Deutsch· Grundschule

Hausanzeige statt Gruselgeschichte: ein Halloween-Schreibanlass für Klasse 3/4

von Luca 21.10.2026 1 Min. Lesezeit
Spukhaus zu verkaufen! Schreibwerkstatt Deutsch Klasse 3/4

Kurz gesagt: Eine Hausanzeige verlangt, was eine Gruselgeschichte oft umgeht: genaue Angaben, einen klaren Adressaten und ehrliche Werbung. Kinder in Klasse 3/4 beschreiben ein Haus, wählen eine Zielgruppe und schreiben eine kurze Anzeige, die sich an einer Hauskarte überprüfen lässt.

Material zu diesem Artikel

Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.

Warum eine Anzeige?

Eine Gruselgeschichte belohnt, wer am lautesten übertreibt. Das Schreibziel verschwimmt, und manche Kinder schreiben etwas, das sie selbst nicht mögen. Eine Anzeige hat einen Leser und einen Zweck. Die Kinder müssen entscheiden, was sie sagen, was sie weglassen und was sie nicht erfinden dürfen.

Im Material Spukhaus zu verkaufen! Schreibwerkstatt ist die Hausbörse ausdrücklich erfunden: Freundliche Figuren suchen ein neues Zuhause, es werden keine echten Häuser verkauft und keine echten Kontaktdaten genannt. Preise und Adressen sind nicht vorgesehen.

Hauskarten als Prüfstand

Auf Seite 13 stehen drei Hauskarten. Haus A hat zwei Zimmer, Leseecke, kleinen Garten und knarrende Treppe. Haus B hat drei Zimmer, dunklen Schlafraum, hohen Turm und keinen Garten. Haus C hat zwei Zimmer, hellen Tisch am Fenster, großen Garten und keinen Turm.

Dazu kommen drei Figuren: ein Büchergeist, eine Eulenfamilie und eine Gartenfreundin. Plausibel passen Büchergeist und Haus A wegen der Leseecke, Eulenfamilie und Haus B wegen Schlafraum und Turm, Gartenfreundin und Haus C wegen des Gartens. Andere begründete Zuordnungen gelten ebenfalls.

Die vier Teile einer Anzeige

Das Muster auf Seite 15 zeigt Haus A: Überschrift, Hausangaben, Vorteil, Einladung. Die Überschrift nennt den Leseplatz, die Angaben zählen Zimmer, Leseecke und Garten auf, der Vorteil ist das Lesen im Freien, die Einladung gilt einer erfundenen Besichtigung. Die Kinder markieren diese vier Teile im Muster.

Danach lesen sie eine schwache Anzeige, die nur aus „Superhaus“, „Alles ist toll“ und „Komm“ besteht. Sie suchen, was fehlt, und ergänzen sie mithilfe von Hauskarte B. Dabei zeigt sich: Ohne überprüfbare Merkmale ist eine Anzeige keine Information.

Ehrlich bleiben, auch wenn es unbequem ist

Die heikelste Stelle ist der Umgang mit Einschränkungen. Haus B hat keinen Garten, Haus A eine knarrende Treppe. Das Heft fragt: Welche Angabe könnte manche Leser stören, und warum bleibt sie trotzdem im Text? Einschränkungen werden nicht verschwiegen und nicht umgedichtet.

Die Handreichung nennt ein Beispiel: „Die Treppe knarrt leise“ wäre nicht gesichert, weil die Karte nur „knarrend“ sagt. Das ist ein guter Anlass, Kindern zu erklären, dass „leise“ eine neue Behauptung ist. Unbelegte Übertreibungen gelten nicht als gutes Werben.

Rückmeldung zu einer Textstelle

Im fünften Baustein tauschen die Kinder ihre Entwürfe. Sie unterstreichen eine besonders genaue Stelle und prüfen vier Fragen: Ist die Zielgruppe erkennbar? Sind die Hausangaben vollständig? Passt der Vorteil? Gibt es eine Einladung? Danach geben sie genau einen Tipp, den das andere Kind umsetzen kann. „Mir fehlt die Zimmerzahl“ hilft; „Schreib besser“ nicht.

Auf die Rückmeldung „mehr Adjektive“ sollten Sie achten: Sie ist als alleiniger Maßstab nicht hilfreich. Ein Entwurf mit fünf Adjektiven kann trotzdem eine Angabe vergessen, die die Karte nennt.

Sechs Bausteine in sechs bis acht Stunden

Die Werkstatt hat sechs Bausteine. Planen Sie sie so:

  1. Genau hinsehen: Was ist sichtbar (Turm, orange Tür, Treppe, Herbstbäume), was erfunden (die unsichtbare Eule)?
  2. Wörter, die Bilder wecken: Nomen, Adjektive, Verben ordnen; „nicht jedes Nomen braucht ein Adjektiv“.
  3. Für wen schreiben wir? Figur und Hauskarte zuordnen.
  4. So funktioniert eine Anzeige: Muster, schwache Anzeige.
  5. Entwerfen und rückmelden: Entwurf mit vier bis sechs Sätzen, ein Tipp pro Kind.
  6. Überarbeiten und präsentieren: Hausgalerie.

Beginnen Sie mit gemeinsamem Betrachten und mündlichem Beschreiben. Die endgültige Anzeige entsteht erst nach einer Überarbeitung.

Wo es hakt

Zwei Stolperstellen kommen verlässlich. Manche Kinder wollen die Anzeige gleich schön schreiben und überspringen den Entwurf; der Entwurf darf aber ausdrücklich verbessert werden. Andere übernehmen den Musteranzeigentext fast wörtlich. Dann hilft der Hinweis, dass nur die Angaben der gewählten Karte gelten und dass die Zielgruppe wechselt: Was ist für eine Eulenfamilie wichtig, was für eine Gartenfreundin?

Bewerten ohne nur auf die Rechtschreibung zu schauen

Das Raster der Handreichung vergibt je 0 bis 2 Punkte für Hausangaben, Zielgruppe und Vorteil, Aufbau, Sprache und erkennbare Überarbeitung, zusammen höchstens zehn Punkte. Sie dienen der Rückmeldung, nicht automatisch der Note. Rechtschreibung melden Sie separat nach Unterrichtsstand zurück.

Eine Übersicht der Schreibmaterialien steht auf der Seite Halloween-Schreibanlass für Klasse 3/4.

Häufige Fragen

Warum keine Gruselgeschichte?

Eine Anzeige hat einen Leser, einen Zweck und prüfbare Angaben. Das macht sie für viele Kinder greifbarer als eine freie Gruselerzählung und vermeidet Erschreckendes.

Dürfen Kinder Preise und Adressen erfinden?

Nein. Die Hausbörse ist fiktiv, die Kinder nennen weder Preise noch echte Adressen oder Telefonnummern.

Wie viel Zeit brauche ich?

Rechnen Sie mit etwa sechs bis acht Unterrichtsstunden. Planen und Rückmelden brauchen eigene Zeit, die endgültige Anzeige entsteht nach einer Überarbeitung.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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