Kunst· Sek II

Mündliche Abiturprüfung im Fach Kunst mit Fotografie vorbereiten

von Luca 27.08.2026 1 Min. Lesezeit
Unterrichtsmaterial zur Fotografie als Kunst für die Vorbereitung mündlicher Prüfungen im Fach Kunst der Oberstufe

Für die mündliche Abiturprüfung im Fach Kunst arbeiten Sie mit einer unbekannten Bildvorlage und einem festen Zeitraster: 20 Minuten Vorbereitung, etwa zehn Minuten zusammenhängender Vortrag, danach ein Prüfungsgespräch. Fotografie eignet sich dafür gut, weil die Vorlage ohne Vorwissen zugänglich ist und trotzdem einen fachlichen Vergleich verlangt. Trainieren Sie das Format bereits ab dem vorletzten Halbjahr mit kurzen Übungsdurchgängen im eigenen Kurs.

Warum fotografische Vorlagen im Prüfungsgespräch tragen

Eine fotografische Vorlage zwingt zur genauen Beschreibung, bevor gedeutet werden kann. Kadrierung, Standpunkt, Licht, Schärfeverlauf und Format sind benennbar, und aus diesen Beobachtungen ergibt sich fast zwangsläufig eine Deutung. Genau daran scheitern schwächere Prüfungen: Die Deutung kommt zuerst, die Beobachtung wird nachgereicht. Wenn Sie die Prüfungsvorbereitung an Werkgruppen aufhängen, hilft die Reihe zu Bernd und Hilla Becher und den Typologien der Fotografie, weil die serielle Anlage einen klaren Beschreibungsgegenstand liefert.

Gute Vergleichspaare koppeln eine dokumentarisch angelegte Aufnahme mit einer inszenierten. Die Lernenden müssen dann zwei Bildauffassungen unterscheiden und ihre Begriffe schärfen.

Ein Zeitraster, das sich üben lässt

Legen Sie den Ablauf früh offen und halten Sie ihn in jedem Durchgang ein.

  1. Fünf Minuten strukturierte Beobachtung mit Stichworten zu Format, Bildaufbau, Licht und Farbe.
  2. Fünf Minuten Zuordnung der Vorlage zu einer Position oder einem Verfahren aus dem Kurshalbjahr.
  3. Zehn Minuten Gliederung des Vortrags mit drei Punkten und einem Schlussgedanken.

Im Vortrag selbst gilt: erst beschreiben, dann analysieren, dann vergleichen. Wer die Beschreibung auf zwei Minuten begrenzt, verliert die Grundlage für alles Weitere. Üben Sie das mit Kurzdurchgängen von sechs Minuten, bei denen zwei Mitlernende protokollieren, wie viel Zeit auf welchen Schritt entfällt.

Aufbau eines Übungsdurchgangs im Kurs

Eine Doppelstunde reicht für drei Übungsprüfungen, wenn Sie die restliche Gruppe mit einem Beobachtungsbogen beschäftigen. Auf dem Bogen stehen vier Kriterien mit je drei Stufen: Fachsprache, Beobachtungstiefe, Vergleich, Gesprächsanteil. Die Rückmeldung erfolgt zuerst durch die Gruppe, dann durch Sie, und sie dauert höchstens fünf Minuten pro Durchgang.

Als Vorlagen eignen sich Aufnahmen, die im Unterricht nicht besprochen wurden, aber an bekannte Verfahren anschließen. Die Materialien zu Andreas Gursky und der digitalen Großbildfotografie und zu Cindy Sherman und der inszenierten Fotografie enthalten dafür Bildmaterial und Aufgabenstellungen, die sich in Prüfungsformate umschreiben lassen. Beide Reihen stecken zusammen mit der Becher-Einheit im Sparpaket Fotografie als Kunst.

Bewertungsgespräch und typische Schwächen

Notieren Sie während des Vortrags nur Beobachtungen, keine Noten. Erst im Anschluss ordnen Sie die Leistung den Anforderungsbereichen zu, wie es die Vorgaben Ihres Bundeslands für das Fach Kunst verlangen. Wiederkehrende Schwächen sind ein zu langer Einstieg mit biografischen Angaben, fehlende Angaben zu Format und Größe der Vorlage sowie Vergleiche, die bei einer Ähnlichkeit stehen bleiben, statt einen Unterschied zu benennen.

Wer die Prüfungsvorlagen aus eigener Praxis speisen möchte, findet im Beitrag zum Fotoprojekt mit dem Smartphone nach Becher und Gursky ein Verfahren, aus dem Serien für den Vergleichsteil entstehen. Für Kurse mit Schwerpunkt auf älteren Positionen ist die Halbjahresplanung zu den Alten Meistern in der Oberstufe die passende Ergänzung, weil sich Bildaufbau und Lichtführung dort mit denselben Begriffen fassen lassen. Weitere Einheiten für die Oberstufe sammelt die Seite Kunst Sek II mit Künstlern, Epochen und Bildanalyse.

Häufige Fragen

Wie viele Übungsdurchgänge sind sinnvoll

Drei Durchgänge pro Person im letzten Halbjahr reichen aus, wenn sie verteilt liegen. Der erste dient dem Kennenlernen des Formats, der zweite der Zeitstruktur, der dritte dem Prüfungsgespräch. Mehr Durchgänge bringen wenig, solange die Rückmeldung nicht konkret ist. Wirksamer sind kurze Beschreibungsübungen von fünf Minuten, die Sie regelmäßig in reguläre Stunden einbauen.

Darf ich eigene Schülerarbeiten als Vorlage nutzen

Im Übungsdurchgang ja, in der Prüfung selbst richten sich die Vorgaben nach den Regelungen Ihres Bundeslands. Eigene Arbeiten haben den Vorteil, dass die Lernenden das Verfahren kennen und sich auf die Sprache konzentrieren können. Für die Prüfung wählen Sie dagegen eine unbekannte Vorlage, damit der Vortrag nicht aus Erinnerung an den Unterricht gespeist wird.

Wie unterstütze ich Lernende mit Prüfungsangst

Hilfreich ist ein festes sprachliches Gerüst: drei Einstiegssätze zu Format, Motiv und Bildaufbau, die immer gleich funktionieren. Wer die ersten zwei Minuten sicher übersteht, kommt meist gut weiter. Ergänzend hilft ein Probedurchgang im Prüfungsraum mit derselben Sitzordnung. Vermeiden Sie Durchgänge vor der ganzen Lerngruppe, wenn die Belastung sichtbar zu groß wird.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

FAQ zu den Unterrichtsmaterialien

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Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:

  • mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
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Direkt nach dem Kauf erhältst du eine Bestätigungs-E-Mail mit dem Download-Link. Zusätzlich liegen die Dateien dauerhaft in deinem Kundenkonto unter „Bestellungen" - ohne Ablaufdatum und ohne Downloadlimit.

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Die Einzellizenz gilt für eine Lehrkraft. Du darfst das Material ausdrucken und im eigenen Unterricht beliebig oft einsetzen. Die digitalen Dateien an andere Lehrkräfte weiterzugeben oder sie zu veröffentlichen, ist davon nicht gedeckt.

Für Fachschaften gibt es bei vielen Produkten eine Schullizenz, die mehrere Lehrkräfte einer Schule abdeckt. Sie steht direkt auf der Produktseite zur Auswahl.

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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.

Eine Prüfung, Zulassung oder Empfehlung durch ein Ministerium besteht nicht. Da die Vorgaben zwischen den Ländern abweichen, lohnt sich vor dem Einsatz ein kurzer Abgleich mit dem schulinternen Lehrplan.

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