Unterrichtsreihe auf ein Lernprodukt zulaufen lassen
Silo Unterrichtsreihe, Methode Lernprodukt
Unterrichtsreihe auf ein Lernprodukt zulaufen lassen
Wie sich eine Unterrichtsreihe rückwärts vom fertigen Lernprodukt aus planen lässt: welche Zwischenprodukte auf dem Weg entstehen, welche Präsentationsform passt und wie ein Bewertungsraster eine abschließende Klausur ersetzt.
- 6–10Doppelstunden bis zum fertigen Lernprodukt
- 2–3Zwischenprodukte auf dem Weg zum Endprodukt
- letzte 1–2Doppelstunden fest für die Präsentation reserviert
- 1 RasterBewertungskriterien statt einer abschließenden Klausur
Eine Unterrichtsreihe läuft auf ein Lernprodukt zu, wenn die Planung nicht bei der ersten, sondern bei der letzten Doppelstunde beginnt: Erst steht fest, was am Ende als greifbares Ergebnis vorliegen soll, dann werden die dahinführenden Doppelstunden rückwärts so getaktet, dass zwei bis drei Zwischenprodukte entstehen. Bewertet wird über ein vorab feststehendes Kriterienraster statt über eine abschließende Klausur, und die letzten ein bis zwei Doppelstunden sind fest für die Präsentation reserviert.
Die Reihe vom Lernprodukt her denken
Die meisten Reihen werden von vorne nach hinten geplant: Erst steht die erste Doppelstunde fest, dann die zweite, und das Ende der Reihe ergibt sich aus dem, was bis dahin an Zeit übrig bleibt. Eine Reihe, die auf ein Lernprodukt zuläuft, kehrt diese Reihenfolge um und beginnt die Planung beim fertigen Ergebnis, von dem aus rückwärts bestimmt wird, was in welcher Doppelstunde dafür vorbereitet sein muss.
Diese Umkehrung verändert vor allem die mittleren Doppelstunden einer Reihe. Sie sind dann nicht mehr nur Stationen auf dem Weg durch den Stoff, sondern liefern jeweils einen konkreten Baustein, der später im fertigen Produkt wiederzufinden ist, was die Bearbeitung für die Lerngruppe greifbarer macht als eine Abfolge von Themen ohne erkennbaren gemeinsamen Zielpunkt.
Wie sich eine Reihe grundsätzlich in Aufbau, Länge und Sequenz gliedert, unabhängig von der Frage eines Lernprodukts, beschreibt Unterrichtsreihe planen: Aufbau, Länge und Sequenz als allgemeine Grundlage, auf der sich die hier beschriebene Rückwärtsplanung aufbauen lässt.
Nicht jedes Thema eignet sich gleich gut für diese Planungsrichtung. Themen, die sich in ein Produkt mit mehreren aufeinander aufbauenden Arbeitsschritten übersetzen lassen, etwa eine Analyse, die in eine eigene Textproduktion mündet, tragen ein Lernprodukt deutlich besser als Themen, die eher aus einzelnen, wenig verbundenen Sachverhalten bestehen.
Die Umkehrung der Planungsrichtung verlangt zudem, dass am Ende ein tatsächlich fertiges, vorzeigbares Stück steht, mehr als eine grobe Ideenskizze. Ein zu vage formuliertes Ziel wie das Verständnis vertiefen lässt sich schwer in konkrete Doppelstunden zurückrechnen, weil unklar bleibt, an welchem sichtbaren Ergebnis sich dieses Verständnis später ablesen lässt.
Das Lernprodukt konkret definieren
Ein Lernprodukt muss zu Reihenbeginn so konkret beschrieben sein, dass sowohl Lehrkraft als auch Lerngruppe wissen, wie das fertige Ergebnis aussehen soll, einschließlich Umfang und Form. Eine vage Ankündigung wie ein abschließendes Projekt reicht dafür nicht aus, weil sie zu viel Interpretationsspielraum lässt, der sich erst kurz vor der Abgabe als Problem zeigt.
Bei einer Reihe zu Literarische und pragmatische Texte im Zusammenhang könnte das Lernprodukt etwa ein eigener Vergleichsaufsatz sein, der motivische Bezüge zwischen zwei selbst gewählten Texten herausarbeitet, mit einer festgelegten Wortzahl und einer vorgegebenen Gliederung. Wie sich diese Definition konkret in eine Reihe übersetzen lässt, zeigt Unterrichtsreihe Literarische und pragmatische Texte: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen.
