Lehrausgang planen: außerschulische Lernorte vorbereiten und nachbereiten
Lehrausgang organisieren und auswerten
Lehrausgang planen: außerschulische Lernorte vorbereiten und nachbereiten
Ein Lehrausgang trägt nur, wenn Anmeldung, Aufsicht, fachliche Einbettung und Nachbereitung ineinandergreifen. Diese Seite ordnet die Schritte von der ersten Terminidee bis zur Auswertung im Unterrichtsgegenstand, für alle Schulstufen und Schulformen.
- 4Schritte, die vor jedem Lehrausgang feststehen sollten: Ziel, Termin, Begleitung, Einverständnis
- 1Woche als üblicher Mindestvorlauf für die Abstimmung mit Klassen- oder Jahrgangsvorstand
- 2Phasen, in denen ein Lehrausgang im Unterrichtsgegenstand wirkt: Vorbereitung und Nachbereitung
- 0amtliche Bezeichnung „Exkursion“ im österreichischen Schulalltag — der gültige Begriff heißt Lehrausgang
Ein Lehrausgang gelingt, wenn vier Schritte in der richtigen Reihenfolge stehen: die Anmeldung mit Terminabsprache und Einverständnis der Erziehungsberechtigten, die Abstimmung mit dem Klassen- oder Jahrgangsvorstand, die fachliche Einbettung im jeweiligen Unterrichtsgegenstand und eine Nachbereitung, die den Ausgang im Unterricht festigt. Das gilt von der Volksschule bis zur Oberstufe, wo ein Lehrausgang auch als Recherchegrundlage für die Abschließende Arbeit im Vorfeld der Reifeprüfung dienen kann.
Was einen Lehrausgang von anderen Schulveranstaltungen unterscheidet
Der Lehrausgang ist die österreichische Bezeichnung für das, was in Lehrmaterial aus Deutschland oft knapp als Exkursion firmiert: ein ein- oder halbtägiges Verlassen des Schulgebäudes zu einem Ort, der fachlich zum Unterrichtsgegenstand passt, von der Betriebsbesichtigung über den Museumsbesuch bis zur Geländebegehung. Anders als ein mehrtägiger Schulausflug oder eine Projektwoche bleibt der Lehrausgang im Rahmen des laufenden Stundenplans, wird aber genauso im Vorfeld angemeldet und im Nachhinein dokumentiert.
Verantwortlich für die Koordination ist in der Regel der Klassenvorstand, an berufsbildenden höheren Schulen der Jahrgangsvorstand, weil dort mehrere Unterrichtsgegenstände und mehrere Lehrkräfte in dieselbe Klasse hineinspielen. Wer einen Lehrausgang plant, ohne diese Abstimmung zu suchen, riskiert Terminkollisionen mit anderen Fächern oder mit Schularbeitsterminen, die nach der LBVO ohnehin nur einzeln pro Tag angesetzt werden dürfen.
Die Abgrenzung nach Dauer und Ziel entscheidet auch über den organisatorischen Aufwand: Ein Halbtag innerhalb der eigenen Gemeinde verlangt weniger Vorlauf als ein Ganztag mit Anreise, weil Fragen der Aufsicht, der Beförderung und der Kostenbeteiligung mit steigender Distanz an Gewicht gewinnen. Für die Materialauswahl gilt in beiden Fällen dasselbe Prinzip: Der Lehrausgang soll ein Thema aus dem Unterrichtsgegenstand vertiefen, nicht als Ausflug ohne fachlichen Anlass stehen.
Auch die Größe der Klasse spielt eine Rolle bei der Formatwahl. Eine kleinere Gruppe lässt sich an einem einzigen Ort mit überschaubarem Aufsichtsaufwand führen, während eine große Klasse oft in zwei Teilgruppen mit versetzten Zeitfenstern aufgeteilt wird, etwa bei einer Betriebsbesichtigung mit begrenzter Personenzahl pro Führung. Diese Aufteilung verlängert die Vorlaufzeit, weil zwei Termine statt eines einzigen mit der Zieleinrichtung abgestimmt werden müssen, zahlt sich aber in einer ruhigeren Betreuungssituation vor Ort aus.
