KI und Verantwortung
Wer haftet für Entscheidungen von Maschinen? Fälle, Positionen und Aufgaben.
Hast du ein Konto?
Logge dich ein, damit es beim Checkout schneller geht.
Ethik · Digitale Ethik · Klasse 7–10
Unterrichtsmaterial für die digitale Ethik in der Sekundarstufe I: KI und Verantwortung, Influencer und Social Media, Cybermobbing und Hate Speech. Jede Einheit arbeitet mit konkreten Fällen, Dilemma-Aufgaben und Lösungen und ist für die Klassen 7 bis 10 ausgelegt.
Kurz gesagt: Digitale Ethik wird in der Sekundarstufe I an Fällen konkret: KI und Verantwortung, Influencer und Selbstdarstellung, Cybermobbing und Hate Speech. Die Einheiten liefern jeweils Fallbeispiele, Dilemma-Aufgaben und Lösungen für die Klassen 7 bis 10 und lassen sich einzeln oder als Sequenz einsetzen.
Jugendliche der Klassen 7 bis 10 bewegen sich täglich in digitalen Räumen, in denen ethische Fragen nicht als Fragen auftreten, sondern als Routine: Ein Beitrag wird geteilt, ein Chatverlauf weitergeleitet, ein Kommentar geschrieben. Genau darin liegt die didaktische Herausforderung. Wer im Ethikunterricht mit abstrakten Prinzipien beginnt, erreicht diese Routinen nicht. Wer dagegen bei einem konkreten Fall ansetzt und erst danach nach dem zugrunde liegenden Maßstab fragt, macht sichtbar, dass alltägliche Entscheidungen begründungsfähig sind.
Fachlich lässt sich digitale Ethik dabei sauber an die klassischen Bereichsethiken anschließen. Die Frage nach Verantwortung für Folgen führt zur Unterscheidung von Gesinnungs- und Verantwortungsethik, die Frage nach Selbstdarstellung berührt Autonomie und Authentizität, die Frage nach Hate Speech verbindet Meinungsfreiheit mit Würde und Persönlichkeitsrecht. So bleibt das Fach erkennbar Ethik und wird nicht zur Medienkunde – ein Unterschied, der in der Leistungsbewertung sofort sichtbar wird.
Die Einheiten decken die drei Kernfelder KI, Social Media und digitale Gewalt ab und werden durch zwei Reihen zur Reflexion des KI-Einsatzes ergänzt.
Wer haftet für Entscheidungen von Maschinen? Fälle, Positionen und Aufgaben.
Selbstdarstellung, Werbung und Vorbildrolle ethisch untersuchen.
Rollen im Mobbingprozess, Verantwortung der Zuschauenden und Prävention.
Reihe zum Verhältnis von Gehirn, Bewusstsein und maschineller Intelligenz.
Material zum reflektierten Umgang mit Sprachmodellen in der Schule.
Ein bewährter Einstieg führt über die Selbstdarstellung: Die Lernenden untersuchen, welches Bild ein Profil erzeugt, welche Auswahl dahintersteht und wo bezahlte Inhalte beginnen. Daraus ergibt sich fast von selbst die ethische Kernfrage nach Ehrlichkeit und Verantwortung gegenüber einem Publikum. Erst danach folgt der Schritt zu Cybermobbing, weil hier bereits ein Begriffsapparat vorliegt – Rollen, Öffentlichkeit, Wirkung – und die Fälle nicht ins Anekdotische abrutschen.
Den Abschluss bildet die Frage nach künstlicher Intelligenz. Sie ist am voraussetzungsreichsten, weil sie eine Klärung dessen verlangt, was Entscheidungen und Verantwortung überhaupt bedeuten. Hier lohnt sich ein Wechsel der Sozialform: Ein Dilemma wird zunächst in Kleingruppen entschieden, danach werden die Begründungen im Plenum verglichen und den ethischen Grundpositionen zugeordnet. Die Reihen zu Neurowissenschaften und zum schulischen Umgang mit Sprachmodellen liefern für diese Phase zusätzliches Material.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| Klasse 7/8 | Social Media & Influencer | Selbstbild, Werbung und Vorbildrolle reflektieren |
| Klasse 9 | Cybermobbing & Hate Speech | Fälle analysieren, Rollen klären, Prävention entwickeln |
| Klasse 10 | KI & Verantwortung | Maschinenethik, Zurechenbarkeit und Regeln beurteilen |
Die Fallarbeit lässt sich in zwei Richtungen anpassen. Für Lerngruppen, die mit dem Verschriftlichen von Begründungen Schwierigkeiten haben, hilft ein Argumentgerüst mit vorgegebenen Satzanfängen sowie die Beschränkung auf zwei gegensätzliche Positionen. Leistungsstärkere Klassen arbeiten mit drei oder vier Positionen, gewichten sie gegeneinander und formulieren am Ende ein eigenes begründetes Urteil. Da die Materialien bearbeitbar sind, können Sie Fälle austauschen und an aktuelle Vorkommnisse anpassen.
