Simple Present unterrichten in Klasse 5/6: Routinen, do/does und Signalwörter

Englisch Klasse 5/6 · Simple Present

Simple Present unterrichten in Klasse 5/6: Routinen, do/does und Signalwörter

Wie Sie das Simple Present am Alltag der Kinder aufbauen, welche Fehler bei he, she, it, do und does verlässlich auftreten, wie eine Stundenfolge in sechs Lernwegen aussieht und wie Sie Fehlerquellen diagnostizieren.

31 + 14 SeitenSchülerheft und Lehrkräftefassung
6 Lernwegeplus Projekt Routineprofil
8–12 StundenUnterrichtszeit
Klasse 5/6Englisch

Das Simple Present sitzt in Klasse 5/6, wenn die Kinder es an ihrem eigenen Alltag anwenden: Sie beschreiben Routinen mit Zeitangaben, setzen bei he, she, it das -s, verneinen und fragen mit do und does und platzieren Häufigkeitswörter wie often oder never an der richtigen Stelle. Dabei hilft eine feste Reihenfolge von der Aussage über die Verneinung zur Frage und ein Blick auf typische Fehler, etwa „Ben doesn’t plays tennis“. Wer die Regel begründen lässt, statt sie nur abzufragen, erkennt früh, wo ein Kind Strukturen nur nachahmt.

Fachdidaktischer Hintergrund: Grammatik am eigenen Alltag

Das Simple Present gehört zu den ersten Zeitformen, die Kinder im Englischunterricht systematisch lernen, und es gilt zugleich als eine der hartnäckigsten. Der Grund liegt in der Gegenläufigkeit zum Deutschen. Dort gibt es für die meisten Personen eine eigene Verbendung und keine Hilfsverben bei Frage und Verneinung. Im Englischen fällt die Endung bis auf eine Person weg, dafür treten do und does auf, die dem Deutschen fremd sind. Wer Englisch lernt, muss also gleichzeitig etwas hinzufügen und etwas weglassen.

Fachdidaktisch hat sich bewährt, die Form an Inhalten zu üben, die für die Kinder Bedeutung haben. Routinen, Hobbys, Schulwege und Wochentage sind dafür ideal, weil jedes Kind etwas zu erzählen hat. Das Simple Present dient dort seinem eigentlichen Zweck: Es beschreibt Gewohnheiten, wiederkehrende Abläufe und Tatsachen. „We play football on Fridays“ zeigt eine wiederholte Handlung, und die Zeitangabe „on Fridays“ macht das erkennbar. Erst aus solchen Beobachtungen lässt sich die Funktion der Zeitform ableiten, bevor Regeln für Endungen eingeführt werden.

Das passt zu den Kompetenzbereichen der Englisch-Lehrpläne der Sekundarstufe I: sprachliche Mittel verfügbar machen und kommunikativ einsetzen. Grammatik ist dabei Mittel zum Zweck. Ob ein Kind „She reads“ richtig bildet, ist weniger wichtig als die Frage, ob es mit dieser Form etwas Sinnvolles über sich oder andere sagen kann.

Für die Planung bedeutet das: Jede Grammatikphase braucht einen Sprechanlass. Partnerinterviews, in denen die Kinder einander nach dem Alltag fragen, verbinden die Fragebildung mit echtem Informationsbedarf. Wer wissen will, ob sein Gegenüber Tee mag, fragt „Do you like tea?“ und merkt, dass die Form gebraucht wird. Anschließend berichten die Kinder in der dritten Person über ihre Partnerin oder ihren Partner, und dort taucht das -s ganz von selbst auf. Auf diese Weise entsteht aus drei getrennten Regeln, der Endung, der Verneinung und der Frage, ein zusammenhängender Gebrauch.

Typische Schwierigkeiten: Wo Fehler zuverlässig auftreten

Der häufigste Fehler ist das fehlende -s: „She like tea“, „He play football“. Er verschwindet nicht durch Wiederholung der Regel, sondern durch gezielte Aufmerksamkeit auf die dritte Person Singular. Dazu kommen Schreibvarianten wie goes, watches und studies. Kinder, die das -s kennen, schreiben dann „studys“ oder „watchs“, weil sie die Regel zu schematisch anwenden. Korrekturaufgaben, in denen ein Fehler wie „She studys and have a book“ steht, trainieren, die Endungen am ganzen Satz zu prüfen, statt nur am einzelnen Wort.

