Unterrichtsvorbereitung Kunst: von der Bildauswahl zur fertigen Stunde

Unterrichtsvorbereitung Kunst

Unterrichtsvorbereitung Kunst: von der Bildauswahl zur fertigen Stunde

Wie Sie ein Bild auswählen, das eine Doppelstunde trägt, wie die Rechtefrage bei Abbildungen zu behandeln ist, was praktische Arbeit an Vorlauf verlangt und wie viel Arbeitszeit im Fachraum tatsächlich bleibt.

  • 55 Minreale Arbeitszeit in einer 90-Minuten-Praxisstunde
  • 2Bilder je Doppelstunde: ein Hauptbild, ein Kontrastbild
  • 10–15 MinAufbau und Aufräumen im Fachraum
  • 3Kriterien für die Bewertung, vorher ausgegeben

Die Unterrichtsvorbereitung im Fach Kunst beginnt bei der Bildauswahl und endet bei der Materialmenge im Fachraum. Wählen Sie ein Hauptbild, das der Lerngruppe Widerstand leistet, und ein Kontrastbild, das die entscheidende Kategorie sichtbar macht; klären Sie vor dem Kopieren, ob Sie die Abbildung im Unterricht und darüber hinaus verwenden dürfen. Für eine Praxisdoppelstunde rechnen Sie 10 bis 15 Minuten Aufbau und Aufräumen ab, es bleiben etwa 55 Minuten Arbeitszeit.

Die Bildauswahl entscheidet über die Stunde

Ein Bild trägt eine Doppelstunde, wenn es der Lerngruppe etwas entgegensetzt: eine Unstimmigkeit, eine ungeklärte Räumlichkeit, eine Figur, deren Blick nicht passt, ein Motiv, das man zu kennen glaubt. Bilder, die sofort aufgehen, erzeugen nach vier Minuten Beschreibung Stillstand. Der Prüfstein bei der Auswahl ist einfach: Formulieren Sie die Beobachtung, an der sich die Lerngruppe festbeißen soll. Fällt Ihnen diese Beobachtung nicht ein, wird sie in der Stunde auch nicht auftauchen.

Zwei Bilder reichen, ein Hauptbild und ein Kontrastbild. Das Kontrastbild ist nicht Illustration, sondern das Instrument: Es macht genau die Kategorie sichtbar, um die es geht — Bildaufbau, Farbigkeit, Materialität, Inszenierungsgrad. Sechs Bilder in einer Doppelstunde bedeuten sechs Oberflächenbeschreibungen. Bei fotografischen Positionen ist der Kontrast besonders produktiv, etwa wenn eine inszenierte Aufnahme aus dem Material zu Jeff Walls Fotografien gegen ein dokumentarisch gemeintes Bild gesetzt wird.

Prüfen Sie das Bild vorher in der Fassung, in der es im Raum ankommt. Ein Detail, das auf dem Monitor trägt, verschwindet im projizierten Bild bei Tageslicht; eine dunkle Malerei wird auf einem Schwarzweißausdruck unbrauchbar. Wenn ein Detail entscheidend ist, planen Sie den Ausschnitt als eigenes Bild ein. Wie sich diese Auswahl an malerischen Positionen mit hoher Detaildichte durchführen lässt, zeigt die Vorbereitung zu Pieter Bruegel dem Älteren.

Die Rechtefrage bei Abbildungen

Für den Unterricht in einer abgegrenzten Lerngruppe erlaubt das deutsche Urheberrecht mit der Schranke für Unterricht und Lehre die Nutzung von Abbildungen in engen Grenzen; in Österreich und der Schweiz gelten eigene Regelungen. Das deckt die Kopie für die Klasse und die Projektion im Raum ab. Es deckt nicht ab, was die Lerngruppe verlässt: die Schulhomepage, ein offen zugängliches Padlet, ein Instagram-Beitrag der Fachschaft, eine Ausstellung mit gedruckten Bildvorlagen im Schulflur.

Bei Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts liegen die Nutzungsrechte an Abbildungen in der Regel bei Verwertungsgesellschaften oder bei Nachlässen und Galerien. Das ist für den Unterricht meist unproblematisch und für jede Form der Veröffentlichung die entscheidende Frage. Klären Sie das, bevor Sie eine Reihe planen, deren Produkt eine öffentliche Präsentation ist — eine Änderung des Präsentationsformats nach der Hälfte der Arbeitsphase ist die unangenehmste Variante dieser Klärung.

