Unterrichtsreihe Kunst: Sequenzen für Sek I und Sek II aufbauen
Unterrichtsreihe Kunst
Unterrichtsreihe Kunst: Sequenzen für Sek I und Sek II aufbauen
Wie viele Doppelstunden ein Kunstthema trägt, wie Rezeption und Produktion über die Sequenz verzahnt werden, worin sich Sek I und Sek II im Aufbau unterscheiden und wo die Leistungsüberprüfung sitzt.
- 5–8Doppelstunden je Reihe in der Sekundarstufe I
- 6–10Doppelstunden je Reihe in der Sekundarstufe II
- 2neue Verfahren je Reihe, mehr trägt nicht
- 1Zwischenpräsentation nach etwa der Hälfte
Eine Unterrichtsreihe im Fach Kunst umfasst in der Sekundarstufe I fünf bis acht, in der Sekundarstufe II sechs bis zehn Doppelstunden und verzahnt Rezeption und Produktion, statt beides nacheinander abzuarbeiten. Der Bogen beginnt mit einem Werk und einer kleinen praktischen Erprobung, führt über die Einführung des Instrumentariums zur größeren gestalterischen Arbeit und endet mit Reflexion und Überprüfung. Höchstens zwei neue Verfahren je Reihe, und die praktische Arbeit wird nie ohne Abschluss abgebrochen.
Reihenlänge im Fach Kunst
Kunst hat in vielen Schulen eine Wochenstunde, wird epochal unterrichtet oder liegt als Doppelstunde alle zwei Wochen. Diese Rahmenbedingung entscheidet über die Reihenlänge stärker als der Gegenstand. Bei epochalem Unterricht muss die Reihe im Halbjahr abgeschlossen sein, weil kein Anschluss folgt; bei einer Einzelstunde pro Woche ist praktische Arbeit nur sinnvoll, wenn Arbeitsstände im Raum bleiben können. Klären Sie das, bevor Sie ein Vorhaben mit mehreren Arbeitsschichten planen.
In der Sekundarstufe I tragen fünf bis acht Doppelstunden: zwei bis drei für Zugang und Erprobung, drei bis vier für die eigentliche Arbeit, eine für Präsentation und Reflexion. In der Sekundarstufe II sind sechs bis zehn üblich, weil Analyseverfahren, kunstgeschichtlicher Kontext und Vergleich hinzukommen und die Überprüfung ein eigenes Format hat. Kürzere Bögen von vier Doppelstunden funktionieren nur bei rein rezeptiven Vorhaben oder bei einem einzigen, eng gefassten Verfahren.
Die Länge ergibt sich aus der Zahl der Zugriffe, nicht aus der Zahl der Werke. Vier Werke in vier Doppelstunden nach demselben Analyseraster sind keine Reihe, sondern eine Wiederholung. Wo die sinnvolle Obergrenze eines Gegenstands liegt, lässt sich vorher bestimmen; die Frage nach der Länge einer Reihe zu Collage und Fotomontage führt diese Abwägung an einem Verfahren durch, das sich technisch schnell erschöpft und inhaltlich lange trägt.
Rezeption und Produktion verzahnen
Das verbreitete Muster — erst vier Doppelstunden Bildbetrachtung, dann vier Doppelstunden Praxis — funktioniert selten. Die Lerngruppe hat die Analyse vergessen, wenn sie gestaltet, und gestaltet ohne Bezug zu dem, was sie gesehen hat. Tragfähiger ist der Wechsel im Zweiertakt: Werkzugang mit kleiner praktischer Erprobung, dann Vertiefung des Zugriffs, dann die größere Arbeit, dann Reflexion vor dem Werk, mit dem die Reihe begonnen hat.
Die kleine Erprobung in der zweiten Doppelstunde ist der Baustein, der am häufigsten fehlt und am meisten bringt: zwanzig Minuten, in denen das am Werk beobachtete Mittel selbst ausprobiert wird — eine Farbbeschränkung, ein Bildausschnitt, eine Montage aus zwei Vorlagen. Sie ist nicht Produkt und wird nicht bewertet. Sie sorgt dafür, dass die Kategorie aus der Analyse körperlich verstanden ist, bevor sie in der größeren Arbeit angewandt werden soll.