Der zweite Fehlertyp betrifft do und does. Nach does steht das Verb in der Grundform, und das -s wandert gewissermaßen in das Hilfsverb. „Ben doesn’t plays tennis“ ist ein klassischer Doppelfehler: Verneinung und Endung werden doppelt markiert. Bei Fragen verhält es sich genauso, etwa bei „Does she goes?“. Hilfreich ist die Merkregel, dass in Frage und Verneinung jeweils nur ein Wort die Person und Zahl anzeigt, nämlich do oder does, und das Vollverb darum unverändert bleibt.

Drittens gibt es Probleme bei der Satzstellung. Häufigkeitswörter stehen im Englischen vor dem Vollverb und nach dem Verb be. „She never walks to school“ und „He is always late“ zeigen beide Fälle. Kinder, die im Deutschen an das Satzende gewohnt sind, hängen das Wort gern hinten an. Und schließlich gibt es die doppelte Verneinung: „She doesn’t never walk“ ist im Standardenglischen nicht korrekt, auch wenn Kinder sie aus anderen Sprachen oder aus der Umgangssprache kennen.

Dazu kommt ein Punkt, der selten benannt wird: Das Wort „oft“ ist ungenau. Der Unterschied zwischen „often“ und „three times a week“ ist für Kinder nicht selbstverständlich, und es lohnt, ihn in einer eigenen Aufgabe zu klären. Wer präzise sagen möchte, wie häufig etwas passiert, braucht beides, die ungefähre und die gezählte Angabe.

Unterrichtsaufbau: Sechs Lernwege von der Routine zum Text

Das Material Simple Present: My everyday life für Klasse 5/6 folgt der Reihenfolge Aussage, Verneinung, Frage, Häufigkeit und Text. Lerntexte und Aufgaben sind englisch, die Lehrkräftefassung ist deutsch. Dort steht der Hinweis, dass sich das englische Lernmaterial bei Bedarf mündlich auf Deutsch erschließen lässt. Jeder Lernweg umfasst vier Heftseiten mit Einstieg, Lerntext, Aufgaben 1 und 2, begründender Aufgabe 3 und zusätzlicher Übung; insgesamt sind etwa acht bis zwölf Stunden vorgesehen.

Die Tabelle gibt einen Überblick über die Lernwege.

Lernweg Kompetenz Beispielaufgabe
1 Routines and habits Routinen und Zeitangaben erkennen und beschreiben Zeitangaben wie at seven und on Fridays finden, Routinesätze schreiben
2 He, she, it: verb endings Verbendungen -s, -es, -ies anwenden read/reads, watch/watches, study/studies; „She studys and have a book“ korrigieren
3 Negatives with do and does Aussagen mit do not und does not verneinen „Ben doesn’t plays tennis“ korrigieren; Sätze mit Gegensatz schreiben
4 Questions with do and does Ja/Nein-Fragen und Fragen mit Fragewort stellen, Kurzantworten geben „Where does Sam live?“; Partnerinterview mit vier Fragen
5 How often? Häufigkeitswörter richtig platzieren often und three times a week vergleichen; Wochenplan mit vier Sätzen
6 A clear routine text Einen zusammenhängenden Text überarbeiten und schreiben Fehlerhaften Entwurf über Ella korrigieren; 70 bis 90 Wörter schreiben

Die Lernwege lassen sich auch einzeln einsetzen, etwa die Fragen mit do und does als Wiederholung vor einer Lernstandserhebung. Für die Vorbereitung sind Partnerinterviews, Verbkarten und ein Wochenplan vorgesehen. Die Illustrationen im Heft sind Anschauungsbeispiele, maßgeblich sind die beschrifteten Beispielsätze.

Differenzierung, Diagnose und Projekt

Eine Klasse 5/6 bringt oft sehr unterschiedliche Vorkenntnisse aus der Grundschule mit. Die Lehrkräftefassung sieht daher drei Stufen pro Lernweg vor. Auf der Basis lesen Sie den Text gemeinsam, markieren Schlüsselbegriffe und besprechen Aufgabe 1 mündlich. Im Regelweg arbeiten die Lernenden selbstständig, machen ihre Belege sichtbar und prüfen die Antwort mit einem Partner. Die Erweiterung verlangt einen Weiterdenken-Auftrag, einen Grenzfall oder einen zweiten Lösungsweg mit klarer Begründung.

