Der Name Gottes: die Dornbuscherzählung und JHWH im Religionsunterricht der Klasse 7
In Ex 3 begegnet Mose am brennenden Dornbusch einem Gott, der sich mit einem Namen vorstellt, der sich sinngemäß als „Ich bin da“ oder „Ich werde sein“ verstehen lässt. Dieser Name JHWH wird im Judentum aus Ehrfurcht nicht ausgesprochen, sondern durch „Adonai“ ersetzt. Klasse 7 kann daran erarbeiten, wie unterschiedlich Religionen von Gott sprechen, ohne ihn abschließend zu benennen.
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Mose am Dornbusch: die Erzählung aus Ex 3
Die Erzählung vom brennenden Dornbusch in Ex 3 schildert, wie Mose in der Wüste einem Busch begegnet, der brennt, ohne zu verbrennen. Aus diesem Busch spricht Gott zu ihm und beauftragt ihn, das Volk Israel aus der Unterdrückung in Ägypten zu führen. Mose fragt daraufhin nach dem Namen Gottes, um dem Volk eine Antwort geben zu können.
Für Klasse 7 lässt sich die Erzählung kurz zusammengefasst erzählen oder in vereinfachter Form vorgelesen werden, ohne den vollständigen biblischen Text zu zitieren. Ein Stundeneinstieg kann mit einem Bild des brennenden Dornbuschs beginnen, zu dem die Klasse in Stillarbeit erste Vermutungen notiert, was dort geschehen könnte.
Eine Aufgabe mit dem Operator beschreiben kann lauten: Beschreiben Sie, in welcher Situation sich Mose befindet, als er Gott am Dornbusch begegnet, und was er von Gott erfährt.
Der Gottesname JHWH
Auf die Frage nach seinem Namen antwortet Gott in Ex 3 mit einer Formulierung, die im Hebräischen mit dem Verb „sein“ zusammenhängt und sich sinngemäß als „Ich bin da“ oder „Ich werde sein“ übersetzen lässt. Die vier hebräischen Buchstaben dieses Namens werden als JHWH wiedergegeben, ohne dass die genaue ursprüngliche Aussprache heute mit Sicherheit rekonstruierbar ist.
Für den Unterricht ist wichtig, diesen Namen nicht als bloße Bezeichnung zu behandeln, sondern als Zusage: Gott stellt sich als jemand vor, der da ist und mit seinem Volk mitgeht, gerade in einer Situation der Unterdrückung. Eine Aufgabe mit dem Operator erklären kann lauten: Erklären Sie, was mit der Aussage „Ich bin da“ als Gottesname gemeint sein könnte.
Ein Tafelbild kann den Namen JHWH in der Mitte zeigen, umgeben von den beiden möglichen Übersetzungen „Ich bin da“ und „Ich werde sein“ sowie Stichworten zur Situation des Mose, um die Verbindung von Name und Situation sichtbar zu machen.
Jüdische Scheu vor dem Aussprechen des Namens
Im Judentum wird der Gottesname JHWH aus Ehrfurcht traditionell nicht ausgesprochen. Stattdessen verwendet man beim Lesen der Tora anstelle des Namens die Bezeichnung „Adonai“, was so viel wie „mein Herr“ bedeutet. Diese Praxis drückt eine besondere Achtung vor dem Namen Gottes aus, der als zu heilig gilt, um ihn alltäglich zu gebrauchen.
Für Klasse 7 lässt sich diese Praxis als respektvoller Umgang mit einem als heilig verstandenen Namen einordnen, ohne sie zu bewerten oder mit anderen religiösen Praktiken zu vergleichen. Eine Aufgabe mit dem Operator nennen kann lauten: Nennen Sie den Begriff, der im Judentum anstelle des Gottesnamens JHWH gelesen wird, und erläutern Sie kurz, warum das so gehandhabt wird.
