Konjunktionen und Konnektoren: über das Schuljahr verteilen

Konjunktionen und Konnektoren lassen sich auch mitten im Schuljahr noch in den Plan einfügen, wenn sich zeigt, dass der Klasse beim Schreiben zusammenhängender Texte die sprachlichen Mittel für Ursache, Gegensatz oder Folge fehlen — dafür muss der ursprüngliche Semesterplan angepasst, nicht neu geschrieben werden.
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Wenn sich zeigt, dass etwas fehlt
Ein Stoffplan zu Beginn des Schuljahres ist immer eine Prognose, keine Garantie. Erst im laufenden Unterricht zeigt sich, ob eine Klasse mit bestimmten Formulierungen tatsächlich zurechtkommt oder ob an einer Stelle nachgebessert werden muss. Konjunktionen und Konnektoren gehören zu den Themen, die häufig genau aus einer solchen Beobachtung heraus in den Plan aufgenommen werden: Die Klasse schreibt Texte, in denen Sätze aneinandergereiht statt logisch verknüpft werden, und die Ursache liegt selten am fehlenden Willen, sondern am fehlenden sprachlichen Werkzeug.
Wer diesen Bedarf erst am Ende des Semesters bemerkt, hat wenig Spielraum, ihn noch zu decken. Wer ihn dagegen frühzeitig erkennt, kann den bestehenden Plan gezielt anpassen, statt das ganze Semester neu zu strukturieren.
Auch eine Lernkontrolle kann ein solcher Anlass sein: Zeigt sich in den Ergebnissen, dass viele Sätze zwar richtig gebildet, aber ohne erkennbaren Zusammenhang aneinandergereiht sind, ist das ein deutliches Signal, dass Konjunktionen und Konnektoren als eigenes Thema fehlen, unabhängig davon, ob es ursprünglich für dieses Semester vorgesehen war.
Den bestehenden Plan anpassen, nicht verwerfen
Eine Nachjustierung im laufenden Jahr bedeutet nicht, den ursprünglichen Stoffplan über Bord zu werfen. Meist reicht es, zwei bis drei Lektionen aus einem weniger dringenden Thema abzuziehen und für Konjunktionen und Konnektoren freizugeben, ohne den restlichen Plan grundlegend umzustellen. Entscheidend ist, an welcher Stelle diese Lektionen am wenigsten schaden — meist bei einem Thema, das sich später im Jahr problemlos nachholen oder verkürzen lässt. Ein Thema, das ohnehin erst am Ende des Semesters geprüft wird, eignet sich für eine solche Verschiebung besser als ein Thema, das unmittelbar vor einer bereits terminierten Lernkontrolle steht.
Die Reihe zu Konjunktionen und Konnektoren eignet sich für eine solche Nachjustierung besonders gut, weil sie sich in einzelne, kurze Einheiten aufteilen lässt: eine Lektion zu kausalen, eine zu konzessiven, eine zu konsekutiven Verknüpfungen. So lässt sich das Thema auch dann noch sinnvoll einbauen, wenn nicht eine ganze Woche, sondern nur einzelne Lektionen frei sind.
Umsetzung mitten im Semester
Praktisch lässt sich das Thema am besten dort einfügen, wo die Klasse ohnehin an eigenen Texten arbeitet, etwa bei einer Argumentation oder einer Stellungnahme. Dann zeigt sich der Nutzen der Konjunktionen und Konnektoren sofort im eigenen Schreiben, statt isoliert als Grammatikübung wahrgenommen zu werden.
Wer die Klasse anschliessend an dramatischen Texten arbeiten lässt, kann mit der Reihe zu dramatischen Texten für Jugendliche weiterfahren und dabei beobachten, ob die neu erarbeiteten Verknüpfungen auch in der mündlichen und schriftlichen Auseinandersetzung mit den Szenen ankommen. So bleibt die Nachjustierung nicht folgenlos, sondern wirkt in den weiteren Semesterplan hinein.
Stolperstellen und Anschluss
Der grösste Fehler bei einer Nachjustierung ist, das ursprünglich geplante Thema komplett zu streichen, statt es zu verschieben. Meist lässt sich ein Thema später im Jahr noch unterbringen, wenn es früh genug erkannt und bewusst nach hinten verschoben wird, statt es unter Zeitdruck ganz wegzulassen.
Für die Reihe zu Konjunktionen und Konnektoren gilt zudem: Eine spontane Ergänzung mitten im Jahr sollte im Idealfall kurz im Stufenteam angekündigt werden, falls andere Fachpersonen in Parallelklassen auf einen einheitlichen Stand angewiesen sind. So bleibt nachvollziehbar, weshalb der ursprüngliche Plan angepasst wurde, auch wenn die Änderung nicht von Anfang an vorgesehen war. Eine Übersicht zur Jahresplanung in der Schweiz bietet die Übersicht zur Jahresplanung in der Schweiz, die Materialübersicht Deutsch Sekundarstufe I Schweiz zeigt weitere Themen im Fachbereich Deutsch. Anschlussfähig sind zudem produktionsorientiertes Arbeiten zur Romantik, das Unheimliche im Deutschunterricht und die Stimme der Ich-Erzählerin im kunstseidenen Mädchen.
Häufige Fragen
Wann sollte man Konjunktionen und Konnektoren nachträglich in den Jahresplan aufnehmen?
Sobald sich beim Schreiben eigener Texte zeigt, dass der Klasse die sprachlichen Mittel für logische Verknüpfungen fehlen. Je früher dieser Bedarf erkannt wird, desto einfacher lässt sich der bestehende Plan anpassen, ohne ihn grundlegend umzustellen oder andere Themen dafür zu streichen.
Wie lässt sich das Thema einbauen, ohne den ganzen Plan umzustellen?
Meist reicht es, zwei bis drei Lektionen aus einem weniger dringenden Thema abzuziehen, das sich später im Jahr nachholen oder verkürzen lässt. Die Reihe zu Konjunktionen und Konnektoren lässt sich zudem in kleine, einzeln einsetzbare Einheiten aufteilen, die flexibel platziert werden können.
Warum ist es besser, ein Thema zu verschieben als es zu streichen?
Weil ein gestrichenes Thema meist ganz aus dem Schuljahr verschwindet, während ein verschobenes Thema später noch Platz findet. Wer früh genug erkennt, dass eine Nachjustierung nötig ist, kann gezielt verschieben statt unter Zeitdruck ganz zu streichen, und behält so die Übersicht über den gesamten Stoffplan des Schuljahres.
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