Geschichte · Gymnasium · Maturitätsschule
Maturaprüfung Geschichte an Schweizer Gymnasien: schriftlich und mündlich vorbereiten
Eine Arbeitshilfe für Lehrpersonen an Schweizer Gymnasien: wie sich die schriftliche und die mündliche Maturaprüfung in Geschichte aufbauen lassen, wie Quellenarbeit und Essay vorbereitet werden, wie sich Leistungen mit der Skala von 1 bis 6 beurteilen lassen und welche Teile aus deutschem Abiturmaterial dafür taugen.
Kantonregelt Form und Dauer der Matura
Note 6ist die beste Note, 4 genügt
2 FormateQuellenarbeit und Essay
4 Bausteineaus dem deutschen Sortiment, eingeordnet
Die Maturaprüfung in Geschichte ist in der Schweiz nicht einheitlich geregelt. Der Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen legt Bildungsziele fest, Form, Dauer und Gewichtung der Prüfung bestimmen dagegen der Kanton und die Schule. Ob die Prüfung schriftlich, mündlich oder in beiden Formen stattfindet, müssen Sie deshalb in den Weisungen Ihrer Schule nachlesen. Trotzdem lässt sich die Vorbereitung auf zwei Dinge aufbauen, die fast überall verlangt werden: Quellen selbstständig auswerten und eine historische Frage in einem zusammenhängenden Text beantworten, in einer schriftlichen Prüfung als Quellenarbeit oder Essay, in einer mündlichen als Prüfungsgespräch zu einem Material. Wer diese beiden Fähigkeiten über mehrere Semester übt und die Anforderungen offenlegt, bereitet die Klasse besser vor als mit einer Stoffliste. Deutsches Abiturmaterial ist dafür brauchbar, wenn man seine Methodenhefte und Aufgaben bewusst übersetzt: Die Texte, Quellen und Operatoren tragen, die Klausurlogik, die Bewertungsraster und die Begriffe des Abiturs gelten in der Schweiz so nicht und müssen angepasst werden.
Was an der Matura geprüft wird und was kantonal geregelt ist
Das Gymnasium führt in der Schweiz zur gymnasialen Maturität, und Geschichte gehört dort zu den Grundlagenfächern. Der Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen beschreibt, was Absolventinnen und Absolventen am Ende können sollen, nämlich historische Zusammenhänge verstehen, Quellen und Darstellungen kritisch lesen und sich ein begründetes Urteil bilden. Er schreibt aber keine Aufgaben vor. Die Umsetzung liegt beim Kanton, oft zusätzlich bei der einzelnen Schule, und sie unterscheidet sich spürbar: bei der Dauer, bei der Frage, ob Geschichte zu den schriftlichen, den mündlichen oder zu beiden Prüfungsfächern zählt, und bei der Gewichtung der Erfahrungsnoten.
Für Lehrpersonen heisst das zuerst: Fragen Sie nach den Weisungen. Prüfungsreglement, Fachschaftsbeschlüsse und frühere Prüfungen Ihrer Schule sind verbindlicher als jede allgemeine Darstellung. Diese Seite nennt deshalb keine Zeiten oder Punktzahlen. Sie beschreibt, was in nahezu allen Formaten gebraucht wird, und überlässt die Einzelheiten Ihrer Schule.
Die Notenskala ist dagegen einheitlich: Die Noten reichen von 1 bis 6, wobei 6 die beste Note ist und 4 die Schwelle zum Genügenden markiert. Halbe Noten sind üblich. Wer mit deutschem Material arbeitet, sollte das ausdrücklich sagen, denn dort ist die Skala umgekehrt, und Schülerinnen und Schüler übertragen Rückmeldungen wie «Note 2» sonst falsch.
Schriftliche Prüfung: Quellenarbeit und Essay
Die zwei gängigen Formate unterscheiden sich in dem, was sie sichtbar machen. Die Quellenarbeit zeigt, ob jemand ein Material methodisch sauber erschliessen kann: Wer hat es verfasst, für wen, mit welcher Absicht, zu welchem Zeitpunkt, und was lässt sich daraus über die Zeit sagen, was nicht? Das Essay zeigt, ob jemand eine Frage selbstständig strukturieren und mit Wissen füllen kann. Beide Formate verlangen am Ende ein begründetes Urteil, aber auf unterschiedlichen Wegen.
