Geografie und wirtschaftliche Bildung (GW): Material für österreichische Schulen

GW · Geografie und wirtschaftliche Bildung · Sek I & II

Unterrichtsmaterial für Geografie und wirtschaftliche Bildung: Naturräume und Naturgefahren, Stadt und Landwirtschaft, Ressourcen, Tourismus und globale Verflechtungen – aufbereitet für Kompetenzbeschreibungen, Anwendungsbereiche und 50-Minuten-Einheiten.

5.–13. SchulstufeStufenbereich
ThemenpoolMündliche Matura
50 MinutenEinheitenraster
Sofort verfügbarDigitaler Download

Kurz gesagt: Seit dem Lehrplan 2023 heißt das Fach in Mittelschule und AHS-Unterstufe „Geografie und wirtschaftliche Bildung“ – früher Geographie und Wirtschaftskunde. Die wirtschaftliche Perspektive ist damit kein Anhängsel, sondern Bestandteil jedes Raumthemas. Die Reihen auf dieser Seite verbinden beides und eignen sich für die Sekundarstufe I ebenso wie als Themenbereiche für die mündliche Reifeprüfung.

Was der Lehrplan 2023 für GW verändert hat

Mit dem Lehrplan 2023 wurden mehrere Fachbezeichnungen neu gefasst: Aus Geographie und Wirtschaftskunde wurde „Geografie und wirtschaftliche Bildung“, aus Biologie und Umweltkunde „Biologie und Umweltbildung“, aus Geschichte und Sozialkunde/Politische Bildung „Geschichte und Politische Bildung“. In der Verordnung für die Mittelschule steht die Schreibweise mit f; im Fachdiskurs begegnet daneben weiterhin „Geographie“. Der Lehrplan tritt aufsteigend in Kraft und erreicht die 8. Schulstufe im Schuljahr 2026/27.

Inhaltlich zählt vor allem die Struktur: Jeder Fachlehrplan nennt Bildungs- und Lehraufgabe, Didaktische Grundsätze, Kompetenzbeschreibungen und Anwendungsbereiche. GW ist außerdem das Fach, in dem besonders viele der dreizehn übergreifenden Themen zusammenlaufen – „Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung“, „Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucher/innenbildung“, „Entrepreneurship Education“, „Politische Bildung“ und „Verkehrs- und Mobilitätsbildung“ lassen sich hier ohne Umweg verankern.

Unterrichtsmaterial für Naturraum, Stadt, Wirtschaft und globale Verflechtungen

Die folgenden Reihen decken die tragenden Themenfelder ab: Klima und Ökosysteme, Urbanisierung, Tourismus als Wirtschaftsfaktor, Ressourcen und globale Abhängigkeiten sowie Strukturwandel. Alle Materialien sind digitale Downloads in bearbeitbaren Formaten.

So bauen Sie die Sequenz über die Schulstufen auf

In der 5. und 6. Schulstufe tragen anschauliche Naturraumthemen: Wetter und Klima, Vulkane und Erdbeben, Landwirtschaft und Versorgung. Sie lassen sich früh mit einfachen ökonomischen Fragen verbinden – wer produziert, wer verkauft, wer verdient daran. Ab der 7. Schulstufe kommen Stadt, Verkehr und Wirtschaftssektoren dazu, und in der 8. Schulstufe lassen sich globale Verflechtungen behandeln, die Konsum, Lieferketten und Ungleichheit zusammenführen.

In der Oberstufe verschiebt sich der Anspruch zur Raumanalyse: Strukturwandel, Disparitäten, Klimazonen und Ressourcennutzung werden mit Karten, Statistiken und Modellen bearbeitet. Weil GW kein zentral geprüftes Klausurfach ist, führt der Weg zur Matura hier über die mündliche Teilprüfung – jede größere Einheit der Oberstufe kann später ein Themenbereich im Pool werden.

Für welche Stufe eignet sich das Material?

