Kernlehrplan, Bildungsplan & Rahmenlehrplan: Die Unterschiede
Die Lehrplan Unterschiede zwischen den Bundesländern sorgen im Schulalltag immer wieder für Verwirrung: Was in Nordrhein-Westfalen "Kernlehrplan" heißt, trägt in Baden-Württemberg den Namen "Bildungsplan" und in Berlin "Rahmenlehrplan". Dahinter steckt kein Zufall, sondern das föderale Bildungssystem Deutschlands.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
In diesem Beitrag erklären wir Ihnen, warum jedes Land eigene Begriffe verwendet, welcher Name zu welchem Bundesland gehört und was das ganz praktisch für die Auswahl Ihrer Unterrichtsmaterialien bedeutet.
Warum jedes Bundesland eigene Begriffe hat
Der Grund liegt in der sogenannten Kulturhoheit der Länder. Nach dem Grundgesetz ist Bildung Sache der einzelnen Bundesländer, nicht des Bundes. Jedes Land gestaltet sein Schulwesen also eigenständig – von der Schulstruktur über die Stundentafeln bis hin zu den curricularen Vorgaben.
Diese Eigenständigkeit spiegelt sich schon in der Bezeichnung wider. Über die Jahre haben die Kultusministerien unterschiedliche Traditionen und Begriffe entwickelt. Das Ergebnis: 16 Länder, aber eine ganze Reihe verschiedener Namen für im Kern sehr ähnliche Dokumente.
- Bildung ist Ländersache – der Bund hat hier keine Vorgaben.
- Jedes Kultusministerium entwickelt eigene curriculare Vorgaben.
- Historisch gewachsene Begriffe unterscheiden sich von Land zu Land.
Kernlehrplan, Kerncurriculum und Fachlehrplan
Der Begriff "Kernlehrplan" ist vor allem in Nordrhein-Westfalen gebräuchlich. Er betont, dass verbindliche Kernbereiche festgelegt werden, innerhalb derer Lehrkräfte pädagogischen Gestaltungsspielraum behalten. In Niedersachsen und Hessen spricht man stattdessen vom "Kerncurriculum" – gemeint ist ein sehr ähnliches Konzept.
Sachsen-Anhalt verwendet die Bezeichnung "Fachlehrplan", die den fachbezogenen Aufbau in den Vordergrund stellt. Trotz unterschiedlicher Namen erfüllen alle diese Dokumente dieselbe Funktion: Sie legen fest, welche Kompetenzen und Inhalte in einem Fach verbindlich vermittelt werden müssen.
Bildungsplan und Rahmenlehrplan
Der "Bildungsplan" ist typisch für Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen. Der Begriff hebt den umfassenden Bildungsauftrag hervor und schließt häufig fächerübergreifende Leitperspektiven mit ein.
In Berlin und Brandenburg heißt das entsprechende Dokument "Rahmenlehrplan", da es einen verbindlichen Rahmen absteckt, den die Schulen mit eigenen schulinternen Curricula ausfüllen. Mecklenburg-Vorpommern nutzt die verwandte Bezeichnung "Rahmenplan".
- Bildungsplan: Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen
- Rahmenlehrplan: Berlin, Brandenburg
- Rahmenplan: Mecklenburg-Vorpommern
Sonderwege: LehrplanPLUS und Fachanforderungen
Manche Länder gehen begrifflich eigene Wege. Bayern hat mit "LehrplanPLUS" eine eigene Marke geschaffen, die die Kompetenzorientierung des Lehrplans betont. Schleswig-Holstein spricht von "Fachanforderungen", die beschreiben, welche Anforderungen am Ende eines Bildungsabschnitts erfüllt sein müssen.
Einige Länder bleiben schlicht beim klassischen Begriff "Lehrplan" – dazu zählen das Saarland, Sachsen, Thüringen und Rheinland-Pfalz. Auch hinter diesem schlichten Namen verbergen sich moderne, kompetenzorientierte Vorgaben.
Die Begriffe im Überblick: Land und Bezeichnung
Damit Sie den Überblick behalten, haben wir die gängigen Bezeichnungen den Bundesländern zugeordnet. Diese Liste hilft Ihnen, schnell den richtigen Suchbegriff für Ihr Land zu finden.
- Nordrhein-Westfalen: Kernlehrplan
- Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen: Bildungsplan
- Niedersachsen, Hessen: Kerncurriculum
- Berlin, Brandenburg: Rahmenlehrplan
- Mecklenburg-Vorpommern: Rahmenplan
- Bayern: LehrplanPLUS
- Schleswig-Holstein: Fachanforderungen
- Sachsen-Anhalt: Fachlehrplan
- Saarland, Sachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz: Lehrplan
Was alle Lehrpläne gemeinsam haben
So verschieden die Namen auch klingen: Inhaltlich sind sich die Dokumente erstaunlich ähnlich. Alle folgen heute dem Prinzip der Kompetenzorientierung und beschreiben nicht nur Themen, sondern auch die Fähigkeiten, die Schülerinnen und Schüler entwickeln sollen.
