Kunst· Sek II

Unterrichtsvorbereitung Wege zur Abstraktion – Kubismus und Moderne

von Luca 08.09.2026 1 Min. Lesezeit
Unterrichtsreihe Kunst: Wege zur Abstraktion – Kubismus & Moderne

Wenn mehrere Kolleginnen dasselbe Thema unterrichten, lohnt sich eine geteilte Unterrichtsvorbereitung zu Wegen der Abstraktion. Teilen Sie in drei Pakete: Bildkorpus mit gesicherten Werkangaben, Aufgabenblätter, Erwartungshorizont samt Sicherung. Jede Person liefert ein Paket für alle. Voraussetzung ist ein gemeinsames Vokabular, sonst passen die Teile in der Doppelstunde nicht zusammen.

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Was sich sinnvoll teilen lässt und was nicht

Teilbar ist in der Unterrichtsvorbereitung alles, was vor der Lerngruppe entsteht: Abbildungen, Werkdaten, Aufgabentexte, Erwartungshorizonte, Präsentationsdateien. Nicht teilbar ist die Taktung, weil sie von Kursgröße, Vorwissen und Raum abhängt. Fachschaften, die versuchen, auch den Verlaufsplan zu vereinheitlichen, verhandeln monatelang über Minutenangaben und liefern am Ende weniger als drei Kolleginnen, die je ein Paket beisteuern.

Für die Abstraktionsthematik ist diese Aufteilung besonders naheliegend, weil der Bildkorpus die meiste Arbeit macht. Cézannes Sicht auf Naturformen, Picassos „Les Demoiselles d'Avignon“ von 1907, ein analytisch-kubistisches Bild, ein papier collé, Mondrians Baumserie und Malewitschs „Schwarzes Quadrat“ von 1915 — das sind sechs Positionen, deren Beschaffung mit Datierung und ausreichender Auflösung einen halben Nachmittag kostet.

Der Bildkorpus ist das wertvollste Paket

Wer den Korpus übernimmt, legt für jedes Werk Titel, Datierung, Technik, Maße und Aufbewahrungsort fest und speichert die Abbildung in einer Auflösung, die eine Projektion in Wandgröße trägt. Diese Angaben sind kein Beiwerk: Ein Kubismusbild ohne Maßangabe verleitet Kurse dazu, Formate zu unterschätzen, und ohne Datierung bricht die Argumentation über die Entwicklung zwischen 1907 und 1915 zusammen.

Besonders ergiebig ist Mondrians Baumfolge, weil sie den Abstraktionsvorgang in Etappen zeigt: vom noch gegenständlichen roten Baum über die zunehmend zerlegte Fassung bis zum Liniengefüge, in dem der Gegenstand nur noch als Struktur vorhanden ist. Für die Unterrichtsmaterialien zu Wegen der Abstraktion ist genau diese Etappenlogik der Aufbau. Der Korpus lässt sich daraus übernehmen und um eigene Werke ergänzen.

Aufgabenblätter und Erwartungshorizont gehören in verschiedene Hände

Wer eine Aufgabe schreibt, sieht ihre Lücken nicht. Deshalb sollte der Erwartungshorizont von einer anderen Person kommen. Die Probe ist einfach: Kann jemand ohne Rückfragen notieren, was eine volle Punktzahl ausmacht, ist die Aufgabe klar. Muss nachgefragt werden, war sie es nicht. Dieser Durchgang kostet zwanzig Minuten und ersetzt eine misslungene Stunde.

Inhaltlich muss der Erwartungshorizont die typischen Fehlleistungen vorwegnehmen. Kurse beschreiben kubistische Bilder regelmäßig als „verzerrt“ oder „durcheinander“, ohne die Facettierung als Zerlegung eines Volumens in Ansichten zu erkennen. Ebenso verbreitet ist die Gleichsetzung von Abstraktion mit Ungegenständlichkeit. Beide Punkte gehören als Negativkriterium ins Raster, damit sie in jeder Parallelgruppe gleich behandelt werden.