Schulstufe Schulart Schwerpunkt
5.–6. Schulstufe MS, AHS-Unterstufe Klima, Naturgefahren, Landwirtschaft und Versorgung
7. Schulstufe MS, AHS-Unterstufe Stadt, Verkehr, Wirtschaftssektoren, Arbeitswelt
8. Schulstufe MS, AHS-Unterstufe Globalisierung, Konsum, Lieferketten, Disparitäten
9.–13. Schulstufe AHS-Oberstufe, BMS, BHS Raumanalyse, Strukturwandel, Klimazonen, Ressourcen

Differenzierung mit Karten, Daten und Fallbeispielen

GW differenziert sich gut über das Material selbst: Dieselbe Karte oder Statistik lässt sich mit einer Ablesefrage, mit einem Vergleichsauftrag oder mit einer Bewertungsaufgabe bearbeiten. In der Mittelschule, wo ab der 6. Schulstufe die Leistungsniveaus in Deutsch, Mathematik und lebender Fremdsprache greifen, hilft dieselbe Logik auch in GW, um heterogene Gruppen an einem gemeinsamen Gegenstand arbeiten zu lassen.

Für Fallbeispiele gilt: Ein Beispiel gründlich ist mehr wert als vier oberflächlich. Praktisch bewährt sich, ein globales Thema an einem regionalen Beispiel aus einem der neun Bundesländer zu spiegeln – Burgenland, Kärnten, Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark, Tirol, Vorarlberg oder Wien. So bleibt der Zugang konkret, ohne die globale Perspektive zu verlieren.

Leistungsfeststellung und Weg zur Reifeprüfung

Für die Beurteilung stehen in GW vor allem die Mitarbeit und der Test zur Verfügung – in Österreich die Bezeichnung für eine kurze schriftliche Überprüfung, üblicherweise fünfzehn bis zwanzig Minuten. Bei drohender negativer Beurteilung greift das Frühwarnsystem nach § 19 SchUG mit verpflichtender Information und Beratungsgespräch. Die Noten heißen nach § 18 SchUG Sehr gut (1), Gut (2), Befriedigend (3), Genügend (4) und Nicht genügend (5).

Bei der standardisierten kompetenzorientierten Reifeprüfung sind nur bestimmte Fächer zentral gestellt – neben Deutsch und Mathematik die geprüften Fremdsprachen. GW gehört nicht dazu und wird deshalb schulisch geprüft, in der Regel mündlich. Die Fachgruppe erstellt einen Themenpool aus zwei bis drei Themenbereichen pro Jahreswochenstunde der Oberstufe, höchstens achtzehn; geprüft wird einer von zwei gezogenen Themenbereichen. Wer Oberstufeneinheiten von Anfang an als abgrenzbare Themenbereiche plant, spart sich später die Rekonstruktion.

Was an deutschem Material für Österreich angepasst werden muss

Der auffälligste Unterschied ist das Fach selbst. In Deutschland heißt es je nach Land Erdkunde, Geographie oder Geografie; wirtschaftliche Inhalte stecken häufig in einem eigenen Fach. In Österreich ist die wirtschaftliche Bildung integraler Teil von GW. Deutsches Erdkundematerial braucht daher oft eine ökonomische Erweiterung: Wer profitiert von diesem Raum, welche Betriebe und Arbeitsplätze hängen daran, welche Entscheidungen treffen Konsumentinnen und Konsumenten? Das ist meist mit zwei zusätzlichen Aufgaben erledigt und hebt das Material erst auf Lehrplanniveau.

Zweitens die Raumbeispiele. Deutsche Reihen arbeiten mit Fallbeispielen aus deutschen Bundesländern. Ersetzen Sie diese durch Beispiele aus den neun österreichischen Bundesländern oder ergänzen Sie sie – der Vergleich zweier Räume ist didaktisch oft ergiebiger als der Austausch. Auch Verwaltungsbezüge sind anzupassen: Schulaufsicht führt in Österreich die Bildungsdirektion des jeweiligen Bundeslandes, zuständig ist das Bundesministerium für Bildung.