Der Einstieg gehört dem Werk, nicht der Theorie. Eine Reihe, die mit einer Epochenübersicht oder einer Begriffsliste beginnt, verliert die Lerngruppe in der ersten Doppelstunde. Wie ein werkgeleiteter Einstieg über mehrere Doppelstunden hinweg trägt, macht der Überblick über die Doppelstunden einer Jeff-Wall-Reihe sichtbar; das zugehörige Material zu Jeff Walls Fotografien ist so angelegt, dass die Inszenierungsfrage die Sequenz zusammenhält.
Progression der gestalterischen Aufgaben
Die Progression läuft über den Grad der Bindung. Am Anfang der Reihe steht ein eng gebundener Auftrag: festes Format, ein Verfahren, eine benannte Beschränkung. In der Mitte kommt eine Wahl hinzu — zwei Verfahren stehen zur Verfügung, die Entscheidung ist zu begründen. Am Ende steht eine offene Aufgabe, in der die Mittel selbst gewählt und im Reflexionstext auf den Gegenstand bezogen werden. Diese Kurve muss geplant sein, sie ergibt sich nicht.
Führen Sie höchstens zwei neue Verfahren je Reihe ein. Jedes Verfahren braucht eine Einführung, eine Erprobung und eine Anwendung, das sind mindestens zwei Doppelstunden. Wer in einer Achterreihe vier Techniken unterbringt, hat vier Einführungen und keine Anwendung. Die Reihe zu John Heartfield und William Kentridge ist ein Beispiel für den anderen Weg: ein Verfahrensfeld, zwei Positionen, die es unterschiedlich nutzen, und die Progression liegt im Vergleich statt in der Technik.
Parallel steigt der Anforderungsbereich in der Rezeption. Beschreiben und Ordnen mit vorgegebenen Kategorien am Anfang, Vergleichen in der Mitte, begründetes Urteil und kontextbezogene Deutung am Ende. Wie sich beides — gestalterische Öffnung und analytische Steigerung — an einer Position mit starkem Materialbezug parallel führen lässt, zeigt der Reihenaufbau zu Rebecca Horn, und das Material zu Rebecca Horns Arbeiten mit Text und Video liefert die Werkauswahl dafür.
Sekundarstufe I: das Verfahren im Zentrum
In der Sekundarstufe I liegt der Schwerpunkt auf der Produktion, und die Werkbetrachtung ist kurz, konkret und an eine Aufgabe gebunden. Zehn bis fünfzehn Minuten am Werk, mit einer Frage, die eine Beobachtung verlangt und keine Deutung. Fachbegriffe werden eingeführt, wo sie beim Arbeiten gebraucht werden: Wer Vordergrund und Hintergrund staffeln soll, braucht die Begriffe für Überschneidung und Größenverhältnis, und lernt sie in dem Moment, in dem sie nützlich sind.
Der Bogen einer Sek-I-Reihe hat typischerweise diese Gestalt: Zugang über ein Werk und eine kurze Erprobung, Einführung des Verfahrens, zwei bis drei Doppelstunden Arbeit mit Zwischenbetrachtung, eine Doppelstunde Fertigstellung, eine Doppelstunde Präsentation und Reflexion. Die Präsentation ist keine Zugabe: Sie ist der Punkt, an dem der Zusammenhang zwischen dem Werk vom Anfang und der eigenen Arbeit hergestellt wird, und sie fällt als Erstes aus, wenn nicht dafür geplant wurde. Legen Sie sie als eigene Doppelstunde in den Plan, nicht als letzte zwanzig Minuten der Fertigstellung.
Bei Gegenständen, die stark auf Wahrnehmung und Konstruktion zielen, lohnt die Verlängerung der Erprobungsphase auf Kosten der Werkbetrachtung. Wie sich das über eine Reihe verteilen lässt, ohne dass die Rezeption verschwindet, zeigt der Aufbau einer Reihe zum Körper in der Kunst, wo Proportion und Ausdruck als durchlaufende Kategorien dienen und in jeder Doppelstunde beides bedienen.
