Unterrichtsvorbereitung Geschichte: Quellen sichten und Stunden takten

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Unterrichtsvorbereitung Geschichte: Quellen sichten und Stunden takten

Diese Seite behandelt die einzelne Geschichtsstunde: welche Quellenart welche Arbeit trägt, wie weit historische Sprache angepasst werden darf, wie viel Zeit eine Bildquelle kostet und wie der Verlauf einer Doppelstunde getaktet wird.

  • 1–2Quellen je Einzelstunde
  • 250–400Wörter Textquelle für 45 Minuten
  • 10–12Minuten für eine Bildquelle
  • 45–75Minuten Vorbereitung je Stunde

Die Unterrichtsvorbereitung Geschichte steht und fällt mit der Quellenmenge. Für eine Einzelstunde tragen eine Textquelle von 250 bis 400 Wörtern oder eine Bildquelle mit ausreichend Zeit zum Sehen — nicht beides. Die Quelle wird gekürzt, aber sichtbar; historische Sprache wird durch Randglossar zugänglich gemacht, nicht übersetzt. Der Verlauf folgt der Abfolge Quelle, Leitfrage, Sicherung, wobei die Sicherung vor allem anderen feststeht.

Wie viel Quelle in eine Stunde passt

Die verbreitetste Fehleinschätzung in der Unterrichtsvorbereitung Geschichte betrifft die Menge. Ein Arbeitsblatt mit drei Textquellen, einer Karte und einer Statistik sieht nach einer gefüllten Stunde aus und produziert in 45 Minuten regelmäßig oberflächliche Bearbeitung aller fünf Materialien. Eine Quelle, an der wirklich gearbeitet wird, ist der Regelfall der Einzelstunde; zwei sind möglich, wenn sie im Kontrast zueinanderstehen und dieselbe Frage bearbeiten.

Die Rechnung ist einfach nachzuvollziehen. Eine Textquelle von 350 Wörtern in historischer Sprache braucht sechs bis acht Minuten zum Lesen, weitere drei für die Klärung des Wortmaterials, zehn bis zwölf für die Bearbeitung der Leitfrage und acht für die Sicherung. Damit sind gut 30 Minuten belegt, und Einstieg, Kontextualisierung und Übergänge sind noch nicht gerechnet. Wer eine zweite Quelle hinzunimmt, muss an einer dieser Stellen kürzen.

Für die Planung folgt daraus eine Reihenfolge: erst die Quelle auswählen und ihren Zeitbedarf abschätzen, dann entscheiden, was die Stunde leisten kann. Nicht umgekehrt. Der Kopf-Pillar zu Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau beschreibt das Verfahren allgemein; im Geschichtsunterricht ist es besonders wirksam, weil der Zeitbedarf einer Quelle sich vorab recht genau schätzen lässt.

Quellenarten und was sie in der Stunde leisten

Die Quellenart bestimmt die mögliche Arbeit, nicht die Themenwahl. Ein amtliches Schriftstück trägt Fragen nach Absicht, Adressat und Handlungsspielraum; ein Ego-Dokument trägt Fragen nach Perspektive und Erfahrung; eine Statistik trägt Fragen nach Entwicklung und Vergleich, aber nur, wenn ihre Erhebungsbedingungen mitgeliefert werden. Wer eine Perspektivfrage an eine Verordnung stellt, erzeugt Spekulation, und die Stunde endet in Meinungsäußerung.

Sauber getrennt werden muss die Quelle vom Darstellungstext. Ein Schulbuchabschnitt, ein Lexikonartikel oder ein wissenschaftlicher Aufsatz sind Darstellungen und tragen andere Fragen: nach Auswahl, Deutung und Standpunkt der Verfasserin. Beides in einer Stunde zu behandeln, ist möglich und lohnend, verlangt aber, dass die Unterscheidung selbst zum Gegenstand gemacht wird — nicht als Nebenbemerkung, sondern als expliziter Arbeitsschritt.

Für Themen mit dünner Überlieferung ist die Auswahl enger, als es scheint. Bei einer Stunde zur Großen Pest im 14. Jahrhundert etwa stehen Chroniken und normative Texte im Vordergrund, und beide sind stark durch die Perspektive ihrer Verfasser geprägt — was kein Mangel ist, sondern der eigentliche Gegenstand.

