Geographie· Sek II

Exkursion im Erdkundeunterricht planen: Siedlungsentwicklung vor Ort erschließen

von Luca 21.09.2026 1 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Eine Exkursion trägt fachlich, wenn sie eine Beobachtungsaufgabe hat und nicht nur ein Ziel. Planen Sie drei Phasen: Vorbereitung mit Hypothesen und Kartierbogen, Geländearbeit mit festen Beobachtungspunkten, Auswertung mit Rückbezug auf die Hypothesen. Ein Stadtviertel im Schulumfeld reicht dafür vollkommen aus.

Warum die Exkursion als Lernort trägt

Siedlungsentwicklung ist ein Themenfeld, das im Klassenraum abstrakt bleibt. Leitbilder wie Innenentwicklung vor Außenentwicklung, Nachverdichtung oder funktionale Entmischung sind Begriffe, bis Lernende sie an einer konkreten Straße wiedererkennen. Genau diesen Schritt leistet eine Exkursion, und zwar unabhängig davon, ob das Ziel eine Großstadt oder ein Dorf am Rand ist.

Der zweite Gewinn ist methodisch. Im Gelände arbeiten Lernende mit Kartierung, Zählung, Befragung und Fotodokumentation. Das sind Verfahren, die sich in einer Klausur beschreiben und beurteilen lassen, aber nur dann verstanden werden, wenn sie einmal selbst angewendet wurden. Ein häufiger Fehler ist, die Exkursion als Belohnung ans Reihenende zu setzen. Sinnvoller ist die Mitte der Reihe, weil dann noch Zeit für die Auswertung bleibt.

Fachlicher Kern in Kürze

Für eine Stadtviertelexkursion genügen vier Kategorien: Nutzung der Erdgeschosszone, Bausubstanz und Baualter, Freiflächen und Grün, Verkehr und Erschließung. Diese vier Kategorien lassen sich in einem Kartierbogen abbilden und in 90 Minuten im Gelände bearbeiten.

Fachlich rahmen lässt sich der Befund mit den Modellen der Stadtentwicklung und mit den Instrumenten der Raumordnung: Flächennutzungsplan, Bebauungsplan, Sanierungsgebiet. Lernende sollten am Ende benennen können, welcher beobachtete Zustand Ergebnis einer Planungsentscheidung ist und welcher nicht.

Wichtig ist die Hypothese vor der Erhebung. Ohne sie wird die Kartierung zur Sammlung. Eine brauchbare Hypothese ist konkret und widerlegbar, etwa: In der Nähe der Haltestelle ist der Anteil gewerblicher Erdgeschossnutzung höher als am Rand des Viertels. Solche Sätze machen aus einem Spaziergang eine Untersuchung.

Aufbau einer Reihe mit Exkursion

Die Vorbereitung entscheidet über den Ertrag. Das Materialpaket Lehrplan Geographie Niedersachsen – Materialpaket Siedlung und Raumordnung Sek II liefert die begriffliche Grundlage zu Leitbildern und Steuerungsinstrumenten, auf die sich die Beobachtungsaufgaben beziehen lassen.

  • Doppelstunde 1: Leitbilder und Steuerungsinstrumente einführen.
  • Doppelstunde 2: Untersuchungsgebiet festlegen, Hypothesen und Kartierbogen erstellen.
  • Exkursionstag: Kartierung an drei bis vier festen Beobachtungspunkten.
  • Doppelstunde 3: Kartierergebnisse zusammenführen, Karte erstellen.
  • Doppelstunde 4: Hypothesen prüfen, Planungsempfehlung formulieren.

Organisatorisch ist wenig nötig: Kartierbogen auf Klemmbrett, ein Ausschnitt aus einem amtlichen Kartenwerk, Kleingruppen mit klar verteilten Kategorien. Wer das Thema zuvor im Klassenraum aufbauen möchte, findet den Zugriff in Urbanisierung im Erdkundeunterricht Sek I.

Aufgabenformate und Bewertung

Bewerten Sie das Produkt nach der Exkursion, nicht das Verhalten währenddessen. Drei Formate haben sich bewährt: die selbst erstellte thematische Karte mit Legende, ein Kartierbericht mit Methodenteil und eine Stellungnahme zu einer konkreten Planungsfrage des Viertels.

Im Raster sollten Methodentransparenz und Belegdichte eigene Kriterien sein. Lernende müssen angeben, wann und wie sie erhoben haben und wo die Daten unsicher sind. Für die Anbindung an das Abiturthemenfeld eignet sich Siedlungsentwicklung und Raumordnung im Abitur, weil dort Leitbilder und Konflikte systematisch geordnet sind.

Material, das direkt einsetzbar ist

Die Materialien stammen von einem privaten Anbieter und sind nicht ministeriell geprüft. Verbindlich bleiben die Vorgaben Ihres Landes sowie die Regelungen Ihrer Schule zu Unterrichtsgängen.

Häufige Fragen

Wie lange sollte eine Stadtexkursion dauern?
Ein Unterrichtsgang von 90 bis 120 Minuten im Schulumfeld reicht für eine Kartierung mit vier Kategorien. Ganztägige Fahrten liefern selten mehr Erkenntnis, kosten aber deutlich mehr Organisation.

Was tun, wenn eine Exkursion nicht möglich ist?
Ersetzen Sie die Geländearbeit durch eine Kartierung am Bildschirm mit Luftbild und Straßenansicht. Der Methodenteil bleibt erhalten, nur die Erhebungssituation ändert sich; das sollte im Bericht dokumentiert werden.

Wie verhindere ich, dass Kleingruppen nur fotografieren?
Geben Sie pro Gruppe genau eine Kategorie und einen Kartierbogen mit vorgegebenen Feldern vor. Wer ein Blatt füllen muss, beobachtet gezielt; freie Dokumentation ohne Raster führt in der Regel zu unverwertbaren Ergebnissen.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

FAQ zu den Unterrichtsmaterialien

Das Sortiment reicht von der Kita über die Grundschule und die Sekundarstufe I (Klasse 5–10) bis zur Sekundarstufe II und zur Berufsschule. Jedes Material ist nach Fach, Stufe und - wo sinnvoll - nach Bundesland beschriftet.

Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.

Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:

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Die Dateien liegen in editierbaren Formaten vor, damit du Inhalte an deine Lerngruppe anpassen kannst.

Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.

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Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.

Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.

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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.

Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.

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