Geschichte · Sekundarstufe II · Zweiter Weltkrieg und Kriegsende 1945
Zweiter Weltkrieg und Kriegsende 1945 in der Oberstufe
Die Oberstufe behandelt den Zweiten Weltkrieg meist in mehreren Anläufen: als Vernichtungskrieg, als Besatzungsherrschaft in Europa, als Ende am 8. Mai 1945 und als Beginn einer Nachkriegsordnung. Diese Seite zeigt, wie sich diese Stränge in einer Reihe ordnen lassen, ohne Überwältigung und ohne Verharmlosung, und wie die Deutungen des Kriegsendes selbst zum Gegenstand werden.
22. Juni 1941Überfall auf die Sowjetunion und Beginn des Vernichtungskriegs
8. Mai 1945Wirksamwerden der bedingungslosen Kapitulation
4 BesatzungszonenAmerikaner, Briten, Franzosen und Sowjets
1985Rede Richard von Weizsäckers zum 8. Mai
Der Zweite Weltkrieg lässt sich in der Oberstufe sinnvoll in vier Schritten unterrichten: erstens der Krieg als Vernichtungskrieg im Osten, zweitens die Herrschaft über die besetzten Gebiete Europas einschließlich Kollaboration und Widerstand, drittens das Kriegsende am 8. Mai 1945 mit seinen wechselnden Deutungen als Niederlage, Zusammenbruch und Befreiung, viertens die Nachkriegsordnung mit Besatzungszonen, Flucht und Vertreibung und dem Umgang mit den Tätern. Der innere Terror der NS-Herrschaft in Deutschland ist ein eigenes Themenfeld und wird hier nur als Hintergrund herangezogen. Als Zeitbudget haben sich zwölf bis sechzehn Stunden bewährt. Die Leitfrage lautet: Wie wurde aus einem Krieg ein Genozid, und wie ging man nach 1945 damit um?
Vernichtungskrieg: Was unterscheidet den Krieg im Osten?
Der Krieg gegen Polen ab dem 1. September 1939 und besonders der Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 waren von Beginn an als Kriege geplant, die über militärische Ziele hinausgingen. Der Begriff „Vernichtungskrieg“ lässt sich über Quellen klären, die Absichten und Praxis zeigen: der sogenannte Kommissarbefehl, Anweisungen zur Versorgung der Truppe aus dem Land, die Behandlung sowjetischer Kriegsgefangener, von denen mehrere Millionen in deutscher Gefangenschaft starben. Die Klasse arbeitet nicht mit Gewaltbildern, sondern mit Dokumenten, die Planung und Verwaltung zeigen, und vergleicht sie mit Berichten Überlebender.
Eine Stunde sollte der Frage gewidmet sein, wie sich dieser Krieg von dem im Westen unterschied. Die Klasse stellt Merkmale gegenüber: Ziele, Behandlung von Zivilbevölkerung und Kriegsgefangenen, Rolle der Wehrmacht. Besonders wichtig ist die Beteiligung der Wehrmacht an Verbrechen. Die Vorstellung einer „sauberen Wehrmacht“ prägte lange die Nachkriegserinnerung, wurde aber durch die Forschung und durch die Ausstellungsdebatten der 1990er Jahre widerlegt. Die Oberstufe kann an diesem Beispiel erkennen, wie sich Geschichtsbilder verändern.
Für die Erarbeitung eignet sich ein Stationenlernen mit vier Dokumenten aus unterschiedlichen Ebenen: ein Befehl der Heeresführung, eine Verwaltungsanweisung zur Versorgung, ein Bericht eines Überlebenden und eine Karte der Frontverläufe. Jede Station endet mit derselben Frage, wer hier mit welchem Ziel handelt und wen die Quelle nicht zu Wort kommen lässt. Für das Ergebnis genügt eine Seite, die Absicht, Praxis und Folgen trennt. Das schützt vor dem typischen Fehler, aus einzelnen Berichten sofort auf das Ganze zu schließen.
