Digitale Ethik in der Sek I: KI, Social Media & Cybermobbing | Klasse 7–10

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Unterrichtsmaterial für die digitale Ethik in der Sekundarstufe I: KI und Verantwortung, Influencer und Social Media, Cybermobbing und Hate Speech. Jede Einheit arbeitet mit konkreten Fällen, Dilemma-Aufgaben und Lösungen und ist für die Klassen 7 bis 10 ausgelegt.

5Themeneinheiten
Kl. 7–10Stufenbereich
mit LösungenAufgaben
Einzel & BundleKaufoptionen

Kurz gesagt: Digitale Ethik wird in der Sekundarstufe I an Fällen konkret: KI und Verantwortung, Influencer und Selbstdarstellung, Cybermobbing und Hate Speech. Die Einheiten liefern jeweils Fallbeispiele, Dilemma-Aufgaben und Lösungen für die Klassen 7 bis 10 und lassen sich einzeln oder als Sequenz einsetzen.

Warum digitale Ethik in der Sek I an Fällen gelehrt werden muss

Jugendliche der Klassen 7 bis 10 bewegen sich täglich in digitalen Räumen, in denen ethische Fragen nicht als Fragen auftreten, sondern als Routine: Ein Beitrag wird geteilt, ein Chatverlauf weitergeleitet, ein Kommentar geschrieben. Genau darin liegt die didaktische Herausforderung. Wer im Ethikunterricht mit abstrakten Prinzipien beginnt, erreicht diese Routinen nicht. Wer dagegen bei einem konkreten Fall ansetzt und erst danach nach dem zugrunde liegenden Maßstab fragt, macht sichtbar, dass alltägliche Entscheidungen begründungsfähig sind.

Fachlich lässt sich digitale Ethik dabei sauber an die klassischen Bereichsethiken anschließen. Die Frage nach Verantwortung für Folgen führt zur Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik, die Frage nach Selbstdarstellung berührt Autonomie und Authentizität, die Frage nach Hate Speech verbindet Meinungsfreiheit mit Würde und Persönlichkeitsrecht. So bleibt das Fach erkennbar Ethik und wird nicht zur Medienkunde – ein Unterschied, der in der Leistungsbewertung sofort sichtbar wird.

Unterrichtsmaterial zur digitalen Ethik für Klasse 7 bis 10

Die Einheiten decken die drei Kernfelder KI, Social Media und digitale Gewalt ab und werden durch zwei Reihen zur Reflexion des KI-Einsatzes ergänzt.

So bauen Sie die Unterrichtssequenz auf

Ein bewährter Einstieg führt über die Selbstdarstellung: Die Lernenden untersuchen, welches Bild ein Profil erzeugt, welche Auswahl dahintersteht und wo bezahlte Inhalte beginnen. Daraus ergibt sich fast von selbst die ethische Kernfrage nach Ehrlichkeit und Verantwortung gegenüber einem Publikum. Erst danach folgt der Schritt zu Cybermobbing, weil hier bereits ein Begriffsapparat vorliegt – Rollen, Öffentlichkeit, Wirkung – und die Fälle nicht ins Anekdotische abrutschen.

Den Abschluss bildet die Frage nach künstlicher Intelligenz. Sie ist am voraussetzungsreichsten, weil sie eine Klärung dessen verlangt, was Entscheidungen und Verantwortung überhaupt bedeuten. Hier lohnt sich ein Wechsel der Sozialform: Ein Dilemma wird zunächst in Kleingruppen entschieden, danach werden die Begründungen im Plenum verglichen und den ethischen Grundpositionen zugeordnet. Die Reihen zu Neurowissenschaften und zum schulischen Umgang mit Sprachmodellen liefern für diese Phase zusätzliches Material.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Stufe Einsatz Schwerpunkt
Klasse 7/8 Social Media & Influencer Selbstbild, Werbung und Vorbildrolle reflektieren
Klasse 9 Cybermobbing & Hate Speech Fälle analysieren, Rollen klären, Prävention entwickeln
Klasse 10 KI & Verantwortung Maschinenethik, Zurechenbarkeit und Regeln beurteilen

Differenzierung und Leistungsbewertung

Die Fallarbeit lässt sich in zwei Richtungen anpassen. Für Lerngruppen, die mit dem Verschriftlichen von Begründungen Schwierigkeiten haben, hilft ein Argumentgerüst mit vorgegebenen Satzanfängen sowie die Beschränkung auf zwei gegensätzliche Positionen. Leistungsstärkere Klassen arbeiten mit drei oder vier Positionen, gewichten sie gegeneinander und formulieren am Ende ein eigenes begründetes Urteil. Da die Materialien bearbeitbar sind, können Sie Fälle austauschen und an aktuelle Vorkommnisse anpassen.