Zur Definition gehört auch eine Angabe zum erwarteten Umfang, etwa in Seiten, Minuten oder Stationen, damit die Lerngruppe von Beginn an eine realistische Vorstellung vom Arbeitsaufwand hat. Ohne diese Angabe schwankt der tatsächliche Umfang der abgegebenen Produkte oft erheblich, was die spätere Bewertung erschwert, weil zu knappe und zu umfangreiche Arbeiten kaum nach denselben Kriterien vergleichbar sind.
Sinnvoll ist außerdem, das Lernprodukt bereits zu Reihenbeginn in schriftlicher Form auszugeben, etwa als kurzes Aufgabenblatt mit Titel, Umfang und Abgabetermin. Diese schriftliche Fixierung verhindert, dass sich die Erwartungen im Lauf der Reihe unbemerkt verschieben, weil sich jederzeit auf dieselbe ursprüngliche Beschreibung zurückgreifen lässt.
Das Aufgabenblatt lässt sich zugleich als Grundlage für die spätere Bewertung verwenden, wenn die dort genannten Punkte bereits auf das noch folgende Kriterienraster verweisen. So wird für die Lerngruppe von Anfang an erkennbar, dass Definition des Produkts und spätere Bewertung nicht zwei unabhängige Dokumente sind, sondern aufeinander aufbauen.
Zwischenprodukte als Etappen
Ein Lernprodukt entsteht selten in einem einzigen Arbeitsschritt am Ende der Reihe, sondern über mehrere Zwischenprodukte, die einzeln kontrolliert werden können, bevor die Reihe fortschreitet. Zwei bis drei solcher Etappen reichen meist aus, um Rückstände früh zu erkennen, ohne die Reihe durch zu viele Kontrollpunkte zu stark zu unterteilen.
Bei einer Reihe zur Wiener Klassik, etwa Wiener Klassik – Die Sinfonie & der Sonatenhauptsatz, könnte ein erstes Zwischenprodukt die formale Analyse eines Satzausschnitts sein, ein zweites eine kurze schriftliche Einordnung in den historischen Kontext, bevor beides im Endprodukt zusammengeführt wird. Ein Beispiel für diese Etappenfolge beschreibt Wiener Klassik als Unterrichtsreihe: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen.
Jedes Zwischenprodukt sollte an eine konkrete Doppelstunde gekoppelt sein, an deren Ende es abgegeben oder zumindest vorgezeigt wird, statt lose als Hausaufgabe irgendwann fällig zu sein. Diese feste Kopplung macht sichtbar, wenn eine Lerngruppe insgesamt hinter dem geplanten Verlauf zurückbleibt, und erlaubt eine Reaktion, solange noch genug Zeit bis zum Endtermin bleibt.
Zwischenprodukte müssen nicht einzeln benotet werden, eine kurze Rückmeldung reicht in den meisten Fällen aus. Wichtiger als eine Note an dieser Stelle ist der Hinweis, ob das Zwischenprodukt den Anforderungen für die spätere Zusammenführung im Endprodukt bereits entspricht oder vor der nächsten Etappe noch überarbeitet werden sollte.
Präsentationsform festlegen
Ein Lernprodukt gewinnt an Verbindlichkeit, wenn es am Ende zusätzlich zur Abgabe auch präsentiert wird, sei es vor der eigenen Lerngruppe, in einer kleineren Runde oder in schriftlicher Form mit anschließender kurzer Rückfrage. Die Präsentationsform sollte bereits zu Reihenbeginn feststehen, damit sich die Zwischenprodukte gegebenenfalls schon auf diese Form hin ausrichten lassen.
Bei einer Reihe zu Filmmusik in der Oberstufe bietet sich als Präsentationsform etwa eine kurze moderierte Vorführung eines selbst vertonten oder analysierten Filmausschnitts an, bei der die übrige Lerngruppe im Anschluss gezielt nachfragen kann. Wie sich eine solche Präsentation in die Reihe einplanen lässt, beschreibt Unterrichtsreihe Filmmusik in der Oberstufe: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen.
Für die Präsentation selbst sollten die letzten ein bis zwei Doppelstunden der Reihe fest reserviert sein, mehr als nur die letzten Minuten der letzten Stunde. Wird zu wenig Zeit dafür eingeplant, geraten spätere Präsentationen unter Zeitdruck, während frühere ausführlicher ausfallen, was die Bewertung zusätzlich erschwert, weil beide Gruppen dann nicht unter vergleichbaren Bedingungen präsentiert haben.