Für Abbildungen ohne Rechteproblem sind die Open-Access-Bestände großer Museen die zuverlässigste Quelle: hoch aufgelöste Digitalisate gemeinfreier Werke, meist mit Angaben zur Weiterverwendung direkt am Objekt. Für zeitgenössische Positionen sind Verlagsmaterialien und Unterrichtsmaterialien der Weg, der die Rechtefrage für den Unterrichtsgebrauch bereits mitbringt. Auch dort gilt: Solche Materialien sind nicht ministeriell geprüft, und die Reichweite der Nutzung steht in den jeweiligen Bedingungen, nicht in der Rechnung.

Bildpräsentation im Fachraum

Entscheiden Sie vor der Stunde, ob das Bild projiziert oder ausgeteilt wird, und zwar nach der Aufgabe. Projektion trägt das gemeinsame Sehen und den Einstieg; für Gruppenarbeit an Details braucht jede Gruppe eine eigene Vorlage. Ein laminierter Farbausdruck in A3 pro Tisch ist die Form, die sich über Jahre hält und die Kopierlast senkt. Der Engpass ist nicht der Beamer, sondern der Farbausdruck: Rechnen Sie im Zweifel damit, dass er am Vortag entsteht.

Testen Sie die Projektion im Raum, nicht am Schreibtisch. Fachräume sind selten gut verdunkelbar, und viele Beamer geben Dunkelpartien als einheitliches Schwarz wieder, was bei tonalen Malereien und bei Fotografie die Aufgabe unbrauchbar macht. Wenn der Raum nicht mitspielt, drehen Sie die Reihenfolge um: Detailausdrucke zuerst, Projektion später als Zusammenschau. Bei Positionen mit starkem Hell-Dunkel, wie im Material zu John Heartfield und William Kentridge, entscheidet das über die Beobachtungstiefe; wie die Bildfolge dort aufgebaut wird, steht in der Vorbereitung zu Heartfield und Kentridge.

Für Video und Zeitbasiertes gilt eine eigene Regel: nie den ganzen Beitrag. Zwei bis drei Minuten mit vorher notiertem Timecode und einem Beobachtungsauftrag, danach ein zweiter Durchgang mit gerichteter Frage. Für Arbeiten mit Bewegungs- und Materialbezug, wie im Material zu Rebecca Horns Apparaturen und Videoarbeiten, ist der zweite Durchgang der eigentlich produktive; der erste dient nur dazu, die Irritation zuzulassen.

Material für die praktische Arbeit beschaffen

Rechnen Sie die Menge pro Person aus, nicht pro Kurs, und addieren Sie einen Zuschlag von etwa zehn Prozent für Fehlversuche. Der Zuschlag ist keine Großzügigkeit: Ohne ihn wird der erste misslungene Druck zum Abbruch der Arbeit. Prüfen Sie vor jeder Bestellung die Restbestände in der Sammlung — Papierformate, Farbtuben, Druckfarbe, Klingen — und planen Sie die Aufgabe notfalls um den Bestand herum. Materialbeschaffung braucht schulintern Vorlauf, oft mehrere Wochen.

Der zweite Engpass ist das Werkzeug, nicht das Verbrauchsmaterial. Von Scheren, Radiernadeln, Linolmessern, Heißklebepistolen oder Stativen gibt es meist genug für eine halbe Lerngruppe. Das ist kein Grund, die Technik zu streichen, sondern ein Grund, den Ablauf zu ändern: zwei Arbeitsphasen im Wechsel, eine am Werkzeug, eine an der Vorzeichnung oder der schriftlichen Reflexion. Diese Aufteilung muss vor der Stunde stehen, sonst entsteht sie in der Stunde als Warteschlange.

Trocknungs- und Aushärtezeiten gehören in die Planung, nicht in die Erinnerung. Acryl auf Papier ist nach der Stunde stapelbar, Ölkreide und dick aufgetragene Farbe nicht, Gips und Ton brauchen Tage und eine Fläche, die niemand anderes benötigt. Wenn der Fachraum von mehreren Kursen genutzt wird, klären Sie die Ablage vorher. Für Verfahren mit mehreren Schichten ist ein Blick in die Vorbereitung zu Wegen der Abstraktion hilfreich, weil dort der Aufbau über zwei Sitzungen mitgeplant ist.

