Algorithmen und algorithmisches Denken – Informatik — Zeugnis und Beurteilungsgespräch

Algorithmen und algorithmisches Denken lassen im Zeugnis oft eine Lücke zwischen Leistung und Anstrengung sichtbar werden: Ein sauber dokumentierter, aber nicht ganz korrekter Lösungsweg zeigt mehr Verständnis als ein zufällig richtiges Ergebnis ohne nachvollziehbare Schritte. Beides in eine einzige Note zu fassen, verlangt eine bewusste Entscheidung der Lehrperson.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Algorithmisches Denken als eigener Lerngegenstand
Ein Algorithmus lässt sich nicht allein am Ergebnis beurteilen, weil derselbe richtige Ausgabewert über einen klaren, nachvollziehbaren Weg oder über blosses Ausprobieren entstanden sein kann. Für die Beurteilung im Modul Medien und Informatik oder im eigenständigen Fach Informatik, je nach Kanton, bedeutet das, den Lösungsweg mindestens so ernst zu nehmen wie das Ergebnis selbst.
Die Unterrichtsreihe zu Algorithmen und algorithmischem Denken legt deshalb Wert darauf, dass Lernende ihren Lösungsweg in einzelnen, nachvollziehbaren Schritten festhalten, statt nur ein fertiges Endergebnis abzugeben.
Wenn Leistung und Anstrengung auseinanderfallen
Manche Lernende erreichen mit wenig sichtbarem Aufwand ein korrektes Ergebnis, weil ihnen die Struktur eines Algorithmus intuitiv zugänglich ist, während andere trotz erkennbar grosser Anstrengung an einem Detail scheitern. Eine Note, die nur das Endergebnis zählt, wird dieser zweiten Gruppe oft nicht gerecht.
Für die Praxis bedeutet das, auch Zwischenschritte wie einen Ablaufplan oder eine erste, noch fehlerhafte Version eines Algorithmus explizit in die Beurteilung einzubeziehen, sofern das den Lernenden vorher klar kommuniziert wurde.
Für die Lehrperson bedeutet das, bei der Beobachtung bewusst auf Anzeichen von Anstrengung zu achten, etwa mehrere überarbeitete Zwischenversionen oder Notizen am Rand, statt ausschliesslich die zuletzt abgegebene Fassung zu betrachten.
Nachvollziehbare Lösungswege sichtbar machen
Ein einfaches Mittel ist, Lernende zu jedem Algorithmus kurz kommentieren zu lassen, warum ein bestimmter Schritt gewählt wurde, statt nur den fertigen Code oder das fertige Flussdiagramm abzugeben. Diese Kommentare zeigen, ob ein Konzept tatsächlich verstanden wurde oder ob ein Ergebnis eher zufällig zustande kam.
Zur Vertiefung eignet sich die Unterrichtsreihe zu Kryptografie und dem Verstehen von Verschlüsselung, weil sie dasselbe Prinzip auf ein weiteres Themenfeld überträgt und erneut verlangt, einen Lösungsweg nachvollziehbar darzustellen statt nur ein Ergebnis zu liefern.
Eine Note bei auseinanderfallender Leistung und Anstrengung begründen
Im Beurteilungsgespräch lässt sich eine solche Note am besten anhand von zwei getrennten Beobachtungen erklären: dem tatsächlichen Ergebnis und dem dokumentierten Lösungsweg. Wie ein vergleichbares Fach seinen eigenen Rahmenlehrplan grundsätzlich aufbaut, zeigt der Beitrag zu Kerncurriculum Informatik im Vergleich, dessen Grundidee sich auf die Gewichtung von Prozess und Ergebnis übertragen lässt.
Wo die grundsätzliche Logik von Zeugnis und Beurteilungsgespräch nachzulesen ist, zeigt die Übersicht zu Zeugnis und Beurteilungsgespräch im Zyklus 3. Für eine weitere Vertiefung zeigt der Beitrag zu einem eigenen Algorithmus, den Lernende selbst entwickeln, wie sich derselbe Anspruch an einem offeneren Aufgabenformat umsetzen lässt. Einen Überblick über weitere Reihen bietet die Seite zu Mathematik-Unterrichtsmaterial für die Schweiz, und die Unterrichtsreihe zu Algorithmen bleibt dabei der fachliche Ausgangspunkt für beide Beobachtungsebenen.