Nicht jedes Lernprodukt muss mündlich präsentiert werden. Bei umfangreicheren schriftlichen Produkten reicht mitunter eine kurze schriftliche Selbsteinschätzung als Ergänzung zur Abgabe, in der die Verfasserin oder der Verfasser die eigenen Entscheidungen kurz begründet, ohne dass dafür eine eigene Unterrichtszeit für eine mündliche Präsentation reserviert werden müsste.
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Rückwärtsplanung einer Reihe mit Lernprodukt
| Phase der Reihe | Was dort feststehen muss | Zeitpunkt |
|---|---|---|
| Lernprodukt definieren | Form, Umfang, Kriterienraster | vor der 1. Doppelstunde |
| Erstes Zwischenprodukt | erste Etappe, kurze Rückmeldung | nach 2.–3. Doppelstunde |
| Zweites Zwischenprodukt | zweite Etappe, kurze Rückmeldung | nach 4.–6. Doppelstunde |
| Zeitpuffer | halbe bis ganze Doppelstunde für Verzug | Mitte der Reihe |
| Überarbeitung | letzte Korrekturen am Endprodukt | vorletzte Doppelstunde |
| Präsentation | Vorführung oder Abgabe mit Rückfragen | letzte 1–2 Doppelstunden |
Bewertungsraster statt Klausur
Ein Lernprodukt lässt sich selten mit denselben Kriterien bewerten wie eine klassische Klausur, weil es meist mehr Freiheitsgrade in Form und Vorgehen zulässt. Ein eigenes Kriterienraster, das zu Reihenbeginn feststeht, macht die Bewertung dennoch nachvollziehbar, auch wenn die einzelnen abgegebenen Produkte sich in Form und Umfang unterscheiden.
Bei einer Reihe zu Bedingte Wahrscheinlichkeit und Vierfeldertafel könnte das Raster etwa die korrekte Anwendung der Vierfeldertafel, die Nachvollziehbarkeit der Argumentation und die formale Darstellung getrennt gewichten, statt nur ein einziges richtiges Endergebnis zu prüfen. Der Aufbau eines solchen Rasters ist in Unterrichtsreihe Bedingte Wahrscheinlichkeit: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen beschrieben.
Das Raster sollte, ähnlich wie bei einer Klausur, alle drei Anforderungsbereiche abbilden und über die reine Anwendung eines Verfahrens hinaus auch dessen Übertragung auf einen neuen Zusammenhang prüfen. Wird ausschließlich die Anwendung bewertet, unterscheidet sich das Lernprodukt am Ende kaum noch von einer verlängerten Klausuraufgabe.
Ob ein Lernprodukt eine Klausur vollständig ersetzt oder ergänzend dazu läuft, hängt von den Vorgaben der jeweiligen Fachkonferenz oder Schulordnung ab. Unabhängig davon lohnt sich das eigene Kriterienraster in jedem Fall, weil es die Bewertung für die Lerngruppe nachvollziehbarer macht, unabhängig davon, ob am Ende zusätzlich eine Klausurnote steht.
Rückwärtsplanung konkret: vom Endtermin zur ersten Doppelstunde
Rückwärtsplanung beginnt praktisch mit dem festen Termin der Präsentation, von dem aus rückwärts gerechnet wird, wann jedes Zwischenprodukt fällig sein muss, damit bis dahin genug Zeit für Überarbeitung bleibt. Diese Rechnung lässt sich auf einem einzigen Blatt festhalten, mit einer Zeile je Doppelstunde und dem jeweils dort fälligen Baustein.
Bei sechs bis zehn Doppelstunden Gesamtlänge der Reihe verbleiben nach Abzug der Doppelstunden für Einführung, Zwischenprodukte und Präsentation meist noch zwei bis drei Doppelstunden für die eigentliche fachliche Erarbeitung zwischen den einzelnen Etappen. Diese Rechnung sollte vor Reihenbeginn einmal konkret durchgespielt werden, statt sie erst während der laufenden Reihe zu bemerken.
Ein realistischer Rückwärtsplan berücksichtigt auch, dass die letzte Doppelstunde vor der Präsentation selten für neue fachliche Inhalte genutzt werden sollte, sondern für letzte Überarbeitung und Probe der Präsentation. Wird diese Doppelstunde stattdessen für neuen Stoff verwendet, fehlt der Lerngruppe die Gelegenheit, das eigene Produkt noch einmal kritisch durchzugehen, bevor es präsentiert oder abgegeben wird.
