Lehrplan 2023 im Alltag: Gegenstände, Kompetenzbereiche, übergreifende Themen
Lehrplan 2023 in der Praxis
Lehrplan 2023 im Alltag: Gegenstände, Kompetenzbereiche, übergreifende Themen
Diese Seite ordnet den Aufbau eines Fachlehrplans 2023: von der Bildungs- und Lehraufgabe über Kompetenzbereiche bis zu den übergreifenden Themen, und was das für die tägliche Planung bedeutet.
- 7Bausteine, aus denen ein Fachlehrplan 2023 aufgebaut ist
- 13übergreifende Themen, die durch alle Unterrichtsgegenstände laufen sollen
- 8Gegenstandsnamen, die der Lehrplan 2023 neu vergibt oder umbenennt
- Richtwert: 2Ebenen, an denen sich Material orientieren lässt — Kompetenzbereich und übergreifendes Thema
Ein Fachlehrplan 2023 gliedert sich in sieben Bausteine: Bildungs- und Lehraufgabe, didaktische Grundsätze, Kompetenzmodell, Kompetenzbereiche, zentrale fachliche Konzepte, Kompetenzbeschreibungen mit Anwendungsbereichen und Lehrstoff. Für die tägliche Planung zählen vor allem die Kompetenzbereiche, weil sie festlegen, wozu Schülerinnen und Schüler befähigt werden sollen, und die 13 übergreifenden Themen, die sich durch mehrere Unterrichtsgegenstände ziehen. Wer eine Unterrichtsreihe an diesen beiden Ebenen ausrichtet, kann sie einem Kompetenzbereich zuordnen, ohne sie als lehrplankonform zu bezeichnen.
Der Aufbau eines Fachlehrplans 2023: sieben Bausteine
Ein Fachlehrplan 2023 folgt einer einheitlichen Struktur aus sieben Bausteinen: der Bildungs- und Lehraufgabe, die den übergeordneten Bildungsauftrag des Unterrichtsgegenstands beschreibt, den didaktischen Grundsätzen, dem Kompetenzmodell, den Kompetenzbereichen, den zentralen fachlichen Konzepten, den Kompetenzbeschreibungen mit den zugehörigen Anwendungsbereichen und schliesslich dem Lehrstoff. Diese Reihenfolge ist kein Zufall, sondern spiegelt eine Bewegung von der übergeordneten Zielsetzung hin zur konkreten inhaltlichen Umsetzung.
Für die tägliche Planung sind nicht alle sieben Bausteine gleich relevant. Die Bildungs- und Lehraufgabe und die didaktischen Grundsätze geben eher die Grundhaltung vor, aus der heraus unterrichtet werden soll, während Kompetenzbereiche und Lehrstoff unmittelbar in die Auswahl von Themen und Material einfliessen. Wer einen Fachlehrplan zum ersten Mal liest, gewinnt am meisten, wenn zuerst die Kompetenzbereiche und danach der Lehrstoff durchgesehen werden, statt sich an der Bildungs- und Lehraufgabe festzuhalten.
Das Kompetenzmodell bildet dabei die gedankliche Klammer zwischen den einzelnen Kompetenzbereichen: Es zeigt, wie die Bereiche zueinander stehen und welche zentralen fachlichen Konzepte sich durch mehrere Bereiche ziehen. Diese Konzepte sind bewusst allgemeiner gehalten als einzelne Kompetenzbeschreibungen und eignen sich deshalb gut, um mehrere Unterrichtsreihen desselben Gegenstands gedanklich zu verbinden.
Wer einen Fachlehrplan regelmäßig zur Planung heranzieht, profitiert von einer eigenen kurzen Übersicht der sieben Bausteine für den eigenen Unterrichtsgegenstand, statt bei jeder neuen Reihe erneut den gesamten Text durchzugehen. Eine solche Übersicht muss nicht jede Kompetenzbeschreibung wiedergeben, sondern kann sich auf die Bezeichnung der Kompetenzbereiche und der zentralen fachlichen Konzepte beschränken.