Wichtig ist die Verbindung von Krieg und Völkermord. Die Wannsee-Konferenz am 20. Januar 1942 organisierte die Koordination der Deportationen, die Ermordung der Jüdinnen und Juden Europas hatte aber zuvor schon im Osten durch Einsatzgruppen begonnen. Der Unterricht betont, dass Krieg und Völkermord ineinandergriffen, ohne dass das eine nur Begleiterscheinung des anderen war. Die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes bestimmen, an welcher Stelle der Holocaust als eigenes Themenfeld behandelt wird.
Besatzungsherrschaft in Europa: Kollaboration, Widerstand, Alltag
Die besetzten Gebiete waren sehr unterschiedlich organisiert. In Polen entstanden Generalgouvernement und eingegliederte Gebiete mit brutaler Ausbeutung, in Norwegen und Dänemark gab es zivile Verwaltungen, in Frankreich zerfiel das Land in eine besetzte Zone und das Regime von Vichy, in der Sowjetunion herrschten Reichskommissariate und Militärverwaltung. Die Klasse vergleicht in Gruppen jeweils ein Land nach vier Kriterien: Herrschaftsform, Handlungsspielraum der Einheimischen, Verfolgung der jüdischen Bevölkerung, Formen von Widerstand.
Das Thema Kollaboration verlangt Begriffsarbeit. Zwischen Zusammenarbeit aus Überzeugung, Anpassung aus Not und bloßem Weiterleben liegen viele Stufen, und die Nachkriegsgesellschaften haben sie unterschiedlich bewertet. Wer Frankreich behandelt, kann zeigen, wie lange das Bild einer geschlossenen Résistance die Erinnerung prägte. Die Klasse sammelt Merkmale, die Kollaboration, Anpassung und Widerstand trennen, und wendet sie auf drei Kurzbiografien an.
Widerstand in Deutschland gehört zur Abgrenzung der Reihe. Gruppen wie die Weiße Rose und die Edelweißpiraten sowie der 20. Juli 1944 sind Gegenstand der NS-Herrschaft nach innen; hier genügt der Hinweis, dass sie neben dem europäischen Widerstand stehen und sich in Motiven und Wirkung unterscheiden. Wer beides zusammenführen will, kann in einer Stunde die Frage stellen, wann Widerstand als solcher gilt und wer das heute entscheidet.
Der 8. Mai 1945: Niederlage, Zusammenbruch oder Befreiung?
Das Kriegsende lässt sich in einer Doppelstunde als Deutungsgeschichte erschließen. Das Faktische ist schnell geklärt: Die Kapitulation der Wehrmacht wurde am 7. Mai in Reims unterzeichnet und am 8. Mai in Berlin-Karlshorst bestätigt, sie wurde am späten Abend des 8. Mai wirksam. Hitler hatte sich am 30. April das Leben genommen, Berlin war von der Roten Armee erobert. Die Berliner Erklärung vom 5. Juni 1945 hielt fest, dass die Alliierten die oberste Regierungsgewalt in Deutschland übernahmen.
Interessanter ist die Frage nach den Worten. Für viele Zeitgenossen war es ein „Zusammenbruch“, für andere eine militärische Niederlage, für Überlebende der Lager und für Verfolgte eine Befreiung. In der Bundesrepublik hat Richard von Weizsäcker 1985 den 8. Mai als „Tag der Befreiung“ bezeichnet und damit eine lange Debatte entschieden, ohne sie zu beenden. In der DDR galt der 8. Mai als Tag der Befreiung vom Faschismus, mit einem anderen politischen Gehalt. Die Klasse liest Auszüge aus Tagebüchern von 1945, aus der Rede von 1985 und aus einer DDR-Quelle und ordnet ein, wer wann was bezeichnet und warum.
Dabei sollte der Unterricht beachten, dass „Befreiung“ nicht für alle dasselbe bedeutete. Zwangsarbeiterinnen, Überlebende des Holocaust, Kriegsgefangene, Deutsche in Berlin 1945 und Frauen, die Gewalt durch Soldaten erlebten, erinnern den Tag unterschiedlich. Eine Aufgabe, die diese Perspektiven in einem Raster nebeneinanderstellt, verhindert eine vorschnelle Einheitsdeutung.