Verschiebt sich der Verlauf der Reihe insgesamt, etwa durch einen Feiertag oder eine ausgefallene Doppelstunde, sollte zuerst bei der fachlichen Erarbeitung zwischen den Etappen gekürzt werden, nicht bei der für Überarbeitung und Präsentation reservierten Zeit am Ende. Diese Reihenfolge der Kürzung erhält die Qualität des Endprodukts eher als eine gleichmäßige Kürzung über alle Phasen der Reihe hinweg.
Zeitpuffer und Umgang mit Verzug
Auch eine sorgfältig rückwärts geplante Reihe gerät gelegentlich in Verzug, wenn eine Etappe mehr Zeit braucht als vorgesehen. Ein fester Zeitpuffer von einer halben bis einer ganzen Doppelstunde, irgendwo in der Mitte der Reihe eingeplant, fängt solche Verzögerungen auf, ohne dass am Ende automatisch die Präsentation gekürzt werden muss.
Bei einer Reihe zu Wahrscheinlichkeit – Grundlagen als Unterrichtsreihe: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen zeigt sich dieser Puffer besonders nützlich, weil einzelne Rechenverfahren bei manchen Lerngruppen mehr Übungszeit benötigen als bei anderen, ohne dass sich das vorab exakt vorhersagen ließe. Ein ungenutzter Puffer lässt sich am Ende problemlos für zusätzliche Überarbeitungszeit verwenden.
Gerät eine einzelne Lerngruppe innerhalb der Klasse deutlich in Rückstand, während der Rest der Klasse im Plan liegt, lohnt sich eine reduzierte Version des Lernprodukts als Option, statt die gesamte Klasse auf den Rückstand einer einzelnen Gruppe warten zu lassen. Diese Option sollte allerdings die Ausnahme bleiben und nicht von vornherein für die gesamte Lerngruppe als Standard gelten.
Wichtig ist, einen einmal eingetretenen Verzug nicht stillschweigend durch eine Verlängerung der Gesamtreihe aufzufangen, weil das den ursprünglichen Rückwärtsplan im Nachhinein entwertet. Besser ist eine bewusste, kurze Anpassung des Plans, die festhält, welche Etappe gekürzt oder verschoben wird, damit der Endtermin für die Präsentation möglichst bestehen bleibt.
Ein solcher angepasster Plan sollte der Lerngruppe kurz mitgeteilt werden, damit alle mit demselben, aktualisierten Zeitrahmen arbeiten. Eine stillschweigende interne Anpassung allein, ohne diese Mitteilung, führt häufig dazu, dass einzelne Schülerinnen und Schüler noch mit dem ursprünglichen Termin planen, während andere bereits vom neuen Termin ausgehen, was am Ende zu unnötiger Verwirrung kurz vor der Präsentation führt.
Wann ein Lernprodukt nicht die richtige Wahl ist
Nicht jede Reihe profitiert von einem Lernprodukt als Abschluss. Bei Themen, die vor allem aus einzelnen, wenig miteinander verbundenen Sachverhalten bestehen, lässt sich selten ein sinnvolles gemeinsames Endprodukt konstruieren, ohne die einzelnen Themen künstlich zusammenzuzwingen.
Bei einer Reihe zu Unterrichtsreihe Algorithmen und algorithmisches Denken: auf ein Lernprodukt zulaufen lassen eignet sich ein Lernprodukt dagegen gut, weil sich einzelne Verfahren schrittweise zu einem größeren, selbst entwickelten Ablauf zusammenfügen lassen, der am Ende als Ganzes vorgeführt wird. Der Unterschied liegt weniger im Fach selbst als in der inneren Struktur des jeweiligen Themas.
Auch der zeitliche Rahmen spielt eine Rolle: Bei sehr kurzen Reihen mit vier oder fünf Doppelstunden bleibt oft zu wenig Zeit für Zwischenprodukte und eine angemessene Präsentation, sodass ein Lernprodukt entweder zu knapp gerät oder die übrige fachliche Erarbeitung zu stark verdrängt.
In solchen Fällen lohnt sich eher ein einzelnes, kleineres Abschlussstück ohne eigene Präsentationsphase als der Versuch, das volle Format aus Zwischenprodukten, Überarbeitung und Vorführung in zu wenige Doppelstunden zu pressen. Ein erzwungenes Lernprodukt unter zu großem Zeitdruck wirkt am Ende häufig unfertiger als eine schlichter gehaltene, aber sauber abgeschlossene Reihe.
Für die einzelne Stunde innerhalb einer solchen Reihe, etwa eine offene Gesprächsphase zu Beginn eines neuen Etappenschritts, liefert Impuls und Unterrichtsgespräch: Unterrichtsvorbereitung für die offene Phase die passende Vorbereitung auf Stundenebene. Bereits fertig aufgebaute Reihen mit einem solchen Zielprodukt sind in der Sammlung fertiger Unterrichtsreihen zusammengestellt.
