Die Eisenhower-Matrix für Lehrkräfte, mit Beispielen aus dem Schulalltag

Die Eisenhower-Matrix teilt Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit in vier Felder ein: sofort erledigen, fest einplanen, delegieren oder abgeben, und weglassen. Im Schulalltag landet eine akute Elternanfrage vor der Stunde meist im ersten Feld, die Vorbereitung einer neuen Unterrichtsreihe im zweiten, eine Kopieraufgabe im dritten und eine spontane Zusatzidee ohne echten Nutzen im vierten. Die Grenzen der Methode zeigen sich schnell, weil vieles im Schulalltag fremdbestimmt ist und sich nicht frei in ein Feld verschieben lässt.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Die vier Felder kurz erklärt
Die Matrix stellt zwei Fragen an jede Aufgabe: Wie dringend ist sie, und wie wichtig ist sie tatsächlich für die eigenen Ziele. Aus der Kombination ergeben sich vier Felder mit jeweils einer klaren Handlungsanweisung.
- Dringend und wichtig: sofort erledigen
- Wichtig, aber nicht dringend: fest im Kalender einplanen
- Dringend, aber nicht wichtig: delegieren oder abgeben, wo möglich
- Weder dringend noch wichtig: bewusst weglassen
Die Matrix mit echten Schulbeispielen
Abstrakt bleibt die Einteilung wenig hilfreich. Erst mit konkreten Beispielen aus dem eigenen Schulalltag wird sichtbar, wie unterschiedlich ähnlich klingende Aufgaben tatsächlich einzuordnen sind, und wie schnell sich zwei auf den ersten Blick ähnliche Anfragen tatsächlich in verschiedenen Feldern wiederfinden.
| Feld | Beispiel aus dem Schulalltag |
|---|---|
| Dringend und wichtig | Kurzfristige Elternanfrage vor einem Elterngespräch am selben Tag |
| Wichtig, nicht dringend | Vorbereitung einer neuen Unterrichtsreihe für das kommende Halbjahr |
| Dringend, nicht wichtig | Kopieraufgabe, die auch eine Kollegin oder ein Kollege übernehmen kann |
| Weder dringend noch wichtig | Spontane Zusatzidee für eine Vertretungsstunde ohne erkennbaren Lernwert |
Grenzen der Methode: vieles ist fremdbestimmt
Die Eisenhower-Matrix setzt voraus, dass sich Aufgaben tatsächlich verschieben, abgeben oder weglassen lassen. Im Schulalltag ist das nur teilweise der Fall: eine Konferenz findet zu einem festen Termin statt, eine Aufsicht ist verpflichtend, ein Zeugnistermin verschiebt sich nicht, weil die Woche schon voll ist.
Für diese fremdbestimmten Aufgaben taugt die Matrix vor allem als Bewusstmachung, nicht als Steuerungsinstrument. Sie zeigt, wie viel eigentliche Wahlfreiheit tatsächlich noch bleibt, wenn feste Termine erst einmal abgezogen sind.
Auch das Feld für delegierbare Aufgaben ist im Kollegium enger begrenzt als in einem klassischen Büro. Eine Klassenarbeit lässt sich nicht einfach an eine Kollegin abgeben, eine Aufsicht nicht ohne Absprache tauschen. Delegieren bedeutet im Schulalltag deshalb meist konkrete Absprache statt einseitige Übergabe, etwa ein Tausch von Aufsichten oder eine gemeinsam genutzte Klassenarbeit zwischen Parallelklassen.
Gerade deshalb lohnt es sich, die Matrix nicht als starres Regelwerk zu verstehen, sondern als wiederkehrende Denkhilfe, die zeigt, an welchen wenigen Stellen tatsächlich eine eigene Entscheidung möglich ist.
Die Matrix in der Wochenanwendung
Sinnvoll wird die Matrix vor allem dann, wenn Sie sie regelmäßig auf eine überschaubare Aufgabenmenge anwenden, statt einmalig die ganze Woche zu sortieren.
- Alle offenen Aufgaben der Woche kurz auflisten, ohne sie schon zu bewerten
- Jede Aufgabe einem der vier Felder zuordnen
- Aufgaben aus Feld drei aktiv an jemanden abgeben oder im Kollegium ansprechen
- Aufgaben aus Feld vier bewusst streichen, statt sie auf die nächste Woche zu schieben
Übertrag in den eigenen Wochenplan
Damit die Matrix nicht nur ein einmaliges Gedankenspiel bleibt, lohnt sich ein fester Platz dafür im Wochenplan, etwa direkt bei der Freitagsplanung. Ein kurzer Blick auf die vier Felder reicht meist aus, um zu entscheiden, was in die kommende Woche gehört und was liegen bleiben darf.
Wer dafür eine fertige Vorlage sucht, findet im Grenzziehungs-Modul des Kurses Teach-Life-Balance eine Eisenhower-Matrix als Vorlage neben Protokollen für Grenzziehung gegenüber Eltern, Kollegium und Schulleitung.
Wie sich Grenzen im Schulalltag insgesamt strukturieren lassen, zeigt der Beitrag Work-Life-Balance für Lehrkräfte: Schulalltag strukturieren und Entlastung schaffen.
Einen Blick auf die tatsächliche Arbeitszeit von Lehrkräften liefert der Beitrag Wie viele Stunden arbeiten Lehrkräfte wirklich? Was die Arbeitszeitstudien zeigen. Wer die Matrix regelmäßig nutzt, sieht dort oft wieder, wie viel der eigenen Arbeitszeit tatsächlich fremdbestimmt ist.
Eine breitere Einordnung von Wochenplanung, Prioritäten und Zeitbudgets bietet die Ratgeberseite Zeitmanagement für Lehrkräfte: Wochenplanung, Prioritäten und Zeitbudgets.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Eisenhower-Matrix im Schulalltag anwenden?
Einmal wöchentlich, am besten im Rahmen einer festen Wochenplanung, reicht für die meisten Aufgabenmengen aus. Bei besonders vollen Phasen wie der Zeugnisphase kann eine kurze Zwischenanwendung in der Wochenmitte helfen.
Was mache ich mit Aufgaben, die sich keinem Feld eindeutig zuordnen lassen?
Ordnen Sie die Aufgabe dem Feld zu, das ihr am nächsten kommt, statt lange abzuwägen. Die Matrix soll Entscheidungen erleichtern, nicht selbst zum Zeitfresser werden.
Funktioniert die Eisenhower-Matrix auch bei Aufgaben, die von der Schulleitung vorgegeben sind?
Bei fest vorgegebenen Aufgaben wie Konferenzen oder Aufsichten hilft die Matrix vor allem zur Einordnung, nicht zur Vermeidung. Sie zeigt eher, wie viel freier Spielraum um diese festen Termine herum tatsächlich noch bleibt.
Ein ganzes Fach statt einzelner Reihen
Die FachKomplett-Reihen bündeln das Material eines kompletten Fachs für Sek I und Sek II. Einmal kaufen, das Fach ist vorbereitet.
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
Das könnte dich auch interessieren
FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Eine Übersicht aller Reihen steht auf der FachKomplett-Seite.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
Kommentare
Kommentar hinterlassen
Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Unterrichtstipps per E-Mail
Neue Materialien, Planungshilfen und Hinweise zu Lehrplanänderungen - etwa zweimal im Monat, ohne Werbeflut.




