Unterrichtsreihe
Hochdruck ohne Presse
Ein Stempel für Reparaturkarten entsteht aus Moosgummi; pro Probedruck wird nur eine Bedingung geändert.
Gestaltung Berufsschule · Druck, Papier und Verpackung
Mit Moosgummi, Karton und Papierstreifen lässt sich vieles aus Druck- und Verpackungsberufen im Klassenraum üben. Diese Seite zeigt, wie vier Reihen zusammenhängen und woran Sie gute Ergebnisse erkennen.
Wie unterrichtet man Drucken und Papier ohne Druckerei? Mit Verfahren, die dieselbe Logik zeigen wie im Betrieb, aber nur Karton, Moosgummi und Papier brauchen. In Hochdruck ohne Presse lernt die Klasse, dass Spiegelung vor der Farbe geklärt wird und nur erhabene Teile drucken. In Verpackungen aus Papier rechnen und falten sie eine Banderole, bevor sie gestalten. Die Bildanleitung wird von einer fremden Person stumm getestet, und die Collage für ein Kulturheft verbindet eigenes Bildmaterial zu einer Titelseite. Jede Reihe endet in einer Praxisprüfung mit Punkteraster. Weitere Reihen finden Sie in der Kollektion Kunst & Gestaltung Berufsschule.
In einer Druckweiterverarbeitung, Buchbinderei oder Papierverarbeitung gehört das seitenverkehrte Denken zum Alltag. In der Klasse ist es oft die erste Stolperstelle: Eine auf der Platte nach rechts weisende Form druckt nach links. Die Reihe Hochdruck ohne Presse beginnt deshalb ohne Farbe mit einer Frage am Entwurf: Welche Teile einer zweizinkigen Form müssen erhaben sein, damit der Abdruck stimmt? Nur erhabene und eingefärbte Teile übertragen Farbe, ein ausgesparter Zwischenraum bleibt hell.
Als Material genügen Moosgummi oder Wellpappe, ein Kartonträger, Schere und wasserbasierte Druckfarbe oder ein Stempelkissen. Gedruckt wird von Hand, ohne Presse. Der Auftrag lautet, einen einfarbigen Stempel für Reparaturkarten einer Ausbildungswerkstatt zu entwerfen, mit einer Spur, die auch bei Wiederholung lebendig bleibt. Die Lernenden ordnen ihre Abzüge nach Versuch, ändern pro Durchgang nur eine Bedingung und drucken erneut. Das ist die eigentliche Methode: Wer drei Dinge gleichzeitig ändert, weiß am Ende nicht, welche Änderung den schmalen Kanal zugesetzt hat.
Ein Probedruck ist hier Beleg, kein Ergebnis. Der Erwartungshorizont lässt ausdrücklich Vermutungen zu, etwa dass ein schmaler Kanal bei mehr Farbe zulaufen könnte, verlangt aber, dass der Probedruck sie klärt. So entsteht ein Arbeitsprotokoll, das Sie ohne Geschmacksurteil bewerten können.
Für die Auswertung hilft eine einfache Tabelle an der Tafel: Versuch, geänderte Bedingung, Beobachtung am Abzug. Wer nach dem dritten Druck eine Spalte leer lässt, hat vermutlich mehrere Faktoren zugleich verändert und kann das im Beleggespräch selbst benennen. Der Erwartungshorizont verlangt keine makellose Druckqualität, sondern einen nachvollziehbaren Weg von der ersten zur überarbeiteten Fassung mit mindestens fünf Abzügen.
Bei Verpackungen aus Papier geht es um Abwicklung, Falz und die Frage, welche Seite die Hauptansicht bekommt. Eine Seifenmanufaktur braucht eine Papierbanderole, das Produkt soll erkennbar bleiben und die Front trotzdem eindeutig sein. Lernende arbeiten an einem gefalteten Papierblock als Produktdummy, legen die Front dort fest, öffnen die Hülle wieder und gestalten erst dann auf der Abwicklung.
Der fachliche Kern ist unscheinbar und fehleranfällig: Wird die Hülle flach gezeichnet, entspricht jede Teilstrecke einer Seite des Querschnitts, und die Klebelasche ist eine Verbindung, keine weitere sichtbare Fläche. Die Diagnose rechnet deshalb: Wie lang ist der Streifen theoretisch, ohne Materialstärke? Die Beispiellösung kommt auf 172 mm, mit der Front auf einer 60-mm-Fläche; Titel und Akzent enden vor den Falzen. Ein Probestreifen, der nur unter Spannung schließt, zeigt sofort, dass die Rechnung die Materialstärke vergessen hat. Die Skizze dient der Analyse und ist ausdrücklich keine maßstäbliche Schneideschablone.