Ohne gemeinsames Vokabular passt nichts zusammen

Einigen Sie sich vorab auf sechs bis acht Begriffe und deren Verwendung: Facettierung, Simultaneität, Gegenstandsbindung, Bildgegenstand, Fläche gegen Volumen, Farbwertreduktion. Das klingt kleinlich, entscheidet aber darüber, ob ein Arbeitsblatt aus dem Nachbarkurs in der eigenen Gruppe funktioniert. Der Beitrag zu Bildauswahl und Bildzugang im Kunstunterricht beschreibt, wie sich ein solcher Begriffskern an den Bildkorpus koppeln lässt.

Der zweite Einigungspunkt betrifft die Praxis. Wenn eine Kollegin papier collé praktisch erproben lässt und eine andere nur analysiert, sind die Ergebnisse nicht vergleichbar. Eine gemeinsame Mindestpraxis von dreißig Minuten Schneiden und Legen genügt. Für Sek-I-Gruppen, die parallel geführt werden, lässt sich die Collagewerkstatt für Papiercollage und Fotomontage als abgestimmte Vorstufe einsetzen. Wichtig ist allein, dass die vereinbarte Mindestpraxis in allen Kursen tatsächlich stattfindet.

Ablage entscheidet, ob die Arbeit ein zweites Mal genutzt wird

Geteilte Unterrichtsvorbereitung scheitert selten am Willen und fast immer am Wiederfinden. Legen Sie einen Ordner je Thema an, darin Bildkorpus, Aufgabenblatt als bearbeitbare Datei und als PDF, Erwartungshorizont, Sicherungsvorlage und eine Textdatei mit Änderungsnotizen. Der Beitrag zum Aufbau eines Materialordners im Fach Kunst beschreibt eine Struktur, die auch nach zwei Jahren noch trägt.

Der zweite Nutzen zeigt sich bei Vertretung. Ein Ordner, aus dem eine fachfremde Kollegin eine Stunde halten kann, ist mehr wert als jede Absichtserklärung; die Hinweise zu Collage und Land Art in der Vertretungsstunde zeigen, wie knapp ein solches Paket sein darf. Bei der Abschätzung von Material und Zeitbedarf rechnet sich der Mehraufwand für die Ablage bereits im zweiten Durchgang.

Erweitern lässt sich die gemeinsame Basis anschließend um benachbarte Themen. Eine Materialsammlung zu Kubismus und Moderne deckt die Oberstufe ab; für die Anbahnung in Klasse 7 liefert der Beitrag zur Einstiegsstunde Fotografie ein Format, das dieselbe Frage nach Ansicht und Standpunkt in anderer Technik stellt. Wer beides in denselben Ordner legt, macht die Fachschaftsarbeit über Jahrgänge hinweg anschlussfähig.

Häufige Fragen

Lohnt sich geteilte Vorbereitung schon bei zwei Kolleginnen?

Ja, sofern die Pakete klar getrennt sind. Eine Person übernimmt Bildkorpus und Präsentation, die andere Aufgabenblatt und Erwartungshorizont. Der Zeitgewinn liegt bei etwa einem Drittel, der größere Effekt ist die gegenseitige Prüfung: Aufgaben, die eine zweite Person ohne Rückfrage lösen kann, funktionieren auch im Kurs.

Wie geht man mit unterschiedlichen Unterrichtsstilen um?

Teilen Sie Material, nicht Methodik. Bildkorpus, Werkdaten und Erwartungshorizont sind stilneutral und in jeder Sozialform verwendbar. Der Verlaufsplan bleibt Sache der einzelnen Lehrkraft. Diese Trennung verhindert die üblichen Grundsatzdebatten und sorgt dafür, dass die geteilten Teile tatsächlich in allen Kursen ankommen.

Welche Begriffe sollten fest vereinbart werden?

Facettierung, Simultaneität, Gegenstandsbindung, Bildgegenstand, das Verhältnis von Fläche und Volumen sowie Farbwertreduktion. Sechs bis acht Begriffe reichen. Entscheidend ist weniger die Auswahl als die einheitliche Verwendung, weil Schülerinnen zwischen Parallelkursen sprechen und widersprüchliche Definitionen dort sofort auffallen. Halten Sie die Liste schriftlich fest und legen Sie sie zum Bildkorpus.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.

Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.

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