Berufsmaturität: Material für den ergänzenden Unterricht auswählen
Kurz gesagt: Die Berufsmaturität baut auf Grundlagen-, Schwerpunkt- und Ergänzungsbereich auf. Material für den Ergänzungsbereich muss vor allem eines können: fachliche Substanz mit Bezug zur Berufswelt verbinden.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Dieser Beitrag ordnet die Struktur der BM ein und zeigt, woran sich brauchbares Zusatzmaterial erkennen lässt.
Der bildungssystemische Hintergrund: Aufbau der Berufsmaturität
Die Berufsmaturität wird auf zwei Wegen erworben: BM1 lehrbegleitend während der beruflichen Grundbildung, BM2 nach abgeschlossener Lehre. Es gibt fünf Ausrichtungen – Technik, Architektur, Life Sciences; Natur, Landschaft und Lebensmittel; Wirtschaft und Dienstleistungen mit den Typen Wirtschaft und Dienstleistungen; Gestaltung und Kunst; Gesundheit und Soziales.
Der Bildungsgang gliedert sich in Grundlagenbereich, Schwerpunktbereich und Ergänzungsbereich und umfasst mindestens rund 1800 Lernstunden. Zehn Prozent der Lektionen sind für interdisziplinäres Arbeiten reserviert: als IDAF im Fachunterricht und als IDPA, die interdisziplinäre Projektarbeit. Das BM-Zeugnis berechtigt zum Studium an einer Fachhochschule; über die Passerelle, eine Ergänzungsprüfung, steht auch der Weg an Universität und ETH offen.
Wichtig für die Planung: Der Rahmenlehrplan von 2012 gilt noch bis zum 28. Februar 2026. Der neue Rahmenlehrplan wurde am 13. Juni 2025 verabschiedet und gilt ab dem 1. März 2026. Wer jetzt Material sichtet, sollte deshalb prüfen, auf welche Fassung sich der eigene Schullehrplan bezieht.
Warum das im Unterricht zählt
Der Ergänzungsbereich hat eine andere Funktion als der Grundlagenbereich. Er soll das Allgemeinbildende weiten und Anschlüsse zwischen Fächern und Berufspraxis herstellen. Material, das nur Stoff vermittelt, greift hier zu kurz; gefragt sind Fragestellungen, die sich aus mehreren Perspektiven bearbeiten lassen.
Genau darin liegt auch der Hebel für IDAF und IDPA. Wer Zusatzmaterial nach der Frage auswählt „Lässt sich daraus eine interdisziplinäre Fragestellung entwickeln?“, deckt zwei Anforderungen auf einmal ab und schafft zugleich Vorarbeit für die Projektarbeit der Lernenden.
Konkrete Umsetzung: fünf Kriterien für die Auswahl
- Ausrichtung mitdenken: Prüfen Sie, ob ein Thema zur Ausrichtung Ihrer Klasse passt – Gesundheit und Soziales braucht andere Zugänge als Technik, Architektur, Life Sciences.
- Daten statt Meinungen: Bevorzugen Sie Material mit Statistiken, Fallbeispielen und Originaltexten, an denen sich argumentieren lässt.
- Anschluss an den Betrieb: Wählen Sie Themen, zu denen Lernende Erfahrungen aus ihrem Lehrbetrieb einbringen können.
- IDPA-tauglich: Achten Sie darauf, dass sich aus dem Material mehrere Fragestellungen ableiten lassen, nicht nur eine richtige Lösung.
- Rechts- und Systembezüge prüfen: Material aus Deutschland braucht eine Anpassung bei Gesetzen, Institutionen und der Notenskala mit 6 als bester Note.
Für wirtschaftliche Zusammenhänge eignet sich Wirtschaftskreislauf und Konjunktur; technische und ökologische Perspektiven verbindet Rohstoffgewinnung und -verarbeitung – Globale Zusammenhänge, Nutzung und Nachhaltigkeit. Als Grundlage für eine interdisziplinäre Fragestellung dient Unterrichtsreihe: Globalisierung – Soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Weitere Reihen für die Berufsfachschule bündelt die Themenseite ABU-Unterrichtsmaterial für die Berufsfachschule.
Beispielhafter Stundenverlauf (45 Minuten)
Einstieg (ca. 10 Min.): Zeigen Sie eine Grafik zur Preisentwicklung eines Rohstoffs, den die Lernenden aus ihrem Beruf kennen. Frage: „Wer entscheidet eigentlich über diesen Preis?“
Erarbeitung (ca. 25 Min.): In Gruppen ordnen die Lernenden dem Verlauf mögliche Ursachen zu – wirtschaftliche, politische, ökologische – und belegen sie mit dem Material.
Sicherung (ca. 10 Min.): Die Klasse formuliert daraus zwei mögliche IDPA-Fragestellungen und prüft, welche in der verfügbaren Zeit bearbeitbar wäre.
Tipps und typische Stolpersteine
- Klären Sie früh im Kollegium, welche Fächer die zehn Prozent für interdisziplinäres Arbeiten gemeinsam abdecken.
- Sammeln Sie gelungene IDPA-Fragestellungen als Beispielpool für die folgenden Jahrgänge.
- Prüfen Sie bei jedem Material, ob es sich einer Ausrichtung zuordnen lässt oder für alle taugt.
Häufige Fehler: Ein häufiger Fehler ist, den Ergänzungsbereich als Vertiefung des Grundlagenbereichs zu behandeln – er soll weiten, nicht wiederholen. Ebenso verbreitet ist es, IDAF und IDPA erst kurz vor der Projektarbeit zu thematisieren, statt interdisziplinäres Arbeiten über den ganzen Bildungsgang aufzubauen.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheiden sich BM1 und BM2?
BM1 wird lehrbegleitend während der beruflichen Grundbildung besucht, BM2 nach abgeschlossener Lehre. Beide führen zum Berufsmaturitätszeugnis.
Was bedeuten IDAF und IDPA?
IDAF ist interdisziplinäres Arbeiten in den Fächern, IDPA die interdisziplinäre Projektarbeit. Zehn Prozent der Lektionen sind für interdisziplinäres Arbeiten vorgesehen.
Welcher Rahmenlehrplan gilt aktuell?
Der Rahmenlehrplan von 2012 gilt bis zum 28. Februar 2026. Der am 13. Juni 2025 verabschiedete neue Rahmenlehrplan gilt ab dem 1. März 2026.
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Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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FAQ zu den Unterrichtsmaterialien
Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.
Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
- eine Präsentation für den Unterrichtseinstieg
- einen Verlaufsplan für die Stundenstruktur
- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.
Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.
Es gibt keinen Versand und keine Wartezeit: Der Download steht unmittelbar nach dem Abschluss der Bestellung bereit.
Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.
Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.
Eine Unterrichtsreihe deckt ein einzelnes Thema ab, etwa „Genetik" oder „Kurzgeschichten analysieren". Sie passt, wenn du gezielt eine Sequenz vorbereitest.
Ein FachKomplett-Paket bündelt die zentralen Themen eines ganzen Fachs zu einem Gesamtpreis, der deutlich unter der Summe der Einzelreihen liegt. Das lohnt sich, sobald du ein Fach dauerhaft unterrichtest. Eine Übersicht aller Reihen steht auf der FachKomplett-Seite.
Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.
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