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Reihenzuschnitte im Fach Kunst
| Stufe und Vorhaben | Doppelstunden | Schwerpunkt und Überprüfung |
|---|---|---|
| Sek I, ein Verfahren | 5–6 | Erprobung und Arbeit, Produkt mit kurzer Reflexion |
| Sek I, Verfahren mit Kontext | 7–8 | Werkbezug durchgehend, Präsentation als Abschluss |
| Sek II, rezeptionsbetont | 6–8 | Analyseverfahren an drei Werken, Klausur mit Bildanalyse |
| Sek II, Praxis mit schriftlichem Teil | 8–10 | Prozessmappe, praktische Arbeit mit Erläuterung |
| Epochalunterricht | 4–6 | Abschluss im Halbjahr zwingend, ein Verfahren |
| Reihe nach Ausfall | minus 1 Doppelstunde | Format verkleinern statt Phase streichen |
Sekundarstufe II: Analyse, Kontext und Klausur
In der Sekundarstufe II verschiebt sich das Gewicht zur Analyse, ohne dass die Produktion entfällt. Neu ist die Anforderung, ein Analyseverfahren durchzuhalten und die eigene Deutung am Bild zu belegen. Das braucht Wiederholung an unterschiedlichen Gegenständen: dasselbe Verfahren, drei verschiedene Werke, steigende Selbstständigkeit. Der kunstgeschichtliche Kontext kommt nach dem Werk, nicht davor, und wird an der Frage aufgehängt, die das Werk selbst aufwirft.
Die Überprüfung ist in der Sek II meist eine Klausur mit Bildanalyse oder eine praktische Arbeit mit schriftlichem Teil; welche Aufgabenarten zulässig sind und wie sie gewichtet werden, regeln die Vorgaben des jeweiligen Landes. Das Format muss zweimal geübt worden sein, einmal gesteuert mit Analyseraster, einmal unter Zeitvorgabe mit Kriterienrückmeldung. Rechnen Sie dafür eine ganze Doppelstunde ein und streichen Sie sie nicht, wenn die Reihe knapp wird.
Der Vergleich ist das Format, das in der Oberstufe am meisten trägt und am wenigsten geübt wird. Zwei Werke, eine Kategorie, eine begründete Aussage über den Unterschied — das lässt sich ab der dritten Doppelstunde in jeder Stunde in zehn Minuten trainieren. Für malerische Positionen mit ähnlichem Motivbereich eignet sich dafür das Material zu Lynette Yiadom-Boakye, weil die Werkgruppe die Kategorie Figur und Bildraum über mehrere Arbeiten variiert.
Die praktische Arbeit bleibt in der Sek II Bestandteil der Reihe, verändert aber ihre Funktion: Sie ist Erkenntnismittel, nicht Produkt. Eine gestalterische Untersuchung zu einer im Werk beobachteten Bildlösung — dieselbe Figur in drei Bildräumen, dieselbe Fläche mit umgekehrtem Farbwert — liefert Argumente für die Analyse, die aus der Betrachtung allein nicht kommen. Zwei solcher Untersuchungen über eine Reihe genügen, und sie brauchen jeweils nur eine halbe Doppelstunde.
Sicherung über die Reihe
Die kumulative Sicherungsform im Fach Kunst ist die Prozessmappe oder das Skizzenbuch: Vorzeichnungen, Materialproben, Notizen zur Werkbetrachtung, verworfene Ansätze. Legen Sie vor der ersten Doppelstunde fest, was hineingehört und wann hineingelegt wird, sonst entsteht am Ende der Reihe eine nachträglich gefüllte Mappe ohne Prozesswert. Fünf Minuten am Ende jeder Doppelstunde reichen, wenn der Eintrag durch eine feste Frage gesteuert ist.
Nach etwa der Hälfte der Reihe lohnt eine Zwischenpräsentation: Arbeitsstände an die Wand, zwanzig Minuten, zwei Rückmeldungen je Arbeit nach vorgegebenen Kriterien. Das ist der wirksamste Diagnosepunkt der Reihe. Sie sehen, ob die Bindung des Auftrags verstanden wurde, und die Lerngruppe sieht Lösungen, die sie selbst nicht erwogen hat. Arbeiten, die bis zur Abgabe unsichtbar bleiben, zeigen ihre Probleme erst, wenn nichts mehr zu ändern ist.
