
Willkommensklasse – Basismodule Deutsch mit Alltagsthemen und Fachsprache für die Sekundarstufe I
Zehn Alltagsmodule und vier Fachwerkstätten für die Willkommensklasse.
Deutsch als Zweitsprache · Berlin · Grundschule und Sekundarstufe I
Neu zugewanderte Kinder kommen oft mitten im Schuljahr, mit sehr unterschiedlichen Vorkenntnissen. Diese Seite ordnet Material für die ersten Wochen, die Arbeit in der Willkommensklasse und den Wechsel in den Fachunterricht.
In Berlin besuchen neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler in der Regel zunächst eine Willkommensklasse, für etwa ein Jahr. Für diese Zeit brauchen Sie Material, das Alltagssprache aufbaut und früh an den Fachunterricht anschließt. Die Basismodule für Klasse 5–10, das Grundschulmaterial mit zwölf Wortfeldern und der Werkzeugkasten für sprachsensiblen Fachunterricht decken diese drei Stufen ab. Sie ersetzen weder eine Sprachstandsdiagnose noch ein DaZ-Lehrwerk.
In Berlin heißen die Lerngruppen für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche Willkommensklassen. Der Begriff gilt seit dem Schuljahr 2016/17, die Kinder bleiben dort etwa ein Jahr. Das ist kurz. Die Lerngruppe ist heterogen: Manche Jugendliche sind alphabetisiert und kennen die lateinische Schrift, andere lernen beides gleichzeitig. Planen Sie deshalb nicht nach Klassenstufe, sondern nach Sprachstand.
Für die Planung hilft eine einfache Frage: Was muss eine Schülerin am Ende der ersten vier Wochen sagen und verstehen können, um im Schulgebäude zurechtzukommen? Daraus ergibt sich eine knappe Liste von Redemitteln. Die genauen Regelungen zur Aufnahme und zum Übergang in die Regelklasse legt die Berliner Schulaufsicht fest. Gleichen Sie Ihr Vorgehen mit den Vorgaben Ihrer Schule ab.
Am Anfang zählen Wörter, die sofort gebraucht werden: Klassenraum, Stundenplan, Toilette, Hilfe holen, Zeit angeben. Üben Sie sie in kurzen, wiederkehrenden Gesprächssituationen, nicht als Wortlisten. Die Basismodule Deutsch für Klasse 5–10 beginnen mit dem Thema Schule und führen danach durch Körper und Befinden, Einkaufen, Wohnen, Verkehr, Berufe und Freizeit. Jedes der zehn Module enthält eine Wort- und Satzwerkstatt, in der die Lernenden eigene Sätze bilden.
Sensible Themen wie Familie oder Wohnen behandelt das Material mit Beispielen und fragt nicht nach den Lebensumständen der Jugendlichen. Das Modul zu Gesundheit und Hilfe übt, Beschwerden zu benennen und um Hilfe zu bitten, es gibt keine medizinischen Ratschläge. Zum Material gehören 57 Seiten Lernmaterial und 19 Seiten Lehrmaterial mit Lösungen, sodass Sie auch ohne lange Vorbereitung Modul für Modul arbeiten können.
Kinder in den Klassen 1 bis 4 brauchen etwas anderes als Jugendliche: Laute hören, Silben gliedern, erste Wörter lesen, Sätze nach Vorlage schreiben. Das Material DaZ Grundschule mit zwölf Wortfeldern verbindet diese Schritte in acht Bausteinen und ordnet danach den Wortschatz in zwölf Wortfeldern, von Schule und Familie über Körper und Essen bis zu Wetter, Orten, Zeit und Spielen.
Jedes Wortfeld hat zwei Seiten. Auf der ersten verbinden die Kinder Wörter mit Bedeutung und Form, auf der zweiten üben sie Verstehen, Sprechen, Lesen und Schreiben in der Anwendung. Sie entscheiden nach dem Stand des einzelnen Kindes, welche Bausteine es bearbeitet. Das hilft besonders, wenn nur zwei oder drei Kinder in einer Regelklasse Förderbedarf haben und Sie nebenher unterrichten.
Der Wechsel in den Fachunterricht gelingt selten über Alltagssprache allein. Schon in der Willkommensklasse lohnt es sich, einfache Arbeitsaufträge zu üben: beschreibe, vergleiche, begründe, ordne zu. Die vier Fachwerkstätten in den Basismodulen zu Mathematik, Biologie, Geschichte und Arbeitsaufträgen greifen genau diese Sprache auf. So lernen die Jugendlichen, typische Aufgabenformulierungen zu verstehen, bevor sie in der Regelklasse darauf angewiesen sind.
Planen Sie den Übergang gemeinsam mit den Fachlehrkräften, am besten schon einige Wochen vorher. Ein Gespräch von zehn Minuten über die ersten Themen im Fach klärt, welche Wörter vorab geübt werden sollten. Notieren Sie diese Wörter in einem Wortspeicher, den die Schülerin mit in die Regelklasse nimmt. Dort wird er von den Fachlehrkräften weitergeführt und schrittweise reduziert. So bleibt die Sprachförderung nicht an die Willkommensklasse gebunden.
| Situation | Material | Umfang | Einsatz |
|---|---|---|---|
| Willkommensklasse, Klasse 5–10 | Basismodule Deutsch | 10 Module, 57 Seiten | Alltag und Fachsprache |
| Grundschule, Klasse 1–4 | DaZ Grundschule | 12 Wortfelder, 56 Seiten | Alphabetisierung und Wortschatz |
| Regelklasse, alle Fächer | Sprachsensibler Fachunterricht | 8 Bausteine, 37 Seiten | Wortspeicher und Hilfen abbauen |
| Einzelne Kinder im Förderunterricht | Wortfelder nach Bedarf | 2 Seiten je Wortfeld | Auswahl nach Sprachstand |
Alle Pakete enthalten ein separates Lehrmaterial mit Lösungen. Sie ersetzen keine Sprachstandsdiagnose.
In der Regelklasse sitzen die Neuzugewanderten oft neben Kindern, die mit Deutsch aufgewachsen sind, und auch diese Kinder scheitern manchmal an der Sprache eines Arbeitsauftrags. Sprachsensibler Unterricht nützt allen. Der Werkzeugkasten für sprachsensiblen Fachunterricht zeigt, wie Sie Wortspeicher aufbauen, Satzbausteine anbieten und Diagramme Schritt für Schritt erschließen lassen. Die Beispiele stammen aus Biologie, Geschichte und Mathematik und lassen sich auf andere Fächer übertragen.
Wichtig ist der letzte Baustein: Hilfen abbauen. Scaffolding soll zeitlich begrenzt sein, sonst bleiben Lernende dauerhaft auf Vorlagen angewiesen. Vier Planungsvorlagen unterstützen Sie dabei, Ihren eigenen Unterricht umzubauen. Das Material ist ein Werkzeugkasten und keine Fortbildung, es ersetzt kein Schulkonzept zur Sprachbildung. Wenn Ihre Fachschaft gemeinsam damit arbeitet, einigen Sie sich auf zwei oder drei Hilfen, die alle Lehrkräfte einheitlich einsetzen. Das schafft Verlässlichkeit für die Lernenden.
Zu viel Stoff auf einmal ist der häufigste Fehler. Zehn neue Wörter pro Stunde sind für die meisten Lernenden zu viel; fünf, dafür mehrfach angewendet, bleiben eher haften. Ein zweiter Fehler: Bewertung nach Rechtschreibung. In den ersten Monaten sagt sie wenig über den Lernstand aus. Bewerten Sie, ob eine Aussage verständlich ist und ob die Lernende das Muster erkannt hat.
Ergänzend lohnt sich Lesetraining mit kurzen Texten, etwa mit dem Leseband für Klasse 2 in der Grundschule. Gestalten Sie die Wochen so, dass jede Stunde einen sichtbaren Erfolg enthält, und halten Sie Fortschritte in einem einfachen Raster fest. Das hilft im Gespräch mit Eltern und bei der Entscheidung über den Wechsel in die Regelklasse. Planen Sie dafür wenige Minuten am Ende jeder Woche ein.