Vorlaufzeit und Anmeldung: was vor dem Termin feststehen muss
Vier Punkte sollten vor der eigentlichen Anmeldung geklärt sein: das genaue Ziel samt Ansprechperson vor Ort, ein Terminvorschlag mit Ausweichdatum, die Zahl der Begleitpersonen im Verhältnis zur Gruppengröße und ein grober Ablaufplan für den Tag. Erst danach lässt sich das Einverständnis der Erziehungsberechtigten einholen, das bei minderjährigen Schülerinnen und Schülern für Lehrausgänge außerhalb des unmittelbaren Schulumfelds üblich ist, ebenso wie ein Hinweis auf einen möglichen Kostenbeitrag, dessen Höhe die Schule selbst festlegt.
Bei Lehrausgängen, die über das übliche Format hinausgehen, etwa mit Übernachtung oder Auslandsbezug, kommt eine Meldung an die Bildungsdirektion hinzu. Für den eintägigen Lehrausgang im Inland reicht in den meisten Fällen die schulinterne Genehmigung, weil die Bildungsdirektion vor allem bei den aufwendigeren Formen mit eingebunden wird. Wer sich unsicher ist, klärt das am besten frühzeitig mit der Schulleitung, statt sich auf eine allgemeine Regel zu verlassen, die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt wird.
Der letzte Schritt vor der endgültigen Terminfixierung betrifft die Kolleginnen und Kollegen, deren Stunden durch die Abwesenheit der Klasse oder der begleitenden Lehrkraft entfallen. Eine frühzeitige Absprache verhindert, dass am Tag selbst kurzfristig Supplierstunden organisiert werden müssen, und gibt der Direktion Zeit, den Stundenplan für diesen einen Tag anzupassen, ohne dass andere Klassen davon überrascht werden.
Sinnvoll ist außerdem eine schriftliche Bestätigung der Zieleinrichtung mit Uhrzeit, Treffpunkt und Ansprechperson, die spätestens eine Woche vor dem Termin vorliegen sollte. Fehlt diese Bestätigung, bleibt unklar, ob der reservierte Termin tatsächlich steht, und im ungünstigen Fall steht die Klasse vor verschlossener Tür. Wer diese Rückbestätigung frühzeitig einfordert, schafft sich einen zusätzlichen Puffer, um bei Absagen noch rechtzeitig auf ein Ausweichziel umzuschwenken.
Fachliche Einbettung im Unterrichtsgegenstand
Ein Lehrausgang trägt am meisten, wenn er nicht als einmaliger Ausflug, sondern als ein Baustein innerhalb einer laufenden Unterrichtsreihe geplant ist. Wer im Unterrichtsgegenstand Geografie und wirtschaftliche Bildung gerade globale Lebensbedingungen behandelt, kann Material wie Lebensqualität weltweit Unterrichtsmaterial Geographie für die Vorbereitung nutzen, um vor dem eigentlichen Ausgang begriffliche Grundlagen zu legen, auf die vor Ort zurückgegriffen werden kann. Einen breiteren Überblick über passendes Material zum Gegenstand liefert der Fach-Hub Geografie und wirtschaftliche Bildung Österreich.
Für Geschichte und Politische Bildung gilt dasselbe Prinzip in umgekehrter Richtung: Ein Lehrausgang zu einem historisch relevanten Ort lässt sich mit Material wie Martin Luther & die Reformation einfach erklärt vor- oder nachbereiten, je nachdem, ob die Klasse vor Ort schon über Vorwissen verfügen soll oder das Gesehene erst danach fachlich eingeordnet wird. Beide Reihenfolgen sind vertretbar, solange die Entscheidung bewusst getroffen wird. Der Cluster-Beitrag Martin Luther und die Reformation einfach erklärt: für den Lehrausgang zuschneiden geht auf genau diese Zuschneidung näher ein.
Die Nachbereitung selbst knüpft in der Regel an allgemeine Kompetenzbereiche an, etwa das Gewinnen von Erkenntnissen aus eigener Beobachtung oder das Einordnen von Gesehenem in einen größeren fachlichen Zusammenhang. Eine Aussage, ein bestimmtes Material sei damit lehrplankonform, lässt sich daraus nicht ableiten — belegbar ist nur, dass sich der Lehrausgang inhaltlich in eine bestehende Unterrichtsreihe einfügen lässt.
