Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau

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Unterrichtsvorbereitung: Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau

Welche Entscheidungen vor einer Stunde in welcher Reihenfolge fallen, wie viel Zeit die Vorbereitung realistisch kostet, wie viel Material eine Doppelstunde trägt und woran Sie merken, dass die Taktung nicht aufgeht.

  • 90–120 MinVorbereitung einer neuen Doppelstunde
  • 3Aufgaben je Erarbeitungsphase
  • 10 MinPuffer, der eingeplant und nicht verplant wird
  • 1,5 SeitenTextumfang, den eine Doppelstunde trägt

Zur Unterrichtsvorbereitung gehören vier Entscheidungen in fester Reihenfolge: Was soll am Ende der Stunde stehen, welche Aufgabe erzeugt das, welches Material trägt diese Aufgabe, und wie ist der Verlauf getaktet. Für eine neue Doppelstunde sind 90 bis 120 Minuten Vorbereitung realistisch, für eine wiederholte 20 bis 30. Alles Weitere ist Kürzen: ein Text, drei Aufgaben, eine Sicherungsform, zehn Minuten Puffer, die nicht verplant werden.

Die Reihenfolge der Entscheidungen

Die meisten Vorbereitungen beginnen beim Material, weil das Material greifbar ist und die Zielformulierung nicht. Diese Reihenfolge ist die teuerste: Wer erst sammelt und dann fragt, wozu, hat nach vierzig Minuten sieben Seiten und keinen Verlauf. Die tragfähige Reihenfolge ist umgekehrt. Zuerst steht der Ertrag der Stunde, dann die Aufgabe, die ihn erzeugt, dann das Material, das die Aufgabe bedient, und zuletzt der Verlauf mit Minutenwerten. Jeder Schritt schließt Material aus, und genau darin liegt sein Nutzen.

Der Ertrag lässt sich in einem Satz prüfen: Was soll eine Schülerin nach dieser Stunde sagen oder tun können, das sie vorher nicht konnte. Ein Satz, keine drei Kompetenzformulierungen. Wenn dieser Satz nicht in dreißig Sekunden gelingt, ist der Gegenstand für eine Doppelstunde noch zu groß und muss zerlegt werden. Erst wenn er steht, lohnt sich die zweite Frage: Welche einzelne Aufgabe zwingt die Lerngruppe dazu, genau das zu tun. Alles, was diese Aufgabe nicht braucht, fällt weg.

Erst an dritter Stelle kommt das Material, und es dient der Aufgabe, nicht umgekehrt. Ein Bild, ein Text, ein Hörbeispiel, eine Quelle: Ein Gegenstand pro Erarbeitungsphase reicht, ein zweiter nur dann, wenn der Vergleich selbst die Aufgabe ist. Wie sich das an einem konkreten Gegenstand durchspielen lässt, zeigt der Ablauf in Material sichten, kürzen und einsetzen Schritt für Schritt an einem einzelnen Werk.

Wie viel Zeit die Vorbereitung tatsächlich kostet

Für eine Doppelstunde, die Sie zum ersten Mal halten und für die Sie eigenes Material zusammenstellen, sind 90 bis 120 Minuten ein realistischer Ansatz. Wiederholen Sie eine Stunde, die Sie schon einmal gehalten und danach kommentiert haben, sinkt der Aufwand auf 20 bis 30 Minuten. Zwischen diesen beiden Werten liegt der häufigste Fall: fertiges fremdes Material, das Sie auf Ihre Lerngruppe zuschneiden. Das kostet 30 bis 45 Minuten, und der Aufwand steckt fast vollständig im Streichen.

Innerhalb der 90 bis 120 Minuten verteilt sich die Arbeit ungleich. Die Sichtung braucht etwa 15 Minuten, Auswahl und Kürzung 25, der Verlaufsplan mit Minutenwerten 20, die Formulierung der Arbeitsaufträge 15, Technik, Kopien und Raumfragen zusammen 15. Der Posten, der regelmäßig unterschätzt wird, ist die Aufgabenformulierung. Ein unscharfer Arbeitsauftrag kostet in der Stunde selbst drei bis fünf Minuten Nachfrage und Klärung, und diese Minuten fehlen genau dort, wo die Sicherung stehen sollte. Wie sich diese Verteilung an einem konkreten Gegenstand ausbuchstabiert, führt eine Vorbereitung in vier Schritten vor.

