Gymnasium und Kantonsschule: Unterrichtsmaterial für Maturitätsschulen

Gymnasium · Kantonsschule · Sekundarstufe II

Unterrichtsmaterial für Maturitätsschulen: Deutsch, Mathematik, Physik, Biologie, Geschichte, Geografie und Bildnerisches Gestalten. Vertiefende Reihen mit Lösungen, die sich für den Unterricht an Kantonsschulen anpassen lassen – digital und sofort verfügbar.

11Unterrichtsreihen
Sek IIStufenbereich
7 FächerAbdeckung
Digitaler DownloadFormat

Kurz gesagt: Seit dem 1. August 2024 gelten das revidierte Maturitätsanerkennungsreglement und der neue Rahmenlehrplan für die gymnasialen Maturitätsschulen. Der Lehrgang dauert neu mindestens vier Jahre, Informatik sowie Wirtschaft und Recht sind neu Grundlagenfächer. Das Material hier deckt zentrale Grundlagenfächer ab und lässt sich mit wenigen Eingriffen von deutschen auf Schweizer Verhältnisse umstellen.

Was sich an den Maturitätsschulen verändert hat

Die Weiterentwicklung der gymnasialen Maturität ist der grösste Umbau seit 1994. Die EDK verabschiedete das revidierte Reglement am 22. Juni 2023, der Bundesrat die inhaltlich identische Verordnung am 28. Juni 2023; beide sind seit dem 1. August 2024 in Kraft. Der neue Rahmenlehrplan für die gymnasialen Maturitätsschulen wurde am 20. Juni 2024 verabschiedet und löst jenen von 1994 ab.

Für die Praxis heisst das: Der Maturitätslehrgang dauert mindestens vier Jahre, Informatik sowie Wirtschaft und Recht werden Grundlagenfächer, und die Kantone können Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer grundsätzlich frei festlegen. Die Übergangsfrist beträgt acht Jahre, für Kantone mit bisher dreijährigem Lehrgang vierzehn; spätestens im Schuljahr 2029/30 müssen die ersten Lehrgänge nach neuem Recht starten. Viele Kantonsschulen planen den Start zwischen 2028/29 und 2029/30 – die Lehrmittel- und Materialfrage stellt sich also jetzt.

Unterrichtsmaterial für die Grundlagenfächer

Diese fünf Reihen decken Erstsprache, Mathematik und Naturwissenschaften ab und eignen sich für die mittleren und oberen Jahre des Lehrgangs.

So planen Sie über den vierjährigen Lehrgang

Im ersten Jahr steht der Anschluss an die Sekundarstufe I im Vordergrund: Arbeitstechnik, Lesestrategien und die basalen fachlichen Studierkompetenzen in Erstsprache und Mathematik, die der Rahmenlehrplan ausdrücklich als eigenen Unterrichtsbereich führt. Reihen mit klarer Aufgabenprogression eignen sich hier besser als thematische Vertiefungen.

Ab dem zweiten Jahr wächst der wissenschaftspropädeutische Anteil: Fragestellungen entwickeln, Quellen prüfen, Ergebnisse darstellen. Diese Kompetenzen münden in die Maturaarbeit, die als selbstständige grössere Arbeit mit Präsentation verlangt wird. Wer materialgestütztes Schreiben und Argumentation systematisch aufbaut, entlastet die Betreuung der Maturaarbeiten spürbar. Im letzten Jahr folgt die Vorbereitung auf die Maturitätsprüfungen, ergänzt um interdisziplinäre Formate, die der Rahmenlehrplan neben Digitalität, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Politischer Bildung als überfachliche Unterrichtsbereiche vorsieht.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Stufe Einsatz Schwerpunkt
Untergymnasium / Langzeitgymnasium Ausgewählte Reihen mit reduzierten Aufgaben Arbeitstechnik aufbauen
1. Jahr Maturitätslehrgang Grundlagenfächer, Anschluss an Sek I Basale Studierkompetenzen
2./3. Jahr Vertiefung im Grundlagen- und Schwerpunktfach Wissenschaftspropädeutik
4. Jahr Maturaarbeit und Prüfungsvorbereitung Selbstständiges Arbeiten
Fachmittelschule Einzelne Reihen als Ergänzung Berufsfeldbezug

Differenzierung zwischen Grundlagen- und Schwerpunktfach

Dieselbe Reihe lässt sich im Grundlagenfach und im Schwerpunktfach unterschiedlich einsetzen. Im Grundlagenfach steht das gesicherte Verständnis der Kernkonzepte im Zentrum; im Schwerpunktfach kommen offene Problemstellungen, Originalquellen und eigenständige Modellbildung dazu. Praktisch gelingt das, indem Sie aus derselben Aufgabensammlung zwei Wege bilden: einen mit Zwischenschritten und Musterlösung, einen ohne.

Für das Ergänzungsfach eignen sich vergleichende und interdisziplinäre Aufgaben besonders, weil dort weniger Stoffdruck herrscht. Alle Reihen liegen mit Lösungen und Erwartungshorizonten vor, an denen sich das erwartete Niveau ablesen und für die eigene Klasse justieren lässt.

Bezug zum Rahmenlehrplan und zur Maturitätsprüfung

Der Rahmenlehrplan der EDK gibt den Rahmen vor; die konkreten Lehrpläne erstellen die Kantone und die einzelnen Schulen. Massgebend für Ihre Planung ist deshalb der Schullehrplan Ihrer Kantonsschule. Neben den Fachlehrplänen definiert der Rahmenlehrplan überfachliche Unterrichtsbereiche: überfachliche Kompetenzen, basale fachliche Studierkompetenzen, Wissenschaftspropädeutik, Digitalität, Interdisziplinarität, Bildung für Nachhaltige Entwicklung und Politische Bildung.

