Faust. Der Tragödie erster Teil
Vollständige Unterrichtsreihe von der Gelehrtentragödie bis zur Kerkerszene.
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Deutsch · Weimarer Klassik · Sek II
Unterrichtsmaterial zu Goethes beiden Abiturklassikern: Faust. Der Tragödie erster Teil und Iphigenie auf Tauris. Sie erhalten vollständige Unterrichtsreihen, kompakte Lernhefte und Zusammenfassungen zu Aufbau, Figurenkonstellation und Deutung – abgestimmt auf EF, Q1 und Q2.
Kurz gesagt: Faust I und Iphigenie auf Tauris sind die Kernwerke der Weimarer Klassik im Deutsch-Abitur. Faust verbindet die Gelehrten- mit der Gretchentragödie und sprengt die geschlossene Dramenform, Iphigenie führt das Humanitätsideal in strenger klassischer Bauform vor. Die Materialien auf dieser Seite liefern dazu Unterrichtsreihen, Lernhefte und Zusammenfassungen mit Aufgaben und Lösungen.
Kein anderer Autor ist in den Lehrplänen der gymnasialen Oberstufe so verlässlich vertreten wie Goethe. Das hat einen sachlichen Grund: An Faust I und Iphigenie auf Tauris lassen sich zwei gegensätzliche Dramenkonzepte nebeneinanderlegen, ohne den Epochenrahmen zu verlassen. Iphigenie zeigt die geschlossene Form mit fünf Akten, Blankvers und weitgehend gewahrter Einheit von Ort, Zeit und Handlung. Faust dagegen reiht Szenen unterschiedlicher Länge, Sprachebene und Versform aneinander und öffnet damit die Bauform. Ihre Lerngruppe erarbeitet an einem Autor, was Dramenformen strukturell voneinander trennt.
Hinzu kommt die inhaltliche Reichweite. Faust I stellt die Frage nach der Grenze des Erkennens und nach der Verantwortung des Einzelnen für die Folgen seines Strebens; die Gretchenhandlung macht daraus einen konkreten sozialen Fall. Iphigenie verhandelt, ob ein Konflikt ohne Täuschung und Gewalt lösbar ist, und beantwortet diese Frage mit dem Bekenntnis zur Wahrheit gegenüber Thoas. Beide Werke lassen sich damit an Gegenwartsfragen anschließen, ohne dass der historische Kontext verwischt wird – eine Voraussetzung für tragfähige Interpretationsaufsätze.
Die folgenden Materialien decken beide Werke vollständig ab – von der ausführlichen Unterrichtsreihe über das kompakte Lernheft bis zur Zusammenfassung für die Wiederholung vor der Klausur.
Vollständige Unterrichtsreihe von der Gelehrtentragödie bis zur Kerkerszene.
Kompakte Aufbereitung von Szenenfolge, Figuren und Motiven zum Nacharbeiten.
Reihe zum Drama im Zusammenhang mit dem klassischen Kunstverständnis.
Akt-für-Akt-Überblick mit Figurenkonstellation für die Wiederholungsphase.
Ordnet Goethes Werke in Aufklärung, Sturm und Drang, Klassik und Frühromantik ein.
Bewährt hat sich ein Einstieg über den Epochenrahmen: Bevor die Lektüre beginnt, klärt Ihre Lerngruppe die Bruchlinie zwischen Sturm und Drang und Weimarer Klassik – das Genie-Konzept auf der einen, Maß, Form und Antikeorientierung auf der anderen Seite. Auf dieser Grundlage lässt sich anschließend erklären, warum der Urfaust-Stoff aus dem Sturm und Drang stammt, die veröffentlichte Fassung von 1808 aber Rahmenteile wie den Prolog im Himmel besitzt, die den Konflikt in eine übergeordnete Wette einbetten.
Für die Lektüre selbst empfiehlt sich eine Auswahl von Schlüsselszenen statt einer lückenlosen Lektüre im Unterricht. In Faust I tragen Nacht, Vor dem Tor, die beiden Studierzimmerszenen mit Pakt und Wette, Marthens Garten mit der Gretchenfrage sowie die Kerkerszene die Interpretation. In Iphigenie genügen der Monolog der Eröffnung, das Gespräch mit Thoas im ersten Akt, die Orest-Szenen des dritten Aktes samt Parzenlied und der Schluss, um den Argumentationsgang des Dramas vollständig zu erschließen. Die restlichen Szenen erarbeitet Ihre Lerngruppe über Zusammenfassungen als Hausaufgabe.
