Filmmusik in der Oberstufe — in der semestrierten Oberstufe

Filmmusik in der Oberstufe eignet sich gut als Thema, wenn Lernende mit unterschiedlichen Kenntnissen aus dem Vorsemester in derselben Gruppe sitzen, weil sich Wirkung und Dramaturgie zunächst ohne Notenlesen erschließen lassen. Erst danach kommt die formale Analyse dazu, die auf Begriffen aus dem ersten Semester der semestrierten Oberstufe aufbaut.
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Filmmusik als Einstieg mit unterschiedlichen Vorkenntnissen
Wirkung, Dramaturgie und Analyse von Filmmusik lassen sich in zwei klar getrennten Schritten unterrichten: zunächst die Wirkung beschreiben, die eine bestimmte Filmmusikstelle beim Hören auslöst, danach erst benennen, mit welchen musikalischen Mitteln diese Wirkung tatsächlich erzeugt wird. Der erste Schritt gelingt weitgehend unabhängig davon, wie gefestigt die musiktheoretischen Grundbegriffe aus dem ersten Semester bereits sind. Das erleichtert den gemeinsamen Einstieg erheblich, bevor sich die Wege bei den Fachbegriffen wieder trennen.
Die Unterrichtsreihe zu Filmmusik in der Oberstufe ist entsprechend so aufgebaut, dass eine Lerngruppe mit unterschiedlichem Vorwissen gemeinsam einsteigen kann, bevor sich die Wege bei der formalen Analyse wieder angleichen.
Woran sich eine Lücke aus dem Vorsemester zeigt
Eine Lücke aus dem Vorsemester zeigt sich bei diesem Thema selten am Hören selbst, sondern an der Benennung: Wirkung wird richtig beschrieben, aber Begriffe wie Dynamik, Instrumentierung oder Leitmotiv fehlen, um diese Wirkung fachlich zu erklären. Genau hier entscheidet sich, ob ein Nicht genügend aus dem ersten Semester tatsächlich auf fehlende Wahrnehmung oder eher auf fehlendes Vokabular zurückgeht, was sich mit unterschiedlichen Maßnahmen beheben lässt.
Der Unterschied ist zwischen Programmmusik und absoluter Musik besonders greifbar, weil beide Konzepte oft schon im ersten Semester angelegt werden. Wie sich dieser Unterschied grundsätzlich erklären lässt, zeigt der Beitrag zu Programmmusik und absoluter Musik, dessen Begriffe sich direkt auf Filmmusik übertragen lassen.
Einstiegsaufgaben, die ohne Vorwissen funktionieren
Eine Aufgabe, bei der eine Filmszene zunächst ohne Ton und danach mit zwei unterschiedlichen Musikunterlegungen gezeigt wird, funktioniert unabhängig vom Vorwissen der Klasse, weil sie nur einen Wirkungsvergleich verlangt. Erst im zweiten Schritt wird gefragt, welche musikalischen Mittel für den beobachteten Unterschied verantwortlich sind und wie sie sich benennen lassen.
Für Lernende ohne gefestigte Notenkenntnisse bietet sich zusätzlich eine Annäherung über grafische Notation an, wie sie der Beitrag zu grafischen Partituren im Musikunterricht beschreibt. So lässt sich eine musikalische Struktur nachvollziehbar festhalten, ohne dass Notenlesen zur Voraussetzung für eine gleichberechtigte Teilnahme am Unterricht wird.
Vertiefung, sobald Grundbegriffe wieder sitzen
Sobald die Grundbegriffe aus dem ersten Semester für die ganze Klasse wieder verfügbar sind, kann sie gemeinsam zur formalen Analyse übergehen, etwa zur Frage, wie ein wiederkehrendes musikalisches Thema eine bestimmte Figur im Film konsequent begleitet. Für eine sinnvolle Ergänzung mit Sprache und Bild als weiteren Bezugspunkten bietet sich die Unterrichtsreihe zu Musik, Sprache und Bild an.
Was die Beurteilungslogik der semestrierten Oberstufe insgesamt vorsieht, fasst die Übersicht zu Beurteilung und Nicht genügend pro Semester in der Oberstufe zusammen. Einen Überblick über weitere Reihen zum Unterrichtsgegenstand bietet die Seite zu Unterrichtsmaterial für Geschichte und Politische Bildung in Österreich, und die Unterrichtsreihe zu Filmmusik bleibt dabei der gemeinsame Ausgangspunkt für beide Vorwissensstände.
Den Fortschritt für die Semesterprüfung sichtbar machen
Damit sich am Ende des Semesters nachvollziehen lässt, wer welche Lücke geschlossen hat, lohnt sich ein einfaches Verfahren: zu Beginn eine kurze schriftliche Notiz zu einer Filmszene, am Ende dieselbe Aufgabe an einer neuen, unbekannten Szene noch einmal. Der Unterschied zwischen beiden Fassungen zeigt den tatsächlichen Zuwachs an Fachbegriffen deutlicher als ein einzelner Prüfungstermin allein, ohne zusätzlichen Aufwand für die Klasse zu verursachen.
Für die Semesterprüfung selbst empfiehlt sich eine Aufgabe, die beide Ebenen verlangt: eine Wirkung beschreiben und sie anschließend mit mindestens zwei Fachbegriffen erklären. So lässt sich unterscheiden, ob eine schwache Antwort an fehlender Wahrnehmung oder an fehlendem Vokabular liegt, was für die weitere Förderung im zweiten Semester einen deutlichen Unterschied für die Unterrichtsplanung macht.
Häufige Fragen
Warum eignet sich Filmmusik besonders bei unterschiedlichem Vorwissen aus dem Vorsemester?
Weil sich die Wirkung einer Filmmusikstelle zunächst unabhängig von musiktheoretischen Vorkenntnissen beschreiben lässt. Erst im zweiten Schritt kommt die formale Analyse dazu, die auf Begriffen aus dem ersten Semester aufbaut, sodass sich einzelne Lücken gezielt an dieser zweiten Stufe schließen lassen, ohne den gemeinsamen Einstieg für die gesamte Klasse unnötig zu verzögern.
Woran erkennt man, ob ein Nicht genügend an fehlendem Vokabular liegt?
Meist daran, dass die Wirkung einer Musikstelle richtig beschrieben wird, aber Fachbegriffe wie Dynamik oder Leitmotiv fehlen, um diese Wirkung zu erklären. In diesem Fall hilft gezielte Begriffsarbeit mehr als eine reine Wiederholung des Hörens, weil die Wahrnehmung selbst meist bereits vorhanden ist.
Wie lässt sich Filmmusik ohne gefestigte Notenkenntnisse unterrichten?
Über eine Annäherung mit grafischer Notation, bei der eine musikalische Struktur festgehalten wird, ohne Noten lesen zu müssen. So kann die gesamte Lerngruppe an derselben Aufgabe arbeiten, bevor die formale Analyse mit Fachbegriffen erst in einem zweiten Schritt gemeinsam vertieft wird.
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