Geschichte· Sek I

Unterrichtsvorbereitung Geschichte Sek I: Die Steinzeit in vier Schritten

von Luca 08.09.2026 1 Min. Lesezeit
Die Steinzeit - Unterrichtsreihe Sekundarstufe I

Die digitale Unterrichtsvorbereitung zur Steinzeit lässt sich in vier Schritte fassen: Bildbestand klären, Präsentation auf die tragenden Folien reduzieren, Aufgaben an die vorhandenen Endgeräte anpassen und einen Ausfallplan auf Papier bereitlegen. Jeder Schritt dauert etwa zehn Minuten. Der vierte ist der, den man am häufigsten auslässt und am dringendsten braucht.

Material zu diesem Artikel

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Schritt eins: den Bildbestand klären

Die Steinzeit ist ein Bildthema. Höhlenmalereien, Werkzeuge, Rekonstruktionszeichnungen von Siedlungen und Funde wie die Gletschermumie aus den Ötztaler Alpen tragen den Unterricht. Bevor Sie irgendetwas in eine Präsentation legen, klären Sie deshalb zwei Dinge: welche Abbildungen Sie tatsächlich zeigen dürfen und welche davon eine Deutung enthalten, die als solche gekennzeichnet werden muss.

Rekonstruktionszeichnungen sind der kritische Fall. Sie sehen aus wie Abbildungen der Vergangenheit und sind Deutungen von Fachleuten, die auf Funde gestützt sind, aber vieles ergänzen. Wenn Sie das nicht ansprechen, lernt die Klasse eine Zeichnung als Tatsache. In der Steinzeitreihe für die Sekundarstufe I liegen Bildmaterial und zugehörige Aufgaben so vor, dass sich dieser Unterschied ohne eigene Recherche thematisieren lässt.

Schritt zwei: die Präsentation kürzen, bevor Sie sie ergänzen

Fertige Präsentationen enthalten fast immer mehr Folien, als eine Doppelstunde verträgt. Gehen Sie sie einmal durch und markieren Sie die drei bis vier Folien, ohne die die Stunde nicht funktioniert: der Einstiegsimpuls, die Aufgabenstellung, die Sicherung. Alles andere wird ausgeblendet, nicht gelöscht — im nächsten Jahr brauchen Sie es vielleicht.

Prüfen Sie beim Kürzen auch die Dateiformate. Eine Präsentation, die an einem anderen Rechner geöffnet wird, verliert regelmäßig Schriften und Positionen. Eine zusätzlich abgelegte Fassung als PDF kostet dreißig Sekunden und rettet die Stunde, wenn der Raum getauscht wird. Dasselbe gilt für Videos: Wenn sie nicht lokal liegen, sind sie nicht verfügbar.

Schritt drei: Aufgaben an die tatsächlichen Geräte anpassen

Planen Sie nicht für die Ausstattung, die es geben sollte, sondern für die, die im Raum steht. Ein Tabletsatz für die halbe Klasse verlangt ein anderes Aufgabenformat als ein Beamer allein. Bei Partnerarbeit am Gerät gilt eine einfache Regel: Ein Gerät pro Paar, eine klar benannte Rolle für beide, sonst schaut eine Person zu.

Digitale Werkzeuge lohnen bei diesem Thema vor allem für den Vergleich von Bildern und für kollaborative Sicherung. Ein gemeinsames Dokument, in dem Gruppen ihre Beobachtungen zu verschiedenen Funden eintragen, spart die Vortragsrunde und macht die Ergebnisse dauerhaft verfügbar. Wie sich solche Methoden systematisch einführen lassen, beschreibt der Beitrag zum Methodentraining im Geschichtsunterricht in Brandenburg.

Rechnen Sie für die Geräteorganisation fünf Minuten Unterrichtszeit ein — Austeilen, Anmelden, Einsammeln. Wer diese Zeit nicht einplant, verliert sie trotzdem, nur an anderer Stelle. Weitere Hinweise zur Taktung solcher Phasen finden sich in der Fach-Übersicht zur Vorbereitung im Geschichtsunterricht mit Quellensichtung und Taktung.

