Unterrichtsreihe Kunst-Praxis: ein Verfahren über mehrere Stunden
Unterrichtsreihe Kunst-Praxis
Unterrichtsreihe Kunst-Praxis: ein Verfahren über mehrere Stunden
Diese Seite zeigt, wie sich ein einzelnes gestalterisches Verfahren über mehrere Doppelstunden hinweg planvoll unterrichten lässt, von der ersten Übung über Materialverbrauch und Trockenzeiten bis zur Prozessmappe und der abschließenden Präsentation der Ergebnisse.
- 4–6Doppelstunden für eine Praxisreihe zu einem Verfahren
- 1–2Übungsstunden vor der ersten eigenen Werkarbeit
- 1Prozessmappe je Schülerin oder Schüler
- 1gemeinsame Abschlusspräsentation am Ende der Reihe
Eine Unterrichtsreihe zu einem einzelnen gestalterischen Verfahren beginnt mit einer oder mehreren Übungsstunden, in denen die Technik selbst im Mittelpunkt steht, bevor in der eigentlichen Werkphase ein eigenes Bildthema bearbeitet wird. Materialverbrauch und Trockenzeiten bestimmen den Takt der einzelnen Doppelstunden ebenso mit wie das sehr unterschiedliche handwerkliche Vorwissen in der Lerngruppe. Eine Prozessmappe hält Übungen, Entscheidungen und Zwischenstände fest und mündet in eine gemeinsame Abschlusspräsentation.
Übungsphase vor Werkphase: warum die Reihenfolge zählt
Wird ein neues Verfahren direkt an einer anspruchsvollen eigenen Bildidee erprobt, scheitert die Umsetzung häufig nicht an der Idee selbst, sondern an der noch ungeübten Technik. Eine vorgeschaltete Übungsphase trennt diese beiden Schwierigkeiten voneinander: Zunächst wird nur das Verfahren geübt, an einem einfachen, austauschbaren Motiv, ohne den Anspruch, dass daraus bereits ein vorzeigbares Ergebnis entsteht.
Diese Übungsphase darf bewusst unfertig bleiben. Werden die Übungsblätter von Beginn an bewertet, verhält sich die Klasse vorsichtiger und probiert weniger aus, als es für den eigentlichen Lernzweck nötig wäre. Erst wenn die Technik so weit sitzt, dass sie nicht mehr die gesamte Aufmerksamkeit bindet, folgt die Werkphase mit einem eigenen Bildthema.
Bei einem methodisch anspruchsvollen Einstieg wie in Bildanalyse Malerei – Methode und Fachbegriffe liegt vor der eigentlichen Praxisreihe zusätzlich eine kurze analytische Übungsphase, in der die Klasse die später selbst anzuwendenden Kompositionsprinzipien zunächst an fremden Werken erkennt. Wie sich diese Abfolge über mehrere Anforderungsbereiche hinweg konkret staffeln lässt, zeigt die Aufgabenprogression von AFB I bis III zur Bildanalyse Malerei.
Die Länge der Übungsphase hängt vom Verfahren ab: Eine einfache Zeichentechnik braucht kaum mehr als eine halbe Doppelstunde, eine mehrschichtige Technik mit mehreren Arbeitsschritten dagegen deutlich mehr Zeit, bevor die Klasse ohne ständige Rückfragen selbstständig weiterarbeiten kann. Wird diese Zeit zu knapp bemessen, zeigt sich das meist erst in der Werkphase, wenn technische Unsicherheiten die eigentliche gestalterische Entscheidung überlagern, statt vorher an einem risikolosen Übungsblatt geklärt worden zu sein.
Materialverbrauch und Trockenzeiten in die Reihenplanung einrechnen
Verfahren mit Farbe, Kleister oder anderen feuchten Materialien bringen eine Größe in die Reihenplanung, die bei rein zeichnerischen Techniken keine Rolle spielt: die Trockenzeit. Eine Arbeit, die zwischen zwei Doppelstunden nicht vollständig getrocknet ist, lässt sich in der Folgestunde oft nicht wie geplant weiterbearbeiten, ohne bereits aufgetragene Schichten zu beschädigen.