Wer über die eigene Materialsammlung hinaus nach passenden Reihen für verschiedene Lehrausgangsziele sucht, findet in der Sammlung an Unterrichtsreihen eine breitere Auswahl, die sich nach Unterrichtsgegenstand und Schulstufe filtern lässt, statt sich auf ein einzelnes Fach zu beschränken.
Supplierstunden und organisatorische Abstimmung
Sobald der Termin fixiert ist, braucht es einen Blick auf den Stundenplan der betroffenen Klasse und der begleitenden Lehrkräfte. Fällt der Lehrausgang in Stunden, die eigentlich von anderen Kolleginnen und Kollegen unterrichtet würden, entstehen dort Supplierstunden — entweder, weil diese Lehrkräfte selbst mitgehen, oder weil ihre Stunde für diesen Tag anders belegt werden muss. Eine rechtzeitige Meldung an die Schulleitung erleichtert die Planung erheblich.
In größeren Schulen mit mehreren Parallelklassen lohnt sich zusätzlich die Abstimmung mit dem Sekretariat oder der Direktion, weil ein einzelner Lehrausgang bei ungünstiger Terminwahl mehrere Supplierpläne gleichzeitig berührt. Wer den Termin so legt, dass möglichst wenige fremde Stunden betroffen sind, etwa an einem Tag mit ohnehin geringerer Stundenanzahl der Klasse, reduziert den organisatorischen Aufwand für das gesamte Kollegium.
Nach dem Lehrausgang gehört eine kurze Rückmeldung an den Klassenvorstand zur guten Praxis, besonders wenn während des Tages etwas Ungewöhnliches vorgefallen ist oder einzelne Schülerinnen und Schüler gefehlt haben. Diese Dokumentation dient weniger der Kontrolle als der Verlässlichkeit: Beim nächsten Lehrausgang derselben Klasse lässt sich auf diese Notizen zurückgreifen, statt organisatorische Fragen erneut von vorn zu klären.
In kleineren Schulen mit wenigen Parallelklassen fällt die Suppliersituation meist überschaubarer aus, weil ohnehin weniger Kolleginnen und Kollegen betroffen sind. In größeren Standorten mit mehreren Zügen pro Schulstufe lohnt sich dagegen ein Blick in den Jahresterminplan der gesamten Schule, um Lehrausgänge nicht ausgerechnet in eine Woche zu legen, in der bereits andere Klassen unterwegs sind und der Supplierbedarf ohnehin hoch ist.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog




Vorbereitungsschritte und Zeitbedarf
| Schritt | Zeitpunkt vor dem Lehrausgang | Verantwortlich |
|---|---|---|
| Ziel und Termin festlegen | vier bis sechs Wochen vorher | planende Lehrkraft mit Klassenvorstand |
| Einverständnis der Erziehungsberechtigten einholen | drei bis vier Wochen vorher | planende Lehrkraft |
| Meldung an Bildungsdirektion, falls erforderlich | je nach Format, frühzeitig | Schulleitung |
| Supplierstunden und Stundenplan abstimmen | zwei Wochen vorher | Direktion und Kollegium |
| Ablauf und Aufsicht vor Ort klären | eine Woche vorher | planende Lehrkraft und Begleitpersonen |
| Fachliche Vorbereitung im Unterricht | letzte Unterrichtsstunde davor | Fachlehrkraft |
| Nachbereitung und Dokumentation | möglichst am Folgetag | Fachlehrkraft und Klassenvorstand |
Nachbereitung: den Lehrausgang im Unterricht auswerten
Die Nachbereitung sollte möglichst zeitnah stattfinden, solange Eindrücke und Notizen noch präsent sind. Bewährt haben sich kurze schriftliche Protokolle, ein Plakat für die Klasse oder eine mündliche Kurzpräsentation einzelner Gruppen, je nachdem, welches Format zum Unterrichtsgegenstand passt. Wird der Lehrausgang als Vorbereitung auf ein Thema wie im Cluster-Beitrag Lebensqualität weltweit: den Lehrausgang vorbereiten beschrieben genutzt, verankert die Nachbereitung das Gesehene zusätzlich im laufenden Stoff.