Bei der Quellenarbeit lohnt sich ein fester Dreischritt, den die Klasse automatisieren sollte: erst die Quelle beschreiben (Gattung, Verfasser, Datum, Adressat), dann sie in den historischen Zusammenhang einordnen, dann ihren Aussagewert beurteilen. Die typischen Schwächen sind bekannt. Die Nacherzählung ersetzt die Analyse, die Einordnung bleibt eine Jahreszahl, und der Aussagewert wird mit der Wahrheit der Quelle verwechselt. Eine Quelle kann voreingenommen sein und trotzdem sehr aufschlussreich, gerade wegen ihrer Voreingenommenheit.
Beim Essay hilft es, früh eine Struktur für die Frage zu verlangen und nicht erst den fertigen Text. Eine Skizze mit Fragestellung, drei bis vier Argumenten, einem Gegenargument und einer Schlussfolgerung lässt sich in zehn Minuten schreiben und zeigt der Lehrperson sofort, ob der Aufbau trägt. Als Training eignet sich eine Serie von Kurzessays im Verlauf der letzten beiden Schuljahre: eine Seite, 25 Minuten, eine klare Frage, Rückmeldung zu Struktur und Urteil statt zu Rechtschreibung.
Wichtig ist die Frage selbst. «Beschreibe die Industrialisierung in der Schweiz» ist keine Essayfrage, weil sie nur Stoff abruft. «Weshalb verlief die Industrialisierung in der Schweiz ohne Kohle und ohne grosse Hauptstadt anders als in England?» verlangt Erklärung und Gewichtung. Eine Fachschaft, die ihre Aufgaben mit solchen Fragen schreibt, prüft Denken statt Auswendiglernen.
Für beide Formate gilt, dass die Aufgabenstellung der Klasse bekannt sein muss, bevor sie geprüft wird. Wer in der Prüfung zum ersten Mal «Beurteilen Sie» liest und nicht weiss, was damit gemeint ist, verliert Zeit und Sicherheit. Deshalb gehört eine kurze Liste der gebräuchlichen Arbeitsaufträge mit je einem Beispielsatz in die Unterlagen jeder Maturaklasse.
Mündliche Prüfung: Gespräch statt Vortrag
Wo Geschichte mündlich geprüft wird, ist der Ablauf an vielen Schulen ähnlich: Die Kandidatin oder der Kandidat erhält ein Material oder eine Frage, bereitet sich kurz vor und stellt sich dann einem Gespräch mit der Lehrperson und einer Expertin oder einem Experten. Entscheidend ist, dass dieses Gespräch gelenkt, aber nicht gestellt wird. Eine offene Einstiegsfrage, eine Nachfrage zum Zusammenhang und eine Frage, die über das Material hinausgeht, ergeben einen Verlauf, der Wissen und Urteil gleichermassen sichtbar macht.
Für die Vorbereitung gilt: Mündliche Sicherheit entsteht durch Übung unter Bedingungen, die der Prüfung ähneln. Zehn Minuten pro Person genügen für ein Probegespräch, wenn die Klasse in Dreiergruppen arbeitet: Eine Person wird geprüft, eine prüft, eine beobachtet anhand eines Rasters. Nach drei Runden hat jede Person jede Rolle gehabt. Die Beobachtungen werden anschliessend nicht bewertet, sondern als Rückmeldung ausgetauscht.
Typische Probleme sind Monologe von drei Minuten, in denen der Stoff chronologisch abgespult wird, und Pausen, die als Zeichen von Schwäche gedeutet werden. Beides lässt sich üben. Wer vor der Antwort kurz überlegt, sagt meist Besseres, und Prüfende sollten diese Pause aushalten. Auch die Frage «Woran erkennt man das im Material?» führt Kandidierende zurück zur Quelle, wenn das Gespräch abdriftet.