Wer die Reihenfolge der Doppelstunden an den tatsächlichen Trockenzeiten ausrichtet, plant zwischen zwei Arbeitsschritten am selben Werk bewusst eine Stunde mit anderem Inhalt ein, etwa eine kurze Rezeptionsphase oder eine Übung an einem zweiten, unabhängigen Material. So steht die Klasse in der folgenden Stunde nicht vor einem noch feuchten Werk, sondern kann direkt weiterarbeiten.
Bei einem Verfahren, das mehrere Materialschichten kombiniert, wie es Christo und Jeanne-Claude – Verhüllung und Konzeptkunst als Ausgangspunkt für eine eigene Verfahrensreihe nahelegt, zeigt sich diese Taktung besonders deutlich, weil jede Schicht ihre eigene Trocknungs- oder Aushärtezeit mitbringt. Wie sich eine solche Reihe mit gestaffelten Arbeitsschritten aufbauen lässt, beschreibt die Aufgabenprogression von AFB I bis III zu Christo und Jeanne-Claude.
Der Materialverbrauch selbst lässt sich über die Übungsphase grob abschätzen: Wie viel eine Klasse für eine einfache Übung braucht, gibt einen realistischen Anhaltspunkt dafür, wie viel für die aufwendigere Werkarbeit vorzuhalten ist, meist mit einem Aufschlag für Fehlversuche und Nacharbeiten. Wer diesen Aufschlag von vornherein zu knapp bemisst, steht in der entscheidenden Werkstunde vor der Wahl, die Arbeit vorzeitig abzuschließen oder Material aus einer anderen Lerngruppe zu leihen, was sich beides vermeiden lässt.
Sehr unterschiedliches handwerkliches Können auffangen
In kaum einem anderen Fach zeigt sich das handwerkliche Vorwissen einer Lerngruppe so deutlich wie bei einer mehrwöchigen Praxisreihe zu einem Verfahren. Manche Schülerinnen und Schüler bringen bereits Erfahrung mit, andere fassen das Material zum ersten Mal an, und diese Spannbreite wird über mehrere Doppelstunden hinweg eher größer als kleiner, wenn sie nicht gezielt aufgefangen wird.
Ein Ansatz ist die gestufte Übung: eine Grundaufgabe, die alle bewältigen können, ergänzt um freiwillige Zusatzschritte für diejenigen, die schneller vorankommen. So bleibt die gemeinsame Grundlage für alle erreichbar, ohne dass geübtere Schülerinnen und Schüler in der Übungsphase unterfordert warten müssen, bis der Rest der Klasse aufgeschlossen hat.
Bei einem Verfahren mit ausgeprägter individueller Handschrift, wie es der Bildwerkstatt zu Fotografie und Bildkomposition zugrunde liegt, lässt sich diese Spannbreite sogar produktiv nutzen: Unterschiedliches technisches Können führt zu unterschiedlichen, aber jeweils eigenständigen Ergebnissen, solange die Aufgabe nicht eine einzige technisch perfekte Lösung verlangt. Wie sich eine solche Reihe für heterogene Vorkenntnisse konkret planen lässt, zeigt die Planung der Reihe zu Bildwerkstatt, Fotografie und Bildkomposition.
Für sehr ungeübte Schülerinnen und Schüler lohnt sich zusätzlich eine kurze individuelle Rückmeldung während der Übungsphase, nicht erst am Ende der Werkphase, wenn eine grundlegende technische Schwierigkeit kaum noch behoben werden kann, ohne die gesamte Arbeit neu zu beginnen. Eine solche Rückmeldung muss nicht lang sein, oft reicht ein kurzer Hinweis zu einem einzigen Arbeitsschritt, der über den weiteren Verlauf der Werkphase entscheidet.
Die Prozessmappe als roter Faden über die Reihe
Eine Prozessmappe sammelt über die gesamte Reihe hinweg Übungsblätter, Materialproben, kurze Notizen zu Entscheidungen und Zwischenstände der Werkarbeit. Sie ist kein zusätzliches Produkt neben der eigentlichen Arbeit, sondern das Mittel, mit dem der sonst unsichtbare Weg zum fertigen Ergebnis dokumentiert wird.
Damit die Mappe tatsächlich geführt wird, sollte sie von Beginn an einen festen Platz im Ablauf jeder Doppelstunde haben, etwa als kurzer Eintrag am Ende jeder Stunde, statt sie erst kurz vor der Abgabe rückwirkend zusammenzustellen. Rückwirkend geführte Mappen sind an den fehlenden Zwischenständen meist deutlich zu erkennen.