Bei einem thematischen Schwerpunkt auf Konsum und Globalisierung eignet sich Material wie Wie beeinflusst unser Konsum die Globalisierung? auch für die Auswertung, weil sich Beobachtungen vom Lehrausgang direkt mit den dort behandelten Zusammenhängen verknüpfen lassen. So bleibt der Ausgang nicht isoliert, sondern wird Teil einer längeren fachlichen Linie, die sich über mehrere Unterrichtsstunden zieht. Der zugehörige Cluster-Beitrag Wie beeinflusst unser Konsum die Globalisierung? — den Lehrausgang vorbereiten zeigt diese Verknüpfung im Detail.
Wo eine Schule Portfolio- oder Mappenarbeit führt, bietet sich der Lehrausgang als eigener Eintrag an, mit Fotos, kurzen Notizen und einer abschließenden Einordnung durch die Schülerinnen und Schüler selbst. Diese Form der Nachbereitung braucht kaum zusätzliche Unterrichtszeit, weil sie sich mit bereits bestehenden Arbeitsformen verbinden lässt, verlangt aber eine klare Ansage, bis wann der Eintrag fertig sein soll.
Für Klassen, die regelmäßig Lehrausgänge unternehmen, lohnt sich zusätzlich eine wiederkehrende Auswertungsstruktur, etwa ein fester Fragenkatalog, der nach jedem Ausgang gleich abläuft: Was war neu, was bestätigt Bekanntes, welche offene Frage bleibt. Diese Wiederholung senkt den Vorbereitungsaufwand für die Nachbereitung selbst, weil die Klasse das Format bereits kennt, und macht Ergebnisse über mehrere Lehrausgänge hinweg besser vergleichbar.
Stolperstellen in der Praxis
Wetterabhängige Lehrausgänge brauchen von Anfang an einen Alternativplan, sei es ein Ausweichtermin oder ein Ersatzprogramm im Schulgebäude. Wird dieser Plan erst am Tag selbst improvisiert, geht wertvolle Unterrichtszeit verloren, und die Klasse merkt die fehlende Vorbereitung deutlich. Ein kurzer Plan B, der schon bei der Anmeldung mitgedacht wird, erspart diesen Stress im Nachhinein.
Bei größeren Gruppen lohnt sich eine bewusste Aufteilung in kleinere Einheiten mit jeweils einer verantwortlichen Begleitperson, gerade an Orten mit viel Publikumsverkehr. Eine Liste mit Notfallkontakten und die Handynummern der Begleitpersonen sollten allen Beteiligten vorliegen, damit im Ernstfall keine Zeit mit Suchen verloren geht. Diese einfache Maßnahme verhindert die meisten Probleme, bevor sie überhaupt entstehen.
Fragen zum Kostenbeitrag sollten früh und diskret geklärt werden, ohne einzelne Familien in der Klasse bloßzustellen. Manche Schulen bieten dafür eine soziale Staffelung oder eine anonyme Meldemöglichkeit an, wenn ein Beitrag für eine Familie eine Hürde darstellt. Wie hoch ein solcher Beitrag ausfällt, legt jede Schule für sich selbst fest, weshalb sich dazu keine allgemeine Angabe treffen lässt.
Auch technische Details verdienen einen Blick vor dem Termin: Ist die Erreichbarkeit während des Lehrausgangs sichergestellt, falls die Schule etwas mitteilen muss, und liegt eine aktuelle Teilnehmerliste sowohl der begleitenden Lehrkraft als auch der Direktion vor. Diese Liste wird im Ernstfall gebraucht, etwa wenn Erziehungsberechtigte während des Tages Kontakt aufnehmen wollen oder ein Notfall eine schnelle Übersicht verlangt, wer sich gerade wo aufhält.
