Cybermobbing und Hate Speech: neben dem Schulbuch einsetzen

Wird ein Thema wie Cybermobbing und Hate Speech mit Zusatzmaterial vertieft, stellt sich vor der nächsten schriftlichen Überprüfung eine klare Frage: Was davon darf tatsächlich abgefragt werden, ohne dass Lernende benachteiligt werden, die das Zusatzmaterial nicht im gleichen Umfang bearbeitet haben. Diese Trennung zwischen gemeinsamem Unterricht und individueller Vertiefung entscheidet am Ende darüber, wie fair die Schularbeit tatsächlich ausfällt.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Warum die Frage bei Zusatzmaterial anders liegt als beim Schulbuch
Beim approbierten Schulbuch ist klar: Was im Buch steht, durfte im Unterricht besprochen worden sein und darf entsprechend auch abgefragt werden. Bei Zusatzmaterial ist das weniger eindeutig, besonders wenn es in unterschiedlichem Umfang behandelt oder als individuelle Vertiefung eingesetzt wurde.
Beim Thema Cybermobbing und Hate Speech kommt hinzu, dass Zusatzmaterial oft mit aktuellen Fallbeispielen arbeitet, die sich schnell ändern — was heute aktuell ist, kann in der nächsten schriftlichen Überprüfung schon veraltet wirken.
Für den Unterrichtsgegenstand Ethik kommt erschwerend hinzu, dass es anders als in Fächern mit verpflichtenden Schularbeiten keine einheitliche Vorgabe gibt, wie oft und in welcher Form schriftlich geprüft wird. Das macht die Frage, was aus dem Zusatzmaterial in eine schriftliche Leistungsfeststellung darf, an manchen Schulen noch offener als anderswo, weshalb eine klare eigene Regel umso wichtiger ist.
Eine einfache Regel: gemeinsam behandelt, gemeinsam prüfbar
Bewährt hat sich eine einfache Faustregel: Nur was im gemeinsamen Unterricht tatsächlich besprochen wurde, darf in der schriftlichen Überprüfung auftauchen. Individuell bearbeitetes Zusatzmaterial gehört dort nicht hinein, selbst wenn es inhaltlich zum Thema passt.
Die Unterrichtsreihe zu Cybermobbing und Hate Speech ist entsprechend so aufgebaut, dass sich klar unterscheiden lässt, welche Module für die ganze Klasse gedacht sind und welche sich eher für individuelle Vertiefung eignen.
Bei einem Thema wie Cybermobbing und Hate Speech empfiehlt sich zusätzlich, vor der schriftlichen Überprüfung offen zu benennen, welche Fallbeispiele als bekannt vorausgesetzt werden. Das verhindert, dass Lernende, die eine individuelle Vertiefung übersprungen haben, in der Prüfung von unerwarteten Details überrascht werden.
Aufgabenformen, die Zusatzmaterial fair einbeziehen
Statt Detailwissen aus dem Zusatzmaterial abzufragen, lassen sich Methoden und Argumentationsmuster prüfen, die im gemeinsamen Unterricht anhand des Zusatzmaterials eingeübt wurden. So bleibt die schriftliche Überprüfung fair, auch wenn nicht jedes einzelne Beispiel identisch behandelt wurde.
Eine offene Aufgabe, die eigene Fallbeispiele verlangt, prüft entsprechend eher die erlernte Argumentationsstruktur als das konkrete Beispiel aus dem Zusatzmaterial — ein Unterschied, der bei der Aufgabenkonstruktion helfen kann.
Anschluss an weiteres Material
Wer das Thema um Vorurteile und Diskriminierung erweitert, findet mit der Reihe zu Vorurteilen, Diskriminierung und Zivilcourage ein verwandtes Material.
Grundsätzliches zum Verhältnis von Schulbuch und Zusatzmaterial beschreibt Zusatzmaterial neben dem Schulbuch, weiteres Fachmaterial bündelt Geschichte und Politische Bildung – Unterrichtsmaterial für Österreich, und die Reihe zu Cybermobbing und Hate Speech bleibt davon unabhängig als eigener Baustein bestehen.
Auch für die Nachbesprechung einer Schularbeit lohnt sich diese Trennung: Wird deutlich unterschieden, welche Fragen sich auf gemeinsamen Stoff und welche sich auf individuelles Zusatzmaterial bezogen, lässt sich eine abweichende Note leichter erklären, ohne dass der Eindruck von Willkür entsteht.
Vergleichbare Fragen in anderen Lehrplänen
Wie andere Lehrpläne für Ethik mit der Grenze zwischen Pflichtstoff und Zusatzmaterial umgehen, zeigt der Beitrag zu Struktur und Unterrichtsplanung in einem Lehrplan Allgemeine Ethik, auch wenn sich Details nicht direkt übertragen lassen.
Ergänzend beschreibt Kompetenzen und Nachhaltigkeit in einem weiteren Lehrplan Ethik eine ähnliche Unterscheidung zwischen gemeinsamem Kern und ergänzendem Material.
Am Ende hilft diese Unterscheidung nicht nur bei Cybermobbing und Hate Speech, sondern lässt sich auf viele Themen im Unterrichtsgegenstand Ethik übertragen, bei denen Zusatzmaterial und gemeinsamer Unterricht nebeneinanderstehen und beide ihren Platz in der Bewertung finden sollen.
Häufige Fragen
Darf Zusatzmaterial überhaupt in einer schriftlichen Überprüfung abgefragt werden?
Ja, aber nur der Teil, der im gemeinsamen Unterricht tatsächlich besprochen wurde. Individuell bearbeitetes Zusatzmaterial, das nicht die ganze Klasse gleichermaßen durchlaufen hat, gehört nicht in eine gemeinsame schriftliche Überprüfung, selbst wenn es inhaltlich zum Thema passt. Auch eine kurze Rückmeldung an die Klasse, welche Aufgabentypen in der Schularbeit zu erwarten sind, hilft, Unsicherheit im Vorfeld abzubauen.
Wie lässt sich Zusatzmaterial fair in eine Prüfung einbauen?
Am fairsten, indem nicht einzelne Fallbeispiele aus dem Zusatzmaterial abgefragt werden, sondern Methoden und Argumentationsmuster, die anhand dieses Materials im gemeinsamen Unterricht eingeübt wurden. So zählt die erlernte Struktur, nicht das zufällig behandelte Einzelbeispiel. Wer unsicher ist, kann eine Beispielaufgabe vorab besprechen, damit die Klasse den Unterschied zwischen Detailwissen und Argumentationsstruktur selbst nachvollziehen kann.
Was, wenn nur ein Teil der Klasse das Zusatzmaterial bearbeitet hat?
Dann sollte dieser Teil des Materials grundsätzlich nicht in eine gemeinsame schriftliche Überprüfung einfließen. Individuelle Vertiefung lässt sich stattdessen separat würdigen, etwa über eine freiwillige Zusatzaufgabe, die nicht verpflichtend für die gesamte Klasse ist. Auch eine kurze mündliche Zusammenfassung am Ende der Einheit hilft, festzuhalten, was tatsächlich als gemeinsamer Stoff gilt und was nicht.
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Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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