Binnendifferenzierung im Fach Musik: Lehrplan in Saarland umsetzen
Ein Musikkurs, in dem sechs Personen ein Instrument beherrschen und zwölf nicht, ist der Normalfall. Der Lehrplan Musik Saarland verlangt keine einheitliche Bearbeitung, sondern das Erreichen der ausgewiesenen Kompetenzen. Differenzierung setzt deshalb sinnvoll bei der Rolle im Arbeitsprozess an, nicht bei der Schwierigkeit des Materials.
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Rollen statt Niveaus im praktischen Arbeiten
Beim Musizieren im Kurs führt eine Einteilung nach Leistungsstufen schnell zu einer sichtbaren Rangfolge. Besser funktioniert die Verteilung nach Aufgaben innerhalb eines gemeinsamen Arrangements. Ein Stück lässt sich so aufbereiten, dass eine Stimme mit zwei Tönen auskommt, eine zweite rhythmische Sicherheit verlangt und eine dritte harmonisch anspruchsvoll ist. Alle spielen dasselbe Stück, niemand ist außen vor, und das Ergebnis klingt vollständig. Diese Struktur bringt das Lehrplan Musik Saarland – Materialpaket für die gymnasiale Oberstufe für die Themenfelder der Oberstufe bereits mit.
Was der Lehrplan offenlässt
Der Fachlehrplan beschreibt Kompetenzen und Inhalte, macht aber keine Vorgaben zur Sozialform oder zum Anspruchsniveau einzelner Aufgaben. Diese Freiheit ist der eigentliche Spielraum für Differenzierung. Verbindlich bleibt, dass am Ende eines Kurshalbjahres alle die ausgewiesenen Kompetenzen nachweisen können. Wie sie dorthin kommen, entscheiden Sie. Dokumentieren Sie in der Reihenplanung, welche Zugänge Sie angeboten haben; das genügt als Nachweis gegenüber der Fachkonferenz.
Ein Lernmenü für die Analysephase
Für theoretische Anteile hat sich die Wahlaufgabe bewährt. Zu einem gemeinsam gehörten Werk bieten Sie vier Zugänge an, von denen jede Person zwei bearbeitet:
- Den Verlauf grafisch darstellen und die Abschnitte benennen.
- Ein zentrales Motiv notieren oder in eigenen Worten beschreiben und seine Veränderungen verfolgen.
- Die Instrumentierung erfassen und ihre Wirkung auf die Aussage des Stücks erläutern.
- Das Werk in seinen historischen oder funktionalen Zusammenhang stellen.
Die Zugänge unterscheiden sich in der Voraussetzung, nicht im Anspruch. Wer notieren kann, wählt den zweiten; wer das nicht kann, kommt über den dritten zu einem gleichwertigen Ergebnis. In der Auswertung entsteht aus den Teilergebnissen ein gemeinsames Bild des Werks.
Material einmal bauen, mehrfach nutzen
Der Vorbereitungsaufwand bleibt vertretbar, wenn Sie Hilfen als abtrennbare Bausteine anlegen statt ganze Arbeitsblätter zu doppeln. Ein Begriffskasten, ein Hörprotokollraster und ein ausgefülltes Beispiel decken die meisten Situationen ab und lassen sich über mehrere Reihen hinweg wiederverwenden. Für den Vergleich mit dem Nachbarland eignet sich das Sparpaket XXL: Musik – Lehrplan Musik Rheinland-Pfalz; eine verwandte Stufenlogik im zweiten künstlerischen Fach findet sich im Lehrplan Kunst in der gymnasialen Oberstufe - Saarland.
Lernbegleitung im laufenden Betrieb
In praktischen Phasen ist Ihre Zeit die knappste Ressource. Legen Sie vorab fest, welche Gruppe Sie in welcher Reihenfolge besuchen, und bleiben Sie pro Gruppe nicht länger als vier Minuten. Wer länger begleitet wird, arbeitet weniger selbstständig. Für Gruppen, die schnell fertig sind, halten Sie eine Anschlussaufgabe bereit, die eine andere Perspektive verlangt, etwa das Arrangement für eine kleinere Besetzung. Wie sich eine solche Stunde für einen Unterrichtsbesuch aufbereiten lässt, beschreibt Unterrichtsbesuch Politik Saarland: Stunde nach dem Lehrplan aufbauen.
Leistungsstarke fordern, Unsichere stützen
Fordern heißt im Musikkurs selten mehr Aufgaben, sondern mehr Verantwortung: die Leitung einer Probephase, die Erstellung eines Arrangements für den Kurs, die Vorbereitung einer Hörbeispielanalyse für die Mitlernenden. Unsichere stützen Sie am besten durch Wiederholung mit verändertem Zugang statt durch längere Erklärungen. Für die Planung über das Schuljahr hinweg liefert Erstes Jahr Geschichte in Saarland: Jahresplanung nach dem Lehrplan ein übertragbares Vorgehen. Einen Gesamtüberblick zum Fach gibt Musik in der saarländischen Oberstufe unterrichten, und für die Prüfungsphase Musik im Abitur in Saarland: Themen und Vorbereitung.
Häufige Fragen
Benachteiligt ein Musikkurs Lernende ohne Instrumentalausbildung?
Nur dann, wenn instrumentale Fertigkeit zum Bewertungsmaßstab wird. Der Lehrplan stellt die musikalischen Kompetenzen in den Mittelpunkt, nicht die spieltechnische Leistung. Wer praktische Anteile über Rollen im Ensemble organisiert, kann alle einbeziehen, ohne den Anspruch zu senken.
Wie viele Zugänge sollte ein Lernmenü anbieten?
Vier Optionen, von denen zwei bearbeitet werden, sind ein guter Zuschnitt. Bei mehr Optionen geht Zeit für die Auswahl verloren, bei weniger entsteht faktisch eine Zuweisung. Wichtig ist, dass alle Optionen zum selben Auswertungsgespräch beitragen.
Gehört Differenzierung auch in die Klausur?
In Leistungssituationen sollten alle dieselbe Aufgabe unter gleichen Bedingungen bearbeiten. Differenzierung gehört in die Erarbeitung. Zulässig und sinnvoll sind Wahlmöglichkeiten innerhalb der Aufgabe, etwa zwischen zwei gleichwertigen Hörbeispielen.
Der Lehrplan Musik Saarland beschreibt Ziele und überlässt Ihnen die Wege. Wenn Sie die Differenzierung über Rollen und Zugänge organisieren statt über Schwierigkeitsstufen, bleibt der Kurs als Gruppe arbeitsfähig und die Vorbereitung überschaubar.
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