Zehn Alltagsmodule und vier Fachwerkstätten für die Willkommensklasse.

Wortspeicher, Satzbausteine und Planungsvorlagen für die Regelklasse.

Alphabetisierung und zwölf Wortfelder für die Grundschule.

Orte und Wege in der Stadt benennen.

Wörter und Gespräche rund um Klassenraum und Stundenplan.

Wochentage, Monate und Termine sicher benennen.






Das Material ist passend zum Lehrstoff aufgebaut – und falls etwas doch nicht zu euren Vorgaben passt, greift die stifo-Garantie: Wir passen es individuell für euch an.
Sie melden sich innerhalb von 30 Tagen nach dem Kauf, die angepasste Fassung erhalten Sie innerhalb von 10 Werktagen, ohne Zusatzkosten.
Etwa ein Jahr. Danach wechseln sie in die Regelklasse. Die Einzelheiten regelt die Berliner Schulaufsicht, fragen Sie bei Ihrer Schule nach.
Nein. Es liefert Übungsmaterial und Struktur. Die Diagnose und die Entscheidung über Gruppen treffen Sie.
Die Basismodule für Klasse 5–10, das Grundschulmaterial für Klasse 1–4 und der Werkzeugkasten für Klasse 5–10 in allen Fächern.
Ja. Jedes Paket hat ein separates Lehrmaterial mit Lösungen und Hinweisen zur Begleitung.
Es sind deutsche Materialien für den Einsatz in Berlin. Gleichen Sie Themen und Reihenfolge mit den Vorgaben Ihrer Schule ab.
Ja. Module und Wortfelder sind unabhängig nutzbar, Sie wählen nach Sprachstand und Bedarf.