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Vorlauf und Engpässe bei praktischer Arbeit

Vorhaben Vorlauf vor der Stunde Engpass im Fachraum
Zeichnen, Grafit und Kreide Kurz: Papierformat und Auflage prüfen Kaum Engpass, Ablage unkritisch
Malerei mit Acryl Mengen pro Person, Zuschlag für Fehlversuche Waschbecken, Trocknungsfläche
Collage und Fotomontage Bildvorrat sammeln, Kopien in Farbe Scheren und Klebstoff, Schnittreste
Hochdruck und Linolschnitt Werkzeug zählen, Druckfarbe prüfen Werkzeug für die halbe Gruppe, Reinigung
Plastisches Arbeiten mit Ton oder Gips Bestellung mit mehreren Wochen Vorlauf Trocknungstage, Stellfläche, andere Kurse
Digitale Bildbearbeitung Geräte, Zugänge und Export vorher testen Anmeldung frisst die erste Viertelstunde

Zeit und Raum: die reale Doppelstunde

Von 90 Minuten im Fachraum bleiben nach Ankommen, Materialausgabe, Aufräumen und Händewaschen etwa 55 Minuten Arbeitszeit. Das Waschbecken ist dabei der harte Engpass: Bei einer Lerngruppe von 25 Personen und zwei Becken dauert das Aufräumen mit Pinselreinigung zehn bis zwölf Minuten, und diese Zeit lässt sich nicht komprimieren. Planen Sie den Aufräumzeitpunkt fest ein und kündigen Sie ihn an, statt ihn aus der laufenden Arbeit heraus auszurufen.

Eine tragfähige Taktung für eine Praxisdoppelstunde: Bildimpuls und Aufgabenklärung 12 Minuten, erste Arbeitsphase 25, Zwischenbetrachtung an den Tischen oder an der Wand 10, zweite Arbeitsphase 20, Aufräumen und kurzer Abschluss 15 bis 18. Die Zwischenbetrachtung wird am häufigsten gestrichen und ist die Phase, die den Ertrag sichert; ohne sie arbeiten die Schnellen ins Beliebige und die Langsamen ohne Korrektur weiter.

In reinen Rezeptionsstunden verschiebt sich die Rechnung, aber nicht so weit, wie man annimmt: Materialverteilung, Sitzordnung für Gruppenarbeit und der Wechsel zur Präsentation kosten zusammen ebenfalls zehn Minuten. Wie sich eine Rezeptionsdoppelstunde mit Bildvergleich taktet, führt die Vorbereitung zu Lynette Yiadom-Boakye in vier Schritten durch; das zugehörige Material zu Lynette Yiadom-Boakye bringt den Bildbestand für den Vergleich mit.

Die Sitzordnung ist im Fachraum eine inhaltliche Entscheidung und keine organisatorische. Tischgruppen tragen die praktische Arbeit und behindern das gemeinsame Sehen, weil ein Drittel der Gruppe mit dem Rücken zur Projektion sitzt. Wenn Ihre Stunde mit einem Bildimpuls beginnt und in die Praxis übergeht, planen Sie den Wechsel als eigene Minute ein oder legen Sie den Impuls an die Wand, um die sich alle stellen können. Beides ist besser, als die Bildbetrachtung gegen die Möblierung zu führen.

Den Gestaltungsauftrag formulieren

Ein brauchbarer Gestaltungsauftrag besteht aus einer Bindung und einer Freiheit. Die Bindung legt ein Mittel fest — ein Format, eine Farbbeschränkung, ein Verfahren, eine Anzahl von Elementen. Die Freiheit betrifft das, worüber gestalterisch entschieden werden soll. Aufträge ohne Bindung führen zu Arbeiten, die sich nicht besprechen lassen, weil kein gemeinsamer Bezugspunkt existiert; Aufträge ohne Freiheit führen zu 25 Varianten Ihrer eigenen Vorstellung.

Der Auftrag steht schriftlich, in zwei bis drei Sätzen, sichtbar im Raum, und wird vor dem Beginn der Arbeitsphase laut vorgelesen. Verzichten Sie auf ein fertiges Beispiel Ihrer Hand — es wird kopiert. Zeigen Sie stattdessen zwei unterschiedliche Lösungen aus einem früheren Durchgang oder zwei künstlerische Positionen, die dieselbe Bindung verschieden auflösen. Aufgabenstellungen aus Materialsammlungen sind fast immer zu lang und werden vor dem Einsatz halbiert.