Zwei weitere Reihen zeigen, dass Papier mehr als Träger ist. In Bildanleitungen entwickeln baut eine Testperson einen flachen Papierständer allein nach den Bildern auf. Das Foto des fertigen Ständers genügt nicht, denn ein Panel kann zeigen, wie etwas aussieht, oder was getan werden muss. Eine Falzlinie bezeichnet den Ort, ein Bewegungspfeil die Richtung. Wer beides verwechselt, klappt die falsche Seite um. Die Klasse lässt den Aufbau stumm testen und zeichnet das erste missverständliche Panel neu.
Die Collage für ein Kulturheft verlangt ausschließlich eigenes Bildmaterial: Frottagen, Papierstücke oder Fotos. Fragmente erhalten durch Nachbarschaft neue Bedeutung, und eine Werkzeugspur, die in eine Blattader weiterläuft, erzählt etwas anderes als zwei getrennte Bilder. Wichtig für die Praxis: Die Lernenden fotografieren beide Fassungen und kleben erst nach dem Vergleich. Der verworfene Weg wird beschriftet und bleibt Teil der Abgabe.
Alle vier Reihen haben dasselbe Gerüst: ein fiktiver Auftrag, zwei Entwürfe, ein Test mit Dritten oder am Material, eine Revision. Je Reihe sind das 8 × 45 Minuten und eine 90-minütige Praxisprüfung mit 40 Punkten. Für Papier- und Druckberufe bietet sich die Folge Hochdruck, Verpackung, Bildanleitung an, die Collage kann als Abschluss oder als Vertiefung für eine Redaktionsklasse dienen.
Jede Reihe kostet einzeln 39,90 € als Einzellizenz oder 199,50 € als Schullizenz.
Unterrichtsreihe
Ein Stempel für Reparaturkarten entsteht aus Moosgummi; pro Probedruck wird nur eine Bedingung geändert.
Unterrichtsreihe
Eine Seifenbanderole wird auf der Abwicklung gestaltet, die Front liegt auf einer 60-mm-Fläche.
Unterrichtsreihe
Ein Papierständer aus einem Streifen von 18 × 5 cm wird allein nach der Bildfolge aufgebaut.
Unterrichtsreihe
Eine Titelseite verbindet Handarbeit und digitale Arbeit aus eigenen Frottagen und Fotos.
Gesamtpaket
Alle 20 Reihen als Einzeldownloads: Wer sie einzeln kauft, zahlt 20 × 39,90 € = 798,00 €.
| Reihe | Technik | Prüffrage am Ergebnis | Material |
|---|---|---|---|
| BK08 Hochdruck ohne Presse | Spiegelung, Positiv-Negativ-Form | Druckt die Form seitenrichtig und bleiben Zwischenräume offen? | Moosgummi oder Wellpappe, Kartonträger, wasserbasierte Farbe |
| BK09 Verpackungen aus Papier | Abwicklung, Falz, Passung | Schließt der Probestreifen ohne Spannung, ist die Front sichtbar? | Papier, Lineal, Schere, Klebestift, Produktdummy |
| BK17 Bildanleitungen entwickeln | Panelfolge, Bewegungszeichen | Schafft eine fremde Person den Aufbau ohne Hilfe? | Papierstreifen 18 × 5 cm, Lineal, Klebepunkt |
| BK07 Collage für ein Kulturheft | Kantenführung, Titelzone | Entsteht eine Beziehung zwischen den Fragmenten, bleibt der Titel lesbar? | Eigene Frottagen, Papierstücke oder Fotos, Schere, Kleber |
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Nein. Gedruckt wird von Hand mit Moosgummi oder Wellpappe auf einem Kartonträger, die Farbe ist wasserbasiert oder ein Stempelkissen. Ein normaler Klassenraum mit abwischbaren Tischen genügt.
Lassen Sie die Form zuerst auf Transparentpapier zeichnen und die Rückseite beschriften. Die Frage, welche Teile erhaben sein müssen, führt zur Gegenprobe am Probedruck. Die Reihe sieht diese Folge vor, bevor Farbe ins Spiel kommt.
Bewertet wird nicht die Schönheit, sondern ob das Verständnis der Spiegelung, eine tragfähige Positiv-Negativ-Form und ausgewertete Probedrucke vorliegen. Auch ein anderer Lösungsweg kann volle Punkte erreichen. Die Praxisprüfung umfasst 90 Minuten und 40 Punkte.
Ja, denn sie arbeitet mit Bildern, Pfeilen und Falzzeichen. Zusätzlich sind Wortkarten für sprachsensibles Arbeiten vorgesehen, und mündliche Erklärungen dürfen aufgenommen werden, ohne dass die fachliche Anforderung sinkt.
Die Reihen sind keinem einzelnen Rahmenlehrplan zugeordnet und folgen beruflichen Gestaltungsaufträgen. Eine Lernfeldnummer geben wir nicht an. Falls etwas nicht zu Ihren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen das Material für Sie an.
Beginnen Sie mit Hochdruck ohne Presse, weil dort der Auftrag aus einer Buchbinderei und einer Ausbildungswerkstatt stammt. Für Verpackung und Handel passt die Banderole, für Redaktion und Medien die Collage. Jede Reihe ist einzeln für 39,90 € erhältlich.