Bei einem Thema mit klarer historischer Bezugsgröße, wie Caspar David Friedrich – Romantische Landschaft, kann die Prozessmappe zusätzlich kurze Notizen zur Bildanalyse aufnehmen, die zeigen, welche Beobachtungen am Vorbild in die eigene Werkentscheidung eingeflossen sind. Wie sich eine solche Reihe von der ersten Analyse bis zur Prozessmappe konkret planen lässt, zeigt die Planung der Reihe zu Caspar David Friedrich.
Die Prozessmappe liefert am Ende der Reihe auch die Grundlage für die getrennte Bewertung von Prozess und Produkt: Ohne sie bliebe von der gesamten Übungs- und Entscheidungsarbeit nur das fertige Werk übrig, an dem sich der eigentliche Lernweg kaum noch ablesen lässt. Für die Lehrkraft lohnt sich außerdem ein kurzer Blick in mehrere Mappen zur Mitte der Reihe, um frühzeitig zu erkennen, wo die Dokumentation lückenhaft bleibt, statt diese Lücke erst bei der Abschlussbewertung zu bemerken.
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Aufgabenformate nach Anforderungsbereich in der Praxisreihe
| Anforderungsbereich | Aufgabentyp | Phase in der Reihe |
|---|---|---|
| AFB I | Verfahren an vorgegebenem Motiv nachvollziehen | Übungsphase |
| AFB II | Verfahren auf ein eigenes Motiv übertragen | erste Werkphase |
| AFB II/III | eigene Bildidee entwickeln und begründen | Übergang zur Werkphase |
| AFB III | Verfahren gezielt brechen oder mit einem zweiten kombinieren | vertiefte Werkphase |
| AFB II/III | Werk und Prozessstationen begründet auswählen | Abschlusspräsentation |
Von der Übung zur eigenen Bildidee: der Übergang in die Werkphase
Der Übergang von der Übungsphase zur Werkphase gelingt selten von selbst. Eine Klasse, die gerade ein Verfahren an einem vorgegebenen Motiv geübt hat, braucht einen klaren Anstoß, um daraus eine eigene Bildidee zu entwickeln, statt das Übungsmotiv einfach zu wiederholen.
Hilfreich ist eine kurze Phase, in der die Klasse mögliche eigene Motive oder Themen sammelt, bevor sie sich für eines entscheidet, statt direkt mit dem ersten Einfall in die Werkarbeit zu starten. Diese kurze Auswahlphase verhindert, dass die Werkphase später wegen eines zu schnell gewählten, wenig tragfähigen Motivs ins Stocken gerät.
Bei einem Verfahren, das stark auf Selbstinszenierung setzt, wie es an der Planung der Reihe zu Cindy Sherman, inszenierter Fotografie und Identität gezeigt wird, ist dieser Übergang besonders voraussetzungsreich, weil die Klasse zusätzlich eine eigene inhaltliche Position finden muss, bevor sie das geübte Verfahren dafür einsetzen kann.
Wer den Übergang unterschätzt und direkt nach der letzten Übungsstunde ohne eigene Auswahlphase in die Werkphase wechselt, verliert häufig die erste Werkstunde an Unentschlossenheit, die sich mit einer kurzen vorgeschalteten Sammelphase leicht hätte vermeiden lassen.
Abschlusspräsentation: was am Ende gezeigt wird
Die Abschlusspräsentation einer Praxisreihe zeigt über die fertigen Werke hinaus idealerweise auch ausgewählte Stationen aus der Prozessmappe, damit der Weg zum Ergebnis für die Klasse selbst und für Außenstehende nachvollziehbar bleibt. Ein reines Nebeneinander fertiger Werke ohne diesen Bezug lässt die eigentliche Lernleistung der Reihe unsichtbar.
Für die Auswahl der gezeigten Prozessstationen reicht eine kleine, von jeder Schülerin und jedem Schüler selbst getroffene Vorauswahl: ein bis zwei Übungsblätter oder Zwischenstände, die aus eigener Sicht die wichtigste Entwicklung zeigen. Diese Selbstauswahl ist zugleich ein kurzer reflexiver Akt, der die Reihe sinnvoll abschließt.
Bei einem Thema mit deutlich erkennbarer stilistischer Entwicklung, wie es die Planung der Reihe zu Claude Monet, Impressionismus und Lichtmalerei beschreibt, lohnt sich eine Präsentation, die frühe Übungen und späte Werkarbeit bewusst nebeneinander zeigt, damit der Fortschritt über die Reihe hinweg direkt sichtbar wird, statt nur behauptet zu werden.