Für die Beurteilung heisst das: Die Maturitätsprüfungen sind kantonal beziehungsweise schulintern geregelt, es gibt keine nationale Prüfung. Zugekauftes Material bewährt sich deshalb weniger als Prüfungssammlung denn als Aufgabenfundus für den Aufbau der Kompetenzen. Weisen Sie in der Planung aus, welchem überfachlichen Bereich eine Reihe zuarbeitet – das erleichtert die Abstimmung im Fachschaftsteam.

Was Sie an deutschem Material konkret anpassen müssen

Erstens die Orthografie: Das scharfe s existiert in der Schweizer Rechtschreibung nicht; ersetzen Sie es durchgehend durch Doppel-s. Bei Lektüreausgaben und Zitaten gilt allerdings Werktreue – zitierte Literatur bleibt unverändert, nur Ihre eigenen Aufgabentexte werden angepasst. Setzen Sie zudem Guillemets als Anführungszeichen.

Zweitens die Systembegriffe: Aus Grundkurs und Leistungskurs werden Grundlagenfach, Schwerpunktfach und Ergänzungsfach; aus der Facharbeit wird die Maturaarbeit; die Abschlussprüfung heisst Maturitätsprüfung, das Zeugnis Maturitätszeugnis. Kursbezeichnungen wie Einführungsphase oder Qualifikationsphase ersetzen Sie durch die Jahre des Lehrgangs. Verweise auf Kernlehrpläne, Bundesländer und zentrale Prüfungsvorgaben streichen Sie ersatzlos.

Drittens die Notenskala: In Deutschland ist die Eins die beste Note, in der Schweiz die Sechs; Vier bedeutet genügend, halbe Noten wie 4.5 sind verbreitet. Punkteraster mit fünfzehn Notenpunkten lassen sich nicht direkt übertragen. Rechnen Sie den Schlüssel einmal um und legen Sie ihn als Vorlage für alle Fächer ab.

Viertens Beispiele und Bezugsgrössen: Deutsche Institutionen, Gesetzestexte, Statistiken und Sachaufgaben mit deutschen Beträgen ersetzen Sie durch Schweizer Entsprechungen; Zahlen gliedern Sie mit Apostroph. Im Wortschatz gilt: Lehrperson, Schulzimmer, Lektion, Lernkontrolle, Lehrmittel, Lernende. Helvetismen wie Velo, Billett oder parkieren sind korrektes Standarddeutsch und dürfen in Aufgabentexten stehen.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertFachterminologie auf dem Niveau der Sekundarstufe II.
  • Direkt einsetzbarVollständige Reihen statt einzelner Arbeitsblätter.
  • Mit LösungenErwartungshorizonte machen das Anspruchsniveau sichtbar.
  • DifferenzierbarEin Aufgabenpool für Grundlagen-, Schwerpunkt- und Ergänzungsfach.
  • EditierbarBezugsgrössen, Beispiele und Notenskala frei anpassbar.
  • KombinierbarReihen lassen sich zu einer Jahresplanung verbinden.

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Häufige Fragen

Was ändert sich mit dem neuen Rahmenlehrplan konkret?

Der Maturitätslehrgang dauert neu mindestens vier Jahre, Informatik sowie Wirtschaft und Recht werden Grundlagenfächer, und die Kantone können Schwerpunkt- und Ergänzungsfächer grundsätzlich frei festlegen. Zusätzlich definiert der Rahmenlehrplan überfachliche Unterrichtsbereiche wie Wissenschaftspropädeutik, Digitalität und Politische Bildung.

Ab wann gilt das neue Recht an meiner Schule?

Reglement und Verordnung sind seit dem 1. August 2024 in Kraft, die Übergangsfrist beträgt acht Jahre; für Kantone mit bisher dreijährigem Lehrgang sind es vierzehn Jahre. Spätestens im Schuljahr 2029/30 müssen die ersten Lehrgänge nach neuem Recht starten. Den genauen Termin legt Ihr Kanton fest.

Wie bereite ich auf die Maturaarbeit vor?

Bauen Sie die Teilkompetenzen früh auf: Fragestellung eingrenzen, Quellen prüfen und belegen, argumentierend schreiben, Ergebnisse präsentieren. Das Unterrichtspaket zum materialgestützten Schreiben liefert dafür Aufgaben, die sich über mehrere Lektionen verteilen und in jedem Fach nutzen lassen.

Passt deutsches Oberstufenmaterial fachlich?

In den Naturwissenschaften und in der Mathematik weitgehend, weil die Fachinhalte international vergleichbar sind. In Deutsch, Geschichte und Geografie prüfen Sie die Beispiele: nationale Bezüge, Statistiken und Gesetzestexte müssen ersetzt werden. Anzupassen sind zudem Notenskala, Kursbezeichnungen und Orthografie.

Eignet sich das Material auch für die Fachmittelschule?

Ja, einzelne Reihen lassen sich in der dreijährigen Fachmittelschule als Ergänzung einsetzen, besonders in den Berufsfeldern Gesundheit und Pädagogik. Für die Fachmaturitätsarbeit gelten dieselben Schreib- und Recherchekompetenzen wie für die Maturaarbeit.

In welchen Formaten liegt das Material vor?

Alle Reihen sind digitale Downloads und stehen sofort zur Verfügung, weltweit und ohne Wartezeit. Die Dateien sind bearbeitbar, sodass Sie Beispiele, Fachbegriffe, Kursbezeichnungen und Beurteilungsraster für Ihre Schule ändern können.