Leistungsüberprüfung am Ende einer Unterrichtsreihe planen

Silo Unterrichtsreihe, Leistungsüberprüfung sinnvoll planen

Leistungsüberprüfung am Ende einer Unterrichtsreihe planen

Wie sich die Leistungsüberprüfung am Ende einer Unterrichtsreihe planen lässt: Format wählen, Aufgaben über die Anforderungsbereiche verteilen, einen Erwartungshorizont formulieren, Punkte nachvollziehbar vergeben und die Rückmeldung mit dem ursprünglichen Reihenziel verbinden.

  • 3Anforderungsbereiche, die die Aufgabenverteilung ordnen
  • 1Erwartungshorizont je Überprüfung, vorab formuliert
  • 2–3Aufgabentypen für eine ausgewogene Verteilung
  • 1Rückmeldung, die auf das Reihenziel zurückverweist

Die Leistungsüberprüfung am Ende einer Unterrichtsreihe sollte das gesamte Reihenziel abbilden statt nur einzelner Details der letzten Doppelstunden: Aufgaben verteilen sich über die drei Anforderungsbereiche Reproduktion, Anwendung und Transfer, ein vorab formulierter Erwartungshorizont legt fest, welche Antwort welche Punktzahl erhält, als reines Planungsbeispiel und nicht als verbindliche Vorgabe. Das Format richtet sich nach dem, was die Reihe tatsächlich eingeübt hat. Die Rückmeldung sollte erkennbar auf das ursprüngliche Reihenziel zurückverweisen, statt nur eine Note ohne Einordnung mitzuteilen.

Das passende Format wählen

Das Format einer Leistungsüberprüfung sollte sich aus dem ergeben, was die Reihe tatsächlich eingeübt hat, nicht aus einer allgemeinen Vorliebe für ein bestimmtes Prüfungsformat. Eine Reihe, die vor allem mit Textquellen gearbeitet hat, überprüft sich sinnvoller mit einer Textaufgabe als mit einem reinen Wissenstest zu Einzelfakten. Diese Passung entscheidet oft stärker über die Fairness einer Überprüfung als der Schwierigkeitsgrad der einzelnen Aufgaben.

Bei einer Reihe zu Migration, Gesundheit, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Konflikte und Sicherheit | Unterrichtsmaterial Sozialwissenschaften SEK I mit mehreren Themenfeldern bietet sich eine Überprüfung an, die ein neues, aber ähnlich gelagertes Fallbeispiel vorlegt, statt ausschließlich die in der Reihe behandelten Fälle abzufragen, weil sich so echter Transfer von reiner Wiedergabe unterscheiden lässt.

Wie sich eine solche fallbasierte Überprüfung für eine mehrteilige Reihe mit unterschiedlichen Themenfeldern konkret aufbauen lässt, zeigt Unterrichtsreihe Migration, Gesundheit, Wirtschaft: Leistungsüberprüfung am Reihenende an diesem Beispiel mit einer Struktur, die sich auch auf andere mehrteilige Reihen übertragen lässt.

Ein Format, das während der Reihe nie geübt wurde, etwa eine mündliche Prüfung nach einer Reihe voller schriftlicher Einzelarbeit, überrascht die Klasse unnötig. Das gewählte Format sollte spätestens in der vorletzten Doppelstunde einmal in ähnlicher Form vorgekommen sein, damit die Überprüfung selbst keine neue Hürde formaler Art darstellt.

Auch der Umfang der Überprüfung sollte sich am üblichen Umfang einer regulären Doppelstunde orientieren, statt deutlich länger oder kürzer auszufallen. Eine Überprüfung, die spürbar aus dem gewohnten Zeitrahmen fällt, verändert die Bearbeitungsstrategie der Klasse, ohne dass dies mit dem eigentlichen fachlichen Ziel zu tun hätte, und verzerrt damit das Ergebnis unabhängig vom tatsächlichen Kenntnisstand.

Aufgaben über die Anforderungsbereiche verteilen

Eine ausgewogene Überprüfung deckt alle drei Anforderungsbereiche ab: Reproduktion von Gelerntem, Anwendung auf einen bekannten Fall und Transfer auf eine neue Situation. Eine Überprüfung, die nur reproduziert, misst wenig über das Auswendiglernen hinaus; eine Überprüfung, die nur transferiert, überfordert Lernende, die die Grundlagen zwar beherrschen, aber selten in völlig neuen Zusammenhängen anwenden mussten.