Planen Sie eine Anschlussaufgabe für die, die früh fertig sind, und formulieren Sie sie so, dass sie eine Entscheidung verlangt statt einer Wiederholung: dieselbe Aufgabe mit umgekehrter Bindung, oder eine schriftliche Begründung der eigenen gestalterischen Entscheidung. Wie sich Bindung und Freiheit an einem medienbezogenen Gegenstand austarieren lassen, zeigt die Vorbereitung zu Bildzitaten in Kunst, Medien und Popkultur.

Die Bewertung vorbereiten, bevor gearbeitet wird

Die Kriterien entstehen bei der Vorbereitung, nicht beim Ansehen der Ergebnisse. Drei reichen: Umsetzung der Bindung aus dem Auftrag, Qualität der gestalterischen Entscheidung, Reflexion der eigenen Arbeit. Formulieren Sie jedes Kriterium so, dass es an der Arbeit gezeigt werden kann, und geben Sie den Bogen vor der ersten Arbeitsphase aus. Kriterien, die erst bei der Rückgabe auftauchen, sind für die Lerngruppe nicht nachvollziehbar und für Sie schwer zu begründen.

Die Reflexion trägt die Bewertung. Eine halbe Seite, in der die eigene gestalterische Entscheidung benannt und mit dem Auftrag in Beziehung gesetzt wird, macht Arbeiten vergleichbar, die als Objekte kaum vergleichbar sind, und trennt die Bewertung vom handwerklichen Können, das nicht in der Schule erworben wurde. Planen Sie zehn Minuten am Ende der letzten Arbeitsphase dafür ein — als Hausaufgabe formuliert kommt sie unvollständig zurück.

Wo eine praktische Arbeit über mehrere Doppelstunden läuft, verschiebt sich die Frage von der Vorbereitung der Einzelstunde zur Sequenz: Wann wird eingeführt, wann erprobt, wann bewertet. Das behandelt die Reihenplanung im Fach Kunst. Für die fächerübergreifenden Schritte — Ertragssatz, Kürzung, Taktung — bleibt die allgemeine Vorbereitungsseite die Grundlage; die fachlichen Gegenstände selbst finden sich in den Kunst-Unterrichtsreihen. Wie kurzfristig sich ein Thema übernehmen lässt, zeigt die Vorbereitung an einem Abend zu Manipulation in Bildmedien.

Wenn kein Fachraum zur Verfügung steht

Kunst wird in vielen Schulen zumindest zeitweise im Klassenraum unterrichtet, und das verändert die Unterrichtsvorbereitung stärker als jede inhaltliche Entscheidung. Ohne Waschbecken, ohne Materialschrank und ohne Tische, auf denen Farbe sein darf, fallen Malerei mit Wasserfarben, plastisches Arbeiten und der gesamte Druckbereich aus. Verfügbar bleiben Zeichnung in allen Formen, Collage und Fotomontage, Frottage, Schnitt- und Faltarbeiten, digitale Bildbearbeitung und jede Form der Werkbetrachtung.

Rechnen Sie mit einem Aufschlag von fünf bis acht Minuten, weil Material getragen, ausgegeben und wieder eingesammelt werden muss. Ein vorbereiteter Materialkoffer je Vorhaben — Papier im richtigen Format, Werkzeug abgezählt, Tischauflage, Müllbeutel — spart diesen Aufschlag beim zweiten und dritten Mal fast vollständig. Geben Sie an der Tür aus, nicht im Raum: Die Verteilung von den Tischen aus kostet die doppelte Zeit und beginnt die Stunde mit Unruhe.

Wenn ein Verfahren im Klassenraum nicht möglich ist, ändern Sie das Verfahren und nicht den Gegenstand. Eine Auseinandersetzung mit Montage lässt sich mit Schere und Kopie führen, eine mit Körperdarstellung über Zeichnung statt über Plastik, eine mit Farbe über Buntstift und Deckweiß statt über Acryl. Die Kategorie bleibt erhalten, die Materialfrage wird ersetzt. Das ist fast immer die bessere Entscheidung, als das Thema auf ein späteres Halbjahr zu verschieben.