Umgekehrt liefert ein Thema wie BRD und DDR eine Überfülle an Bild-, Ton- und Schriftmaterial, sodass die Auswahlentscheidung selbst der aufwendigste Vorbereitungsschritt wird. In solchen Fällen lohnt es sich, die Auswahl an der Leitfrage zu treffen und nicht an der Anschaulichkeit: Das eindrucksvollste Material ist selten das, an dem sich die Frage der Stunde am schärfsten bearbeiten lässt.

Kürzen und das Sprachniveau historischer Texte

Historische Sprache ist eine Hürde und zugleich ein Erkenntnisgegenstand. Deshalb gilt: kürzen ja, glätten nein. Streichen Sie Passagen, die für die Leitfrage nichts leisten, und machen Sie die Streichung durch eckige Klammern kenntlich. Ersetzen Sie aber keine historischen Begriffe durch heutige, wenn deren Bedeutungsverschiebung Teil der Sache ist — genau daran zeigt sich, dass die Vergangenheit nicht die Gegenwart in älterer Kleidung ist.

Das Randglossar ist das Mittel der Wahl. Fünf bis acht Einträge auf einer Quellenseite halten das Lesen in Bewegung, ohne den Text zu ersetzen. Bei frühneuzeitlichen Texten kommt die orthografische Anpassung hinzu: Eine behutsame Modernisierung der Schreibung bei erhaltenem Wortlaut ist vertretbar und in Editionen üblich; eine Übertragung in heutige Syntax ist es nicht, weil sie die Satzbauentscheidungen des Originals unsichtbar macht.

Für schwächere Lerngruppen ist die tragfähige Anpassung die Verkürzung, nicht die Vereinfachung. Ein Ausschnitt von 150 Wörtern, an dem gründlich gearbeitet wird, bringt mehr als eine paraphrasierte Seite. Ergänzen Sie stattdessen die Erschließungshilfen: einen Satz Paratext zur Situation, eine Leitfrage in zwei Teilschritten, ein Beispiel für den ersten Schritt. Der Beitrag zur Vorbereitung von Migration in Bayern zeigt diesen Zuschnitt an Verwaltungsquellen mit sperriger Sprache.

Bildquellen und der Zeitbedarf des Sehens

Bildquellen gelten als schneller als Texte und sind es nicht. Ein Flugblatt, eine Karikatur oder eine Fotografie braucht zehn bis zwölf Minuten, wenn die Klasse zunächst beschreibt, dann Details zuordnet und erst danach deutet. Wird diese Abfolge abgekürzt, springt die Klasse nach dreißig Sekunden zur Deutung, und der Rest der Stunde besteht darin, diese Deutung zu korrigieren.

Technisch entscheidet die Auflösung über die Brauchbarkeit. Eine Karikatur mit Bildunterschrift oder Beschriftungen im Bild ist auf einer Kopie oft unlesbar; planen Sie dann die Projektion ein und geben Sie zusätzlich eine Detailvergrößerung aus. Bei Fotografien ist die Bildunterschrift Teil der Quelle und gehört mit ausgegeben — samt der Information, wer sie wann formuliert hat, denn häufig stammt sie nicht aus der Entstehungszeit.

Der ergiebigste Zugriff ist der Bildvergleich, kostet aber die doppelte Zeit und passt deshalb in die Doppelstunde. Für Themen, in denen Selbst- und Fremddarstellung auseinandertreten, ist er sachlich schwer zu ersetzen; eine Stunde zu jüdischem Leben in Deutschland im langen 19. Jahrhundert etwa lebt davon, dass Selbstzeugnisse und äußere Zuschreibungen nebeneinanderliegen. Die Beiträge zur Vorbereitung dieses Themas und zur frühen Neuzeit führen den jeweiligen Bildzugriff aus.

Für die Vorbereitung lohnt sich eine einfache Notiz zu jeder Bildquelle: Was ist zu sehen, was ist bekannt über Entstehung und Verwendung, und welche Deutung liegt nahe, ohne durch das Bild gedeckt zu sein. Die dritte Zeile ist die wichtigste, weil sie die Fehldeutung vorwegnimmt, die im Unterricht ohnehin kommt, und Ihnen die Rückfrage bereitlegt, mit der Sie sie an das Bild zurückbinden.