Für den Einstieg in einen unbekannten Fachlehrplan hat sich ein zweistufiges Vorgehen bewährt: zuerst die Kompetenzbereiche überfliegen, um einen Überblick über die grobe Gliederung zu gewinnen, danach gezielt jenen Lehrstoff heraussuchen, der zur eigenen Schulstufe und zum geplanten Thema passt. Dieses Vorgehen spart Zeit gegenüber einer vollständigen Lektüre von der Bildungs- und Lehraufgabe bis zum Lehrstoff, besonders wenn nur eine einzelne Unterrichtsreihe ansteht.
Gegenstandsnamen, die sich geändert haben, und was dahintersteckt
Der Lehrplan 2023 hat mehrere Gegenstandsnamen umbenannt: Geschichte und Politische Bildung, Geografie und wirtschaftliche Bildung, Biologie und Umweltbildung, Kunst und Gestaltung sowie Technik und Design tragen ihre inhaltliche Ausrichtung nun bereits im Namen. Dazu kommt mit Digitale Grundbildung ein neuer Unterrichtsgegenstand. Diese Umbenennungen sind mehr als eine sprachliche Anpassung: Sie zeigen an, welche Schwerpunkte in der Bildungs- und Lehraufgabe des jeweiligen Fachlehrplans stärker verankert wurden.
Für Geschichte und Politische Bildung bedeutet das etwa, politische Bildung nicht als Zusatz, sondern als gleichwertigen Bestandteil der Bildungs- und Lehraufgabe zu behandeln. Für Biologie und Umweltbildung gilt Entsprechendes für den Umweltbezug, für Geografie und wirtschaftliche Bildung für die wirtschaftliche Perspektive auf geografische Themen. Wer eine Unterrichtsreihe plant, sollte diesen Schwerpunkt als eigenen Akzent mitdenken, statt den neuen Gegenstandsnamen nur als Formsache zu behandeln.
Auch wenn sich der Name eines Unterrichtsgegenstands ändert, bleibt der größte Teil des fachlichen Kerns bestehen. Eine Unterrichtsreihe zu einem geologischen Thema wie Lagerstättenbildung und Förderung nichtregenerativer Rohstoffe lässt sich unter dem neuen Gegenstandsnamen Geografie und wirtschaftliche Bildung ebenso einsetzen wie zuvor, sofern der wirtschaftliche Bezug zu Rohstoffförderung und Ressourcenverbrauch als Anwendungsbereich sichtbar gemacht wird.
Für Kunst und Gestaltung sowie Technik und Design gilt eine ähnliche Beobachtung: Beide Gegenstände fassen Inhalte zusammen, die zuvor teilweise getrennt unterrichtet wurden, und legen mit dem neuen gemeinsamen Namen nahe, gestalterische und technische Zugänge stärker aufeinander zu beziehen. Für die Materialauswahl bedeutet das, bei Reihen aus einem der beiden Bereiche zu prüfen, ob sich eine Ergänzung aus dem jeweils anderen Bereich anbietet, ohne dass diese Ergänzung zwingend vorgeschrieben wäre.
Kompetenzbereiche und zentrale fachliche Konzepte: wie ein Fachlehrplan Struktur gibt
Kompetenzbereiche gliedern einen Fachlehrplan in mehrere grössere Abschnitte, innerhalb derer Kompetenzbeschreibungen formuliert sind. Für Biologie und Umweltbildung etwa lässt sich eine Unterrichtsreihe zu zellulären Prozessen wie Epigenetik, Zellalterung, Genregulation einem Kompetenzbereich zuordnen, der sich mit biologischen Grundprinzipien auf zellulärer Ebene befasst, ohne dass hier eine einzelne Kompetenzbeschreibung wörtlich wiedergegeben werden müsste.
Zentrale fachliche Konzepte sind noch allgemeiner gefasst als Kompetenzbereiche und ziehen sich häufig durch mehrere Bereiche und mehrere Schulstufen hinweg. Sie beschreiben grundlegende fachliche Ideen, an denen sich einzelne Unterrichtsreihen orientieren können, etwa ein Konzept zu biologischer Regulation, das sowohl bei zellulären als auch bei verhaltensbiologischen Themen wie Humanethologie eine Rolle spielt.