Für die Bewertung eignen sich schriftliche Stellungnahmen zu einem unbekannten Fall besser als Wissensabfragen. Bewertet werden dabei die Genauigkeit der Sachanalyse, die Nachvollziehbarkeit der Begründung und die Auseinandersetzung mit dem Gegenargument. Alternativ lässt sich eine Podiumsdiskussion mit verteilten Rollen als mündliche Leistung erfassen, wobei ein Beobachtungsbogen die Kriterien für die Lerngruppe transparent macht.

Lehrplanbezug und Anschluss an die Medienbildung

Digitale Ethik findet in den Ethik-, Werte- und Normenlehrplänen der Sekundarstufe I Anschluss an die Inhaltsfelder zu Verantwortung, Freiheit, Gerechtigkeit und dem Zusammenleben in der Gemeinschaft. Die Themen Cybermobbing und Hate Speech gehören zugleich zum Bereich Recht und Regeln, weil hier die Grenzen der Meinungsfreiheit und der Schutz der Persönlichkeit verhandelt werden. Die hier versammelten Einheiten sind so angelegt, dass sie sich in diese Felder einordnen lassen.

Darüber hinaus bedienen sie den Kompetenzbereich Analysieren und Reflektieren der länderübergreifenden Medienbildungsrahmen. Weil digitale Ethik in vielen Schulen auch Gegenstand von Projekttagen und Präventionsangeboten ist, lassen sich die Einheiten ebenso außerhalb des Fachunterrichts einsetzen – etwa in Kooperation mit der Schulsozialarbeit oder im Rahmen eines Medienscout-Programms.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Fachlehrkräften erstellte Inhalte mit korrekter Fachterminologie.
  • Direkt einsetzbarFertige Reihen mit Aufgaben – sofort im Unterricht nutzbar.
  • Mit LösungenAlle Aufgaben inklusive ausführlicher Lösungswege.
  • DifferenzierbarAufgabenformate lassen sich an unterschiedliche Lerngruppen anpassen.
  • EditierbarBearbeitbare Formate – frei an Ihre Lerngruppe anpassbar.
  • KombinierbarEinzelreihen lassen sich zu einer eigenen Unterrichtseinheit verbinden.

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Häufige Fragen

Wie thematisiere ich Cybermobbing, ohne Betroffene bloßzustellen?

Arbeiten Sie ausschließlich mit fiktiven oder anonymisierten Fällen und kündigen Sie das zu Beginn ausdrücklich an. Der Blick sollte auf den Rollen im Prozess liegen – Betroffene, Mitwirkende, Zuschauende – statt auf Personen; so entsteht kein Anlass, eigene Erlebnisse öffentlich machen zu müssen.

Welche KI-Themen gehören in den Ethikunterricht?

Im Zentrum stehen die Zurechenbarkeit von Entscheidungen, die Frage nach Verantwortung bei automatisierten Systemen sowie Verzerrungen in Trainingsdaten und ihre Folgen. Technische Details sind nur so weit nötig, wie sie für die ethische Beurteilung gebraucht werden.

Wie diskutiere ich Influencer-Werbung fachlich?

Hilfreich ist die Trennung von drei Ebenen: der rechtlichen Kennzeichnungspflicht, der Frage nach Ehrlichkeit gegenüber dem Publikum und der Frage nach Vorbildwirkung. Erst wenn diese Ebenen auseinandergehalten werden, lässt sich begründet beurteilen statt nur zu bewerten.

Gibt es Material für Projekttage zur Medienethik?

Die Einheiten zu Cybermobbing, Social Media und KI lassen sich zu einem Projekttag verbinden, weil sie mit Fällen und Gruppenaufgaben arbeiten und kein durchgängiges Vorwissen voraussetzen. Für den Abschluss eignet sich eine Podiumsdiskussion oder ein selbst erarbeiteter Regelkatalog für die Klasse.

Sind Lösungen enthalten?

Ja, zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Dilemma-Aufgaben sind mehrere Urteile vertretbar; die Lösungen benennen deshalb die erwarteten Argumente und Kriterien statt einer einzigen richtigen Antwort.

Für welche Klassenstufen ist das Material gedacht?

Die drei Kerneinheiten sind für die Sekundarstufe I in den Klassen 7 bis 10 ausgelegt. Die Reihen zu Neurowissenschaften und zum Umgang mit Sprachmodellen eignen sich für die oberen Jahrgänge der Sek I sowie als Einstieg in der Oberstufe.