Bei einer Reihe zu Kommunikation nach Watzlawick & Schulz von Thun | Unterrichtsmaterial Deutsch & Sozialwissenschaften SEK I lässt sich diese Verteilung gut zeigen: Reproduktion fragt die Modelle selbst ab, Anwendung ordnet ein vorgegebenes Gesprächsbeispiel den Modellen zu, Transfer verlangt eine eigene Analyse einer neuen, in der Reihe nicht behandelten Gesprächssituation, in der mehrere Modelle gleichzeitig erkennbar sein können.

Wie sich diese drei Anforderungsbereiche für eine kommunikationstheoretische Reihe konkret in Aufgaben übersetzen lassen, beschreibt Unterrichtsreihe Kommunikation nach Watzlawick und Schulz von Thun planen an diesem Beispiel mit einer Verteilung, die sich auch auf andere modellbasierte Reihen übertragen lässt.

Als grobe Orientierung, nicht als feste Vorgabe, hat sich eine Gewichtung bewährt, bei der Reproduktion und Anwendung zusammen den größeren Teil der Aufgaben ausmachen und Transfer einen kleineren, aber deutlich erkennbaren Anteil erhält. Diese Gewichtung lässt sich je nach Reihenschwerpunkt verschieben, sollte aber allen drei Bereichen sichtbar Raum geben.

Die Reihenfolge der Aufgaben innerhalb der Überprüfung folgt meist demselben aufsteigenden Prinzip wie die Anforderungsbereiche selbst: Reproduktionsaufgaben zuerst, damit die Klasse mit einem sicheren Einstieg beginnt, Transferaufgaben zuletzt, wenn der Bezug zum bereits Bearbeiteten schon hergestellt ist.

Einen Erwartungshorizont formulieren

Ein Erwartungshorizont legt vor der Korrektur fest, welche inhaltlichen Punkte eine vollständige Antwort enthalten sollte, statt diese Einschätzung erst während der Korrektur einzelner Arbeiten zu treffen. Das schafft eine einheitliche Grundlage für alle Arbeiten derselben Überprüfung, unabhängig davon, in welcher Reihenfolge sie korrigiert werden.

Bei einer Reihe zu Kennenlernen einer Klasse, die sich schon kennt | Unterrichtsmaterial Soziales Lernen SEK I lässt sich ein Erwartungshorizont etwa so formulieren: Für eine vollständige Antwort werden zwei benannte Beobachtungskriterien und ein eigenes Beispiel aus der Übung erwartet, für eine teilweise Antwort genügt ein Kriterium ohne eigenes Beispiel. Diese Abstufung macht auch Zwischenstufen zwischen voller und keiner Punktzahl nachvollziehbar.

Wie ein solcher Erwartungshorizont für eine Überprüfung im Bereich des sozialen Lernens formuliert werden kann, zeigt Kennenlernen einer Klasse als Unterrichtsreihe: Leistungsüberprüfung am Reihenende an diesem Beispiel mit Kriterien, die sich auch auf andere Reihen mit Beobachtungsaufgaben übertragen lassen.

Ein Erwartungshorizont muss nicht jede denkbare Formulierung vorwegnehmen. Es genügt, die inhaltlichen Kernpunkte zu benennen, anhand derer sich unterschiedliche, aber fachlich gleichwertige Formulierungen einordnen lassen, statt eine einzige richtige Musterantwort vorzugeben. Diese Offenheit erleichtert die Korrektur, statt sie durch zu enge Vorgaben zu erschweren.

Ein zweiter Nutzen eines vorab formulierten Erwartungshorizonts zeigt sich bei Rückfragen von Lernenden oder Erziehungsberechtigten zur Bewertung: Eine schriftlich festgehaltene Grundlage lässt sich nachvollziehbar erklären, während eine nachträglich rekonstruierte Begründung leicht angreifbar wirkt, selbst wenn die ursprüngliche Korrektur sachlich korrekt war.

Punkte vergeben

Die Vergabe von Punkten sollte dem im Erwartungshorizont festgelegten Schema folgen, statt bei jeder Arbeit neu abzuwägen, wie viel eine Antwort wert ist. Als reines Planungsbeispiel, nicht als verbindliche Vorgabe, hat sich eine Verteilung bewährt, bei der jeder inhaltliche Kernpunkt aus dem Erwartungshorizont einem festen Punktwert entspricht.

Bei einer Reihe zu Einführung Geschichte – Die erste Geschichtsstunde | Unterrichtsmaterial Geschichte SEK I lässt sich das etwa so umsetzen: Für die korrekte Einordnung eines Ereignisses in eine grobe Zeitspanne gibt es einen Punkt, für die zusätzliche Nennung einer Quelle oder eines Belegs einen weiteren, sodass sich der Gesamtpunktwert direkt aus einzelnen, klar benennbaren Teilleistungen zusammensetzt.