Ein letzter, oft unterschätzter Punkt betrifft einzelne Schülerinnen und Schüler mit besonderem Betreuungsbedarf, etwa aus gesundheitlichen Gründen. Wer solche Fälle erst am Tag des Lehrausgangs bemerkt, gerät leicht in Zeitdruck. Ein kurzer Blick in die Klassendokumentation vor der Anmeldung, in Absprache mit dem Klassenvorstand, klärt frühzeitig, ob zusätzliche Begleitung oder besondere Vorkehrungen nötig sind, bevor der Termin endgültig fixiert wird.
Der Lehrausgang über die Schulstufen hinweg
In der Volksschule steht meist die unmittelbare Erfahrung im Vordergrund, etwa ein Besuch am Bauernhof oder in der Feuerwehr, mit entsprechend engmaschiger Begleitung. In der Sekundarstufe I verschiebt sich der Schwerpunkt zu einer stärker fachlich geleiteten Auseinandersetzung, während in der Sekundarstufe II zunehmend selbstständige Recherche und eigenständige Auswertung erwartet werden können, abhängig vom bisherigen Übungsstand der Klasse.
In der Oberstufe kann ein Lehrausgang zusätzlich als erste Recherchegrundlage für die Abschließende Arbeit dienen, die im Rahmen der Reifeprüfung neben Klausuren und mündlichen Prüfungen die dritte Säule der schriftlichen, mündlichen und praktischen Reife- und Diplomprüfung bildet. Ein Museumsbesuch oder eine Betriebserkundung liefert dabei oft den ersten konkreten Anknüpfungspunkt für ein Thema, das erst später zu einer eigenständigen Arbeit ausgebaut wird. Zur historischen Einordnung eignet sich zusätzlich Material wie Wir erstellen unseren eigenen Zeitstrahl, das eine chronologische Struktur liefert, bevor der eigentliche Ort besucht wird.
Fachübergreifend zeigt sich das Prinzip auch in der Biologie und Umweltbildung: Wer mit einem Lehrausgang zu einem Lebensraum arbeitet, kann anschließend auf Beiträge wie Verhaltensökologie — den Lehrausgang vorbereiten und Neurologische Erkrankungen und biologische Prozesse: für den Lehrausgang zuschneiden zurückgreifen, ebenso wie der Zeitstrahl-Beitrag Wir erstellen unseren eigenen Zeitstrahl: den Lehrausgang vorbereiten den historischen Bezug für eine Klasse aufbereitet, die einen Lehrausgang zu einem geschichtsträchtigen Ort plant.
Wer neben dem österreichischen Verfahren auch die Schweizer Praxis im Blick hat, findet die entsprechende Einordnung unter Exkursion vorbereiten: ausserschulische Lernorte im Zyklus 3, wo dieselben Planungsschritte auf das dortige Schulsystem übertragen sind. Unabhängig vom Land bleibt ein Grundsatz gleich: Der Lehrausgang ersetzt keine vollständige Unterrichtsreihe, sondern ergänzt sie an einer Stelle, an der ein außerschulischer Lernort etwas leisten kann, das im Klassenzimmer nicht in gleicher Form zugänglich ist.
Bausteine einer verlässlichen Planung
- Ziel, Termin und Begleitpersonen schriftlich festhalten, bevor Erziehungsberechtigte informiert werden.
- Klassen- oder Jahrgangsvorstand frühzeitig einbinden, statt die Abstimmung erst kurz vor dem Termin zu suchen.
- Bei ungewöhnlichen Formaten wie Übernachtung oder Auslandsbezug die Meldung an die Bildungsdirektion nicht vergessen.
- Supplierstunden rechtzeitig mit der Direktion klären, damit betroffene Kolleginnen und Kollegen nicht kurzfristig umplanen müssen.
- Einen Alternativplan für schlechtes Wetter oder Ausfall der Begleitperson mitdenken.
- Die fachliche Einbettung im Unterrichtsgegenstand vor dem Termin festlegen, nicht erst danach improvisieren.
- Eine feste Zeitspanne für die Nachbereitung im Stundenplan reservieren, solange die Eindrücke noch frisch sind.
- Fragen zum Kostenbeitrag diskret und frühzeitig klären, ohne einzelne Familien bloßzustellen.
Die verlinkten Materialien eignen sich zur fachlichen Vor- und Nachbereitung eines Lehrausgangs; welche Reihenfolge und welcher Umfang passen, hängt von Schulstufe, Zeitbudget und dem gewählten Ziel vor Ort ab.