Was vor einer Kunststunde geklärt ist

  • Ein Hauptbild mit benennbarem Widerstand und ein Kontrastbild, das die Kategorie sichtbar macht.
  • Die Fassung, in der das Bild im Raum ankommt — projiziert, in Farbe gedruckt oder als Detailausschnitt.
  • Die Reichweite der Bildnutzung: Unterricht in der Lerngruppe oder Veröffentlichung darüber hinaus.
  • Materialmengen pro Person mit Zuschlag, abgeglichen mit den Restbeständen der Sammlung.
  • Die Werkzeugzahl und ein Ablauf, der die Hälfte der Gruppe sinnvoll beschäftigt.
  • Ein fester Aufräumzeitpunkt, der zehn bis fünfzehn Minuten vor Schluss liegt.
  • Ein Gestaltungsauftrag aus einer Bindung und einer Freiheit, schriftlich und halbiert.
  • Drei Bewertungskriterien, ausgegeben vor der ersten Arbeitsphase.

Die genannten Gegenstände liegen als durchgeplante Reihen vor, aus denen sich einzelne Doppelstunden herauslösen lassen; die zugehörigen Beiträge führen die Vorbereitung jeweils an einem konkreten Thema durch.

Häufige Fragen

Wie viele Bilder gehören in eine Doppelstunde Kunst?

Zwei: ein Hauptbild, an dem gearbeitet wird, und ein Kontrastbild, das die entscheidende Kategorie sichtbar macht. Ein drittes Bild lohnt nur, wenn es einen zweiten Vergleich trägt, der zur Aufgabe gehört. Sechs Bilder ergeben sechs Oberflächenbeschreibungen ohne Vertiefung. Wählen Sie das Hauptbild danach aus, ob Sie die Beobachtung benennen können, an der sich die Lerngruppe festbeißen soll.

Darf ich Abbildungen aus Büchern und Internet im Unterricht kopieren?

Für den Unterricht in einer abgegrenzten Lerngruppe erlaubt das deutsche Urheberrecht die Nutzung von Abbildungen in engen Grenzen; Österreich und die Schweiz regeln das eigenständig. Sobald Material die Lerngruppe verlässt — Schulhomepage, offenes Padlet, Ausstellung im Flur, Social Media der Fachschaft — ist das eine andere Frage, die vorher zu klären ist. Bei Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts liegen die Rechte meist bei Verwertungsgesellschaften oder Nachlässen.

Wie viel Arbeitszeit bleibt in einer Praxisdoppelstunde wirklich?

Etwa 55 Minuten von 90. Ankommen und Materialausgabe kosten rund acht Minuten, Aufräumen mit Pinselreinigung zehn bis zwölf, dazu kommt der kurze Abschluss. Der harte Engpass ist die Zahl der Waschbecken, nicht die Motivation der Lerngruppe. Setzen Sie den Aufräumzeitpunkt fest und kündigen Sie ihn an, statt ihn aus der laufenden Arbeit heraus auszurufen.

Wie beschaffe ich Material für eine praktische Arbeit rechtzeitig?

Rechnen Sie die Menge pro Person mit einem Zuschlag von etwa zehn Prozent für Fehlversuche, gleichen Sie sie mit den Restbeständen der Sammlung ab und rechnen Sie mit schulinternem Vorlauf von mehreren Wochen. Der häufigere Engpass ist aber das Werkzeug: Von Linolmessern, Radiernadeln oder Stativen gibt es meist genug für die halbe Gruppe. Planen Sie dann zwei Arbeitsphasen im Wechsel statt einer gemeinsamen.

Wie formuliere ich einen Gestaltungsauftrag, der besprechbare Ergebnisse liefert?

Aus einer Bindung und einer Freiheit. Die Bindung legt ein Mittel fest — Format, Farbbeschränkung, Verfahren, Anzahl der Elemente —, die Freiheit betrifft die gestalterische Entscheidung. Ohne Bindung fehlt der gemeinsame Bezugspunkt für die Besprechung, ohne Freiheit entstehen Varianten Ihrer Vorstellung. Zwei bis drei Sätze, schriftlich und sichtbar, vor Beginn laut vorgelesen. Ein eigenes fertiges Beispiel wird kopiert und sollte entfallen.

Wie bereite ich die Bewertung gestalterischer Arbeiten vor?

Legen Sie drei Kriterien vor der ersten Arbeitsphase fest und geben Sie sie aus: Umsetzung der Bindung, Qualität der gestalterischen Entscheidung, Reflexion der eigenen Arbeit. Jedes Kriterium muss an der Arbeit gezeigt werden können. Eine halbe Seite Reflexion, in der Stunde geschrieben und nicht als Hausaufgabe, macht Arbeiten vergleichbar und trennt die Bewertung vom handwerklichen Können, das außerhalb der Schule erworben wurde.