Flucht, Vertreibung und Nachkriegsordnung
Flucht und Vertreibung betrafen am Ende des Krieges und danach rund zwölf bis vierzehn Millionen Deutsche aus dem Osten. Das Thema verlangt eine saubere Einordnung: Es gehört in den Zusammenhang von Krieg und Besatzungspolitik, in dem zuvor Millionen Menschen in Osteuropa vertrieben, deportiert und ermordet worden waren. Zugleich ist das Leid der Betroffenen ein Gegenstand eigenen Rechts. Beide Gesichtspunkte lassen sich verbinden, ohne gleichgesetzt zu werden. Die Klasse arbeitet mit Zeitzeugenberichten, mit dem Potsdamer Abkommen und mit Daten zur Aufnahme in den Besatzungszonen.
Die Nachkriegsordnung lässt sich über Jalta im Februar 1945 und Potsdam im Juli und August 1945 erschließen. Vier Besatzungszonen und ein gemeinsamer Kontrollrat sollten Deutschland verwalten, Berlin erhielt einen Sonderstatus. Die Klasse prüft, welche Beschlüsse gemeinsam gefasst wurden (Entnazifizierung, Demilitarisierung, Reparationen) und wo bereits unterschiedliche Auslegungen sichtbar wurden. Daran lässt sich der Übergang in den Kalten Krieg vorbereiten, ohne ihn vorwegzunehmen.
Für die Schülerinnen und Schüler ist hilfreich, die Zonen auf einer Karte mit Fragen zu verbinden: Wo lebte welche Bevölkerungsgruppe, wo lagen die Flüchtlingslager, wo fanden Prozesse statt? So wird aus einer Kartenskizze eine Arbeitsgrundlage.
Umgang mit Tätern: Prozesse, Entnazifizierung, Schweigen
Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess von November 1945 bis Oktober 1946 ist der Ausgangspunkt. Die Klasse ordnet seine Anklagepunkte, die Urteile und die Bedeutung für das Völkerrecht. Wichtig ist die Frage, wer nicht vor Gericht stand: Die große Zahl der Mitläufer, Beamten und Schreibtischtäter führte zur Entnazifizierung, die in den Zonen verschieden verlief und in der Westzone bald an Dynamik verlor. Wer den Fall einer Person aus Verwaltung, Justiz oder Wirtschaft untersucht, erkennt, wie viele Karrieren nach 1945 weitergingen. Ein Vergleich der vier Zonen zeigt zudem, dass Strenge und Tempo der Verfahren von der jeweiligen Besatzungsmacht abhingen.
In den 1950er Jahren dominierte in der Bundesrepublik das Schweigen, in den späten 1950er und 1960er Jahren folgten die Gründung der Zentralen Stelle in Ludwigsburg 1958 und der Frankfurter Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965, der die Öffentlichkeit mit den Verbrechen konfrontierte. Die Klasse vergleicht die Phasen mit dem Begriff der Vergangenheitspolitik und beurteilt, ob „Vergangenheitsbewältigung“ als Begriff passt. Dazu gehört der Hinweis, dass die DDR eigene Wege ging und die Bundesrepublik als Fortsetzung des Faschismus darstellte.
Ein Fallbeispiel macht die Kontinuitäten greifbar: Die Klasse erhält die Kurzbiografie eines Verwaltungsjuristen, der 1941 in einer Besatzungsverwaltung tätig war, 1947 im Entnazifizierungsverfahren als Mitläufer eingestuft wurde und 1955 wieder im Staatsdienst arbeitete. Sie arbeitet heraus, welche Stationen belegt sind, welche Fragen offen bleiben und welche Maßstäbe die Verfahren anlegten. Dabei sollte das Beispiel als konstruierter Fall gekennzeichnet sein, wenn es nicht aus einer realen Akte stammt, damit keine falsche Quellenbehauptung entsteht.
Als Leistungsnachweis eignet sich eine Klausur mit einer Quellenanalyse zu einem Text aus 1945 oder 1985 und einer Erörterung der Frage, ob der 8. Mai als Befreiung zu bezeichnen ist. Kriterien sind das Erfassen der Perspektive, die Trennung von Sach- und Werturteil und die Berücksichtigung mehrerer Gruppen. Das Abitur sowie die Klausurformate legen die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes fest.