Passende Unterrichtsreihen im Katalog

Jüdisches Leben in Deutschland im langen 19. Jahrhundert - Unterrichtsmaterial
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BRD und DDR - Unterrichtsreihe SEK I
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Zeitbedarf der Quellenarbeit in einer Einzelstunde

Schritt Minuten Hinweis
Einstieg mit Leitfrage 4–5 Ein Detail aus dem Material, keine Kontexterzählung
Textquelle lesen (250–400 Wörter) 6–8 Bei historischer Sprache eher am oberen Rand
Wortmaterial klären 2–3 Randglossar mit fünf bis acht Einträgen
Bearbeitung der Leitfrage 10–12 Einzeln, dann Abgleich zu zweit
Bildquelle beschreiben und deuten 10–12 Nur statt, nicht zusätzlich zur Textquelle
Sicherung 5–8 Vier bis sechs Zeilen, vorher entworfen
Einordnung und Ausblick 3–5 Zeitleiste statt mündlicher Zusammenfassung

Den Stundenverlauf takten

Der Verlauf einer Geschichtsstunde folgt einer stabilen Grundform: Einstieg, Quellenarbeit an einer Leitfrage, Sicherung, Einordnung. Die Sicherung wird zuerst geplant, weil sie festlegt, was die Quellenarbeit hervorbringen muss. Sie besteht aus vier bis sechs Zeilen im Heft oder einem Tafelbild mit zwei Spalten und ist in fünf bis acht Minuten schreibbar — was länger dauert, ist keine Sicherung, sondern eine zweite Erarbeitung.

Der Einstieg dauert höchstens fünf Minuten und hat genau eine Funktion: die Leitfrage plausibel zu machen. Ein Bilddetail, ein Zitat, eine Zahl aus dem Material. Was darüber hinausgeht, verbraucht Bearbeitungszeit. Die Kontextualisierung — wann, wo, unter welchen Umständen — gehört nicht in den Einstieg, sondern in den Paratext der Quelle, wo sie beim Lesen zur Verfügung steht und nicht erinnert werden muss.

In der Doppelstunde ändert sich nicht die Grundform, sondern die Anzahl der Durchläufe: zwei Quellen, zwei Leitfragen, eine gemeinsame Sicherung, die beide verbindet. Die verbindende Sicherung ist der Unterschied zwischen einer Doppelstunde und zwei aneinandergehängten Einzelstunden. Wie sich mehrere solcher Doppelstunden zu einem Bogen über Wochen ordnen, behandelt die Seite zur Unterrichtsreihe Geschichte.

Kurzfristig übernehmen und fachfremd unterrichten

Wenn Sie eine Geschichtsstunde am Vorabend übernehmen, verschiebt sich die Unterrichtsvorbereitung: Es fehlt nicht die Zeit für die Feinplanung, sondern der Überblick über den Gegenstand. Der tragfähige Weg führt dann über eine einzige gut gewählte Quelle und eine eng gefasste Leitfrage. Verzichten Sie auf den historischen Rahmenvortrag, den Sie nicht sicher halten können, und geben Sie den Rahmen schriftlich als Paratext aus — dort ist er überprüfbar und kostet keine Autorität.

Die zweite Vorkehrung betrifft die Rückfrage, die über das Material hinausgeht. Ein angekündigtes Nachschlagen bis zur nächsten Stunde ist die sachlich richtige Antwort und wird von Lerngruppen problemlos akzeptiert; eine plausibel klingende Vermutung wird dagegen zur Behauptung, die später korrigiert werden muss. Bei kontroversen Gegenständen ist dieser Unterschied besonders wichtig, weil die Korrektur dann nicht mehr neutral ankommt.

Drittens hilft eine Zeitleiste an der Wand, auch wenn sie schematisch bleibt. Sie ersetzt die Einordnung, die Sie sonst mündlich leisten müssten, und sie hilft der Klasse mehr als jede Wiederholung von Jahreszahlen. Die Beiträge zur kurzfristigen Übernahme einer Reformationsstunde und zum fachfremden Unterrichten im Black History Month beschreiben beide Fälle mit konkreten Vorbereitungsschritten.

Was in dieser Lage besonders hilft, ist eine Sicherung, die auch dann trägt, wenn das Gespräch in eine unerwartete Richtung läuft: eine Tabelle mit zwei Spalten, in die Befunde aus der Quelle und offene Fragen getrennt eingetragen werden. Die offenen Fragen sind keine Verlegenheitslösung, sondern der Anfang der nächsten Stunde, und sie machen sichtbar, dass historisches Arbeiten mit unvollständigem Wissen umgeht.