Für die praktische Zuordnung eines Materials reicht in der Regel die Formulierung, dass sich eine Reihe im jeweiligen Kompetenzbereich einsetzen lässt oder ein bestimmtes zentrales fachliches Konzept aufgreift. Eine genauere, verbindliche Zuordnung zu einer einzelnen Kompetenzbeschreibung sollte dagegen der Lehrkraft selbst überlassen bleiben, die den vollständigen Fachlehrplan vorliegen hat und die Anwendungsbereiche im Detail kennt.
Diese Zurückhaltung bei der Zuordnung ist kein Nachteil: Kompetenzbereiche und zentrale fachliche Konzepte sind bewusst offen genug formuliert, dass sich unterschiedliche Materialien und Herangehensweisen darin wiederfinden lassen, solange der fachliche Kern zum jeweiligen Bereich passt.
Die 13 übergreifenden Themen: was sie für die Planung bedeuten
Der Lehrplan 2023 führt 13 übergreifende Themen, die sich durch mehrere Unterrichtsgegenstände ziehen sollen: Bildungs-, Berufs- und Lebensorientierung, Entrepreneurship Education, Gesundheitsförderung, Informatische Bildung, Interkulturelle Bildung, Medienbildung, Politische Bildung, Reflexive Geschlechterpädagogik und Gleichstellung, Sexualpädagogik, Sprachliche Bildung und Lesen, Umweltbildung für nachhaltige Entwicklung, Verkehrs- und Mobilitätsbildung sowie Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucher/innenbildung. Anders als Kompetenzbereiche sind diese Themen nicht auf einen einzelnen Unterrichtsgegenstand beschränkt, sondern sollen fächerübergreifend sichtbar werden.
Für eine Unterrichtsreihe zu religiösen Texten, etwa Biblische Lektüre – eine Sinneinheit der Bibel als Ganze lesen, liegt eine Anknüpfung an Sprachliche Bildung und Lesen nahe, weil das durchgehende Lesen eines längeren Textes selbst zum Thema wird. Eine solche Anbindung sollte aber tatsächlich als eigener Akzent sichtbar werden, etwa durch eine zusätzliche Leitfrage zum Leseprozess, statt allein behauptet zu werden.
Nicht jede Reihe muss jedes übergreifende Thema bedienen, und ein einzelner Nebensatz reicht nicht aus, um eine Anbindung glaubwürdig zu machen. Tragfähig wird die Verbindung erst, wenn ein übergreifendes Thema im Ablauf der Reihe tatsächlich eigenständig behandelt wird, etwa als eigene Unterrichtsphase oder als wiederkehrender Bezugspunkt über mehrere Einheiten hinweg.
Passende Unterrichtsreihen im Katalog
Die sieben Bausteine eines Fachlehrplans 2023
| Baustein | Was er festlegt | Relevanz für die Unterrichtsplanung |
|---|---|---|
| Bildungs- und Lehraufgabe | Übergeordneter Bildungsauftrag des Unterrichtsgegenstands | Grundhaltung, aus der heraus unterrichtet wird |
| Didaktische Grundsätze | Allgemeine methodische Leitlinien | Eher Orientierung als konkrete Themenauswahl |
| Kompetenzmodell | Verhältnis der Kompetenzbereiche zueinander | Hilft, mehrere Bereiche gedanklich zu verbinden |
| Kompetenzbereiche | Grössere inhaltliche Abschnitte des Fachlehrplans | Zentral für die Zuordnung von Material |
| Zentrale fachliche Konzepte | Grundlegende, bereichsübergreifende fachliche Ideen | Verbindet mehrere Reihen und Schulstufen |
| Kompetenzbeschreibungen mit Anwendungsbereichen | Konkrete, erwartete Kompetenzen | Detailplanung, ohne wörtliche Zitierung nötig |
| Lehrstoff | Inhaltliche Themenfelder je Schulstufe | Ausgangspunkt für die Auswahl von Material |
Vom Lehrstoff zur Unterrichtsreihe: wie sich ein Fachlehrplan in die Praxis übersetzt
Der Lehrstoff ist der konkreteste der sieben Bausteine und benennt inhaltliche Themenfelder, die im jeweiligen Unterrichtsgegenstand und der jeweiligen Schulstufe behandelt werden sollen. Anders als die Kompetenzbeschreibungen legt der Lehrstoff nicht fest, was Schülerinnen und Schüler am Ende können sollen, sondern eher, woran sie das üben. Für die Unterrichtsplanung bedeutet das, zuerst den passenden Lehrstoff zu identifizieren und erst danach zu prüfen, welcher Kompetenzbereich damit angesprochen wird.