Beurteilen mit der Skala von 1 bis 6
Schweizer Prüfungen werden meist über Punkte ausgewertet, die in eine Note umgerechnet werden. Die Umrechnung ist schulintern geregelt. Wichtiger als die Formel ist die Frage, welche Leistungen Punkte bringen. Ein Raster mit vier Zeilen hat sich bewährt: sachliche Richtigkeit, Quellenbezug, Struktur der Argumentation und Begründung des Urteils. Jede Zeile wird in Stufen beschrieben, die sich in Worten fassen lassen, und die Fachschaft legt vorab fest, wie stark sie jeweils gewichtet.
Für das Urteil gilt das Gleiche wie in Deutschland und Österreich: Eine Meinung ohne Kriterium ist kein Urteil. Die Schülerin soll angeben, woran sie misst. Eine Beurteilung der Neutralitätspolitik zum Beispiel verlangt die Frage, ob nach dem Handlungsspielraum, nach den Folgen für Betroffene oder nach der zeitgenössischen Wahrnehmung beurteilt wird. Dieses Offenlegen ist selbst ein Teil der Leistung und lässt sich mit einem Satz im Erwartungshorizont abbilden.
Wenn Sie Aufgaben aus dem Abitur übernehmen, rechnen Sie nicht die Punktzahl um, sondern bauen Sie das Raster neu auf. Ein deutscher Erwartungshorizont ist auf drei Anforderungsbereiche und auf eine Klausur in einer festgelegten Zeit zugeschnitten. In der Schweiz entscheidet die Schule, wie lang eine Prüfung ist und welche Hilfsmittel erlaubt sind. Der Erwartungshorizont taugt als Ideengeber für Kriterien, nicht als Vorlage für die Bewertung.
Häufige Fehler in Matura-Arbeiten und wie man sie abfängt
Vier Muster zeigen sich in Probeprüfungen immer wieder. Das erste ist die Stoffausbreitung: Die Kandidatin schreibt alles auf, was sie zum Thema weiss, und beantwortet die gestellte Frage nur am Rand. Abhilfe schafft die Gewohnheit, die Frage vor dem Schreiben in eigenen Worten umzuformulieren und mit der Aufgabe zu vergleichen. Das zweite Muster ist die fehlende Gewichtung: Alle Argumente stehen gleichrangig nebeneinander, obwohl die Aufgabe ein Urteil verlangt. Hier hilft die Zusatzfrage, welches Argument am schwersten wiegt und weshalb.
Das dritte Muster ist der Anachronismus. Ein Urteil über Entscheidungen von 1940 nimmt den Wissensstand von heute zum Massstab, ohne es zu sagen. Die Gegenmassnahme ist ein Satz, der ausspricht, was die Handelnden damals wussten und was nicht. Das vierte Muster ist die Verwechslung von Quelle und Darstellung: Ein Auszug aus einem Schulbuch oder einer Historikerin wird behandelt, als sei er ein zeitgenössisches Dokument. Die Klasse sollte bei jedem Material zuerst klären, ob es aus der Zeit selbst stammt oder über sie berichtet.
Diese vier Punkte lassen sich in einer einzigen Lektion von 45 Minuten vorstellen, wenn je ein kurzes Beispiel aus einer anonymisierten früheren Arbeit vorliegt. Danach genügt ein Hinweis auf der Rückmeldung («Muster 2»), damit die Klasse weiss, woran sie arbeiten soll.
Ein Vorbereitungsplan über die letzten beiden Schuljahre
Die Vorbereitung beginnt nicht im letzten Semester. Im vorletzten Jahr geht es darum, die Methoden stabil zu machen: Quellengattungen, Operatoren, Aufbau einer Argumentation. Im letzten Jahr kommen die Themen der Maturaprüfung hinzu und das Training unter Prüfungsbedingungen. Dazwischen liegt ein Punkt, der oft übersehen wird: die Rückmeldung. Schülerinnen und Schüler verbessern sich, wenn eine Rückmeldung ein einziges Merkmal herausgreift, nicht zehn.