Warum sich diese Beobachtung nicht in jedem Fach gleich anbietet
In vielen Fächern lässt sich Anstrengung nur schwer von Leistung trennen, weil eine Lernkontrolle meist nur das Endergebnis sichtbar macht. Bei Algorithmen ist das anders, weil der Lösungsweg selbst greifbar bleibt, etwa als Ablaufplan, als Pseudocode oder als kommentierter Programmcode, den die Lehrperson unabhängig vom Endergebnis einsehen kann.
Das macht das Fach besonders geeignet, um Lernenden zu zeigen, dass ein nachvollziehbarer, aber unvollständiger Lösungsweg mehr wert sein kann als ein zufällig richtiges Ergebnis ohne erkennbare Systematik dahinter. Diese Erfahrung lässt sich auch auf andere Fächer übertragen, in denen Lösungswege seltener explizit sichtbar gemacht werden.
Das rechtfertigt zusätzlichen Aufwand bei der Beobachtung, weil sich diese Erfahrung langfristig auch auf Fächer übertragen lässt, in denen ein Lösungsweg seltener so unmittelbar sichtbar gemacht wird wie bei einem Algorithmus.
Häufige Fragen
Warum reicht das Endergebnis bei Algorithmen nicht immer als Beurteilungsgrundlage?
Weil dasselbe richtige Ergebnis über einen klaren, nachvollziehbaren Weg oder über blosses Ausprobieren entstanden sein kann. Ein Lösungsweg, der in einzelnen Schritten dokumentiert ist, zeigt das tatsächliche Verständnis deutlich besser als ein fertiges Ergebnis allein und sollte deshalb bei der Beurteilung mitberücksichtigt werden.
Wie lässt sich eine Lücke zwischen Leistung und Anstrengung im Zeugnis abbilden?
Indem Zwischenschritte wie ein Ablaufplan oder eine erste, noch fehlerhafte Version eines Algorithmus explizit in die Beurteilung einbezogen werden, sofern das vorher klar kommuniziert wurde. So fliesst neben dem Endergebnis auch der erkennbare Lernprozess selbst in die Note ein. Das gilt unabhängig davon, wie umfangreich der jeweilige Algorithmus ausfällt.
Was hilft im Beurteilungsgespräch, wenn Ergebnis und Anstrengung auseinanderfallen?
Am hilfreichsten ist es, Ergebnis und Lösungsweg als zwei getrennte Beobachtungen zu erklären, statt sie zu einer einzigen, schwer nachvollziehbaren Note zu vermischen. Dokumentierte Zwischenschritte oder kurze Kommentare zu einzelnen Entscheidungen im Algorithmus machen diese Trennung im Gespräch konkret sichtbar. Beide Beobachtungen lassen sich unabhängig voneinander festhalten und später gemeinsam besprechen.
Das ganze Fach Informatik in einer Reihe
Einzelne Unterrichtsreihen decken ein Thema ab. Die FachKomplett-Reihe Informatik bündelt das Material für das gesamte Fach in der Sek I - einmal kaufen statt jedes Thema einzeln zusammenzusuchen.
FachKomplett Informatik – 60+ Unterrichtsreihen einsatzbereit für den Informa...
€99,90Zur Reihe
- Alle zentralen Themen des Fachs in einem Paket
- Arbeitsblätter mit Lösungen, Präsentationen und Verlaufsplänen
- Editierbare Formate, damit du an deine Lerngruppe anpassen kannst
- Deutlich günstiger als die enthaltenen Reihen einzeln
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
Das könnte dich auch interessieren
deutschDifferenzierung zu Frau Jenny Treibel im heterogenen Deutschkurs
Frau Jenny Treibel lässt sich in einem heterogenen Deutschkurs so differenzieren, dass Grund-...
09.10.2026
BeobachtungBeobachtungszeitpunkte im Kita-Jahr festlegen: Ein Quartalsraster für die...
Beobachtungszeitpunkte im Kita-Jahr lassen sich am besten quartalsweise und verbindlich festl...
09.10.2026
FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Für Informatik findest du die Reihe hier.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
Kommentare
Kommentar hinterlassen
Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Unterrichtstipps per E-Mail
Neue Materialien, Planungshilfen und Hinweise zu Lehrplanänderungen - etwa zweimal im Monat, ohne Werbeflut.

