Geschichte· Sek I

Unterrichtsvorbereitung Geschichte: Black History Month fachfremd unterrichten

von Luca 08.09.2026 1 Min. Lesezeit
Black History Month - Unterrichtsreihe SEK I

Die Unterrichtsvorbereitung zum Black History Month lohnt sich im Team. Eine Fachschaftsstunde reicht, um Arbeitsteilung, gemeinsame Materialbasis und sprachliche Absprachen zu klären. Danach bereitet jede Lehrkraft nur noch ihre eigene Stunde vor, arbeitet aber mit denselben Begriffen, denselben Quellen und einem Erwartungshorizont, den alle mittragen.

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Warum dieses Thema selten allein vorbereitet werden sollte

Der Black History Month geht auf eine Initiative aus den 1920er Jahren in den USA zurück und wird dort seit den 1970er Jahren im Februar begangen; in Deutschland etablierte er sich seit den 1990er Jahren. Schon diese Vorgeschichte zeigt, dass es sich um ein Format mit eigener Entstehungsgeschichte handelt und nicht um ein beliebiges Themenfenster. Wer das nicht mitbedenkt, unterrichtet einen Anlass ohne Gegenstand.

Hinzu kommt die inhaltliche Spannweite: transatlantischer Sklavenhandel, Abolition, Bürgerrechtsbewegung, koloniale Geschichte europäischer Staaten, Schwarze Perspektiven auf die deutsche Geschichte. Kein Kollege bereitet das an einem Nachmittag allein vor. Verteilt auf vier Personen entsteht dagegen in überschaubarer Zeit ein Bestand, der mehrere Jahrgänge trägt und im nächsten Jahr wieder verwendbar ist.

Arbeitsteilung, die tatsächlich Zeit spart

Teilen Sie nicht nach Jahrgängen, sondern nach Bausteinen. Eine Person übernimmt den historischen Längsschnitt, eine die Quellenauswahl, eine die Aufgabenprogression, eine die Sicherungsformate. Jede liefert ein Produkt, das die anderen in ihre eigene Stunde einbauen können. Teilt man nach Jahrgängen, entstehen vier voneinander unabhängige Stunden und niemand spart etwas.

Wichtig ist, dass die Bausteine dieselbe Leitfrage bedienen. Einigen Sie sich zuerst auf diese Frage — etwa danach, wie Menschen unter den Bedingungen von Unfreiheit und Diskriminierung gehandelt haben — und arbeiten Sie dann getrennt. Die Reihe zum Black History Month für die Sekundarstufe I liefert dafür ein brauchbares Gerüst, an dem sich die Bausteine ausrichten lassen, ohne dass jede Gruppe von vorn anfängt.

Eine gemeinsame Materialbasis statt fünf privater Sammlungen

Der größte Zeitverlust in Fachschaften entsteht dadurch, dass jede Lehrkraft eine eigene Sammlung pflegt, die niemand sonst findet. Legen Sie einen gemeinsamen Ordner an, in dem jedes Material mit drei Angaben versehen ist: Jahrgangsstufe, Anforderungsbereich, benötigte Zeit. Diese drei Angaben entscheiden darüber, ob ein Blatt im Februar tatsächlich benutzt wird oder nicht.

Nehmen Sie in diesen Ordner auch Material auf, das nicht direkt zum Thema gehört, aber methodisch anschlussfähig ist. Eine Reihe zur Überwindung der deutschen Teilung in der friedlichen Revolution von 1989 etwa arbeitet mit vergleichbaren Fragen nach Handlungsspielräumen unter Repression und liefert Aufgabenformate, die sich übertragen lassen. Solche Querverbindungen machen den Ordner über den Februar hinaus nützlich.

Halten Sie außerdem fest, was nicht funktioniert hat. Eine Zeile pro Material genügt. Diese Notizen sind im Folgejahr mehr wert als jede zusätzliche Kopiervorlage, weil sie die Sichtung abkürzen — ein Prinzip, das die Fach-Übersicht zur Vorbereitung im Geschichtsunterricht mit Quellensichtung und Taktung ausführlicher beschreibt.