Wenn nur ein Abend bleibt, reduzieren Sie die Vorbereitung auf zwei Entscheidungen: den Ertragssatz und die Taktung. Das Material nehmen Sie, wie es ist, und streichen nur. Wie weit man damit kommt, beschreibt die Vorbereitung an einem einzigen Abend an einem Thema, das kurzfristig übernommen werden musste. Die Stunde wird dadurch nicht schlechter, sie wird schmaler, und schmal ist in der Unterrichtsvorbereitung fast immer die richtige Richtung.

Material sichten und kürzen

Eine Doppelstunde trägt etwa eineinhalb Seiten Fließtext, ein bis zwei Abbildungen oder ein Hörbeispiel mit drei Ausschnitten, dazu drei Aufgaben. Das ist weniger, als die meisten fertigen Materialsätze anbieten, und deutlich weniger, als man selbst zusammenstellt, wenn man dem Gegenstand gerecht werden will. Der Maßstab ist nicht die Sache, sondern die Zeit: Was in 45 Minuten Erarbeitung nicht bearbeitet werden kann, wird auch nicht gesichert und ist damit für diese Stunde nicht vorhanden.

Beim Kürzen gibt es eine belastbare Reihenfolge. Zuerst fliegen die Zusatzinformationen, die nichts an der Aufgabe ändern: biografische Absätze, Datierungsdiskussionen, Nebenschauplätze. Dann der zweite Beispieltext oder das dritte Bild. Dann die Vertiefungsaufgabe, die ohnehin nur drei Lernende erreicht hätte. Was bleibt, ist der Gegenstand, eine Aufgabe im Anforderungsbereich I bis II, eine im Bereich II bis III und die Sicherung. Differenzierung läuft in diesem Zuschnitt über Aufgabenumfang und Hilfekarten, nicht über zusätzliche Blätter.

Fertige Reihen liefern absichtlich mehr, als eine einzelne Stunde braucht, weil sie für unterschiedliche Zugriffe gebaut sind. Aus dem Material zu Konzeptionalität und Medialität nach Koch und Oesterreicher etwa lässt sich eine Doppelstunde bauen, die allein am Nähe-Distanz-Kontinuum arbeitet und die medialen Beispiele erst in der Folgestunde aufruft. Der Griff, der die Vorbereitung kurz hält, ist immer derselbe: zwei Bausteine auswählen, den Rest ungeöffnet lassen.

Den Verlauf takten

Eine Doppelstunde von 90 Minuten hat nach Ankommen, Organisatorischem und Abschluss etwa 75 Minuten Arbeitszeit. Eine Taktung, die trägt: Einstieg und Problemstellung 10 Minuten, erste Erarbeitung 22, Zwischensicherung im Plenum 8, zweite Erarbeitung oder Anwendung 18, Ergebnissicherung 12, Puffer 5 bis 10. Wichtig ist, dass jede Phase einen Ausgang hat, der sichtbar wird: ein Tafelbild, ein Satz im Heft, ein Ergebnis auf dem Tisch. Phasen ohne sichtbaren Ausgang verlängern sich von selbst. Eine ausbuchstabierte Taktung für einen einzelnen Gegenstand steht in der Vorbereitung zu Heartfield und Kentridge.

In der Einzelstunde von 45 Minuten passt genau eine Erarbeitungsphase. Wer zwei plant, verliert die Sicherung. Rechnen Sie außerdem drei bis vier Minuten für jeden Wechsel der Sozialform ein, inklusive Materialverteilung und Wiederherstellung der Ruhe. Zwei Wechsel sind das Maximum in 45 Minuten, drei in 90. Diese Minuten sind kein Verlust, sie sind Bestandteil des Verlaufs und gehören in den Plan, sonst tauchen sie als Zeitnot in der letzten Phase wieder auf.

Der Puffer wird nicht verplant. Er fängt die Nachfrage ab, die Sie nicht vorhergesehen haben, den Beamer, der nicht startet, die Diskussion, die sich lohnt. Eine Doppelstunde zu John Heartfield und William Kentridge lässt sich zum Beispiel so takten, dass die Zwischensicherung nach dem ersten Bildvergleich liegt; wird sie dort ausführlicher als geplant, kürzen Sie die zweite Erarbeitung um genau diese Minuten und nicht die Sicherung am Ende.