Karten, Statistiken und Zeitleisten als Nebenmaterial

Neben der Leitquelle steht in vielen Stunden ein zweites Material, das nicht bearbeitet, sondern benutzt wird: eine Karte, eine Statistik, eine Zeitleiste. Für die Vorbereitung ist die Unterscheidung wichtig, weil benutztes Material keine Bearbeitungszeit beansprucht, wohl aber Verständniszeit. Eine Karte, die zwei Minuten Orientierung braucht, kostet diese zwei Minuten in jedem Fall — und zwar zusätzlich, nicht anstelle der Quellenarbeit.

Karten sind dann brauchbar, wenn sie genau die Information zeigen, die die Leitfrage braucht, und möglichst wenig darüber hinaus. Historische Karten sind selbst Quellen und tragen entsprechende Fragen, moderne Rekonstruktionskarten sind Darstellungen und zeigen den Forschungsstand ihrer Entstehungszeit. Beides in derselben Stunde zu verwenden, ist möglich, sollte aber ausgesprochen werden, weil die Klasse sonst beide gleich behandelt.

Statistiken brauchen die Angabe, wer wann was und mit welchem Interesse erhoben hat; ohne diese Angabe ist die Zahlenreihe im Geschichtsunterricht wertlos. Halten Sie den Umfang klein: zwei Spalten und sechs bis acht Zeilen sind in der Stunde auswertbar, eine ganze Tabellenseite nicht. Eine Zeitleiste schließlich ist kein Material für eine einzelne Stunde, sondern eine Dauereinrichtung an der Wand, die in jeder Stunde um einen Eintrag wächst und dadurch die Einordnungsarbeit übernimmt, die sonst mündlich wiederholt werden müsste.

Fertiges Material in 20 Minuten prüfen

Fertiges Material spart Zeit nur, wenn es geprüft wird. Drei Fragen genügen. Erstens: Ist die Quellenangabe vollständig, sodass Art, Entstehungszeit und Verfasser erkennbar sind? Fehlt sie, ist das Material für Quellenkritik unbrauchbar, auch wenn der Text passt. Zweitens: Sind Kürzungen markiert? Drittens: Führt die Aufgabenstellung zur Sicherung, die ich brauche, oder zu einer anderen?

Die häufigste Schwäche liegt bei der ersten Frage. Ohne Entstehungskontext lässt sich keine der Fragen stellen, die Geschichtsunterricht von Sachkundeunterricht unterscheidet. Die zweithäufigste liegt bei der dritten: Aufgaben, die zur Nacherzählung des Quelleninhalts führen, sind schnell erledigt und liefern nichts für die Sicherung. In beiden Fällen ist die Anpassung überschaubar, aber sie muss in die Vorbereitungszeit eingerechnet werden.

Für Themen mit großer Materialfülle lohnt der Blick in eine sortierte Sammlung mehr als die Einzelsuche; die Geschichts-Reihen im Katalog sind nach Epoche und Stufe geordnet, sodass die Auswahlentscheidung weniger Zeit kostet. Ein Material wie USA, Russland und China im 20. und 21. Jahrhundert enthält für eine Einzelstunde meist mehr, als Sie brauchen — nehmen Sie die eine Quelle mit der passenden Leitfrage heraus und lassen Sie den Rest liegen. Ministeriell geprüft ist keines dieser Materialien; die Passung zu den Vorgaben Ihres Landes prüfen Sie beim Sichten mit.

Der Beitrag zur Vorbereitung einer Stunde zur Großen Pest zeigt diese Prüfung an einem Beispiel, in dem die Quellenlage schmal und die Deutungsfrage anspruchsvoll ist.