Der Lehrstoff variiert dabei zwischen den Schulstufen deutlich stärker als die Kompetenzbereiche, die häufig über mehrere Schulstufen hinweg gleich benannt bleiben. Eine Lehrkraft, die eine Klasse über mehrere Schulstufen begleitet, kann deshalb denselben Kompetenzbereich über die Jahre hinweg mit wechselndem Lehrstoff füllen, ohne die grundlegende Struktur des Fachlehrplans zu verlassen.
Für die Zusammenarbeit innerhalb einer Fachgruppe lohnt sich eine gemeinsame Übersicht, welcher Lehrstoff bereits welchem Kompetenzbereich zugeordnet wurde, besonders wenn mehrere Lehrkräfte parallel dieselbe Schulstufe unterrichten. Eine solche Übersicht verhindert, dass derselbe Lehrstoff in verschiedenen Klassen unterschiedlich stark vertieft wird, ohne dass dafür ein fachlicher Grund vorläge.
In der Praxis verläuft die Planung oft in die andere Richtung: Eine Lehrkraft hat bereits ein passendes Material vor sich, etwa zu einem naturwissenschaftlichen Thema, und sucht die Zuordnung zum Lehrstoff und zum Kompetenzbereich erst im Nachhinein. Beide Wege sind gangbar, solange am Ende sowohl der inhaltliche als auch der kompetenzbezogene Bezug zum Fachlehrplan nachvollziehbar bleibt.
Wichtig bleibt dabei, keine Aussage zu treffen, ein Material sei lehrplankonform oder behördlich geprüft. Zulässig und ausreichend ist die Formulierung, dass ein Material sich im jeweiligen Kompetenzbereich einsetzen lässt oder Themen aus einem bestimmten Anwendungsbereich abdeckt, was die tatsächliche Verantwortung der Lehrkraft für die endgültige Zuordnung nicht verschiebt.
Digitale Grundbildung als neuer Gegenstand: was er umfasst
Digitale Grundbildung ist einer der auffälligsten Neuzugänge im Lehrplan 2023 und deckt Inhalte ab, die zuvor häufig anderen Unterrichtsgegenständen zugeordnet waren oder gar nicht systematisch unterrichtet wurden. Für die Planung bedeutet das, bestehendes Material zu digitalen Themen neu einzuordnen, statt es automatisch bei Informatik im herkömmlichen Sinn zu belassen.
Der neue Gegenstand berührt sich zudem eng mit dem übergreifenden Thema Informatische Bildung, ohne mit ihm identisch zu sein: Digitale Grundbildung ist ein eigener Unterrichtsgegenstand mit eigenem Fachlehrplan, während Informatische Bildung als übergreifendes Thema auch in anderen Gegenständen aufgegriffen werden kann. Wer diesen Unterschied kennt, vermeidet Verwechslungen bei der Materialablage.
Für Lehrkräfte, die Digitale Grundbildung neu übernehmen, lohnt sich ein Blick darauf, welche Kompetenzbereiche der Fachlehrplan für diesen Gegenstand vorsieht, bevor bestehendes Material aus anderen Fächern unverändert übernommen wird. Häufig lässt sich vorhandenes Material zwar inhaltlich weiterverwenden, muss aber stärker auf die im Fachlehrplan benannten Anwendungsbereiche zugeschnitten werden.