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Vorbereitungsschritte und ihr Zeitbedarf (neue Doppelstunde)

Schritt Zeitbedarf Ergebnis
Ertrag und Aufgabe festlegen 10–15 Min Ein Satz zum Ertrag, eine Kernaufgabe
Material sichten 15 Min Überblick, was vorhanden ist
Auswählen und kürzen 20–25 Min Ein Gegenstand, drei Aufgaben
Verlauf takten 15–20 Min Phasenplan mit Minutenwerten
Arbeitsaufträge formulieren 15 Min Schriftliche Aufträge, vorlesbar
Technik, Kopien, Raum 10–15 Min Alles liegt bereit, Technik getestet
Nachnotiz nach der Stunde 5 Min Grundlage für den zweiten Durchgang

Zu eng oder zu weit: die Symptome

Zu eng geplant erkennen Sie an vier Anzeichen: Die Sicherung fällt aus oder schrumpft auf ein diktiertes Tafelbild. Sie sprechen ab Minute 60 mehr als die Lerngruppe. Die Hausaufgabe wird zum Auffangbecken für das, was in der Stunde nicht fertig wurde. Und Sie merken beim Einsammeln, dass die zweite Aufgabe bei der Hälfte gar nicht bearbeitet ist. Keines dieser Anzeichen ist ein Disziplinproblem, alle vier sind Planungsprobleme und lassen sich beim nächsten Durchgang beheben.

Zu weit geplant sieht anders aus: Ein Drittel ist nach 25 Minuten fertig und wartet, die Gespräche kippen ins Private, die Aufgabe wird als zu leicht kommentiert, und Sie füllen die letzten 20 Minuten mit einem Gespräch, das Sie nicht vorbereitet haben. Der Fehler steckt hier fast nie in der Materialmenge, sondern im Anforderungsniveau der zweiten Aufgabe. Eine Anwendungsaufgabe, die eine eigene Entscheidung verlangt, füllt die Zeit zuverlässiger als eine weitere Reproduktionsaufgabe.

Gegen beides hilft dieselbe Vorkehrung: eine Sollbruchstelle und eine Reserveaufgabe. Die Sollbruchstelle ist die Phase, die Sie im Notfall streichen, ohne dass die Stunde ihren Ertrag verliert; markieren Sie sie im Verlaufsplan. Die Reserveaufgabe steht auf demselben Blatt und verlangt eine eigene Stellungnahme zum Gegenstand. Wie sich eine solche Doppelstruktur an einem theoretisch anspruchsvollen Thema anlegen lässt, zeigt die Vorbereitung zu Wegen der Abstraktion.

Stolperstellen vorher benennen

Notieren Sie vor der Stunde drei Dinge: das Vorwissen, das Sie voraussetzen, die zwei bis drei Begriffe, die die Lerngruppe braucht, und die Frage, die mit hoher Wahrscheinlichkeit kommt. Vorwissen, das Sie voraussetzen, aber nicht geprüft haben, ist die häufigste Ursache für Erarbeitungsphasen, die nicht in Gang kommen. Zwei Minuten Abfrage am Anfang sind billiger als zwanzig Minuten Reparatur in der Mitte, und sie zeigen Ihnen sofort, ob Ihr Einstieg trägt. Bei Gegenständen mit Alltagsbezug ist das besonders heikel, weil Alltagswissen als Fachwissen auftritt — nachzulesen an der Vorbereitung zu Bildzitaten in Medien und Popkultur.

Bei Gegenständen mit historischem oder gesellschaftlichem Kontext liegt die Stolperstelle regelmäßig in Begriffen, die die Lerngruppe zu kennen glaubt. Wer eine Doppelstunde aus dem Material zu jüdischem Leben im langen 19. Jahrhundert baut, muss vorher entscheiden, ob Emanzipation, Assimilation und Akkulturation eingeführt oder umgangen werden — beides ist vertretbar, aber unentschieden geht die Erarbeitung schief. Der Arbeitsauftrag selbst wird schriftlich fixiert, kurz gehalten und in der Stunde von einer Schülerin vorgelesen, bevor die Phase startet.

