Unterrichtsvorbereitung Grundlagen der Gehaltsverhandlung
Eine gelungene Unterrichtsvorbereitung zu den Grundlagen der Gehaltsverhandlung berücksichtigt, dass manche Jugendliche bereits Vorstellungsgespräche kennen und andere noch nie über Geld verhandelt haben. Ein neutraler Einstieg über ein erfundenes Fallbeispiel und ein Rollenspiel mit gestuften Karten gleichen diesen Unterschied aus, ohne einzelne Lernende bloßzustellen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Warum das Thema besonders heterogen ankommt
Die Reihe zu den Grundlagen der Gehaltsverhandlung behandelt ein Thema, bei dem der Wissensstand in einer Klasse stärker auseinanderklafft als bei vielen anderen Finanzthemen. Manche Jugendliche haben bereits einen Nebenjob oder ein Vorstellungsgespräch hinter sich, andere haben noch nie bewusst über eine Bezahlung gesprochen.
Diese Spannbreite lässt sich in der Unterrichtsvorbereitung nicht auflösen, aber abfedern, wenn der Einstieg bewusst neutral gewählt wird und niemand seine eigene Erfahrung öffentlich preisgeben muss. Wer das von Anfang an mitdenkt, erspart sich unangenehme Situationen mitten in der Stunde.
Einstieg so wählen, dass alle Niveaus mitkönnen
Ein erfundenes Fallbeispiel, etwa eine Bewerberin mit einem konkreten Gehaltswunsch und einer Gegenofferte, funktioniert unabhängig davon, ob die Klasse eigene Erfahrung mitbringt. Alle arbeiten an derselben Ausgangslage, statt dass Vorwissen zum Startvorteil wird.
Der Einstieg sollte außerdem klären, dass es nicht um die eine richtige Zahl geht, sondern um nachvollziehbare Argumente, mit denen sich ein Gehaltswunsch begründen lässt, etwa Qualifikation, Berufserfahrung oder die übliche Bezahlung in der Branche.
Wer zusätzlich absichern will, dass niemand aus der eigenen familiären Situation heraus argumentiert, kann die Bewerberfigur bewusst mit einem Namen und einem Alter versehen, das erkennbar nicht mit der Klasse übereinstimmt. So bleibt die Distanz zum Fallbeispiel gewahrt.
Rollenspiel differenzieren
Beim anschließenden Rollenspiel hilft es, Argumentationskarten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad bereitzuhalten: einfache Karten mit einem einzelnen, klar benannten Argument und anspruchsvollere Karten, die zwei gegensätzliche Positionen sorgfältig gegeneinander abwägen müssen. So kann jede Gruppe mit einer für sie passenden Karte in das Rollenspiel starten.
Die Verteilung der Karten sollte nicht sichtbar nach Leistungsniveau erfolgen, sondern etwa zufällig oder nach Themenbereich, damit sich niemand als schwächer eingestuft erlebt. Wer möchte, kann Karten während des Spiels auch tauschen lassen, sodass die Einteilung nicht endgültig wirkt.
Material für unterschiedliche Ausgangsniveaus anpassen
Die Reihe lässt sich für heterogene Klassen anpassen, indem aus dem vorhandenen Material zwei Fassungen des Fallbeispiels vorbereitet werden: eine mit vorgegebenen Argumenten zum Ankreuzen, eine mit freier Formulierung eigener Argumente. Beide Fassungen behandeln dieselbe Gehaltsverhandlungs-Reihe und führen zum selben Rollenspiel.
Wer die Stunde inhaltlich erweitern will, kann als Anschluss auf die 50/30/20-Regel verweisen, um zu zeigen, wie sich ein erfolgreich verhandeltes höheres Gehalt anschließend im eigenen Budget verteilen ließe. Dieser Anschluss eignet sich besonders für Klassen, die das Thema Budget bereits kennen.
Zeitbedarf und weiterführendes Material
Für eine Doppelstunde mit Einstieg, Rollenspiel und Auswertung sollten Sie realistisch die volle Zeit einplanen, da das Rollenspiel selbst kaum unter zwanzig Minuten funktioniert. Allgemeine Hinweise zu Zeitbedarf und Fallbeispielen bündelt die Übersicht zur Unterrichtsvorbereitung mit Fallbeispielen und Zahlen in der Finanzbildung, allgemeine Grundsätze zu Material und Stundenaufbau die Übersicht zu Material, Zeitbedarf und Stundenaufbau.
Wer heterogene Lerngruppen auch außerhalb der Finanzbildung strukturiert einbinden will, findet in der Schülervertretung ein vergleichbares Praxisfeld, beschrieben im Beitrag zu Strukturen in der SV-Arbeit, die tragen.
Für den Umgang mit Zahlen und Unsicherheit in anderen Fächern liefert der Beitrag zu Prognose, Hochrechnung und vorläufigem Ergebnis eine verwandte Perspektive, und für Diskussionen über Mehrheit und Minderheit in der Klasse der Beitrag zur wehrhaften Demokratie mit Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz.
Häufige Fragen
Wie geht man damit um, dass manche Jugendliche schon Verhandlungserfahrung haben und andere nicht?
Arbeiten Sie mit einem erfundenen Fallbeispiel, das unabhängig von eigener Erfahrung funktioniert, und lassen Sie niemanden öffentlich von eigenen Bewerbungsgesprächen berichten, wenn er oder sie das nicht möchte. So bleibt der Einstieg für die gesamte Klasse gleich zugänglich, unabhängig vom individuellen Vorwissen.
Wie sollten die Argumentationskarten fürs Rollenspiel verteilt werden?
Verteilen Sie die Karten zufällig oder nach Themenbereich statt sichtbar nach Schwierigkeitsgrad, damit sich niemand als schwächer eingestuft erlebt. Wer eine anspruchsvollere Karte möchte, sollte sie freiwillig tauschen können, ohne dass die ursprüngliche Zuteilung Rückschlüsse auf die Einschätzung der Lehrkraft zulässt.
Wie lange dauert ein Rollenspiel zur Gehaltsverhandlung realistisch?
Für Vorbereitung in Kleingruppen, das eigentliche Rollenspiel und eine kurze Auswertung im Plenum sollten Sie mindestens zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten einplanen. Wird die Auswertung ausführlicher gestaltet, etwa mit einem Vergleich verschiedener Argumentationsstrategien, kann die gesamte Sequenz problemlos eine volle Doppelstunde füllen.
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Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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