Die Frage nach der Existenz Gottes – Texte, Aufgaben, Test
Vollständige Reihe mit Quellentexten, gestuften Aufgaben und einem fertigen Testformat.
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Religion · Gottesfrage & Religionskritik · Sek II
Unterrichtsmaterial zur Frage nach der Existenz Gottes und zu den großen religionskritischen Positionen der Moderne. Sie erhalten Texte, Aufgaben und Testformate für die Lehrkraft sowie ein passendes Schülerheft – einsetzbar von der Einführungsphase bis zur Abiturvorbereitung.
Kurz gesagt: Die Gottesfrage lässt sich in der Oberstufe zweigleisig führen: über die klassischen Gottesbeweise und ihre philosophische Kritik sowie über die religionskritischen Positionen von Feuerbach, Marx, Nietzsche und Freud. Die Reihen auf dieser Seite liefern dafür Quellentexte, gestufte Aufgaben und Testformate mit Lösungen für EF, Q1 und Q2.
Die Frage, ob und wie von Gott gesprochen werden kann, ist kein Randthema des Religionsunterrichts, sondern sein Prüfstein. In der Oberstufe treffen dabei zwei Zugänge aufeinander: der argumentative, der die klassischen Gottesbeweise des Anselm von Canterbury und des Thomas von Aquin auf ihre Schlüssigkeit prüft, und der lebensweltliche, der von Erfahrungen des Zweifels, der Gebetserhörung oder des Leids ausgeht. Wer nur einen der beiden Wege geht, verliert entweder den fachlichen Anspruch oder die Lerngruppe.
Religionskritik ist dabei kein Gegner des Religionsunterrichts, sondern sein produktivster Gesprächspartner. Feuerbachs Projektionsthese, Marx' Ideologiekritik, Nietzsches Diagnose vom Tod Gottes und Freuds Deutung der Religion als Illusion formulieren Einwände, die viele Jugendliche in verkürzter Form ohnehin mitbringen. Werden diese Positionen sauber erarbeitet, gewinnen die Lernenden ein Vokabular für ihre eigenen Zweifel – und zugleich die Fähigkeit, Kritik von Karikatur zu unterscheiden. Genau dieser doppelte Ertrag macht das Thema klausur- und abiturfähig.
Die folgenden Materialien verbinden Lehrkräftefassungen mit Texten, Aufgaben und Test, ein Schülerheft für die Hand der Lernenden, eine gedruckte Ausgabe sowie ein Sparpaket zur Religionskritik.
Vollständige Reihe mit Quellentexten, gestuften Aufgaben und einem fertigen Testformat.
Gebündeltes Material zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Glauben.
Texte und Aufgaben in der Fassung für die Hand der Lerngruppe.
Gedruckte Ausgabe mit Texten, Aufgaben und Test für den Handapparat.
Reihe zur biblischen Gegenbewegung: Gottes Zuwendung statt menschlicher Gottesbeweise.
Bewährt hat sich ein Einstieg über die eigenen Gottesvorstellungen: Die Lernenden halten in einer kurzen Schreibphase fest, welches Gottesbild sie aus Kindheit, Familie oder Medien kennen, und ordnen es anschließend theologischen Grundtypen zu – personal oder unpersönlich, immanent oder transzendent, allmächtig oder mitleidend. Diese Bestandsaufnahme macht den Sprung zur Metaebene erst möglich, weil die Lernenden merken, dass sie über Vorstellungen sprechen, nicht über Fakten.
Im zweiten Schritt folgt die Arbeit an den klassischen Argumenten. Der ontologische, der kosmologische und der teleologische Gottesbeweis lassen sich gut arbeitsteilig erschließen und in einer Rekonstruktion auf Prämissen, Schlussregel und Konklusion herunterbrechen. Erst danach werden die Einwände gelesen – von Kants Kritik am ontologischen Argument bis zur Theodizeefrage. Den Abschluss bilden die neuzeitlichen Religionskritiker, deren Positionen sich in einem Gruppenpuzzle oder als fiktives Streitgespräch sichern lassen.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Gottesbilder erschließen | Von der Kindergottesvorstellung zur reflektierten Rede von Gott |
| Q1 | Gottesbeweise und ihre Kritik | Argumente rekonstruieren, prüfen und begründet bewerten |
| Q2 | Religionskritik der Moderne | Feuerbach, Marx, Nietzsche und Freud einordnen und beurteilen |
Die Quellentexte zur Gottesfrage sind sprachlich anspruchsvoll, lassen sich aber ohne inhaltlichen Verlust stufen. Für Lerngruppen mit geringer Leseerfahrung genügt es, längere Passagen zu kürzen, zentrale Begriffe in einer Randspalte zu erläutern und die Rekonstruktion durch ein vorgegebenes Argumentschema zu stützen. Leistungsstarke Kurse arbeiten dagegen mit dem ungekürzten Text und formulieren die Gegenargumentation eigenständig. Weil die Dateien bearbeitbar sind, können Sie beide Fassungen aus demselben Material erzeugen.