Die dritte Stolperstelle ist der Übergang von der Erarbeitung in die Sicherung. Er misslingt fast immer aus demselben Grund: Die Ergebnisse liegen in unterschiedlicher Form vor, und das Zusammentragen wird zur Reihum-Vorstellung, die zwanzig Minuten frisst. Legen Sie die Form der Ergebnisse in der Aufgabe fest — drei Stichpunkte, eine Tabellenzeile, ein Satz mit Beleg — und die Sicherung ist in acht Minuten zu haben, weil alle Beiträge dieselbe Gestalt besitzen und sich direkt zusammensetzen lassen.

Vorbereitung, die den zweiten Durchgang trägt

Die wirksamsten fünf Minuten der Unterrichtsvorbereitung liegen nach der Stunde. Notieren Sie direkt auf dem Verlaufsplan, welche Phase zu lang war, welche Aufgabe missverstanden wurde und was Sie gestrichen haben. Diese Notiz ist der Grund, warum der zweite Durchgang in 20 Minuten vorzubereiten ist statt in zwei Stunden. Ohne sie bereiten Sie dieselbe Stunde im nächsten Jahr noch einmal vollständig vor und machen mit hoher Wahrscheinlichkeit denselben Zuschnitt-Fehler ein zweites Mal.

Legen Sie das kommentierte Material zusammen mit den Kopiervorlagen und dem Verlaufsplan ab, nicht getrennt. Wer eine Doppelstunde aus dem Material zu Progressive Rock und Punk einmal getaktet und danach kommentiert hat, kann sie im Folgejahr in einer anderen Lerngruppe mit zwei Änderungen wieder einsetzen: anderes Hörbeispiel, andere Zweitaufgabe. Der Verlauf bleibt. Genau dieser Bestand an durchgetakteten Stunden ist es, der die wöchentliche Vorbereitungslast über die Jahre senkt.

Sobald mehrere solcher Stunden zu einem Gegenstand vorliegen, verschiebt sich die Frage von der einzelnen Stunde auf den Bogen über Wochen — Sequenz, Progression, Leistungsüberprüfung. Diese Ebene behandelt die Planung einer Unterrichtsreihe gesondert, weil sie nach anderen Kriterien entschieden wird. Einen Überblick über fertig getaktete Gegenstände quer durch die Fächer geben die thematischen Unterrichtsreihen, aus denen sich einzelne Doppelstunden herauslösen lassen.

Die Woche im Block vorbereiten

Wer jede Stunde einzeln am Vorabend vorbereitet, zahlt den Einrichtungsaufwand jedes Mal neu: Material heraussuchen, sich in den Gegenstand hineinlesen, Kopien anwerfen. Gebündelt fällt dieser Aufwand einmal an. Ein fester Block von 90 bis 120 Minuten pro Woche, in dem alle Stunden einer Lerngruppe zusammen getaktet werden, ist über ein Halbjahr die deutlich billigere Organisation der Unterrichtsvorbereitung — und die einzige, die verlässlich verhindert, dass die Donnerstagsstunde ohne Sicherung geplant wird.

Innerhalb des Blocks hat die Reihenfolge Gewicht. Beginnen Sie mit den Stunden, die neues Material verlangen, solange die Konzentration reicht, und schieben Sie Wiederholungen und bereits kommentierte Stunden ans Ende. Kopieraufträge, Technikprüfung und Raumfragen werden gesammelt am Schluss erledigt, nicht zwischendurch. Der häufigste Fehler ist der umgekehrte Weg: mit der schwierigsten Stunde beginnen, sich festlesen und nach vierzig Minuten mit einem halben Verlaufsplan und vier ungeplanten Stunden dastehen.

In denselben Block gehört der Vorrat für den Vertretungsfall. Halten Sie je Lerngruppe zwei Stunden bereit, die ohne Sie funktionieren: ein Auftrag, ein Material, ein Ergebnis, das eingesammelt wird und in der nächsten Stunde aufgegriffen werden kann. Diese beiden Stunden werden einmal gebaut und über Jahre benutzt. Sie sind der Unterschied zwischen einem Ausfalltag, der die Reihenlogik zerstört, und einem, der sie nur unterbricht.

