Unterrichtsreihe Christo und Jeanne-Claude: Aufgabenprogression von AFB I bis III

Eine Unterrichtsreihe zu Christo und Jeanne-Claude staffelt die Aufgaben von AFB I bis III: erst Werkverfahren und Fachbegriffe der Konzeptkunst wie Verhüllung und Ephemeres beschreiben, dann Projekte vergleichend einordnen, zuletzt ein eigenes Verhüllungskonzept entwerfen und in einer Zwischenpräsentation begründet vertreten, statt nur fertige Werke nachzuerzählen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
AFB I: Verfahren und Begriffe der Konzeptkunst beschreiben
Zum Einstieg beschreibt die Lerngruppe ein Projekt wie den verhüllten Reichstag anhand von Fotografien und Planskizzen: Material, Maßstab, zeitliche Befristung. Begriffe wie Ephemeres, Standort und Genehmigungsverfahren werden hier eingeführt und geübt, nicht erst später vorausgesetzt.
Die Reihe zu Christo und Jeanne-Claude mit Verhüllung und Konzeptkunst liefert dafür Bildmaterial zu mehreren Projekten, an dem sich diese Begriffe wiederholt anwenden lassen, bevor die Lerngruppe selbst vergleicht.
Ein zweites Projekt mit anderem Maßstab, etwa eine Landschaftsintervention statt eines Bauwerks, festigt die Begriffe zusätzlich und bereitet den späteren Vergleich vor.
Ein häufiger Fehler in dieser Phase ist es, Verhüllung ausschließlich als handwerklichen Akt des Bedeckens zu beschreiben, ohne die zeitliche Befristung und das aufwendige Genehmigungsverfahren als Teil des Konzepts zu benennen. Fragen Sie gezielt nach, wie lange ein Projekt sichtbar blieb und wer über die Umsetzung entscheiden musste, damit das Ephemere nicht zur Nebensache wird.
AFB II: Projekte vergleichen und Wirkungsabsicht einordnen
Nach der Beschreibung stellt die Lerngruppe zwei Projekte gegenüber, etwa ein städtisches Bauwerk und eine Landschaftsintervention, und ordnet begründet ein, wie sich Wirkung und öffentliche Reaktion unterscheiden. Diese Stufe verlangt keine abschließende Wertung, aber eine nachvollziehbare Argumentation auf Basis der beschriebenen Merkmale.
Für den Umgang mit unterschiedlich geübten Lerngruppen hilft die Planung von Kunst-Unterrichtsvorhaben für Werkstätten in Baden-Württemberg, wenn die Analyseaufgabe mit einem praktischen Baustein verzahnt werden soll.
Für den Vergleich reichen zwanzig Minuten Partnerarbeit mit anschließend zehn Minuten Austausch im Plenum; wird mehr Zeit gegeben, wiederholt sich die Argumentation meist nur, ohne neue Aspekte zu liefern. Achten Sie zudem darauf, dass unterschiedliche Maßstäbe der Projekte nicht unreflektiert gleichgesetzt werden, denn ein städtisches Bauwerk wirkt anders als eine Landschaftsintervention.
AFB III: Eigenes Konzept entwerfen und vertreten
Am Ende der Reihe entwirft die Lerngruppe ein eigenes kleines Verhüllungskonzept für einen Gegenstand oder Ort der Schule, samt Skizze und begründeter Materialwahl, und stellt es in einer Zwischenpräsentation vor. Hier zeigt sich, ob das Konzept einer Idee eigenständig entwickelt werden kann, statt ein gesehenes Projekt bloß zu kopieren.
Die zweite Verlinkung der Reihe zu Christo und Jeanne-Claude passt an dieser Stelle, weil das Material genau für diesen Übergang von der Analyse zur eigenen konzeptuellen Arbeit angelegt ist.
Für die Bewertung der Zwischenpräsentation eignet sich eine Dreiteilung: Originalität der Idee, Stimmigkeit der Materialwahl und Nachvollziehbarkeit der Begründung. Wer ein technisch aufwendiges Modell vorlegt, aber die Wahl von Ort und Material nicht erklären kann, erfüllt die Aufgabe schwächer als eine einfache, aber gut begründete Skizze.
Bewertung von Konzept und Prozess
Für die Bewertung von Prozess und Produkt gemeinsam eignet sich eine kurze Prozessmappe mit Skizze, Materialliste und Begründungstext, in der auch verworfene Ideen kurz dokumentiert werden. So zählt der Weg zur Idee ebenso wie das fertige Konzeptbild selbst.
Für den fächerübergreifenden Blick auf belastende Motive der Zeit eignet sich zudem die Kopplung von Bildethik in Kunst Sek I mit Deutsch und Informatik, falls die Reihe um eine ethische Diskussion zu öffentlichem Raum erweitert werden soll.
Für eine jüngere oder ungeübtere Lerngruppe genügt an dieser Stelle ein reduziertes Konzept ohne ausführliche Materialliste, allein die Skizze mit einer kurzen mündlichen Begründung. Die schriftliche Prozessmappe mit Materialliste und Begründungstext kommt dann erst bei einer späteren, anspruchsvolleren Reihe hinzu, wenn die Klasse mit dem Format vertrauter ist.
Reihenaufbau und Anschluss an andere Werke
Wie sich eine Reihe über mehrere Wochen sinnvoll takten lässt, beschreibt die Orientierung zu Aufbau und Länge einer Unterrichtsreihe, während die Übersicht zu Unterrichtsreihen im Kunst-Praxisunterricht über mehrere Stunden Übungs- und Konzeptphase einordnet.
Als Anschluss eignet sich die Unterrichtsreihe zu Kunst und Medien im Wandel, wenn die Fachschaft von der Konzeptkunst zur Medienkunst weiterführen will und den Bezug zu Öffentlichkeit und Massenmedien vertiefen möchte.
Für jüngere Parallelklassen liefert der Beitrag zu Mal-Techniken für die Grundschule mit Wasserfarbe, Wachs, Kratzbild und Stempel einen einfacheren Einstieg in Materialverfahren, falls das Thema Verhüllung altersgerecht heruntergebrochen werden soll.
Häufige Fragen
Wie viele Doppelstunden braucht eine Reihe zu Christo und Jeanne-Claude?
Für die drei Aufgabenstufen sind fünf bis sieben Doppelstunden üblich: zwei für Beschreibung und Fachbegriffe, zwei für den Vergleich mehrerer Projekte, der Rest für das eigene Konzept samt Zwischenpräsentation. Bei knapper Materialausstattung braucht die letzte Stufe meist eine zusätzliche Doppelstunde für Skizze und Materialsammlung.
Braucht die Reihe zwingend einen praktischen Anteil?
Nicht zwingend, aber sinnvoll: Erst der eigene Entwurf zeigt, ob Begriffe wie Maßstab und Ephemeres wirklich verstanden wurden, statt nur wiedergegeben zu werden. Ohne Praxisanteil bleibt die Reihe auf AFB I und II beschränkt und erreicht AFB III nur über eine zusätzliche schriftliche Deutungsaufgabe zu einem fremden Projekt.
Wie bewerte ich sehr unterschiedliches gestalterisches Können beim eigenen Konzept?
Bewerten Sie Idee, Materialwahl und Begründung getrennt von der zeichnerischen Umsetzung der Skizze, denn bei Christo und Jeanne-Claude zählt die Konzeption mehr als die handwerkliche Ausführung. So können auch zeichnerisch ungeübte Jugendliche über die Qualität ihrer Idee eine überzeugende Note erreichen.
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