Praktisch reicht für die Abschlusspräsentation meist eine einzige Doppelstunde: Aufbau der Werke und ausgewählter Prozessstationen, ein kurzer Rundgang und eine knappe gemeinsame Reflexion. Eine ausführlichere Feier des Abschlusses ist möglich, aber für den fachlichen Ertrag der Reihe nicht notwendig.
Zwischenergebnisse über mehrere Stunden hinweg sichern
Bei einer Reihe, die sich über vier bis sechs Doppelstunden erstreckt, reicht es nicht, Zwischenergebnisse einfach im Fachraum liegen zu lassen und auf das nächste Zusammentreffen zu hoffen. Werke aus mehreren Lerngruppen im selben Raum lassen sich leicht verwechseln oder versehentlich beschädigen, wenn sie nicht eindeutig gekennzeichnet und an einem festen Platz gelagert werden.
Eine einfache Kennzeichnung mit Name, Klasse und Datum auf der Rückseite oder einer Materialkarte beugt diesem Problem vor und macht zugleich sichtbar, wie lange eine Arbeit schon in Bearbeitung ist. Diese Information hilft besonders dann, wenn eine Trockenzeit falsch eingeschätzt wurde und ein Werk länger liegen muss als ursprünglich geplant.
Feste Lagerplätze, etwa nummerierte Fächer oder Regalböden je Lerngruppe, verhindern zusätzlich, dass zu Beginn jeder Doppelstunde wertvolle Zeit mit dem Suchen der eigenen Arbeit verloren geht. Gerade bei größeren Formaten oder mehreren parallel laufenden Klassen im selben Fachraum zahlt sich diese Organisation über die gesamte Reihe hinweg spürbar aus, weil sich die eingesparte Suchzeit über mehrere Doppelstunden hinweg deutlich aufsummiert.
Wer den Fachraum mit anderen Lerngruppen teilt, sollte die Lagerung zusätzlich mit den anderen unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen absprechen, damit Zwischenergebnisse aus einer Klasse nicht versehentlich in der Vorbereitung einer anderen Klasse im Weg stehen oder gar entsorgt werden.
Wann sich eine mehrwöchige Praxisreihe zu einem Verfahren überhaupt lohnt
Nicht jedes Verfahren rechtfertigt eine Reihe über mehrere Doppelstunden. Für sehr einfache Techniken reicht oft eine einzelne Stunde, wie sie eher im Bereich der Unterrichtsvorbereitung für eine einzelne Kunststunde beschrieben wird, etwa in der Vorbereitung vom Bild zur Gestaltungsaufgabe. Eine mehrwöchige Reihe lohnt sich dagegen bei Verfahren mit mehreren Arbeitsschritten, längeren Trockenzeiten oder einem hohen Übungsbedarf, bei denen eine einzelne Stunde strukturell nicht ausreicht, weil weder für die Übung noch für die eigentliche Werkarbeit genügend Zeit bliebe.
Ein weiteres Kriterium ist die angestrebte Tiefe der Auseinandersetzung: Soll die Klasse ein Verfahren nur kennenlernen, reicht ein knapper Einblick im Rahmen einer einzelnen Stunde. Soll sie es tatsächlich beherrschen und für eine eigene Bildidee gezielt einsetzen können, braucht sie die Übungsphase, die Werkphase und die Zeit dazwischen, die eine Reihe erst ermöglicht.
Passende Verfahren und Themen für eine solche Reihe finden sich im Sortiment der Unterrichtsreihen, das sich nach Verfahren, Zeitbedarf und angestrebtem Anforderungsbereich durchsuchen lässt, statt jedes Mal ein neues Vorgehen von Grund auf zu entwickeln und dabei dieselben Planungsfragen erneut zu klären.
Allgemeine Hinweise dazu, wie lang eine Unterrichtsreihe insgesamt sein sollte und wie sich ihr Aufbau unabhängig vom Fach begründen lässt, bietet die Seite zum Planen von Aufbau, Länge und Sequenz einer Unterrichtsreihe.
Was eine Praxisreihe zu einem Verfahren trägt
- Übungsphase an einem einfachen Motiv, bevor die eigene Werkarbeit beginnt.