Was eine Reihe mit Lernprodukt trägt
- Eine zu Reihenbeginn schriftlich fixierte Definition des Lernprodukts mit Umfang und Form.
- Zwei bis drei Zwischenprodukte, jeweils an eine konkrete Doppelstunde gekoppelt.
- Eine feste Präsentationsform, die bereits zu Reihenbeginn feststeht.
- Ein Kriterienraster, das alle drei Anforderungsbereiche abdeckt, statt nur ein Endergebnis zu prüfen.
- Ein rückwärts von der Präsentation aus berechneter Zeitplan für alle Etappen.
- Ein fester Zeitpuffer irgendwo in der Mitte der Reihe für unvorhergesehenen Verzug.
- Eine reservierte Doppelstunde für Überarbeitung statt neuer Inhalte kurz vor der Präsentation.
- Eine bewusste Prüfung, ob das Thema überhaupt ein gemeinsames Endprodukt trägt.
Wer eine Unterrichtsreihe auf ein Lernprodukt zulaufen lassen will, findet in den vier vorgestellten Reihen Beispiele für Zwischenprodukte, Präsentationsform und ein passendes Bewertungsraster.
Häufige Fragen
Was bedeutet Rückwärtsplanung bei einer Unterrichtsreihe mit Lernprodukt?
Die Planung beginnt beim fertigen Lernprodukt, nicht bei der ersten Doppelstunde. Von der Präsentation aus wird rückwärts berechnet, wann jedes Zwischenprodukt fällig sein muss, damit genug Zeit für Überarbeitung bleibt. Diese Rechnung lässt sich auf einem einzigen Blatt mit einer Zeile je Doppelstunde festhalten und sollte vor Reihenbeginn einmal konkret durchgespielt werden.
Wie viele Zwischenprodukte sollte eine solche Reihe enthalten?
Zwei bis drei Zwischenprodukte reichen meist aus, jeweils an eine konkrete Doppelstunde gekoppelt, an deren Ende sie abgegeben oder vorgezeigt werden. Sie müssen nicht einzeln benotet werden, eine kurze Rückmeldung genügt. Mehr Zwischenprodukte unterteilen die Reihe zu stark, weniger machen einen Rückstand erst zu spät sichtbar.
Wie legt man die Präsentationsform für ein Lernprodukt fest?
Die Präsentationsform sollte bereits zu Reihenbeginn feststehen, damit sich Zwischenprodukte darauf ausrichten lassen. Üblich sind eine mündliche Vorführung mit Rückfragen oder eine schriftliche Abgabe mit kurzer Selbsteinschätzung. Für die Präsentation selbst sollten die letzten ein bis zwei Doppelstunden fest reserviert sein, mehr als nur die letzten Minuten der letzten Stunde.
Wie unterscheidet sich ein Bewertungsraster für ein Lernprodukt von einer Klausurbewertung?
Ein Lernprodukt lässt mehr Freiheitsgrade in Form und Vorgehen zu als eine Klausur, weshalb ein eigenes Kriterienraster nötig ist, das zu Reihenbeginn feststeht. Es sollte inhaltliche und formale Kriterien getrennt gewichten und über die reine Anwendung eines Verfahrens hinausgehen, sonst unterscheidet sich das Produkt kaum von einer verlängerten Klausuraufgabe.
Was tun, wenn eine Reihe mit Lernprodukt in Verzug gerät?
Ein fester Zeitpuffer von einer halben bis einer ganzen Doppelstunde, in der Mitte der Reihe eingeplant, fängt die meisten Verzögerungen auf. Reicht das nicht, sollte zuerst bei der fachlichen Erarbeitung zwischen den Etappen gekürzt werden, nicht bei der für Überarbeitung und Präsentation reservierten Zeit am Ende, damit der Endtermin möglichst bestehen bleibt.
Für welche Themen eignet sich ein Lernprodukt am Reihenende nicht?
Themen, die aus einzelnen, wenig verbundenen Sachverhalten bestehen, lassen sich selten sinnvoll zu einem gemeinsamen Endprodukt zusammenführen. Auch bei sehr kurzen Reihen mit vier oder fünf Doppelstunden bleibt meist zu wenig Zeit für Zwischenprodukte und eine angemessene Präsentation, sodass entweder das Produkt zu knapp gerät oder die fachliche Erarbeitung zu stark verdrängt wird.





