Kreuzigung Jesu: Lernkontrollen im Zyklus 3
Wenn die halbe Klasse eine Lernkontrolle nicht besteht, liegt das selten nur an mangelndem Lernen der Klasse. Bei einer Reihe zur Kreuzigung Jesu mit historischen, theologischen und interreligiösen Perspektiven lohnt sich zuerst die Frage, ob Aufgabe und Unterricht tatsächlich zusammenpassten, bevor Konsequenzen für die Klasse gezogen werden.
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Ein hoher Anteil ungenügender Noten ist ein Signal, kein Zufall
Eine einzelne schwache Leistung lässt sich meist individuell erklären. Wenn dagegen die halbe Klasse dieselbe Lernkontrolle nicht besteht, deutet das eher auf ein strukturelles Problem hin: eine zu anspruchsvolle Aufgabenstellung, eine Lücke zwischen Unterricht und Prüfung oder eine unklare Erwartungshaltung, die nicht rechtzeitig kommuniziert wurde.
Im Fachbereich ERG beziehungsweise RKE im Zyklus 3, je nach Kanton unterschiedlich benannt, kommt hinzu, dass Themen wie die Kreuzigung Jesu mehrere Perspektiven gleichzeitig verlangen: eine historische, eine theologische und eine interreligiöse. Eine Lernkontrolle, die diese Ebenen nicht klar genug trennt, überfordert eine Klasse leicht, unabhängig davon, wie gut sie im Unterricht mitgearbeitet hat.
Was zuerst zu prüfen ist: die Aufgabe oder der Unterricht
Ein erster Schritt ist, die Lernkontrolle selbst noch einmal kritisch zu lesen: Verlangt eine Aufgabe etwas, das im Unterricht tatsächlich in dieser Form behandelt wurde? Wird zwischen historischer Faktenlage und theologischer Deutung klar genug unterschieden, oder vermischt die Fragestellung beides, ohne das der Klasse bewusst zu machen?
Erst wenn sich die Aufgabenstellung als angemessen erweist, lohnt sich der Blick auf den Unterricht selbst: Wurde ausreichend Zeit für die interreligiöse Perspektive eingeräumt, oder stand die historische Einordnung so stark im Vordergrund, dass die übrigen Ebenen zu kurz kamen? Diese Reihenfolge verhindert, dass eine schlecht formulierte Aufgabe der Klasse angelastet wird.
Hilfreich ist dabei, sich an einzelnen Antworten der Klasse zu orientieren statt nur an der Gesamtnote. Wenn viele Schülerinnen und Schüler an derselben Stelle denselben Fehler machen, etwa eine theologische Deutung fälschlich als historisch belegte Tatsache darstellen, zeigt das genau, wo im Unterricht die Trennung der Ebenen noch nicht ausreichend deutlich wurde.
Was eine voreilige Erklärung übersieht
Naheliegend, aber oft zu einfach, ist die Erklärung, die Klasse habe schlicht zu wenig gelernt. Diese Erklärung übersieht, dass ein Thema wie die Kreuzigung Jesu für viele Schülerinnen und Schüler das erste Mal ist, dass sie historische, theologische und interreligiöse Aussagen bewusst auseinanderhalten müssen, was eine eigene Kompetenz darstellt und nicht mit reinem Faktenwissen verwechselt werden sollte.
Eine voreilige Erklärung führt zudem leicht dazu, dass die nächste Lernkontrolle mit noch mehr Detailwissen überfrachtet wird, statt die eigentliche Unterscheidungsfähigkeit gezielter zu üben. Das verschärft das Problem eher, als es zu lösen, weil die Klasse dann noch mehr Inhalt bei derselben ungeklärten Struktur bewältigen muss.
Kreuzigung Jesu als Thema mit besonderem Diagnosebedarf
Die Reihe zur Kreuzigung Jesu mit historischen, theologischen und interreligiösen Perspektiven verlangt von einer Klasse, zwischen Ebenen zu unterscheiden, die im Alltag oft vermischt werden: Was lässt sich historisch belegen, was ist Teil einer bestimmten Glaubensdeutung, und wie ordnen andere Religionen dasselbe Ereignis ein? Eine schwache Lernkontrolle zeigt oft, dass genau diese Unterscheidung noch nicht sicher gelang.
Für eine gezielte Nachbereitung eignet sich die Reihe zur Frage nach der Existenz Gottes, die eine ähnliche Trennung zwischen philosophischer Argumentation und persönlicher Überzeugung verlangt. Eine Klasse, die dort bereits geübt hat, zwischen Ebenen zu unterscheiden, tut sich mit der Reihe zur Kreuzigung Jesu oft leichter.
Wie sich nach einer schwachen Lernkontrolle weitergehen lässt
Wenn sich zeigt, dass Aufgabe und Unterricht tatsächlich zusammenpassten und trotzdem viele ungenügende Noten entstanden sind, lohnt sich eine gemeinsame Nachbesprechung, die genau die Ebene benennt, an der es am häufigsten haperte, statt einzelne falsche Antworten Punkt für Punkt durchzugehen.
Eine Übersicht dazu, wie sich Lernkontrollen im Zyklus 3 grundsätzlich auswerten lassen, bietet die Übersichtsseite zu Lernkontrollen im Zyklus 3. Ergänzend zeigen Hinweise zum Umgang mit Kompetenzen im Fachbereich Religion und eine Anleitung, wie das Schuljahr im Fach Religion beginnen kann, wie sich der Fachbereich strukturieren lässt, eine Gesamtübersicht die Übersicht zu Mathematik-Unterrichtsmaterial nach Lehrplan 21 für den Zyklus 3.
Häufige Fragen
Was bedeutet es, wenn die halbe Klasse eine Lernkontrolle nicht besteht?
Meist ist das ein Hinweis auf ein strukturelles Problem, nicht auf mangelndes Lernen der gesamten Klasse. Eine zu anspruchsvolle Aufgabenstellung, eine Lücke zwischen Unterricht und Prüfung oder eine unklare Erwartungshaltung kommen als Ursachen infrage und sollten zuerst geprüft werden, bevor Konsequenzen für die Klasse gezogen werden.
Warum eignet sich Kreuzigung Jesu besonders für diese Problematik?
Weil das Thema mehrere Ebenen gleichzeitig verlangt: eine historische, eine theologische und eine interreligiöse. Wenn eine Lernkontrolle diese Ebenen nicht klar genug trennt oder der Unterricht sie nicht ausreichend unterschieden hat, überfordert das eine Klasse unabhängig von deren tatsächlichem Engagement.
Wie geht es nach einer schwachen Lernkontrolle weiter?
Zuerst mit einer Nachbesprechung, die genau die Ebene benennt, an der es am häufigsten haperte, statt einzelne Aufgaben durchzugehen. Erst wenn sich Aufgabe und Unterricht als angemessen erweisen, sollte über individuelle Nacharbeit oder eine angepasste Bewertung für einzelne Schülerinnen und Schüler nachgedacht werden.
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