Konkret kann ein Jahresplan so aussehen. Im ersten Semester des vorletzten Jahres steht pro Quartal eine Quellenarbeit auf dem Programm, jeweils mit einer neuen Gattung: Textquelle, Karikatur, Statistik, Bild. Im zweiten Semester wird dasselbe mit Essayfragen wiederholt. Im letzten Jahr entstehen vor den Weihnachtsferien eine vollständige Probeprüfung unter Prüfungsbedingungen und im Frühjahr eine zweite, wobei die zweite nach den Rückmeldungen der ersten zu messen ist.
Gewinnbringend ist auch ein gemeinsamer Pool von Aufgaben in der Fachschaft. Wenn mehrere Lehrpersonen dieselben Quellen und Raster verwenden, werden Noten über Klassen hinweg vergleichbarer, und die Arbeit des Aufgabenschreibens verteilt sich. Der Pool ist zugleich eine Antwort auf die Frage, was eine gute Prüfungsaufgabe ausmacht, die sich sonst nur in Konferenzen klärt.
Was aus dem deutschen Abiturmaterial direkt passt und was Sie anpassen müssen
Die vier unten verlinkten Materialien stammen aus dem deutschen Sortiment und sind für das Abitur und die gymnasiale Oberstufe in Deutschland geschrieben. Sie sind nicht ministeriell geprüft und nicht auf den Rahmenlehrplan der Maturitätsschulen oder auf kantonale Prüfungsregeln zugeschnitten. Die Übersicht zeigt, wo sie sich unmittelbar einsetzen lassen und wo Sie übersetzen müssen.
| Bestandteil |
Passt direkt |
Muss angepasst werden |
| Fachliche Darstellungen (Revolutionen, Grossmächte) |
Ja, als Hintergrund und zur Wiederholung |
Schweizer Beispiele ergänzen, etwa 1798, 1848 und die Neutralität |
| Quellen und Bildmaterial |
Ja, als Übungsmaterial für Quellenarbeit |
Bei rein deutschem Kontext eine Schweizer Parallele suchen |
| Operatoren und Methodenübersichten |
Ja, die Arbeitsaufträge sind sehr ähnlich |
Mit den Begriffen Ihrer Fachschaft abgleichen |
| Klausuraufgaben und Erwartungshorizonte |
Als Ideenspeicher für Fragestellungen |
Format, Dauer und Hilfsmittel nach den Vorgaben Ihrer Schule neu setzen |
| Bewertungsraster und Punkteschlüssel |
Als Anregung für Kriterien |
Auf die Skala 1 bis 6 und die Umrechnung Ihrer Schule abstimmen |
| Begriffe wie Abitur, Qualifikationsphase, Grundkurs |
Nein |
Durch Maturität, Maturitätsschule, Grundlagenfach ersetzen |
Der Aufwand für diese Übersetzung ist überschaubar, wenn man ihn bündelt. Bewährt hat sich ein einseitiges Blatt pro Prüfungsthema, das Fragestellung, unverzichtbares Wissen, Material und Kriterien nennt. Dieses Blatt dient der Fachschaft als Dokumentation und der Klasse als Orientierung. Die Schweizer Fassung entsteht damit neben dem deutschen Material und nicht in ihm.
Material zur Vorbereitung der Maturaprüfung
Alle vier Titel sind deutsche Materialien. Die Beschreibungen sagen jeweils, wofür sie sich an einem Schweizer Gymnasium eignen und was Sie umstellen sollten.
MethodikGymnasium · Operatoren
Methodenübersicht
Erklärt die Arbeitsaufträge «beschreiben», «analysieren», «beurteilen» und ihre Abgrenzung. Das passt gut, weil die Begriffe in Prüfungen an Maturitätsschulen ähnlich verwendet werden. Gleichen Sie sie mit der Liste Ihrer Fachschaft ab und beachten Sie, dass die Zuordnung zu den deutschen Anforderungsbereichen hier nicht gilt.
KlausurtrainingGymnasium · Quellenarbeit und Essay
Lernheft
Führt Schritt für Schritt durch Quellenanalyse, Darstellungsanalyse und Urteil. Als Trainingsheft für die schriftliche Prüfung brauchbar. Zeitvorgaben und Aufgabenzuschnitt folgen der Abiturklausur und sollten an die Vorgaben Ihrer Schule angepasst werden.