Ein Glossar der Fachbegriffe läuft in der Sek II parallel mit und wird nur ergänzt, wenn ein Begriff in der Stunde tatsächlich gebraucht wurde. Ein Eintrag besteht aus dem Begriff, einem Satz und dem Werk, an dem er zum ersten Mal gebraucht wurde; ohne diesen Werkbezug entsteht eine Vokabelliste, die in der Klausur nicht abrufbar ist. Wie sich Sicherung bei Vorhaben mit körperlichem Material und langen Trocknungszeiten organisieren lässt, beschreibt die Reihenplanung zu Plastik, Skulptur und Objekten, wo der Arbeitsstand selbst im Raum steht und die Mappe die Entscheidungen dokumentiert.
Kürzen, Ausfall und Anschluss
Kunstreihen verlieren Doppelstunden zuverlässiger als andere Fächer: Fachraumbelegung, Projekttage, Feiertage, ausgefallene Randstunden. Planen Sie deshalb von Anfang an mit einer Doppelstunde weniger, als der Kalender hergibt. Wenn gekürzt werden muss, streichen Sie die zweite Werkbetrachtung oder eine Vertiefung, nicht die Zwischenpräsentation und nicht den Abschluss. Eine praktische Arbeit, die ohne Präsentation und Reflexion endet, verliert rückwirkend auch den Ertrag der Analysephasen.
Der zweite Kürzungsweg ist die Verkleinerung des Formats statt der Streichung der Phase: kleineres Papierformat, weniger Elemente, ein Verfahren statt zwei. Die Aufgabenstruktur bleibt damit intakt, und der Reflexionsteil bleibt möglich. Wie sich ein Vorhaben mit mehreren Abstraktionsschritten so verdichten lässt, ohne dass die Progression verschwindet, zeigt die Reihenplanung zum Stillleben in verschiedenen Abstraktionsgraden.
Für den Anschluss genügen zwei Rückgriffe in der Folgereihe: Das Analyseverfahren der abgeschlossenen Reihe wird in deren erster Doppelstunde an einem neuen Gegenstand angewandt. Die Ebene darunter — Bildauswahl, Rechtefrage, Materialmengen und Taktung der einzelnen Stunde — behandelt die Vorbereitung einer Kunststunde; die allgemeinen Sequenzfragen stehen in der Reihenplanung über die Fächer hinweg. Fertig sequenzierte Gegenstände versammeln die Kunst-Unterrichtsreihen.
Die Werkauswahl über den Bogen
Drei bis fünf Werke tragen eine Unterrichtsreihe, nicht zwölf. Eines davon ist das Ankerwerk: Es steht in der ersten Doppelstunde, kommt in der Mitte in anderem Zusammenhang wieder und ist am Ende der Bezugspunkt für die Reflexion. Die übrigen Werke bedienen jeweils eine Funktion — Kontrast, Kontextualisierung, Anwendung des Verfahrens auf Unbekanntes. Werke ohne benennbare Funktion im Bogen erhöhen die Materialmenge und senken die Bearbeitungstiefe.
Die Breite der Positionen ist eine Planungsentscheidung vor der Reihe und kein Nachtrag in der siebten Doppelstunde. Wenn eine Reihe über Körperdarstellung, Porträt oder Bildraum läuft, entscheidet sich beim Aufbau, aus welchen Zeiträumen und Zusammenhängen die Werke stammen und wessen Blick die Lerngruppe zu sehen bekommt. Nachträglich eingefügte Positionen wirken als Anhang, weil das Instrumentarium der Reihe an anderen Werken entwickelt wurde und nicht auf sie zugeschnitten ist.
Eine Exkursion oder ein Museumsbesuch wird früh terminiert und in die Sequenz eingebaut, nicht angehängt. Der sinnvolle Ort ist nach der Einführung des Instrumentariums, meist zwischen der dritten und fünften Doppelstunde: Dann hat die Lerngruppe eine Frage, die sie vor dem Original beantworten kann. Rechnen Sie eine halbe Doppelstunde Vorbereitung mit konkretem Beobachtungsauftrag und eine halbe Nachbereitung ein, sonst bleibt der Besuch folgenlos.
Bausteine einer Kunstreihe
- Ein Werk am Anfang, an dem eine eigene Beobachtung möglich ist, ohne Theorie davor.
- Eine kleine, unbewertete Erprobung des beobachteten Mittels in der zweiten Doppelstunde.
- Höchstens zwei neue Verfahren, jedes mit Einführung, Erprobung und Anwendung.