Ein Beispiel Schritt für Schritt: eine Reihe für Biologie und Umweltbildung planen
Am Beispiel einer Reihe zu verhaltensbiologischen Themen lässt sich der Planungsablauf konkret zeigen. Der erste Schritt ist die Einordnung in den Lehrstoff: Ein Thema wie Humanethologie gehört zum Lehrstoff des Unterrichtsgegenstands Biologie und Umweltbildung in der Sekundarstufe. Der zweite Schritt ist die Zuordnung zum Kompetenzbereich, der sich mit Verhalten und biologischen Grundprinzipien befasst. Cluster wie Humanethologie — mit dem Lehrplan 2023 planen gehen diesen Ablauf im Detail durch.
Der dritte Schritt ist die Prüfung möglicher Anknüpfungspunkte an übergreifende Themen: Ein Thema mit Bezug zu menschlichem Verhalten berührt häufig Gesundheitsförderung oder Interkulturelle Bildung, sofern kulturelle Unterschiede im Verhalten thematisiert werden. Für zellbiologische Themen wie Epigenetik, Zellalterung, Genregulation in der Sek I verläuft die Zuordnung nach demselben Muster, mit stärkerem Fokus auf den Kompetenzbereich zellulärer Grundprozesse.
Für geowissenschaftliche Themen wie Lagerstättenbildung und Förderung verschiebt sich der Schwerpunkt stärker auf die wirtschaftliche Dimension, die der neue Gegenstandsname Geografie und wirtschaftliche Bildung ausdrücklich vorsieht. Wer diesen dreistufigen Ablauf einmal an einer eigenen Reihe durchgespielt hat, überträgt ihn beim nächsten Thema fast automatisch: Lehrstoff zuerst, Kompetenzbereich als zweiter Schritt, übergreifendes Thema nur dort, wo es inhaltlich trägt.
Grenzen der Planung: was der Lehrplan 2023 nicht vorschreibt
Der Lehrplan 2023 legt Kompetenzbereiche, zentrale fachliche Konzepte und Lehrstoff fest, schreibt aber nicht vor, in welcher Reihenfolge einzelne Themen unterrichtet werden oder wie viele Doppelstunden eine Reihe umfassen soll. Solche Entscheidungen liegen in der Verantwortung der Lehrkraft und, an vielen Schulen, in Abstimmung mit der Fachgruppe oder dem Klassenvorstand, wenn mehrere Unterrichtsgegenstände koordiniert werden.
Auch für Themen mit religiösem Bezug, etwa Biblische Lektüre, Ostern im Religionsunterricht in der Sek I oder Was passierte am Karfreitag mit Jesus?, legt der Fachlehrplan Kompetenzbereiche und Lehrstoff fest, überlässt die konkrete didaktische Ausgestaltung aber der Lehrkraft. Diese Offenheit ist gewollt und erlaubt es, denselben Kompetenzbereich mit unterschiedlichen Materialien und Zugängen zu bedienen.
Wer für die Schweiz nach einer vergleichbaren Systematik sucht, findet sie in der Seite Niveaus in der Sek I: dasselbe Thema für Sek A, B und C zuschneiden, auch wenn Lehrplan 21 und Lehrplan 2023 unterschiedlich aufgebaut sind. Passendes Material zu den hier behandelten Fachlehrplänen findet sich in der Sammlung an Unterrichtsreihen, eine breitere fachliche Einordnung liefert der Fach-Hub Geschichte und Politische Bildung.
Bausteine für die Arbeit mit dem Fachlehrplan 2023
- Kompetenzbereiche und Lehrstoff zuerst lesen, Bildungs- und Lehraufgabe als Rahmen im Hintergrund halten.
- Neue oder umbenannte Gegenstandsnamen als inhaltlichen Hinweis lesen, statt sie bloß als Formsache abzutun.
- Material dem passenden Kompetenzbereich zuordnen, ohne einzelne Kompetenzbeschreibungen wörtlich zu zitieren.