Reihe im Überblick: Vier Stränge in vierzehn Stunden
Die Übersicht ordnet eine Reihe von vierzehn Stunden. Wo weniger Zeit bleibt, lassen sich Besatzungsherrschaft und Flucht in einem Block zusammenfassen.
| Stunden |
Leitfrage |
Quellen und Methoden |
Ergebnis |
| 1 bis 3 |
Was war ein Vernichtungskrieg? |
Planungsdokumente, Berichte Überlebender |
Merkmalsvergleich Ost und West |
| 4 und 5 |
Wie wurde Europa beherrscht? |
Ländervergleich in Gruppen |
Tabelle mit vier Kriterien |
| 6 |
Wo verlief die Grenze zwischen Kollaboration und Widerstand? |
Kurzbiografien |
Begriffsraster |
| 7 und 8 |
Wie endete der Krieg? |
Kapitulation, Berliner Erklärung |
Zeitleiste April bis Juni 1945 |
| 9 |
Was bedeutete der 8. Mai? |
Tagebücher, Weizsäcker-Rede, DDR-Quelle |
Deutungsvergleich |
| 10 und 11 |
Was geschah mit den Vertriebenen? |
Zeitzeugenberichte, Potsdamer Abkommen |
Einordnung in den Kriegskontext |
| 12 bis 14 |
Wie wurde mit den Tätern umgegangen? |
Nürnberg, Entnazifizierung, Auschwitz-Prozess |
Urteil zur Vergangenheitspolitik |
Die Stunden 12 bis 14 bereiten den Übergang zu Vergangenheitspolitik und Erinnerungskultur vor. Wer diesen Schwerpunkt in einem eigenen Halbjahr behandelt, kann sie auf zwei Stunden kürzen.
Material zu Krieg, Kriegsende und Nachkriegsordnung
Die vier Titel decken Teile der Reihe ab. Jede Beschreibung nennt, wann der Einsatz sinnvoll ist.
NS-HerrschaftSek II · Unterrichtsmaterial
Hintergrund
Behandelt die Herrschaft des Nationalsozialismus in Deutschland und Europa, darunter Wirtschaftspolitik, die Weiße Rose und die Edelweißpiraten. Passt, wenn die Klasse den inneren Terror und den Widerstand im Reich als Hintergrund für den Krieg braucht.
NachkriegsordnungSek II · Unterrichtsreihe
Besatzung und Konflikte
Untersucht Konflikte und Frieden nach dem Zweiten Weltkrieg. Hilfreich für die Stunden zu Besatzungszonen und Nachkriegsordnung und als Brücke zum Kalten Krieg.
BesatzungszonenSek II · Unterrichtsreihe
Täterumgang
Befasst sich mit Vergangenheitspolitik und dem Umgang mit dem Nationalsozialismus in den Besatzungszonen. Passt für die Stunden zu Nürnberg, Entnazifizierung und Schweigen in den Anfangsjahren.
ErinnerungskulturSek II · Sparpaket
Nach 1945
Bündelt Material zu Erinnerung und Vergangenheitspolitik nach 1945. Sinnvoll, wenn der Blick vom Kriegsende auf die Deutungen in West und Ost und auf die Debatten bis heute ausgeweitet werden soll.
Sensible Themen im Klassenraum: Dosierung statt Überwältigung
Der Unterricht zum Zweiten Weltkrieg verlangt Entscheidungen darüber, was gezeigt wird. Der Überwältigung sind Grenzen gesetzt: Bilder von Leichen sind nicht nötig, um Verbrechen zu belegen, und führen oft eher zu Abwehr als zu Verstehen. Dokumente, Berichte und Karten sind meist genauer und tragen besser. Die Klasse sollte vorher wissen, was kommt, und Gelegenheit bekommen, über Reaktionen zu sprechen.