Was am Ende einer Vorbereitung vorliegt

  • Ein Satz, der den Ertrag der Stunde benennt und ohne Kompetenzformulierung auskommt.
  • Eine Kernaufgabe, die diesen Ertrag erzwingt, und höchstens zwei weitere Aufgaben.
  • Ein Gegenstand je Erarbeitungsphase, ein zweiter nur, wenn der Vergleich die Aufgabe ist.
  • Ein Verlaufsplan mit Minutenwerten, in dem jede Phase einen sichtbaren Ausgang hat.
  • Eine markierte Sollbruchstelle: die Phase, die im Notfall entfällt.
  • Eine Reserveaufgabe für die Schnellen, die eine eigene Stellungnahme verlangt.
  • Zwei bis drei Begriffe, über deren Einführung Sie vorher entschieden haben.
  • Fünf Minuten Nachnotiz auf dem Verlaufsplan, direkt nach der Stunde.

Die Fachseiten dieses Bereichs führen die Schritte weiter aus, dort wo sie fachspezifisch werden: Bildrechte und Fachraum im Kunstunterricht, Abspieltechnik und Hörauftrag in Musik, Quellenumfang in Geschichte.

Häufige Fragen

Wie lange dauert die Unterrichtsvorbereitung für eine Doppelstunde?

Für eine neue Doppelstunde mit eigenem Materialzuschnitt sind 90 bis 120 Minuten realistisch. Wird fertiges fremdes Material adaptiert, sind es 30 bis 45 Minuten, weil der Aufwand fast vollständig im Streichen liegt. Eine Stunde, die Sie schon einmal gehalten und danach kommentiert haben, kostet 20 bis 30 Minuten. Der Unterschied zwischen den Werten entsteht durch die Nachnotiz nach der Stunde, nicht durch Routine.

Womit beginnt man: mit dem Material oder mit dem Ziel?

Mit dem Ertrag. Formulieren Sie in einem Satz, was die Lerngruppe nach der Stunde sagen oder tun können soll, dann die Aufgabe, die genau das erzwingt, dann erst das Material. Wer beim Material beginnt, sammelt mehr, als eine Doppelstunde trägt, und muss anschließend gegen die eigene Sammlung kürzen. Gelingt der Ertragssatz nicht in dreißig Sekunden, ist der Gegenstand für eine Stunde zu groß.

Wie viel Material passt in eine Doppelstunde?

Etwa eineinhalb Seiten Fließtext oder ein bis zwei Abbildungen oder ein Hörbeispiel mit drei Ausschnitten, dazu drei Aufgaben. Maßstab ist nicht der Gegenstand, sondern die verfügbare Erarbeitungszeit von rund 45 Minuten in einer 90-Minuten-Stunde. Was in dieser Zeit nicht bearbeitet werden kann, wird auch nicht gesichert. Zusätzliche Blätter erhöhen den Ertrag nicht, sie verschieben ihn nur in die Hausaufgabe.

Was streicht man zuerst, wenn die Zeit nicht reicht?

In dieser Reihenfolge: Zusatzinformationen ohne Aufgabenbezug, das zweite Beispiel oder dritte Bild, die Vertiefungsaufgabe. Die Sicherung wird nie gestrichen, auch nicht gekürzt auf ein diktiertes Tafelbild. Wenn Sie im Verlaufsplan vorher eine Sollbruchstelle markiert haben, ist die Entscheidung in der Stunde selbst in Sekunden getroffen und kostet keine Aufmerksamkeit, die Sie gerade für die Lerngruppe brauchen.

Woran merke ich, dass ich zu viel geplant habe?

Die Sicherung fällt aus, Sie sprechen ab Minute 60 mehr als die Lerngruppe, die Hausaufgabe fängt Unerledigtes auf, und die zweite Aufgabe ist bei der Hälfte unbearbeitet. Das sind Planungssignale, keine Disziplinprobleme. Umgekehrt zeigt Leerlauf ab Minute 25 keine zu geringe Materialmenge an, sondern ein zu niedriges Anforderungsniveau in der zweiten Aufgabe.

Wie bereite ich fremdes Material vor, das ich nicht selbst erstellt habe?

Lesen Sie es einmal ganz, entscheiden Sie dann den Ertragssatz für Ihre Lerngruppe und wählen Sie zwei Bausteine aus. Alles andere bleibt ungeöffnet. Prüfen Sie die Arbeitsaufträge auf Formulierungen, die Ihre Lerngruppe anders versteht, und ersetzen Sie diese. Ein Hinweis zur Einordnung: Solche Materialien sind nicht ministeriell geprüft, die Passung zu den Vorgaben Ihres Landes prüfen Sie selbst.