Zur Diagnose lassen Sie Lernende den Kern ohne Lerntext an einem neuen Beispiel erklären. Dabei trennen Sie fachliche Unsicherheit von sprachlichen Schwierigkeiten. Ein Kind, das „Does she play chess?“ richtig bildet, aber nicht erklären kann, warum nach does kein -s steht, braucht Formulierungshilfen. Ein Kind, das „Does she plays?“ schreibt, braucht noch einmal das Beispiel mit der Regel. Die Rückmeldung nennt eine Stärke, eine überprüfbare Frage und einen nächsten Schritt.

Das Projekt ist ein bebildertes Routineprofil von 70 bis 90 Wörtern mit he/she-Formen, einer Verneinung, einer Frage mit Kurzantwort und zwei Zeit- oder Häufigkeitsangaben. Bei der Zwischenbesprechung prüfen Sie zunächst, ob die Formen stimmen, dann die Gestaltung. Der Lerncheck verlangt zu jedem Lernweg ein eigenes Beispiel und zwei passende Begriffe und kann zunächst als Diagnose dienen. Die Bewertungskriterien reichen von 0 bis 4 Punkten pro Bereich.

Praktisch bewährt sich außerdem eine kleine Korrekturliste, die die Kinder selbst führen. Sie enthält zum Beispiel drei Prüffragen: Passt die Endung zum Subjekt? Steht nach do oder does die Grundform? Steht das Häufigkeitswort an der richtigen Stelle? Im sechsten Lernweg entwickeln die Kinder eine solche Liste mit drei Punkten selbst. Eine eigene Liste wird eher benutzt als eine vorgegebene, und sie macht die Fehlersuche im eigenen Text zu einem Verfahren, das sich Schritt für Schritt abarbeiten lässt.

Das Material im Überblick

Die folgenden vier Titel passen zur Seite: das neue Material zum Simple Present, das Sparpaket für Klasse 5/6 und zwei Bestandsprodukte, die weitere Bereiche der englischen Grammatik abdecken.

Weiterlesen und stöbern

Die folgenden Beiträge vertiefen einzelne Lernwege dieser Seite, von der Einführung über die dritte Person bis zu den Häufigkeitswörtern.

Das Material mit Schülerheft und Lehrkräftefassung finden Sie unter Simple Present: My everyday life für Klasse 5/6. Es wird als ZIP mit zwei PDFs geliefert; die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft, die Schullizenz für alle Lehrkräfte einer Schule.

Häufige Fragen

Für welche Klassenstufe ist das Material gedacht?

Für Englisch in Klasse 5/6. Die Lernwege gehen von der Beschreibung von Routinen über Verneinung und Fragen bis zu einem zusammenhängenden Text.

In welcher Sprache sind Heft und Lehrkräftefassung?

Lerntexte und Aufgaben im Heft sind englisch, die Lehrkräftefassung ist deutsch. Dort steht der Hinweis, dass sich das englische Lernmaterial bei Bedarf mündlich auf Deutsch erschließen lässt.

Muss ich alle sechs Lernwege einsetzen?

Nein. Die Module sind auch einzeln nutzbar, etwa die Fragen mit do und does als Wiederholung vor einer Lernstandserhebung. Die Reihenfolge ist aber aufbauend gedacht.

Sind Lösungen enthalten?

Ja. Die Lehrkräftefassung enthält zu jedem Lernweg die Lösungen zu den Aufgaben 1 bis 3 und zur zusätzlichen Übung, bei offenen Aufgaben Kriterien.

Welche Materialien brauche ich?

A4-Ausdrucke und Stifte genügen. Für die Vorbereitung sind Partnerinterviews, Verbkarten und ein Wochenplan vorgesehen.

Passt die Einheit zum Lehrplan meines Bundeslandes?

Die Einheit passt zu den Kompetenzbereichen der Englisch-Lehrpläne der Sekundarstufe I. Verbindlich sind allein die Vorgaben Ihres Landes und die Absprachen an Ihrer Schule.