Für die Bewertung eignen sich besonders Aufgaben, die eine Position nicht nur wiedergeben, sondern in Beziehung zu einer zweiten setzen: etwa Feuerbachs Projektionsthese gegen ein biblisches Gottesbild zu stellen oder zu prüfen, ob Nietzsches Diagnose die christliche Rede von Gott tatsächlich trifft. Solche Aufgaben decken die Anforderungsbereiche II und III ab. Der im Material enthaltene Test erlaubt daneben eine schnelle Sicherung der Grundbegriffe.
Die Gottesfrage gehört in allen Bundesländern zum verpflichtenden Inhaltsfeld der gymnasialen Oberstufe; sie erscheint je nach Lehrplan als „Die Frage nach Gott“, „Wirklichkeit und Wirken Gottes“ oder als Teil der Inhaltsfelder zu Glaube und Vernunft. Religionskritik ist dabei fast durchgängig als eigener Schwerpunkt vorgesehen, weil sie die geforderte Auseinandersetzung mit nichtreligiösen Weltdeutungen leistet. Die hier versammelten Reihen decken beide Felder ab.
Im Abitur wird das Thema meist über eine Textvorlage geprüft: ein religionskritischer Auszug, ein theologischer Gegenentwurf oder ein aktueller Kommentar zur Religion in der Gesellschaft. Gefragt sind dann Analyse, Einordnung in eine Position und begründete Stellungnahme. Das Material trainiert genau diese Abfolge, weil die Aufgaben durchgängig vom Erschließen über das Einordnen zum Beurteilen führen.
Im Zentrum stehen der ontologische Gottesbeweis nach Anselm von Canterbury, der kosmologische Weg über Ursache und Bewegung sowie der teleologische Schluss aus der Ordnung der Welt. Ergänzend lohnt sich Kants Einwand, dass Existenz kein Prädikat ist, weil er die Grenzen des rein begrifflichen Arguments deutlich macht.
Hilfreich ist die klare Trennung zwischen der Rekonstruktion einer Position und der eigenen Stellungnahme: Zuerst wird Feuerbach oder Nietzsche so genau wiedergegeben, dass ein Vertreter der Position zustimmen könnte, erst danach folgt die Beurteilung. So kann sich niemand persönlich angegriffen fühlen, und die Diskussion bleibt an Argumenten orientiert.
Ja, zur Reihe über die Frage nach der Existenz Gottes gehört ein Schülerheft mit Texten und Aufgaben in der Fassung für die Hand der Lernenden. Wer lieber mit einem gebundenen Exemplar arbeitet, findet zusätzlich eine gedruckte Softcover-Ausgabe.
Bewährt hat sich eine Klausur mit Textvorlage: Die Lernenden analysieren einen religionskritischen oder theologischen Auszug, ordnen ihn einer Position zu und nehmen begründet Stellung. Das im Material enthaltene Testformat lässt sich als Vorübung oder als kurze schriftliche Leistungskontrolle einsetzen.
Zu den Aufgaben gehören ausgearbeitete Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Da es bei Beurteilungsaufgaben mehrere vertretbare Wege gibt, sind diese als Orientierung formuliert und lassen sich an Ihre Schwerpunktsetzung anpassen.
Ja, die Gottesfrage und die Religionskritik sind in beiden Konfessionen Teil der Oberstufenlehrpläne, und die Texte sind konfessionell nicht festgelegt. Konfessionsspezifische Akzente können Sie über die bearbeitbaren Dateien ergänzen.