- Trockenzeiten in die Reihenfolge der Doppelstunden einrechnen, nicht ignorieren.
- Materialverbrauch anhand der Übungsphase realistisch abschätzen.
- Gestufte Übungen für unterschiedliches handwerkliches Vorwissen anbieten.
- Prozessmappe von der ersten Stunde an führen, nicht rückwirkend erstellen.
- Kurze Auswahlphase zwischen Übung und eigener Bildidee einplanen.
- Abschlusspräsentation mit Werk und ausgewählten Prozessstationen gemeinsam zeigen.
- Reihenlänge am tatsächlichen Übungsbedarf des Verfahrens ausrichten.
Wie sich Übungsphase, Materialtaktung und Prozessmappe für ein bestimmtes Verfahren konkret über mehrere Doppelstunden ordnen lassen, zeigen die verlinkten Reihenartikel jeweils ausführlich am eigenen Beispiel.
Häufige Fragen
Wie lang sollte die Übungsphase vor der eigentlichen Werkarbeit sein?
Das hängt vom Verfahren ab: Eine einfache Technik braucht oft nur eine halbe Doppelstunde Übung, eine mehrschichtige Technik mit mehreren Arbeitsschritten entsprechend mehr. Als Anhaltspunkt gilt, dass die Klasse am Ende der Übungsphase ohne ständige Rückfragen selbstständig weiterarbeiten kann. Ist das noch nicht der Fall, lohnt sich eine zusätzliche kurze Übungseinheit vor dem Wechsel in die Werkphase.
Wie plane ich Trockenzeiten zwischen zwei Doppelstunden ein?
Am praktikabelsten ist es, zwischen zwei Arbeitsschritten am selben Werk eine Stunde mit anderem Inhalt einzuschieben, etwa eine kurze Rezeptionsphase oder eine Übung an einem zweiten, unabhängigen Material. So trifft die Klasse in der folgenden Stunde nicht auf ein noch feuchtes Werk, sondern kann direkt weiterarbeiten, ohne Zeit mit Warten zu verlieren.
Wie gehe ich mit sehr unterschiedlichem handwerklichem Können in derselben Klasse um?
Eine gestufte Übungsaufgabe hilft: eine Grundaufgabe für alle, ergänzt um freiwillige Zusatzschritte für schneller arbeitende Schülerinnen und Schüler. Für sehr ungeübte Lernende lohnt sich zusätzlich eine kurze individuelle Rückmeldung bereits während der Übungsphase, damit grundlegende technische Schwierigkeiten nicht erst am Ende der Werkphase auffallen, wenn eine Korrektur kaum noch möglich ist.
Was genau gehört in eine Prozessmappe?
Übungsblätter, kurze Materialproben, knappe Notizen zu wichtigen Entscheidungen und Zwischenstände der eigentlichen Werkarbeit. Sie wird am besten fortlaufend geführt, mit einem kurzen Eintrag am Ende jeder Doppelstunde, statt erst kurz vor der Abgabe rückwirkend zusammengestellt zu werden. Rückwirkend erstellte Mappen lassen sich an fehlenden Zwischenständen meist deutlich erkennen, weil einzelne Arbeitsschritte dann nur noch aus der Erinnerung heraus beschrieben werden.
Was sollte bei der Abschlusspräsentation einer Praxisreihe gezeigt werden?
Neben den fertigen Werken lohnt sich eine kleine, selbst getroffene Auswahl aus der Prozessmappe, etwa ein bis zwei Übungsblätter oder Zwischenstände, die aus eigener Sicht die wichtigste Entwicklung zeigen. So bleibt der Weg zum Ergebnis nachvollziehbar, statt dass nur die fertigen Werke ohne Bezug zum Lernprozess nebeneinanderstehen.
Ab wann lohnt sich eine mehrwöchige Praxisreihe statt einer einzelnen Kunststunde?
Sobald ein Verfahren mehrere Arbeitsschritte, längere Trockenzeiten oder einen spürbaren Übungsbedarf mit sich bringt, reicht eine einzelne Stunde strukturell nicht mehr aus. Soll die Klasse ein Verfahren zudem tatsächlich beherrschen und für eine eigene Bildidee gezielt einsetzen, statt es nur einmal kennenzulernen, braucht sie die Übungs- und Werkphase, die erst eine mehrteilige Reihe ermöglicht.