Wie eine solche punktbasierte Bewertung für eine einführende Geschichtsreihe im Detail aussehen kann, beschreibt Unterrichtsreihe Einführung Geschichte: Leistungsüberprüfung am Reihenende an diesem Beispiel als Planungsbeispiel mit einer Aufteilung, die sich auch bei anderen einführenden Reihen bewährt.

Bei Transferaufgaben, deren Antworten stärker variieren können als bei reinen Reproduktionsaufgaben, lohnt sich ein Punktebereich statt eines Einzelwerts, etwa null bis drei Punkte je nach Tiefe der Argumentation, damit unterschiedlich gute, aber fachlich vertretbare Antworten nicht gleich bewertet werden müssen.

Eine Gesamtpunktzahl allein sagt wenig darüber aus, in welchem Anforderungsbereich eine Lernende sicher war und wo nicht. Eine kurze Zwischennotiz, wie viele Punkte je Anforderungsbereich erreicht wurden, liefert eine Grundlage, die sich später sowohl für die Rückmeldung als auch für die Planung der nächsten Reihe nutzen lässt, ohne die einzelnen Arbeiten dafür erneut durchsehen zu müssen.

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Migration, Gesundheit, Wirtschaft, soziale Gerechtigkeit, Konflikte und Sicherheit | Unterrichtsmaterial Sozialwissenschaften SEK I
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Anforderungsbereiche in der Leistungsüberprüfung (Planungsbeispiel)

Anforderungsbereich Typische Aufgabenform Ungefährer Anteil
Reproduktion Begriffe, Fakten, Modelle benennen etwa ein Drittel
Anwendung Bekanntes Modell auf vorgegebenen Fall übertragen etwa die Hälfte
Transfer Eigene Analyse einer neuen Situation restlicher, kleinerer Anteil
Gesamtaufbau Aufsteigend von Reproduktion zu Transfer über die gesamte Überprüfung

Rückmeldung geben

Eine Rückmeldung, die nur aus einer Punktzahl oder Note besteht, hilft einer Lernenden wenig dabei, die eigene Leistung einzuordnen. Ein kurzer Hinweis, welcher Anforderungsbereich gut gelungen ist und welcher noch Unsicherheiten zeigt, liefert eine konkretere Grundlage für die weitere Arbeit als die Zahl allein.

Bei einer mehrteiligen sozialwissenschaftlichen Reihe lässt sich eine solche Rückmeldung etwa mit einem Satz zur gelungenen Einordnung des bekannten Falls und einem Hinweis auf den noch unsicheren Transfer auf den neuen Fall verbinden.

Diese differenzierte Rückmeldung muss nicht für jede einzelne Arbeit individuell neu formuliert werden. Häufig wiederkehrende Rückmeldungen lassen sich als kurze Textbausteine vorbereiten, die je nach beobachtetem Muster einzelnen Arbeiten zugeordnet werden, statt bei jeder Arbeit bei null zu beginnen.

Eine mündliche Rückmeldung im Plenum zu den häufigsten Mustern der ganzen Klasse ergänzt die individuelle schriftliche Rückmeldung sinnvoll, weil sie zeigt, welche Schwierigkeiten viele Lernende gemeinsam betrafen und welche eher Einzelfälle waren. Diese Einordnung nimmt einzelnen Lernenden den Eindruck, mit einer Schwäche allein dazustehen.

Überprüfung und Reihenziel zusammenbringen

Eine Leistungsüberprüfung, die Aspekte abfragt, die im Reihenziel keine Rolle gespielt haben, wirkt auf die Klasse willkürlich, selbst wenn die Aufgaben fachlich korrekt sind. Vor der Erstellung der Überprüfung lohnt sich deshalb ein kurzer Abgleich mit den ursprünglich für die Reihe formulierten Zielen.

Bei einer kommunikationstheoretischen Reihe bedeutet das etwa, dass eine Überprüfung, die ausschließlich Fachbegriffe abfragt, das eigentliche Reihenziel verfehlt, wenn dieses in der eigenständigen Anwendung der Modelle auf reale Gesprächssituationen bestand.

Ein Aspekt, der in den Zwischensicherungen der Reihe durchgehend unsicher blieb, sollte in der Überprüfung nicht plötzlich mit hohem Gewicht auftauchen, ohne vorher noch einmal gezielt behandelt worden zu sein. Die Überprüfung sollte bestätigen, was die Reihe eingeübt hat, nicht zusätzliche Hürden einbauen.