Häufige Fragen
Wie unterscheidet sich ein Lehrausgang von einer mehrtägigen Schulveranstaltung?
Der Lehrausgang bleibt innerhalb des laufenden Stundenplans und dauert einen Tag oder Teile davon, während eine mehrtägige Schulveranstaltung eigene Regelungen zu Unterbringung, Aufsicht über Nacht und meist auch zur Bildungsdirektion mit sich bringt. Organisatorisch ist der Lehrausgang deshalb deutlich schlanker: Es braucht keine Übernachtungslogistik, dafür aber dieselbe Sorgfalt bei Anmeldung, Einverständnis der Erziehungsberechtigten und fachlicher Einbettung. Wer beide Formate vermischt, unterschätzt häufig den zusätzlichen Aufwand einer mehrtägigen Veranstaltung.
Muss jeder Lehrausgang bei der Bildungsdirektion gemeldet werden?
Nein, für den üblichen eintägigen Lehrausgang im Inland reicht in den meisten Fällen die schulinterne Genehmigung durch die Direktion. Eine Meldung an die Bildungsdirektion kommt vor allem bei aufwendigeren Formen ins Spiel, etwa bei Übernachtung oder Auslandsbezug. Wie genau das an der eigenen Schule gehandhabt wird, ist am besten direkt bei der Schulleitung zu erfragen, weil die Praxis je nach Bundesland und Schulform variiert.
Wer ist für die Abstimmung eines Lehrausgangs zuständig?
Die Koordination liegt in der Regel beim Klassenvorstand, an berufsbildenden höheren Schulen beim Jahrgangsvorstand, weil dort mehrere Unterrichtsgegenstände und mehrere Lehrkräfte in dieselbe Klasse hineinspielen. Die planende Fachlehrkraft bringt die inhaltliche Idee ein, während Klassen- oder Jahrgangsvorstand die organisatorische Abstimmung mit anderen Fächern und mit der Direktion übernimmt. Diese Aufteilung verhindert, dass ein Lehrausgang mit Terminen anderer Unterrichtsgegenstände kollidiert.
Wie lässt sich ein Lehrausgang sinnvoll nachbereiten, ohne viel Unterrichtszeit zu verlieren?
Ein kurzes schriftliches Protokoll, ein gemeinsames Plakat oder eine mündliche Kurzpräsentation einzelner Gruppen reichen meist aus, um das Gesehene fachlich einzuordnen. Wichtig ist vor allem der zeitliche Abstand: Findet die Nachbereitung möglichst zeitnah statt, bleibt der Aufwand gering, weil Eindrücke noch präsent sind. Wird sie über Wochen aufgeschoben, braucht es zusätzliche Zeit, um die Erinnerung an den Lehrausgang erst wieder aufzufrischen.
Welche Rolle spielen Supplierstunden bei der Planung eines Lehrausgangs?
Fällt der Lehrausgang in Stunden anderer Unterrichtsgegenstände, entstehen dort Supplierstunden, entweder weil die betroffene Lehrkraft mitgeht oder weil ihre Stunde anderweitig belegt werden muss. Eine frühzeitige Abstimmung mit der Direktion verhindert kurzfristige Umplanungen am Tag selbst. Besonders an Schulen mit mehreren Parallelklassen lohnt sich eine Terminwahl, die möglichst wenige fremde Stunden gleichzeitig betrifft, um den Aufwand für das Kollegium überschaubar zu halten.
Kann ein Lehrausgang für die Abschließende Arbeit in der Oberstufe genutzt werden?
Ja, ein Lehrausgang liefert häufig den ersten konkreten Anknüpfungspunkt für ein Thema, das später zur Abschließenden Arbeit ausgebaut wird, die neben Klausuren und mündlichen Prüfungen zur Reifeprüfung gehört. Ein Museumsbesuch oder eine Betriebserkundung kann so den Ausgangspunkt für eine eigenständige Recherche bilden. Entscheidend ist, dass die Schülerin oder der Schüler den Bezug zwischen Lehrausgang und späterem Thema selbst nachvollziehbar herstellt.