Täterperspektiven sind notwendig, um Handeln zu erklären, brauchen aber stets eine Einordnung und eine Gegenstimme. Gleichsetzungen von Opfergruppen, zwischen Verbrechen unterschiedlicher Art oder zwischen damaliger und heutiger Politik sind zu vermeiden. Schülerinnen und Schüler mit Familiengeschichten in den betroffenen Ländern sollten nicht zu Stellvertretern werden; dass eine Lehrkraft das Gespräch vorab klärt, kann hilfreich sein. Zum Abschluss der Reihe bewährt sich eine ruhige Stunde ohne neue Quellen, in der die Klasse schriftlich festhält, was sie überrascht hat, was sie noch nicht versteht und welche Frage sie mitnimmt.
Was diese Seite bereitstellt
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Vier Stränge im RasterVernichtungskrieg, Besatzung, Kriegsende und Nachkriegsordnung mit Leitfragen.
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Länder- und MerkmalsvergleicheGruppenarbeit zu Besatzungsformen mit festen Kriterien.
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Deutungen des 8. MaiTagebuch, Rede und DDR-Quelle im Vergleich.
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Einordnung von Flucht und VertreibungEine Verbindung von Kriegskontext und Betroffenheit ohne Gleichsetzung.
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Täterumgang in PhasenNürnberg, Entnazifizierung, Ludwigsburg und Auschwitz-Prozess in einer Linie.
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Hinweise zur SensibilitätDosierung, Perspektiven und Umgang mit Familiengeschichten.
Weiterlesen
Diese Beiträge und Seiten vertiefen einzelne Bausteine der Reihe.
Häufige Fragen
Wie viele Stunden braucht man für den Zweiten Weltkrieg in der Oberstufe?
Zwölf bis sechzehn Stunden sind realistisch, wenn Vernichtungskrieg, Besatzung, Kriegsende und Nachkriegsordnung zusammen behandelt werden. Die Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes bestimmen, wie die Themen auf Einführungs- und Qualifikationsphase verteilt sind und was für Klausur und Abitur verbindlich ist.
Wie grenze ich den Zweiten Weltkrieg von der NS-Herrschaft im Inneren ab?
Über die Leitfrage. Die Reihe zur NS-Herrschaft fragt, wie das Regime in Deutschland funktionierte und wie sich Menschen verhielten; die Reihe zum Krieg fragt, wie Krieg und Völkermord in Europa zusammenhingen und wie die Nachkriegszeit damit umging. Überschneidungen bei Wehrmacht, Holocaust und Widerstand sind unvermeidlich und lassen sich durch Verweise lösen.
Ist der 8. Mai ein Tag der Befreiung oder der Niederlage?
Beides wurde und wird vertreten, je nach Perspektive. Der Unterricht muss keine Entscheidung vorgeben, sondern die Klasse zum Abwägen führen: Wer verwendet welchen Begriff, mit welcher Begründung, und was folgt daraus für die Erinnerung? Weizsäckers Rede von 1985 ist ein Referenzpunkt der Debatte, nicht ihr Ende.
Wie behandle ich Flucht und Vertreibung ohne Relativierung?
Mit zwei Ebenen: Das Leid der Betroffenen wird anerkannt, und der Zusammenhang mit der deutschen Besatzungs- und Vernichtungspolitik wird hergestellt. Eine Gleichsetzung mit den Verbrechen der Deutschen findet nicht statt. Quellen aus mehreren Ländern, auch polnische und tschechische, erweitern den Blick.
Wie bewerte ich eine Erörterung zum Kriegsende?
Mit Kriterien wie Perspektivenvielfalt, klarer Trennung von Sach- und Werturteil, Verwendung von Fachbegriffen und Belegen aus den Quellen. Die Gewichtung und die Formate für Klausuren legt die Fachkonferenz nach den Vorgaben des Bundeslandes fest.
Ist das Material an den Lehrplan meines Bundeslandes angepasst?
Die Materialien sind fachlich aufgebaut und nach Stufen gegliedert, aber nicht ministeriell geprüft. Prüfen Sie vor dem Einsatz, wie Ihr Kernlehrplan, Kerncurriculum oder Bildungsplan den Zweiten Weltkrieg gliedert, und wählen Sie die Bausteine entsprechend aus.