- Sie sind rechtlich verbindlich und geben den Rahmen für den Unterricht vor.
- Sie sind kompetenzorientiert aufgebaut und formulieren Lernziele als Kompetenzen.
- Sie regeln verbindliche Inhalte, Themen und Anforderungen je Fach und Jahrgangsstufe.
- Sie lassen Spielraum für schulinterne Curricula und methodische Gestaltung.
Die praktische Folge für Ihre Materialien
Weil jedes Land eigene Vorgaben macht, unterscheiden sich auch die verbindlichen Inhalte und Schwerpunkte. Ein Deutsch-Material für die gymnasiale Oberstufe in NRW passt inhaltlich nicht automatisch zu den Vorgaben in Baden-Württemberg oder Berlin – etwa bei den vorgeschriebenen Pflichtlektüren oder den geforderten Klausurformaten.
Achten Sie deshalb bei der Auswahl darauf, dass ein Material zum Lehrplan Ihres Bundeslandes passt. Bei stifo finden Sie länderspezifisch aufbereitete Unterrichtsmaterialien, zum Beispiel für den Kernlehrplan Deutsch in der gymnasialen Oberstufe in NRW, den passend abgestimmten Bildungsplan Deutsch für Baden-Württemberg oder den Rahmenlehrplan Deutsch für die Oberstufe in Berlin.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Kernlehrplan und Bildungsplan?
Beide bezeichnen verbindliche curriculare Vorgaben, verwenden aber unterschiedliche Namen. "Kernlehrplan" ist der Begriff in Nordrhein-Westfalen, "Bildungsplan" wird in Baden-Württemberg, Hamburg und Bremen genutzt. Inhaltlich sind beide kompetenzorientiert und rechtlich verbindlich.
Warum heißt der Lehrplan in jedem Bundesland anders?
Weil Bildung in Deutschland Ländersache ist. Aufgrund der Kulturhoheit gestaltet jedes Bundesland sein Schulwesen eigenständig und hat dabei eigene Begriffe entwickelt.
Sind alle Lehrpläne rechtlich verbindlich?
Ja. Unabhängig vom Namen sind alle diese Dokumente für die Schulen des jeweiligen Landes verbindlich und geben den Rahmen für den Unterricht und die Leistungsbewertung vor.
Wie heißt der Lehrplan in Bayern?
In Bayern trägt er den Namen "LehrplanPLUS". Das "PLUS" steht für die konsequente Kompetenzorientierung dieser Lehrplangeneration.
Kann ich ein Material aus einem anderen Bundesland nutzen?
Eingeschränkt. Die Grundkompetenzen ähneln sich, aber verbindliche Inhalte wie Pflichtlektüren, Schwerpunkte oder Prüfungsformate unterscheiden sich. Wählen Sie Materialien möglichst passend zu Ihrem Land aus.
Häufige Stolperfallen
- Materialien aus einem anderen Bundesland übernehmen, ohne die abweichenden Pflichtinhalte zu prüfen.
- Annehmen, dass gleiche Begriffe auch gleiche Inhalte bedeuten – "Lehrplan" ist nicht gleich "Lehrplan".
- Übersehen, dass Lehrpläne regelmäßig überarbeitet werden und veraltete Versionen kursieren.
- Den Suchbegriff des eigenen Landes nicht kennen und deshalb passende Materialien nicht finden.
- Schulinterne Curricula ignorieren, die den Landeslehrplan konkret ausgestalten.
Fazit
Die vielen Lehrplan Unterschiede sind vor allem ein Ergebnis des deutschen Föderalismus: Jedes Bundesland benennt seine curricularen Vorgaben anders, verfolgt aber dasselbe Ziel – verbindliche, kompetenzorientierte Rahmen für guten Unterricht. Wer den Begriff des eigenen Landes kennt und Materialien gezielt danach auswählt, spart Zeit und arbeitet rechtssicher. Achten Sie deshalb immer darauf, dass Ihre Unterrichtsmaterialien zum Lehrplan Ihres Bundeslandes passen.
Ein ganzes Fach statt einzelner Reihen
Die FachKomplett-Reihen bündeln das Material eines kompletten Fachs für Sek I und Sek II. Einmal kaufen, das Fach ist vorbereitet.
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
Das könnte dich auch interessieren
fachübergreifendForschendes Lernen am Nachmittag: Klima und Wetter im Ganztag entdecken
Forschendes Lernen am Nachmittag gelingt im Ganztag besonders gut mit Themen, die Kinder dire...
08.10.2026
FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Eine Übersicht aller Reihen steht auf der FachKomplett-Seite.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
Kommentare
Kommentar hinterlassen
Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Unterrichtstipps per E-Mail
Neue Materialien, Planungshilfen und Hinweise zu Lehrplanänderungen - etwa zweimal im Monat, ohne Werbeflut.