Gottesnamen im Islam
Auch der Islam kennt eine reiche Tradition von Gottesnamen, bekannt als die 99 schönen Namen Gottes, die jeweils einen bestimmten Aspekt Gottes beschreiben, etwa Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit. Diese Namen werden im religiösen Leben verwendet, ohne dass sie mit dem eigentlichen Wesen Gottes gleichgesetzt werden.
Ein Vergleich mit dem jüdisch-christlichen Gottesnamen JHWH zeigt: Beide Traditionen verstehen den Namen oder die Namen Gottes nicht als vollständige Erklärung, wer Gott ist, sondern als Hinweis auf sein Wirken und seine Beziehung zu den Menschen. Eine Aufgabe mit dem Operator vergleichen kann lauten: Vergleichen Sie den Gottesnamen JHWH mit der islamischen Tradition der 99 Namen Gottes hinsichtlich ihrer Funktion.
Gottesbilder und Namen kreativ erschließen
Namen für Gott lassen sich auch kreativ erschließen, etwa indem die Klasse eigene, respektvolle Umschreibungen für Gott formuliert, die sich nicht auf ein Bild, sondern auf eine Eigenschaft oder Beziehung beziehen, ähnlich wie „Ich bin da“. Solche Formulierungen bleiben bewusst offen und werden nicht als einzig richtige Antwort bewertet.
Ein Gesprächsimpuls kann lauten: Welche eigene Umschreibung würdet ihr für eine Kraft oder Person finden, die immer für euch da ist, ohne sie mit einem Bild festzulegen? Diese Übung überträgt den biblischen Gedanken auf eine allgemein zugängliche Erfahrung, ohne eine religiöse Position vorauszusetzen.
Der Blogartikel Mose und der Auszug aus Ägypten für die Grundschule eignet sich als Hintergrundlektüre für die Lehrkraft, um die Erzählung um den Dornbusch in den größeren Zusammenhang der Mose-Geschichte einzuordnen.
Material zur Vertiefung
Für eine vertiefende Auseinandersetzung mit alttestamentlichen Erzählungen eignet sich Material zu den wichtigsten Bibelstellen und Gleichnissen des Alten Testaments, das die Erzählung um Mose in einen größeren Rahmen stellt.
Für eine breitere Einordnung des Judentums bietet sich ein Sparpaket zu Ursprüngen, Tora, Diaspora und Moderne im Judentum an, das den Umgang mit dem Gottesnamen in einen größeren religionskundlichen Zusammenhang einordnet.
Der Blogartikel Die Frage nach der Existenz Gottes im Religions- und Ethikunterricht vertieft angrenzende Fragen zur Gottesvorstellung. Für die breitere Materialplanung liefert eine Sammlung einsatzbereiter Unterrichtsreihen für den Religionsunterricht weitere Bausteine.
Häufige Fragen
Was bedeutet der Gottesname JHWH?
Der Name hängt im Hebräischen mit dem Verb „sein“ zusammen und lässt sich sinngemäß als „Ich bin da“ oder „Ich werde sein“ verstehen. Er wird Mose in Ex 3 am brennenden Dornbusch offenbart und drückt eine Zusage der Nähe Gottes aus, nicht nur eine Bezeichnung.
Warum wird der Gottesname im Judentum nicht ausgesprochen?
Aus Ehrfurcht vor dem als heilig geltenden Namen wird beim Lesen der Tora anstelle von JHWH die Bezeichnung „Adonai“ verwendet, was „mein Herr“ bedeutet. Diese Praxis drückt besondere Achtung aus und ist Teil einer langen jüdischen Tradition im Umgang mit dem Gottesnamen.
Wie lässt sich das Thema mit dem Islam verbinden?
Der Islam kennt die Tradition der 99 schönen Namen Gottes, die jeweils einen Aspekt Gottes wie Barmherzigkeit oder Gerechtigkeit beschreiben. Ein Vergleich mit JHWH zeigt, dass beide Traditionen Namen als Hinweis auf Gottes Wirken verstehen, nicht als vollständige Erklärung seines Wesens.
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