Orte in der Stadt benennen: Wortschatzarbeit mit Artikeln für DaZ-Lernende
Orte in der Stadt benennen DaZ-Lernende dann sicher, wenn sie jedes Wort mit Artikel und mit einer Tätigkeit lernen: die Bibliothek, dort kann ich lesen; der Park, dort kann ich spielen. So bleibt das Wort nicht isoliert im Gedächtnis, sondern hängt an einem Satz, den die Kinder wirklich brauchen.
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Für A1/A2 genügt ein überschaubarer Wortschatz von fünf bis sechs Orten. Wichtiger als die Menge ist, dass die Kinder die Wörter in kurzen Sätzen verwenden und der Artikel nicht zum Nebenprodukt wird.
Fünf Orte, fünf Tätigkeiten
Im ersten Lernweg des Materials In der Stadt: Wörter und Wege sind es die Schule, die Bibliothek, die Bäckerei, der Park und die Haltestelle. Die Wortbank wird mit Tätigkeiten verbunden: lesen, lernen, Brot kaufen, spielen, auf den Bus warten. Aufgabe 1 verlangt, jeden Ort einer Tätigkeit zuzuordnen. Die Lösung lautet: Schule lernen, Bibliothek lesen, Bäckerei Brot kaufen, Park spielen, Haltestelle Bus.
Wichtig ist die Reihenfolge der Arbeit: Beschreiben Sie zuerst, was an einem Ort möglich ist, und lassen Sie danach den Namen sagen. Der Lerntext schlägt genau das vor, weil sich Wörter so leichter behalten und im Gespräch verwenden lassen.
Das Satzmuster „In der … kann ich …“
Ein festes Satzmuster gibt den Kindern Halt: „In der Bibliothek kann ich lesen.“ „In der Bäckerei kann ich Brot kaufen.“ Beim Park sieht das Muster anders aus, hier sagt man „im Park“ oder „am Park“, je nach Aussage. Die Lehrkräftefassung erwartet bei dieser Aufgabe entsprechend passende Formen. Wenn Kinder an dieser Stelle schwanken, ist das ein guter Moment für eine kurze Gegenüberstellung der Artikel:
- die Bibliothek: in der Bibliothek
- die Bäckerei: in der Bäckerei
- der Park: im Park
- die Haltestelle: an der Haltestelle
Die Tabelle muss nicht erklärt werden. Sie wird gelesen, nachgesprochen und beim Sprechen genutzt. Wie Artikel und Plural zusammenhängen, beschreibt der Beitrag Der Stift, die Stifte: Artikel und Plural gemeinsam lernen. Er passt gut zu den Wortkarten, die im nächsten Abschnitt vorkommen.
Wortkarten mit Artikel und Beispielsatz
Das Weiterdenken im ersten Lernweg lautet: Erstelle fünf Wortkarten mit Artikel und einem eigenen Beispielsatz. Auf der Vorderseite steht das Bild oder die Zeichnung, auf der Rückseite „die Bibliothek“ und ein eigener Satz. Der Lerntext weist außerdem darauf hin, dass ein Wort Singular oder Plural haben kann, etwa der Park, die Parks. Dieser Hinweis genügt zunächst; ein Plural kann später dazukommen.
Prüfen Sie die Karten auf Brauchbarkeit, nicht allein auf Richtigkeit. Ein Beispielsatz, den das Kind zu Hause sagen würde, bleibt eher haften als ein korrekt gebauter, aber fremder Satz.
Weiterarbeit mit Plan und Weg
Haben die Kinder die Orte sicher, geht es an den Plan: Wo liegt was? Das beschreibt der Beitrag zu Wegbeschreibungen im DaZ-Unterricht. Wer den Wortschatz in den Schulalltag erweitern möchte, findet im Material Schulalltag: Wörter und Gespräche eine passende Fortsetzung. Die Seite Wegbeschreibung und Orientierung in der Stadt auf A1/A2 ordnet die Themen ein.
Wiederholen mit Spielen
Zum Festigen genügen kurze Spiele mit den Wortkarten. Beim Kartenziehen nennt ein Kind den Ort mit Artikel und die Tätigkeit, bei einem Fehler wird die Karte zurückgelegt. Beim Ratespiel beschreibt eines nur die Tätigkeit („Hier kann ich Brot kaufen“) und das andere nennt den Ort. Beim Sortieren nach dem Artikel bilden die Kinder drei Stapel: der, die, das. Die Haltestelle und die Bäckerei landen beim Stapel mit „die“, der Park bei „der“. Auf diese Weise sehen sie, welche Wörter zusammenpassen.
Kurze Wiederholungen an mehreren Tagen helfen mehr als eine lange Einheit. Fünf Minuten zu Stundenbeginn reichen, um die Karten mit einem Partner durchzugehen. Die Rückseite mit dem eigenen Beispielsatz dient dabei als Kontrolle.
Auch die Aussprache gehört zur Wortschatzarbeit. Sprechen Sie jedes Wort mehrmals vor und lassen Sie es im Chor, dann in Paaren wiederholen. Bei Wörtern wie Bäckerei oder Bibliothek lohnt es sich, die Silben zu klatschen. Für Kinder, die schon Deutsch lesen, kann die Wortbank an der Wand hängen, jeweils mit Artikel in einer eigenen Farbe, damit sich das Bild von „die“ und „der“ einprägt.
Wo die Erstsprachen der Kinder es zulassen, dürfen sie die Wörter in ihrer eigenen Sprache danebenschreiben. Das nimmt dem Deutschen nichts weg, es gibt den Kindern aber eine Brücke und zeigt ihnen, dass ihre Sprache im Unterricht willkommen ist.
Häufige Fragen
Wie viele Wörter pro Stunde sind sinnvoll?
Drei bis fünf neue Ortswörter mit Artikel und Tätigkeit sind für eine Stunde genug. Mehr Wörter verlangen mehr Wiederholung.
Was tun, wenn ein Kind einen Ort nicht kennt?
Das Material arbeitet mit einer Modellstadt, deshalb sind keine Vorkenntnisse nötig. Zeichnungen und Gesten ersetzen bei Bedarf die Übersetzung.
Müssen die Kinder Wörter schreiben können?
Nicht von Anfang an. Zuordnen, Nachsprechen und Zeigen sind gleichwertige Zugänge, Schreiben folgt bei den Wortkarten und Sätzen.
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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