Dieser Abgleich lohnt sich auch in die andere Richtung: Ein zentraler Aspekt des Reihenziels, der in keiner einzigen Aufgabe der Überprüfung vorkommt, sollte auffallen, bevor die Überprüfung geschrieben wird, nicht erst, wenn die Klasse die Arbeiten zurückerhält und den fehlenden Bezug selbst bemerkt.

Überprüfung bei heterogenen Themenfeldern

Reihen, die mehrere unterschiedliche Themenfelder unter einem gemeinsamen Dach behandeln, stellen die Überprüfung vor eine besondere Herausforderung: Nicht jedes Themenfeld kann gleich ausführlich abgeprüft werden, ohne die Überprüfung unangemessen lang zu machen. Eine sinnvolle Lösung ist eine Auswahl von zwei oder drei Themenfeldern, die exemplarisch, aber mit allen drei Anforderungsbereichen abgedeckt werden, statt jedes einzelne Feld nur oberflächlich zu streifen.

Bei einer solchen mehrteiligen Reihe lässt sich diese Auswahl vorab ankündigen, ohne die konkreten Aufgaben zu verraten, damit die Klasse weiß, in welche Richtung die Vorbereitung sinnvoll ist, ohne dass die Überprüfung ihre Funktion als echte Leistungsmessung verliert.

Diese Auswahl sollte sich an den Themenfeldern orientieren, die in der Reihe am gründlichsten bearbeitet wurden, nicht an denen, die zufällig zuletzt behandelt wurden und deshalb noch präsent sind. Eine kurze Notiz, welche Themenfelder tatsächlich vertieft wurden, hilft bei dieser Auswahl mehr als der bloße Rückblick auf den Reihenverlauf aus dem Gedächtnis.

Bei heterogenen Reihen lohnt es sich zusätzlich, mindestens eine Aufgabe so zu gestalten, dass sie einen Bezug zwischen zwei der behandelten Themenfelder herstellt, statt jedes Feld vollständig isoliert abzufragen. Das prüft, ob die Klasse den inhaltlichen Zusammenhang der Reihe als Ganzes verstanden hat, statt nur die einzelnen Teile für sich zu kennen.

Leistungsüberprüfung in den größeren Zusammenhang einordnen

Die Leistungsüberprüfung am Reihenende ist von der laufenden Sicherung während der Reihe zu unterscheiden: Sicherung bleibt unbenotet und dient der Standortbestimmung, während die Überprüfung am Ende eine benotete Leistung abbildet. Eine Reihe, in der beides sauber getrennt bleibt, liefert am Ende ehrlichere Ergebnisse als eine Reihe, in der Sicherung und Bewertung durchgehend vermischt wurden. Wie sich eine solche Sicherung über die gesamte Reihe hinweg organisieren lässt, beschreibt die Seite Digitale Unterrichtsvorbereitung: Präsentation, Geräte, Ausfallplan am Beispiel einer digital vorbereiteten Präsentation, die auch für die Überprüfung selbst genutzt werden kann.

Wie eine Reihe insgesamt aufgebaut und in eine sinnvolle Sequenz gebracht wird, aus der sich am Ende eine stimmige Überprüfung ableiten lässt, beschreibt die Seite Unterrichtsreihe: Aufbau, Länge, Sequenz. Eine Überprüfung lässt sich nur so gut planen, wie die zugrunde liegende Sequenz vorher durchdacht wurde.

Auch bei einer Reihe zu Unterrichtsreihe Ein-Fluchtpunkt-Perspektive in der Kunst planen lässt sich eine praktische Überprüfung mit denselben Grundsätzen zu Anforderungsbereichen und Erwartungshorizont planen, auch wenn die konkrete Aufgabenform stärker gestalterisch statt schriftlich ausfällt und der Erwartungshorizont entsprechend andere Kriterien benennt.

Weiteres Material mit vergleichbarem Bedarf an einer klar strukturierten Reihenüberprüfung, etwa zu Unterrichtsreihe Die Geschichte unserer Schule entdecken planen, findet sich zusammen mit weiteren Themen in der Sammlung der Unterrichtsreihen im Shop.