Drittens Stufen, Sprache und Takt. Die Stufenzählung deckt sich in der Sekundarstufe I: „Klasse 8“ ist die 8. Schulstufe, also die 4. Klasse der Mittelschule oder AHS-Unterstufe; in der Oberstufe ist die österreichische „5. Klasse AHS“ dagegen die 9. Schulstufe. Sprachlich werden aus „Januar“ der „Jänner“, aus der „Klassenarbeit“ die „Schularbeit“, aus dem „Abitur“ die „Matura“ und aus dem Klassenlehrer der „Klassenvorstand“; verbindliche Referenz ist das Österreichische Wörterbuch. Die Bezeichnungen „mangelhaft“ und „ungenügend“ gibt es nicht. Und deutsche Stundenbilder rechnen mit 45 Minuten, während die österreichische Unterrichtseinheit 50 Minuten dauert – genug Zeit für eine zusätzliche Kartenarbeit. Das „ß“ bleibt anders als in der Schweiz unverändert.

Wie ist das Material aufgebaut?

  • Fachlich fundiertVon Lehrkräften erstellte Reihen mit aktuellen Daten und Karten.
  • Direkt einsetzbarFertige Einheiten samt Arbeitsblättern ohne Vorbereitungsaufwand.
  • Mit LösungenAlle Aufgaben mit Lösungen und Erwartungshorizonten.
  • DifferenzierbarKarten und Statistiken mit Aufgaben in mehreren Anforderungsgraden.
  • EditierbarBearbeitbare Dateien – Fallbeispiele frei austauschbar.
  • Themenpool-tauglichOberstufenreihen als abgrenzbare Themenbereiche nutzbar.

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Häufige Fragen

Heißt das Fach jetzt Geografie oder Geographie?

Die Verordnung zum Lehrplan der Mittelschule verwendet die Schreibweise „Geografie und wirtschaftliche Bildung“. Im Fachdiskurs und auf Fachportalen begegnet daneben weiterhin „Geographie“. Für Materialtitel empfiehlt sich die Lehrplanschreibweise mit f, während die Variante mit ph als Synonym mitgeführt werden kann.

Reicht deutsches Erdkundematerial für GW aus?

Fachlich meist ja, strukturell oft nicht. In Österreich ist die wirtschaftliche Bildung Teil des Fachs, während sie in deutschen Materialien häufig fehlt. Zwei ergänzende Aufgaben zu Wertschöpfung, Arbeitsplätzen oder Konsumentscheidungen genügen in der Regel, um eine Reihe lehrplantauglich zu machen.

Ist GW ein zentral geprüftes Maturafach?

Nein. Zentral gestellt sind bei der SRDP nur die Klausuren in Deutsch, Mathematik beziehungsweise Angewandter Mathematik und in den geprüften Fremdsprachen. GW wird schulisch geprüft, üblicherweise mündlich aus dem Themenpool, den die Fachgruppe der Schule erstellt.

Wie viele Themenbereiche umfasst der Themenpool?

Zwei bis drei Themenbereiche pro Jahreswochenstunde der Oberstufe, höchstens achtzehn insgesamt. In der Prüfung werden zwei Themenbereiche gezogen, einer davon wird gewählt. Größere Unterrichtseinheiten lassen sich daher direkt als Themenbereiche anlegen.

Wie rechne ich deutsche Klassenangaben in Schulstufen um?

In der Sekundarstufe I entspricht die deutsche Klassenangabe der österreichischen Schulstufe: „Klasse 8“ meint die 8. Schulstufe und damit die 4. Klasse der Mittelschule oder AHS-Unterstufe. In der Oberstufe ist Vorsicht geboten, denn die österreichische „5. Klasse AHS“ ist die 9. Schulstufe.

Passen die Einheiten in eine 50-Minuten-Einheit?

Die Bausteine sind so geschnitten, dass Einstieg, Erarbeitung und Sicherung in eine Unterrichtseinheit passen. Weil deutsche Stundenbilder mit 45 Minuten kalkulieren, bleiben in Österreich rund fünf Minuten zusätzlich – gut für eine ergänzende Kartenarbeit oder eine kurze Diskussion.