Leben und Gesellschaft in Luxemburg: wie religiöse Themen nach dem Ende des Religionsunterrichts unterrichtet werden
Luxemburg hat den bekenntnisorientierten Religionsunterricht abgeschafft und durch das gemeinsame Fach „Leben und Gesellschaft“ ersetzt, das an der Sekundarschule seit dem Schuljahr 2016/17 und an der Grundschule seit 2017/18 unterrichtet wird. Religionen kommen darin religionskundlich und im Vergleich vor, nicht als Glaubensvermittlung. Für Lehrkräfte in Deutschland, Österreich und der Schweiz liefert das Modell Diskussionsstoff über die Grenze zwischen religiöser Bildung und Wertevermittlung.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Ein Fach ersetzt viele Fächer
Vor der Reform gab es in Luxemburg parallel Religions- und Moralunterricht, ähnlich wie in vielen deutschsprachigen Ländern. Mit „Leben und Gesellschaft“ wurde daraus ein gemeinsames Pflichtfach für alle Schülerinnen und Schüler, unabhängig von Konfession oder Weltanschauung. Ziel war laut Bildungsministerium, ein eigenes Wertesystem aufzubauen und zugleich das Wertesystem anderer zu respektieren, in einer Gesellschaft mit wachsender religiöser und kultureller Vielfalt.
Für Lehrkräfte, die aus einem konfessionell gegliederten System kommen, ist das eine ungewohnte Vorstellung: Es gibt keine getrennten Gruppen nach Bekenntnis mehr, sondern eine gemeinsame Lerngruppe für religiöse, konfessionslose und weltanschaulich sehr unterschiedliche Jugendliche. Religionen werden dabei nicht ausgeblendet, sondern als ein Thema unter mehreren behandelt.
Wie Religionen im neuen Fach vorkommen
Im Unterricht werden religiöse Traditionen vergleichend und beschreibend behandelt: Feste, Grundüberzeugungen, ethische Grundsätze, ohne dass eine Religion als verbindlich vorausgesetzt wird. Das ähnelt religionskundlichen Modulen, wie sie auch in anderen Ländern existieren, etwa dort, wo Ethik und Religionskunde in einem Fach zusammengefasst sind. Für den Unterrichtsalltag bedeutet das: Quellen aus verschiedenen Traditionen stehen nebeneinander, und die Lehrkraft moderiert eher, als dass sie eine Perspektive vertritt.
Wer aus dem deutschsprachigen Raum Materialien für einen solchen vergleichenden Zugang sucht, findet in einem Materialpaket zu Christentum, Islam und interreligiösem Dialog Bausteine, die sich mit wenig Anpassung auch für ein religionskundlich ausgerichtetes Setting eignen, etwa Vergleichstabellen zu Festen oder Grundüberzeugungen.
Ein mehrsprachiges Schulsystem als Rahmen
Luxemburgs Schulsystem ist grundsätzlich mehrsprachig aufgebaut, mit Deutsch, Französisch und Luxemburgisch als Unterrichtssprachen in unterschiedlicher Gewichtung je nach Schulstufe. Für deutschsprachige Lehrkräfte, die sich mit dem Fach „Leben und Gesellschaft“ beschäftigen, ist das ein Grund, Materialien und Fachbegriffe zweisprachig zu prüfen, bevor sie sie im eigenen Unterricht verwenden, etwa wenn sie mit Austauschklassen oder Lehrkräften aus Luxemburg zusammenarbeiten.
Mehr zu den sprachlichen Besonderheiten des luxemburgischen Schulsystems, die auch den Religions- und Gesellschaftsunterricht betreffen, liefert ein Beitrag zum deutschsprachigen Geographieunterricht in Luxemburg, der die mehrsprachige Praxis an einem anderen Fach anschaulich macht und sich auf ähnliche Fragen übertragen lässt.
Was Lehrkräfte aus den Debatten mitnehmen können
Die luxemburgische Reform wird in Nachbarländern seit Jahren diskutiert, weil sie eine grundsätzliche Frage aufwirft: Soll religiöse Bildung Sache der Schule oder der Religionsgemeinschaften sein? In Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren nach wie vor unterschiedliche Modelle nebeneinander, von konfessionellem Unterricht bis zu religionskundlichen Fächern wie Ethik, Religionen und Gemeinschaft. Das luxemburgische Beispiel zeigt eine mögliche dritte Variante.
Für den eigenen Unterricht lohnt sich weniger eine Bewertung des Modells als die Frage, welche Elemente auch im eigenen Fach funktionieren: gemeinsames Arbeiten über Konfessionsgrenzen hinweg, respektvoller Umgang mit Weltanschauungen und eine klare Trennung zwischen Wissen über Religion und persönlichem Bekenntnis. Grundlagen dazu bietet ein Materialpaket zu gemeinsamen Werten über Religionsgrenzen hinweg.
Jüdische Tradition als Beispiel für vergleichendes Arbeiten
Ein konkretes Beispiel für vergleichendes Arbeiten ist die Behandlung jüdischer Feste und Ursprünge, die sich sowohl in einem religionskundlichen Fach wie „Leben und Gesellschaft“ als auch im konfessionellen Religionsunterricht einsetzen lässt. Wichtig ist in beiden Fällen, jüdische Tradition nicht nur über Feiertage, sondern über ihre Quellen und ihre lebendige Gegenwart darzustellen.
Passendes Grundlagenmaterial dazu, das sich für einen religionsvergleichenden Zugang ebenso eignet wie für den bekenntnisorientierten Unterricht, bietet ein Sparpaket zu den Ursprüngen des Judentums, der Tora und jüdischem Leben in der Diaspora. Wer Regeln für weltanschaulich gemischte Kurse sucht, findet ergänzend Hinweise in einem Beitrag zu tragfähigen Regeln in weltanschaulich gemischten Kursen, die sich sinngemäß auch auf ein religionskundliches Fach wie das luxemburgische übertragen lassen und beim Formulieren eigener Gesprächsregeln helfen.
Häufige Fragen
Gibt es in Luxemburg noch konfessionellen Religionsunterricht?
Nein, der bekenntnisorientierte Religions- und Moralunterricht wurde abgeschafft und durch das gemeinsame Fach „Leben und Gesellschaft“ ersetzt, das für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend ist. Religiöse Themen kommen dort religionskundlich und vergleichend vor, nicht als Glaubensunterweisung einer bestimmten Konfession.
Ab wann gilt das neue Fach?
An der Sekundarschule startete „Leben und Gesellschaft“ zum Schuljahr 2016/17, an der Grundschule ein Jahr später, zum Schuljahr 2017/18. Seitdem ersetzt es den vorherigen Religions- und Moralunterricht durchgängig für alle Schulstufen.
Können deutschsprachige Lehrkräfte Material aus Luxemburg direkt übernehmen?
Teilweise, allerdings sind Lehrpläne und Materialien auf das luxemburgische Fach zugeschnitten, das anders aufgebaut ist als Ethik oder konfessioneller Religionsunterricht. Sinnvoller ist meist, einzelne Bausteine zu religionskundlichem Vergleichen zu adaptieren, statt ganze Einheiten zu übernehmen.
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Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
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Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
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Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Für Ethik findest du die Reihe hier.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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