Musik· Sek II

Musik und visuelle Medien unterrichten — Lernkontrollen im Zyklus 3

von Luca 18.09.2026 1 Min. Lesezeit
Musik und visuelle Medien unterrichten – Komplettpaket für die gymnasiale Oberstufe

Eine Selbstbeurteilung ersetzt keine Lernkontrolle, ergänzt sie aber sinnvoll, weil sie zeigt, wie eine Klasse den eigenen Lernstand einschätzt. Für eine Reihe zu Musik und visuellen Medien lässt sich das gut umsetzen, weil das Thema mehrere persönliche Zugänge zulässt, die eine reine Fremdbeurteilung allein nicht erfasst.

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Selbstbeurteilung ergänzt, ersetzt aber keine Lernkontrolle

Eine Lernkontrolle stellt fest, was eine Klasse tatsächlich leisten kann, bewertet durch eine Lehrperson. Eine Selbstbeurteilung stellt daneben fest, wie die Klasse selbst ihren eigenen Lernstand einschätzt, was beides zusammen ein vollständigeres Bild ergibt als eine Fremdbeurteilung allein.

Im Fachbereich MU im Zyklus 3 lohnt sich diese Ergänzung besonders, weil viele Aufgaben zu Höreindrücken auch von der persönlichen Wahrnehmung abhängen. Eine Selbstbeurteilung macht sichtbar, ob eine Schülerin oder ein Schüler das eigene Ergebnis realistisch einschätzt, was für die weitere Lernbegleitung ebenso wertvoll ist wie die reine Note.

Das gilt besonders in Klassen mit sehr unterschiedlichen musikalischen Vorerfahrungen, etwa wenn einzelne Schülerinnen und Schüler bereits ein Instrument spielen und andere kaum Berührung mit aktivem Musizieren hatten. Eine Selbstbeurteilung macht solche Unterschiede sichtbar, ohne dass sie sich in der Note der Lernkontrolle unmittelbar niederschlagen müssten.

Was Selbstbeurteilung im Musikunterricht leisten kann

Eine gute Selbstbeurteilung fragt nicht «Wie gut war ich?», sondern verlangt konkrete Beobachtungen: Welche Aufgabe ist leichtgefallen, welche schwerer, und woran lässt sich das festmachen? Solche Fragen liefern für die Lehrperson zusätzliche Informationen, die sich aus einer reinen Lernkontrolle allein nicht ablesen lassen.

Wichtig ist, dass die Selbstbeurteilung nicht in die Note der Lernkontrolle einfliesst, sondern als eigenständiges Instrument daneben steht. So bleibt sie ehrlich, weil die Klasse nicht befürchten muss, für eine kritische Selbsteinschätzung schlechter bewertet zu werden als für eine übertrieben positive.

Ausserdem lässt sich eine Selbstbeurteilung über mehrere Reihen hinweg vergleichen, was bei einer einzelnen Lernkontrolle nicht möglich ist. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler die eigene Einschätzung über das Semester dokumentiert, wird sichtbar, ob sich die Selbstwahrnehmung der eigenen Stärken und Schwächen mit der Zeit verändert oder stabil bleibt.

Was eine unehrliche Selbstbeurteilung verrät

Auch eine Selbstbeurteilung, die von der tatsächlichen Leistung in der Lernkontrolle deutlich abweicht, liefert wertvolle Information. Eine durchgehend zu positive Selbsteinschätzung kann auf mangelnde Fähigkeit zur Selbsteinschätzung hindeuten, eine durchgehend zu negative auf übertriebene Unsicherheit, die nicht der tatsächlichen Leistung entspricht.

In beiden Fällen lohnt sich ein kurzes Gespräch mit der betroffenen Person, statt die Abweichung stillschweigend zu ignorieren. Diese Gespräche lassen sich gut in ohnehin geplante Standortgespräche einbauen, sodass daraus kein zusätzlicher organisatorischer Aufwand entsteht, sondern lediglich ein zusätzlicher, konkreter Gesprächspunkt für die Lernbegleitung.

Musik und visuelle Medien als Fall für Selbstbeurteilung

Die Reihe «Musik und visuelle Medien unterrichten» verbindet auditive und visuelle Wahrnehmung, was zu sehr unterschiedlichen individuellen Zugängen führt. Manche Schülerinnen und Schüler orientieren sich stärker an der Musik, andere stärker am Bild, was eine reine Fremdbeurteilung nicht immer angemessen abbilden kann.

Eine Selbstbeurteilung zur Reihe «Musik und visuelle Medien unterrichten» kann deshalb gezielt danach fragen, welcher der beiden Zugänge der Klasse leichter fiel und warum. Für eine ergänzende Übung eignet sich zudem die Reihe zu Ludovico Einaudis Musik, bei der sich dieselbe Frage nach persönlichem Zugang zu einem konkreten Klangbeispiel noch einmal an anderer Stelle stellen lässt.

Wie sich Selbstbeurteilung praktisch neben die Lernkontrolle stellen lässt

Praktisch reicht ein kurzer Bogen mit drei bis vier Fragen, den die Klasse direkt nach der Lernkontrolle ausfüllt, solange die eigene Bearbeitung noch präsent ist. Die Antworten dienen der Lehrperson als zusätzliche Information, nicht als Korrekturgrundlage, und sollten getrennt von der eigentlichen Bewertung dokumentiert werden, damit die beiden Instrumente nicht ungewollt vermischt werden.

Eine Übersicht dazu, wie sich Lernkontrollen im Zyklus 3 grundsätzlich sinnvoll ergänzen lassen, bietet die Übersichtsseite zu Lernkontrollen im Zyklus 3. Ergänzend zeigen Hinweise zu Klanglandschaften mit Alltagsgegenständen und eine Erklärung zu Programmmusik und absoluter Musik, wie sich Höraufgaben vorbereiten lassen, eine Gesamtübersicht die Übersicht zu Mathematik-Unterrichtsmaterial nach Lehrplan 21 für den Zyklus 3.

Häufige Fragen

Kann eine Selbstbeurteilung eine Lernkontrolle ersetzen?

Nein, beide erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die Lernkontrolle stellt fest, was eine Klasse tatsächlich leistet, während die Selbstbeurteilung zeigt, wie die Klasse den eigenen Lernstand einschätzt. Beide zusammen liefern ein vollständigeres Bild als eine der beiden Formen allein, ersetzen sich aber gegenseitig nicht.

Sollte die Selbstbeurteilung in die Note einfliessen?

Meist nicht. Wenn eine Selbstbeurteilung die Note beeinflusst, sinkt die Wahrscheinlichkeit ehrlicher Antworten, weil die Klasse strategisch positiv antworten könnte. Sinnvoller ist, sie als eigenständiges, unbenotetes Instrument zu behandeln, das zusätzliche Informationen liefert, ohne die Bewertung der Lernkontrolle zu verändern.

Wie viel Aufwand braucht eine Selbstbeurteilung bei Musik und visuellen Medien?

Wenig. Ein kurzer Bogen mit drei bis vier konkreten Fragen zum eigenen Zugang, ausgefüllt direkt nach der Lernkontrolle, reicht meist aus. Wichtiger als der Umfang ist, dass die Fragen konkrete Beobachtungen statt einer pauschalen Selbsteinschätzung verlangen und sich in wenigen Minuten beantworten lassen.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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