- Zentrale fachliche Konzepte nutzen, um mehrere Unterrichtsreihen desselben Gegenstands zu verbinden.
- Anknüpfungspunkte zu den 13 übergreifenden Themen nur dort behaupten, wo sie inhaltlich sichtbar werden.
- Material nie als lehrplankonform oder behördlich geprüft bezeichnen.
- Digitale Grundbildung von Informatischer Bildung als übergreifendem Thema unterscheiden.
- Reihenfolge und Zeitumfang einzelner Themen als eigene, nicht vom Fachlehrplan festgelegte Entscheidung behandeln.
Diese Seite bündelt den Aufbau eines Fachlehrplans 2023 von der Bildungs- und Lehraufgabe bis zum Lehrstoff; die verlinkten Unterrichtsreihen zeigen an konkreten Beispielen, wie sich Kompetenzbereiche und übergreifende Themen in der Praxis zuordnen lassen.
Häufige Fragen
Muss ich alle sieben Bausteine eines Fachlehrplans kennen?
Für die tägliche Planung reichen meist Kompetenzbereiche und Lehrstoff, weil sie unmittelbar in die Auswahl von Themen und Material einfliessen. Die Bildungs- und Lehraufgabe und die didaktischen Grundsätze prägen eher die Grundhaltung des Unterrichts, das Kompetenzmodell und die zentralen fachlichen Konzepte helfen zusätzlich, mehrere Bereiche und Reihen gedanklich zu verbinden.
Darf ich ein Material als lehrplankonform bezeichnen?
Nein, eine solche Aussage setzt eine Prüfung voraus, die eine einzelne Lehrkraft oder ein Anbieter von Unterrichtsmaterial nicht leisten kann. Zulässig ist die Formulierung, dass sich ein Material im jeweiligen Kompetenzbereich einsetzen lässt oder Themen aus einem bestimmten Anwendungsbereich abdeckt, ohne eine behördliche Prüfung oder vollständige Übereinstimmung zu behaupten.
Wie erkenne ich, zu welchem Kompetenzbereich ein Thema gehört?
Ein erster Anhaltspunkt ist der Lehrstoff des jeweiligen Fachlehrplans, der Themenfelder benennt, denen sich ein Kompetenzbereich zuordnen lässt. Bei Unsicherheit hilft ein Blick auf die zentralen fachlichen Konzepte, die oft allgemeiner formuliert sind und mehrere verwandte Themen unter sich vereinen.
Was ist der Unterschied zwischen Digitaler Grundbildung und Informatischer Bildung?
Digitale Grundbildung ist ein eigener Unterrichtsgegenstand mit eigenem Fachlehrplan. Informatische Bildung ist eines der 13 übergreifenden Themen und kann zusätzlich in anderen Unterrichtsgegenständen aufgegriffen werden. Beide berühren ähnliche Inhalte, sind aber unterschiedlich verankert und sollten bei der Materialablage nicht miteinander verwechselt werden.
Muss jede Unterrichtsreihe ein übergreifendes Thema bedienen?
Nein. Die 13 übergreifenden Themen sollen dort sichtbar werden, wo sie inhaltlich tragen, nicht in jeder einzelnen Reihe. Ein einzelner Nebensatz reicht dafür nicht aus; tragfähig wird die Anbindung erst, wenn ein Thema als eigener Akzent im Ablauf der Reihe erkennbar ist, etwa durch eine eigene Unterrichtsphase.
Wo finde ich die genauen Kompetenzbeschreibungen für meinen Unterrichtsgegenstand?
Verbindlich sind ausschliesslich die veröffentlichten Fachlehrpläne 2023 selbst, in denen Kompetenzbeschreibungen mit den zugehörigen Anwendungsbereichen im Wortlaut festgehalten sind. Diese Seite beschreibt die Struktur eines Fachlehrplans, ersetzt aber nicht die Lektüre des konkreten, für den eigenen Unterrichtsgegenstand und die eigene Schulstufe gültigen Textes.