Absprachen, die vor der ersten Stunde stehen müssen

Klären Sie in der Fachschaft die Begriffe. Welche Selbstbezeichnungen verwenden Sie, wie gehen Sie mit historischen Quellenbegriffen um, die heute rassistisch sind, und wie kennzeichnen Sie diese im Material? Es ist besser, das einmal gemeinsam zu entscheiden, als in vier Klassen vier unterschiedliche Handhabungen zu haben, über die sich die Lernenden austauschen.

Zweite Absprache: Wie verhindern Sie, dass Schwarze Geschichte ausschließlich als Verfolgungsgeschichte erscheint? Praktisch heißt das, in jeder Einheit mindestens eine Aufgabe zu stellen, die nach Handeln, Organisation und Gestaltung fragt — bei der Abolitionsbewegung ebenso wie beim Busboykott in Montgomery oder bei der Bürgerrechtsgesetzgebung der 1960er Jahre.

Dritte Absprache: Wer spricht mit den Kolleginnen aus Englisch und Politik? Eine Verzahnung über Fächergrenzen erhöht den Ertrag deutlich, verlangt aber eine benannte Person, die den Termin macht. Wie man solchen Aufwand realistisch veranschlagt, zeigt die Übersicht zur Unterrichtsvorbereitung mit Blick auf Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau.

Was die Fachschaftsstunde konkret hervorbringt

Nach sechzig Minuten sollten vier Ergebnisse vorliegen: die Leitfrage, die Verteilung der Bausteine, die Begriffsregelung und ein Termin für die Rückmeldung im März. Der Rückmeldetermin ist der Teil, der meistens vergessen wird und den größten Unterschied macht, weil das Material sonst im nächsten Jahr unverändert und unkommentiert wieder auftaucht.

Für die eigene Unterrichtsvorbereitung bleibt danach wenig zu tun: Material auswählen, Taktung festlegen, Differenzierung anpassen. Das Material zum Black History Month ist mit Arbeitsblättern, Lösungen und Verlaufsplan so aufgebaut, dass diese letzte Anpassung in zwanzig Minuten machbar ist. Den Rest hat die Fachschaft bereits erledigt.

Wenn Sie das Verfahren einmal erprobt haben, lässt es sich auf andere Themen übertragen. Fachschaften, die so arbeiten, bauen über wenige Jahre einen Bestand auf, der auch bei kurzfristigen Vertretungen trägt. Wie kollegiale Vorbereitung in anderen Zusammenhängen aussieht, zeigen die Beiträge zum Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst, zur Hanse und zum mittelalterlichen Fernhandel und zur Einordnung der Grundschulgeschichte in Mecklenburg-Vorpommern.

Häufige Fragen

Muss der Black History Month im Februar unterrichtet werden?

Der Februar ist der etablierte Anlass, aber die Inhalte sind nicht an ihn gebunden. Viele Fachschaften legen die Einheit dorthin, weil Öffentlichkeit und Anknüpfungspunkte vorhanden sind. Wer im Februar keine Stunden hat, kann die Bausteine ebenso im Rahmen einer Reihe zu Kolonialismus, Sklaverei oder Bürgerrechten unterbringen, ohne dass etwas verloren geht.

Wie gehe ich mit rassistischen Begriffen in historischen Quellen um?

Sie werden nicht getilgt, aber gekennzeichnet und eingeordnet. Erklären Sie vor der Lektüre, dass der Begriff im Text steht, warum er dort steht und warum er heute nicht verwendet wird. Eine Aufgabe, die die Funktion des Begriffs im Quellentext untersucht, macht aus der Belastung einen Erkenntnisgegenstand statt eines Zwischenfalls.

Lohnt sich die Fachschaftsstunde bei nur zwei Kolleginnen?

Ja, dann sogar besonders. Zwei Personen können sich zwei Bausteine teilen und sparen jeweils die Hälfte der Vorbereitung. Wichtig ist, dass beide dieselbe Leitfrage und dieselbe Begriffsregelung verwenden. Der gemeinsame Ordner lohnt sich unabhängig von der Gruppengröße, weil er im Folgejahr den Einstieg in die Vorbereitung verkürzt.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.

Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.

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