- Eine Progressionskurve von der engen Bindung zur offenen Aufgabe mit begründeter Wahl.
- Eine Prozessmappe mit festgelegtem Inhalt und einem Eintrag je Doppelstunde.
- Eine Zwischenpräsentation nach etwa der Hälfte, mit Kriterien und zwei Rückmeldungen je Arbeit.
- Zwei Vorübungen im Format der Überprüfung, davon eine unter Zeitvorgabe.
- Ein Abschluss, der die eigene Arbeit auf das Werk vom Anfang zurückbezieht.
Die genannten Gegenstände liegen als sequenzierte Reihen mit Werkauswahl, Aufgabenprogression und Reflexionsteilen vor; die zugehörigen Beiträge führen den Aufbau jeweils an einem konkreten Thema durch.
Häufige Fragen
Wie viele Doppelstunden braucht eine Unterrichtsreihe in Kunst?
In der Sekundarstufe I fünf bis acht, in der Sekundarstufe II sechs bis zehn. In der Sek I entfallen zwei bis drei Doppelstunden auf Zugang und Erprobung, drei bis vier auf die Arbeit, eine auf Präsentation und Reflexion. In der Sek II kommen Analyseverfahren, Kontext und die Vorbereitung des Prüfungsformats hinzu. Maßgeblich ist die Zahl unterschiedlicher Zugriffe, nicht die Zahl der behandelten Werke.
Erst Bildbetrachtung, dann Praxis — oder umgekehrt?
Weder noch. Vier Doppelstunden Analyse gefolgt von vier Doppelstunden Praxis führen dazu, dass beim Gestalten kein Bezug zum Gesehenen mehr besteht. Verzahnen Sie im Zweiertakt: Werkzugang mit kurzer Erprobung, Vertiefung des Zugriffs, größere Arbeit, Reflexion vor dem Ausgangswerk. Die kleine unbewertete Erprobung in der zweiten Doppelstunde ist der Baustein, der am häufigsten fehlt und am meisten trägt.
Wie viele Techniken passen in eine Reihe?
Höchstens zwei. Jedes Verfahren braucht Einführung, Erprobung und Anwendung, zusammen mindestens zwei Doppelstunden. Wer vier Techniken in einer Achterreihe unterbringt, hat vier Einführungen und keine Anwendung, und die Lerngruppe kann am Ende keine davon selbstständig einsetzen. Die Progression entsteht dann besser über den Grad der Bindung: enger Auftrag am Anfang, begründete Wahl in der Mitte, offene Aufgabe am Ende.
Worin unterscheidet sich der Reihenaufbau in Sek I und Sek II?
In der Sek I steht das Verfahren im Zentrum, die Werkbetrachtung ist kurz und an eine Beobachtungsaufgabe gebunden, Fachbegriffe werden dort eingeführt, wo sie beim Arbeiten gebraucht werden. In der Sek II verschiebt sich das Gewicht zur Analyse: ein Verfahren, mehrfach an unterschiedlichen Werken durchgehalten, mit Kontext nach dem Werk und einem Prüfungsformat, das zweimal geübt wird.
Wie sichere ich Zwischenstände über eine Kunstreihe?
Über eine Prozessmappe oder ein Skizzenbuch mit festgelegtem Inhalt und einem gesteuerten Eintrag je Doppelstunde, fünf Minuten am Ende. Dazu eine Zwischenpräsentation nach etwa der Hälfte: Arbeitsstände an der Wand, zwei Rückmeldungen je Arbeit nach vorgegebenen Kriterien. Arbeiten, die bis zur Abgabe unsichtbar bleiben, zeigen ihre Probleme erst, wenn nichts mehr zu ändern ist.
Was streiche ich, wenn Doppelstunden ausfallen?
Die zweite Werkbetrachtung oder eine Vertiefung. Nicht gestrichen werden Zwischenpräsentation und Abschluss, weil eine praktische Arbeit ohne Reflexion rückwirkend auch den Ertrag der Analysephasen verliert. Der zweite Weg ist die Verkleinerung des Formats statt der Streichung einer Phase: kleineres Papierformat, weniger Elemente, ein Verfahren statt zwei. Planen Sie von vornherein mit einer Doppelstunde weniger, als der Kalender hergibt.