Bausteine einer vorbereiteten Geschichtsstunde

  • Eine Quelle je Einzelstunde ist der Regelfall; zwei nur im Kontrast zur selben Leitfrage.
  • Die Quellenart wird vor der Aufgabenstellung geprüft, weil sie festlegt, welche Fragen tragen.
  • Quelle und Darstellungstext werden unterschieden; wo beides vorkommt, ist die Unterscheidung ein eigener Arbeitsschritt.
  • Kürzungen sind markiert, historische Begriffe bleiben stehen, Erschließung läuft über ein Randglossar.
  • Für schwächere Gruppen wird verkürzt, nicht paraphrasiert; stattdessen wachsen die Erschließungshilfen.
  • Bildquellen bekommen die Abfolge Beschreiben, Zuordnen, Deuten und die dafür nötigen zehn bis zwölf Minuten.
  • Die Sicherung steht vor der Aufgabenstellung fest und ist in fünf bis acht Minuten schreibbar.
  • Beim Sichten fremden Materials entscheiden Quellenangabe, Kürzungsmarkierung und Passung der Aufgabe zur Sicherung.

Die vier Materialien unten decken unterschiedliche Quellenlagen ab: schmale mittelalterliche Überlieferung, dichte Zeitgeschichte, Selbstzeugnisse des 19. Jahrhunderts und internationale Beziehungen. Alle liegen als digitaler Download vor und sind nicht ministeriell geprüft.

Häufige Fragen

Wie viele Quellen gehören in eine Einzelstunde?

In der Regel eine. Eine Textquelle von 250 bis 400 Wörtern belegt mit Lesen, Wortklärung, Bearbeitung und Sicherung gut 30 der verfügbaren Minuten. Zwei Quellen sind vertretbar, wenn sie im Kontrast zueinanderstehen und dieselbe Leitfrage bearbeiten — dann aber jeweils deutlich kürzer. Arbeitsblätter mit vier oder fünf Materialien führen zu oberflächlicher Bearbeitung aller Teile.

Darf ich historische Quellentexte sprachlich vereinfachen?

Kürzen ja, umschreiben nein. Streichungen gehören in eckige Klammern, historische Begriffe bleiben stehen, weil ihre Bedeutungsverschiebung häufig Gegenstand der Stunde ist. Eine behutsame Modernisierung der Schreibung bei erhaltenem Wortlaut ist vertretbar; die Übertragung in heutige Syntax nicht. Für schwächere Lerngruppen ist die kürzere Passage mit mehr Erschließungshilfen der bessere Weg als eine Paraphrase.

Wie viel Zeit kostet eine Bildquelle?

Zehn bis zwölf Minuten, wenn die Abfolge Beschreiben, Zuordnen, Deuten eingehalten wird. Ohne diese Abfolge springt die Klasse sofort zur Deutung, und der Rest der Stunde dient der Korrektur. Prüfen Sie vorab die Lesbarkeit von Beschriftungen auf der Kopie und planen Sie gegebenenfalls Projektion plus Detailvergrößerung ein. Die Bildunterschrift gehört mit ausgegeben, samt Angabe, wer sie wann verfasst hat.

Woran erkenne ich, ob fremdes Material brauchbar ist?

An drei Prüfungen. Ist die Quellenangabe vollständig, sodass Art, Entstehungszeit und Verfasser erkennbar sind? Sind Kürzungen markiert? Führt die Aufgabenstellung zu der Sicherung, die Sie brauchen, oder zur bloßen Nacherzählung des Quelleninhalts? Material ohne Entstehungskontext ist für Quellenkritik unbrauchbar, auch wenn der Text inhaltlich passt. Die Prüfung dauert etwa 20 Minuten und gehört in die Vorbereitungszeit.

Wie bereite ich eine Geschichtsstunde vor, wenn ich fachfremd unterrichte?

Über eine gut gewählte Quelle und eine eng gefasste Leitfrage. Der historische Rahmen wird schriftlich als Paratext ausgegeben statt frei vorgetragen — dort ist er überprüfbar und muss nicht auswendig verfügbar sein. Rückfragen, die über das Material hinausgehen, beantworten Sie mit einem angekündigten Nachschlagen. Eine Zeitleiste an der Wand ersetzt einen erheblichen Teil der Einordnung, die sonst mündlich zu leisten wäre.

Wie plane ich eine Doppelstunde, ohne dass sie in zwei Hälften zerfällt?

Über die gemeinsame Sicherung. Zwei Quellen und zwei Leitfragen sind unproblematisch, solange am Ende ein Ergebnis steht, das beide verbindet — ein Vergleich, eine begründete Zuordnung, eine Reihung. Fehlt diese verbindende Sicherung, hat die Klasse zwei Einzelstunden hintereinander erlebt. Planen Sie diese Sicherung zuerst und leiten Sie beide Leitfragen daraus ab, nicht umgekehrt.