbezug 2029. Die NRW-Vorgaben 2029 für das Fach Philosophie wurden geprüft. Vergleichsthemen und Anwendungen erweitern die offiziellen Fokussierungen. Das Paket vertieft den genannten Themenbereich, deckt aber nicht die gesamte Obligatorik ab. Die Aufgaben sind eigene Übungen, keine amtlichen Abituraufgaben. Maßgeblich sind die aktuellen Vorgaben zum Zentralabitur (für NRW: Standardsicherung NRW). Das Material ist nicht ministeriell geprüft. Gemeinsam mit den anderen Reihen zu Sartre steht das Paket im Sparpaket Sartre und Existenzialismus mit vier Unterrichtsreihen für Philosophie Sek II.
Lieferung und Lizenz
Der Download steht nach dem Kauf sofort bereit. Lernheft und Lehrkräftematerial liegen als PDF vor, die bearbeitbare Textfassung als DOCX. Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft, die Schullizenz für alle Lehrkräfte einer Schule. Das Titelbild ist eine gekennzeichnete KI-Illustration mit symbolischer Szene; es zeigt keine historischen Personen.
Häufige Fragen
Enthält das Paket echte Messdaten aus Libet-Experimenten?
Nein. Die Zeitleiste mit Modellwerten ist eine didaktische Konstruktion und ausdrücklich keine Originaldaten. Sie dient nur dazu, ein Argument zu rekonstruieren.
Setzt das Paket Vorwissen in Neurowissenschaft voraus?
Nein. Die Lehrtexte erklären das Paradigma, das Bereitschaftspotential und das Akkumulationsmodell in den Grenzen, die für die Argumentation nötig sind. Der Schwerpunkt liegt auf der philosophischen Prüfung der Schlüsse.
Behauptet das Paket, die Hirnforschung widerlege Sartre oder umgekehrt?
Nein. Es zeigt, dass es von den zusätzlichen Ansprüchen beider Seiten abhängt, ob die Beschreibungen konkurrieren. Das Ergebnis des Vergleichs bleibt eine begründete Urteilsbildung der Lernenden.
Wie lange dauert eine Übungsklausur?
Vorgeschlagen sind 90 Minuten, bei vertiefter Ausarbeitung 135 Minuten. Das ist ein eigenes Übungsformat, und der Erwartungshorizont umfasst 100 Punkte.
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PDF · Sofort-Download · 32 Seiten
FAQ zu diesem Material
Bewertung: Sartre und die Hirnforschung – Libet-Experiment, Freiheitsbegriffe ...
Sartre und die Hirnforschung – Libet-Experiment, Freiheitsbegriffe und Vergle... ist eine vollständig ausgearbeitete Unterrichtsreihe in EF · Q1 · Q2. Stärke des Materials ist die direkte Einsatzbereitschaft: Arbeitsblätter, Lösungen und Erwartungshorizont liegen fertig vor, sodass eine Stunde ohne zusätzliche Vorbereitung starten kann.
Passend für Lehrkräfte, die ein Thema kurzfristig abdecken, für Referendarinnen und Referendare mit hohem Planungsdruck und für Vertretungsstunden – und überall dort, wo eine Stunde kurzfristig stehen muss.
ⓘ KI-Transparenz
Bei der Erstellung dieses Materials können KI-gestützte Systeme zur Erstellung oder Bearbeitung von Texten, Illustrationen und Bildern eingesetzt worden sein. Dies umfasst auch stilisierte sowie realistisch wirkende künstlich erzeugte oder bearbeitete Darstellungen. KI-unterstützte Inhalte werden redaktionell geprüft und bearbeitet. Synthetische Darstellungen sind, sofern nicht anders gekennzeichnet, nicht als dokumentarischer Nachweis realer Personen, Orte oder Ereignisse zu verstehen.