Für die Bewertung eignen sich schriftliche Stellungnahmen zu einem unbekannten Fall besser als Wissensabfragen. Bewertet werden dabei die Genauigkeit der Sachanalyse, die Nachvollziehbarkeit der Begründung und die Auseinandersetzung mit dem Gegenargument. Alternativ lässt sich eine Podiumsdiskussion mit verteilten Rollen als mündliche Leistung erfassen, wobei ein Beobachtungsbogen die Kriterien für die Lerngruppe transparent macht.
Digitale Ethik findet in den Ethik-, Werte- und Normenlehrplänen der Sekundarstufe I Anschluss an die Inhaltsfelder zu Verantwortung, Freiheit, Gerechtigkeit und dem Zusammenleben in der Gemeinschaft. Die Themen Cybermobbing und Hate Speech gehören zugleich zum Bereich Recht und Regeln, weil hier die Grenzen der Meinungsfreiheit und der Schutz der Persönlichkeit verhandelt werden. Die hier versammelten Einheiten sind so angelegt, dass sie sich in diese Felder einordnen lassen.
Darüber hinaus bedienen sie den Kompetenzbereich Analysieren und Reflektieren der länderübergreifenden Medienbildungsrahmen. Weil digitale Ethik in vielen Schulen auch Gegenstand von Projekttagen und Präventionsangeboten ist, lassen sich die Einheiten ebenso außerhalb des Fachunterrichts einsetzen – etwa in Kooperation mit der Schulsozialarbeit oder im Rahmen eines Medienscout-Programms.
Wie funktioniert Künstliche Intelligenz? – Sek I
Datenschutz und Datensicherheit – Informatik Sek I
Cybersecurity: Phishing & Social Engineering
Wie funktioniert das Internet? – Informatik Sek I
Vorurteile, Diskriminierung & Zivilcourage – Ethik
Freiheit und Verantwortung – Ethik Sek IArbeiten Sie ausschließlich mit fiktiven oder anonymisierten Fällen und kündigen Sie das zu Beginn ausdrücklich an. Der Blick sollte auf den Rollen im Prozess liegen – Betroffene, Mitwirkende, Zuschauende – statt auf Personen; so entsteht kein Anlass, eigene Erlebnisse öffentlich machen zu müssen.
Im Zentrum stehen die Zurechenbarkeit von Entscheidungen, die Frage nach Verantwortung bei automatisierten Systemen sowie Verzerrungen in Trainingsdaten und ihre Folgen. Technische Details sind nur so weit nötig, wie sie für die ethische Beurteilung gebraucht werden.
Hilfreich ist die Trennung von drei Ebenen: der rechtlichen Kennzeichnungspflicht, der Frage nach Ehrlichkeit gegenüber dem Publikum und der Frage nach Vorbildwirkung. Erst wenn diese Ebenen auseinandergehalten werden, lässt sich begründet beurteilen statt nur zu bewerten.
Die Einheiten zu Cybermobbing, Social Media und KI lassen sich zu einem Projekttag verbinden, weil sie mit Fällen und Gruppenaufgaben arbeiten und kein durchgängiges Vorwissen voraussetzen. Für den Abschluss eignet sich eine Podiumsdiskussion oder ein selbst erarbeiteter Regelkatalog für die Klasse.
Ja, zu den Aufgaben gehören Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Bei Dilemma-Aufgaben sind mehrere Urteile vertretbar; die Lösungen benennen deshalb die erwarteten Argumente und Kriterien statt einer einzigen richtigen Antwort.
Die drei Kerneinheiten sind für die Sekundarstufe I in den Klassen 7 bis 10 ausgelegt. Die Reihen zu Neurowissenschaften und zum Umgang mit Sprachmodellen eignen sich für die oberen Jahrgänge der Sek I sowie als Einstieg in der Oberstufe.