Was eine Leistungsüberprüfung am Reihenende trägt

  • Ein Format, das während der Reihe bereits in ähnlicher Form geübt wurde.
  • Eine Verteilung der Aufgaben über alle drei Anforderungsbereiche.
  • Ein vorab formulierter Erwartungshorizont als Grundlage für die Korrektur.
  • Ein Punkteschema, das dem Erwartungshorizont folgt, statt bei jeder Arbeit neu abzuwägen.
  • Ein Punktebereich statt eines Einzelwerts für variablere Transferaufgaben.
  • Eine Rückmeldung, die konkrete Anforderungsbereiche statt nur eine Zahl benennt.
  • Ein Abgleich der Überprüfung mit dem ursprünglich formulierten Reihenziel.
  • Ein Fokus auf die gründlich bearbeiteten Themenfelder bei heterogenen Reihen, ergänzt um mindestens eine Aufgabe mit erkennbarem Bezug zwischen zwei Themenfeldern.

Die vorgestellten Materialien aus Sozialwissenschaften, Deutsch, Geschichte und sozialem Lernen lassen sich mit einer über die Anforderungsbereiche verteilten Leistungsüberprüfung am Ende der jeweiligen Reihe abschließen, unabhängig davon, wie unterschiedlich die einzelnen Themenfelder ausfallen oder wie viele Doppelstunden die Reihe insgesamt umfasste.

Häufige Fragen

Wie wählt man das passende Format für eine Leistungsüberprüfung?

Das Format sollte sich aus dem ergeben, was die Reihe tatsächlich eingeübt hat, nicht aus einer allgemeinen Vorliebe für ein bestimmtes Prüfungsformat. Ein Format, das während der Reihe nie in ähnlicher Form vorkam, überrascht die Klasse unnötig und sollte deshalb spätestens in der vorletzten Doppelstunde einmal geübt worden sein. Auch der Umfang sollte dem gewohnten Rahmen einer Doppelstunde entsprechen, damit die Bearbeitungsstrategie der Klasse nicht verzerrt wird.

Wie verteilt man Aufgaben über die Anforderungsbereiche?

Als grobe Orientierung, nicht als feste Vorgabe, machen Reproduktion und Anwendung zusammen den größeren Teil der Aufgaben aus, während Transfer einen kleineren, aber deutlich erkennbaren Anteil erhält. Eine Überprüfung, die nur reproduziert oder nur transferiert, misst die Leistung der Klasse einseitig statt ausgewogen. Die Aufgabenreihenfolge sollte dabei ebenfalls aufsteigend verlaufen, damit die Klasse mit einem sicheren Einstieg beginnt.

Was gehört in einen Erwartungshorizont?

Ein Erwartungshorizont benennt die inhaltlichen Kernpunkte, die eine vollständige Antwort enthalten sollte, formuliert vor der Korrektur und nicht erst während ihr. Er muss keine einzige Musterantwort vorgeben, sondern sollte unterschiedliche, fachlich gleichwertige Formulierungen anhand derselben Kernpunkte einordnen können, und dient zusätzlich als nachvollziehbare Grundlage bei Rückfragen zur Bewertung.

Wie vergibt man Punkte für eine Leistungsüberprüfung?

Ein bewährtes Planungsbeispiel ordnet jedem inhaltlichen Kernpunkt aus dem Erwartungshorizont einen festen Punktwert zu, statt bei jeder Arbeit neu abzuwägen. Bei Transferaufgaben mit stärker variierenden Antworten lohnt sich ein Punktebereich statt eines Einzelwerts, damit unterschiedlich gute, aber vertretbare Antworten differenziert bewertet werden können, ohne bei jeder Arbeit neu zu diskutieren.

Wie sollte eine Rückmeldung zur Leistungsüberprüfung aussehen?

Eine Rückmeldung, die nur aus einer Note besteht, hilft wenig bei der Einordnung der eigenen Leistung. Ein kurzer Hinweis, welcher Anforderungsbereich gut gelungen ist und welcher noch Unsicherheiten zeigt, liefert eine konkretere Grundlage. Häufig wiederkehrende Rückmeldungen lassen sich als Textbausteine vorbereiten, statt jede Arbeit einzeln neu zu formulieren, ergänzt um eine kurze mündliche Einordnung im Plenum.

Wie bringt man die Leistungsüberprüfung mit dem Reihenziel zusammen?

Vor der Erstellung der Überprüfung lohnt sich ein Abgleich mit den ursprünglich formulierten Zielen der Reihe. Eine Überprüfung, die Aspekte abfragt, die im Reihenziel keine Rolle gespielt haben, wirkt willkürlich. Ein Aspekt, der in den Zwischensicherungen durchgehend unsicher blieb, sollte vorher noch einmal gezielt behandelt worden sein, statt in der Überprüfung unvermittelt und ohne vorherige Übung aufzutauchen.