Unterrichtsreihe Mimik, Gestik und Gefühle – Ausdruck ohne Worte planen

Eine Unterrichtsreihe zu Mimik, Gestik und Gefühlen funktioniert nur, wenn zuerst einzelne Grundgefühle im Gesicht erkannt und nachgeahmt werden, danach Körperhaltung und Gestik als zweite Ausdrucksebene hinzukommen und erst zuletzt beide Ebenen in kleinen Ausdrucksszenen kombiniert werden, weil Kinder Gefühle im Gesicht zuverlässiger lesen als in der komplexeren Kombination aus Mimik und Bewegung.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Warum die Reihe mit dem Gesicht beginnt
Die erste Einheit der Reihe zu Mimik, Gestik und Gefühle – Ausdruck ohne Worte arbeitet ausschließlich mit dem Gesicht: Bildkarten zeigen Freude, Trauer, Wut und Angst, und die Kinder ahmen jeden Ausdruck vor dem Spiegel nach. Diese Beschränkung auf das Gesicht macht die vier Grundgefühle klar unterscheidbar, bevor weitere Ausdrucksebenen hinzukommen. Der Spiegel gibt dabei jedem Kind eine unmittelbare Rückmeldung, ob der eigene Ausdruck bereits erkennbar ist.
Würde die Reihe von Anfang an Mimik und Gestik gemeinsam einführen, verschwämmen die Grundgefühle für viele Kinder, weil sie gleichzeitig auf Gesicht und Körper achten müssten. Die getrennte erste Einheit gibt jedem Grundgefühl einen eigenen, klaren Ausdruck im Gesicht, auf den sich später aufbauen lässt, ohne dass die Grundgefühle untereinander verwechselt werden.
Warum Gestik erst nach der Mimik folgt
Erst wenn die vier Grundgefühle im Gesicht sicher erkannt werden, führt die Reihe passende Körperhaltungen und Gesten ein, etwa hängende Schultern für Trauer oder geballte Fäuste für Wut. Diese zweite Ebene baut bewusst auf der ersten auf, weil Gestik die bereits bekannten Gefühle verstärkt, statt neue einzuführen. So bleibt für die Kinder erkennbar, dass es weiterhin um dieselben vier Grundgefühle geht, nur mit einem zusätzlichen Ausdrucksmittel.
Diese Reihenfolge verhindert, dass Kinder Gestik als eigenständiges, unabhängiges System lernen, das nichts mit dem vorher geübten Gesichtsausdruck zu tun hat. Stattdessen erleben sie, wie Gesicht und Körper dasselbe Gefühl auf zwei verschiedene Arten zeigen können, was den späteren Übergang zu ganzen Ausdrucksszenen erleichtert und die beiden Ausdrucksebenen von Anfang an sinnvoll miteinander verknüpft.
Wo die Reihe Wiederholung einplant
Jede neue Einheit beginnt mit einer kurzen Wiederholung der bisher eingeführten Grundgefühle, bevor eine neue Ausdrucksebene oder ein neues Gefühl hinzukommt, damit die Kinder am Ende alle vier Grundgefühle sicher beherrschen, statt nur das zuletzt eingeführte im Gedächtnis zu behalten.
Wer im Anschluss auch feinmotorische Fähigkeiten gezielt fördern möchte, findet in den Materialien zu Die Schere und ich – Schneiden lernen eine passende nächste Einheit für die weitere Jahresplanung, sobald die Reihe zu Ausdruck ohne Worte abgeschlossen ist.
Wie sich die Reihe zum freien Ausdrucksspiel zuspitzt
In den letzten Einheiten der Reihe kombiniert die Gruppe Mimik und Gestik erstmals in kleinen Ratespielen, bei denen ein Kind ein Gefühl nur über Gesicht und Körper darstellt und die anderen es erraten. Diese Kombination gelingt nur, wenn beide Ausdrucksebenen zuvor jede für sich bereits sicher geübt wurden.
Am Ende der Reihe zu Mimik, Gestik und Gefühlen steht ein freies Ausdrucksspiel ohne vorgegebene Karten, in dem die Kinder eigene kleine Szenen ganz ohne Worte darstellen und damit zeigen, wie sicher sie die zuvor erarbeiteten Ausdrucksmittel inzwischen einsetzen können.
Einordnung in die Unterrichtsreihe
Wie sich eine solche Reihenfolge über mehrere Einheiten grundsätzlich begründet aufbauen lässt, zeigt die Seite zum Aufschreiben eines Reihenplans mit begründeter Ordnung. Wie Aufbau, Länge und Sequenz einer Unterrichtsreihe insgesamt zusammenhängen, ordnet die Seite Unterrichtsreihe planen zwischen Aufbau, Länge und Sequenz ein. Wer feste Abläufe für solche Reihen etablieren möchte, findet im Beitrag zur Etablierung von Ritualen im Fachunterricht eine Anregung für die eigene Praxis.
Für einen Ausblick auf spätere Bewertungsformen passt der Beitrag dazu, was sich zwischen Klausur und Klassenarbeit in der Oberstufe unterscheidet. Wer eine neue Gruppe zu Beginn eines Jahres übernimmt, findet zudem im Beitrag zu den ersten zehn Schultagen beim Übernehmen einer Klassenleitung eine Orientierung für den organisatorischen Rahmen.
Häufige Fragen
Warum beginnt die Reihe nur mit dem Gesichtsausdruck ohne Gestik?
Die Beschränkung auf das Gesicht macht die vier Grundgefühle klar unterscheidbar, bevor eine zweite Ausdrucksebene hinzukommt. Würden Mimik und Gestik gleichzeitig eingeführt, müssten die Kinder gleichzeitig auf Gesicht und Körper achten, was die Grundgefühle für viele zunächst verschwimmen ließe, statt sie klar voneinander abzugrenzen.
Warum kommt Gestik erst nach den Grundgefühlen im Gesicht hinzu?
Gestik soll die bereits bekannten Gefühle verstärken, nicht neue einführen. Diese Reihenfolge zeigt den Kindern, dass Gesicht und Körper dasselbe Gefühl auf zwei verschiedene Arten ausdrücken können. Ohne die vorherige Sicherheit im Gesichtsausdruck würde Gestik als eigenständiges, unverbundenes System erlernt, was die spätere Kombination erschwert.
Wie wird verhindert, dass frühere Grundgefühle wieder vergessen werden?
Jede neue Einheit beginnt mit einer kurzen Wiederholung der bisher eingeführten Grundgefühle, bevor eine neue Ausdrucksebene hinzukommt. Diese wenigen Minuten stellen sicher, dass am Ende der Reihe alle vier Grundgefühle sicher beherrscht werden, statt dass nur das jeweils zuletzt Gelernte im Gedächtnis bleibt und der Rest allmählich verblasst.
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
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- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
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