ThemenfeldGymnasium · Weltmächte
Unterrichtsreihe
Liefert Texte und Bildquellen zu den Weltmächten und eignet sich als Material für Quellenarbeit mit neuen, unbekannten Texten. Die Schweizer Perspektive, etwa die Neutralität im Kalten Krieg, ergänzen Sie selbst.
VergleichGymnasium · Revolutionen
Lernheft
Macht 1789, 1848, 1918 und 1989 vergleichbar und taugt als Gerüst für Essayfragen mit Vergleich. Die Beispiele sind deutsch und französisch geprägt; für die Schweiz kommen die Helvetik und 1848 als Bundesstaatsgründung hinzu.
Was diese Seite bereitstellt
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Kantonale EinordnungWas der Rahmenlehrplan festlegt und was Kanton und Schule selbst regeln.
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Zwei schriftliche FormateQuellenarbeit und Essay mit Dreischritt, Skizze und Beispiel für eine gute Essayfrage.
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Muster für die mündliche PrüfungAblauf eines Probegesprächs in Dreiergruppen mit Beobachtungsrolle.
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Raster mit vier ZeilenRichtigkeit, Quellenbezug, Argumentation und Urteil, mit Gewichtung durch die Fachschaft.
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ÜbersetzungstabelleWelche Teile des Abiturmaterials passen und welche umzubauen sind.
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Plan über zwei SchuljahreMethoden im vorletzten, Prüfungstraining im letzten Jahr.
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Diese Beiträge und Seiten vertiefen einzelne Bausteine.
Häufige Fragen
Wer legt Form und Dauer der Maturaprüfung in Geschichte fest?
Der Kanton und in vielen Fällen die einzelne Schule. Der Rahmenlehrplan für die Maturitätsschulen gibt Bildungsziele vor, aber keine Prüfungsform. Massgebend sind das Prüfungsreglement und die Weisungen Ihrer Schule. Auf dieser Seite stehen deshalb bewusst keine Zeiten oder Punktzahlen.
Was ist der Unterschied zwischen Quellenarbeit und Essay?
Die Quellenarbeit prüft, ob ein Material methodisch sauber erschlossen, eingeordnet und beurteilt wird. Das Essay prüft, ob eine Frage selbstständig strukturiert und mit Wissen beantwortet wird. Beide Formate enden in einem begründeten Urteil, doch die Quellenarbeit geht vom Material aus und das Essay von der Frage.
Kann ich deutsches Abiturmaterial für die Matura nutzen?
Teilweise. Fachliche Darstellungen, Quellen, Operatoren und Methodenübersichten lassen sich gut einsetzen. Klausurformate, Zeitvorgaben, Erwartungshorizonte und Bewertungsraster sind auf das deutsche Abitur zugeschnitten und müssen an die Vorgaben Ihrer Schule und die Notenskala 1 bis 6 angepasst werden. Das Material ist nicht ministeriell geprüft.
Wie gehe ich mit der umgekehrten Notenskala um?
In der Schweiz ist 6 die beste Note und 4 genügt, in Deutschland ist es umgekehrt. Wenn Sie mit deutschem Material arbeiten, nennen Sie die Skala ausdrücklich und übersetzen Sie Rückmeldungen aus Erwartungshorizonten in Kriterien statt in Noten.
Wann sollte die Vorbereitung beginnen?
Die Methoden sollten im vorletzten Schuljahr stabil sein: Quellengattungen, Operatoren und der Aufbau einer Argumentation. Im letzten Jahr folgen die Themen und das Training unter Prüfungsbedingungen. Zwei vollständige Probeprüfungen mit Rückmeldung zu je einem Merkmal haben sich bewährt.
Wie kann die Fachschaft Prüfungen vergleichbar machen?
Durch einen gemeinsamen Aufgabenpool, ein einheitliches Raster mit vorab festgelegter Gewichtung und regelmässige Gegenkorrekturen einzelner Arbeiten. So bleiben Noten über Klassen hinweg vergleichbar, und die Arbeit des Aufgabenschreibens verteilt sich.