| Stufe | Einsatz | Schwerpunkt |
|---|---|---|
| EF | Einstieg | Dramenaufbau, Epochenkontext und Analysewortschatz |
| Q1 | Lektürephase | Faust I: Szenenfolge, Figurenkonstellation und Motive |
| Q2 | Abiturvorbereitung | Iphigenie, Humanitätsideal und Klausurtraining |
Die Sprache beider Dramen ist die eigentliche Hürde. Für heterogene Kurse hat es sich bewährt, jeder Szenenanalyse eine kurze Paraphrase-Phase voranzustellen: Wer den Inhalt in eigenen Worten wiedergeben kann, findet anschließend auch die sprachlichen Auffälligkeiten. Leistungsstärkere Lernende arbeiten direkt am unkommentierten Vers und untersuchen Blankvers, Reimformen im Faust oder die Wechselrede als Mittel der Figurencharakterisierung. Weil die Materialien in bearbeitbaren Formaten vorliegen, können Sie Textausschnitte kürzen, Worterklärungen ergänzen oder Aufgaben auf zwei Niveaus ausgeben.
Für Klausuren eignet sich die Szenenanalyse mit weiterführendem Interpretationsauftrag am besten: Ein überschaubarer Ausschnitt wird analysiert und anschließend in den Werkzusammenhang eingeordnet. Als zweite Variante bietet sich der Werkvergleich an, bei dem eine Faust-Szene und eine Iphigenie-Szene unter einer gemeinsamen Fragestellung – etwa Schuld, Verantwortung oder Selbstbestimmung – betrachtet werden. Die Lernhefte und Zusammenfassungen unterstützen die Vorbereitung darauf, weil sie das Überblickswissen liefern, ohne die Interpretation vorwegzunehmen.
Faust I gehört in nahezu allen Bundesländern zum festen Bestand der Qualifikationsphase, Iphigenie auf Tauris ist in mehreren Ländern als Pflicht- oder Wahllektüre gesetzt. Die Lehrpläne verbinden beide Werke mit dem Inhaltsfeld Literatur und Epochenumbruch: Erwartet werden die Analyse dramatischer Texte, die Einordnung in den historischen und literaturgeschichtlichen Kontext sowie die Auseinandersetzung mit poetologischen Positionen der Zeit um 1800.
Für die schriftliche Abiturprüfung ist die Analyse eines literarischen Textes mit weiterführendem Schreibauftrag das häufigste Aufgabenformat. Verlangt werden dabei die Operatoren analysieren, interpretieren, vergleichen und erörtern – jeweils mit klarem Textbeleg. Die Materialien dieser Seite sind so aufgebaut, dass Aufgaben aus dem Unterricht diese Operatoren bereits verwenden, sodass die Prüfungsformate nicht erst in der Vorbereitungsphase eingeführt werden müssen.
Das Marmorbild – Romantik-Klausur Sek II
Der Runenberg (Tieck) – RomantikTragfähig sind der Eingangsmonolog in Nacht, Vor dem Tor mit dem Osterspaziergang, die beiden Studierzimmerszenen mit Pakt und Wette, Marthens Garten mit der Gretchenfrage sowie die Kerkerszene. An dieser Auswahl lassen sich Gelehrten- und Gretchentragödie, Fausts Streben und Mephistos Rolle vollständig erarbeiten.
Das Weimarer Kunstprogramm meint die Orientierung an der Antike als Maßstab für Form, Maß und Harmonie sowie die Vorstellung, dass Kunst den Menschen bildet. In Iphigenie auf Tauris zeigt sich das an der strengen Bauform im Blankvers und daran, dass der Konflikt nicht durch List, sondern durch Wahrheit und Vertrauen gelöst wird.
Am ergiebigsten ist ein Vergleich entlang der Frage, wie die Dramen mit Schuld und Verantwortung umgehen: Faust lädt Schuld auf sich und strebt weiter, Iphigenie stellt sich der Schuld ihres Geschlechts und bricht den Kreislauf durch Offenheit. Ergänzend lässt sich die Bauform gegenüberstellen – offene Szenenreihung gegen geschlossene Aktstruktur.
Im Zentrum stehen analysieren, interpretieren, vergleichen und erörtern. Analysieren verlangt die Untersuchung von Inhalt, Aufbau und Sprache am Beleg, interpretieren die begründete Deutung im Werkzusammenhang, und der weiterführende Schreibauftrag verlangt meist einen Vergleich oder eine Erörterung mit Bezug auf den Epochenkontext.
Ja, zu den Aufgaben der Reihen gehören ausgearbeitete Lösungen beziehungsweise Erwartungshorizonte. Da die Dateien bearbeitbar sind, können Sie die Erwartungen an das Niveau Ihres Kurses anpassen und eigene Bewertungsraster ergänzen.
Ja. Die Lernhefte und die Zusammenfassung sind so angelegt, dass Lernende Handlung, Figurenkonstellation und zentrale Motive selbstständig nacharbeiten können – etwa nach einem Unterrichtsausfall oder in der Phase vor der Abiturprüfung.