Schritt vier: der Ausfallplan

Der Ausfallplan ist kein Zeichen von Pessimismus, sondern Teil der Vorbereitung. Er besteht aus zwei Kopien: dem zentralen Bildmaterial in Schwarzweiß und dem Arbeitsblatt mit der Aufgabenstellung. Beides passt auf ein Blatt und liegt in der Mappe. Wenn Netz, Beamer oder Geräte ausfallen, ändert sich dann nur das Medium, nicht die Stunde.

Sinnvoll ist außerdem eine Notfallvariante der Sicherung: Wenn das gemeinsame Dokument nicht erreichbar ist, wird an der Tafel gesammelt. Legen Sie vorher fest, welche drei Spalten dort stehen. Diese Entscheidung im Voraus zu treffen dauert zwei Minuten und verhindert, dass die Sicherung unter Zeitdruck ausfällt.

Vergleichbar aufgebautes Bildmaterial mit klaren Deutungshinweisen findet sich in einem Grundschulmaterial zu Rittern und Burgen im Mittelalter, das sich für die Vorentlastung schwächerer Lerngruppen nutzen lässt. Wie sich der gesamte Vorbereitungsaufwand realistisch veranschlagen lässt, zeigt die Übersicht zur Unterrichtsvorbereitung mit Blick auf Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau.

Die fachliche Frage bleibt dieselbe

Digitale Vorbereitung ändert nichts an der Sache. Der Kern der Steinzeitstunde ist die Frage, wie wir über eine Zeit ohne schriftliche Überlieferung überhaupt etwas wissen können. Diese Frage lässt sich am Beamer stellen und auf einem Arbeitsblatt, und sie ist der Grund, warum das Thema in der Sek I steht.

Wenn Sie die vier Schritte einmal durchlaufen haben, ist die Unterrichtsvorbereitung im nächsten Jahr eine Sache von zwanzig Minuten, weil die Entscheidungen dokumentiert sind. In dem Material zur Steinzeit lassen sich die Markierungen direkt im Verlaufsplan festhalten, sodass Sie im Folgejahr nicht erneut sichten müssen. Das gilt auch dann, wenn die Ausstattung im Raum inzwischen eine andere ist.

Ein letzter Punkt betrifft den Zuschnitt des Themas. Steinzeitliche Entwicklungen verliefen weltweit unterschiedlich und zu unterschiedlichen Zeiten; die Sesshaftwerdung war kein einmaliges Ereignis. Wie sich diese Perspektive einbauen lässt, beschreiben die Beiträge zur weltgeschichtlichen Öffnung des Geschichtsunterrichts und zur Hanse und zum mittelalterlichen Fernhandel, der dieselbe Frage nach Austausch und Verbreitung für eine spätere Epoche stellt.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine eigene Präsentation oder reicht das Tafelbild?

Für die Steinzeit lohnt sie, weil Bildmaterial im Zentrum steht und in guter Auflösung gezeigt werden sollte. Bauen Sie sie aber nicht neu, sondern kürzen Sie eine vorhandene. Der Ertrag liegt in der Bildqualität, nicht in der Zahl der Folien. Für die Sicherung ist die Tafel dem Bildschirm in der Sek I meist überlegen.

Wie gehe ich mit Bildrechten um?

Verwenden Sie Material, dessen Nutzung für den Unterricht geklärt ist, etwa aus dem eingesetzten Unterrichtsmaterial oder aus Beständen mit ausgewiesener Lizenz. Aus dem Netz gezogene Abbildungen ohne Herkunftsangabe sind heikel und außerdem fachlich problematisch, weil Kontext und Datierung fehlen. Beides spricht dafür, beim gesichteten Bestand zu bleiben.

Was mache ich, wenn die Geräte nicht funktionieren?

Sie wechseln auf den Ausfallplan und sagen es der Klasse ohne Umschweife. Die vorbereiteten Kopien tragen die Stunde, die Aufgabenstellung bleibt identisch. Wichtig ist, nicht die Hälfte der Stunde mit Reparaturversuchen zu verbringen: Setzen Sie sich vorab eine Grenze von drei Minuten und wechseln Sie danach ohne weitere Diskussion.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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