Ein guter Gewinner sein: Freude zeigen ohne Angeben
Kurz gesagt: Gewinnen darf Freude machen – die Frage ist, wie man sie zeigt. Zwischen echter Freude und Angeben verläuft eine wichtige Grenze: Wer sich freut, strahlt; wer angibt, macht sich groß, indem er andere klein macht. Diese Grenze zu erkennen, hält die Gemeinschaft zusammen.
Die im Text erwähnten Unterrichtsmaterialien auf einen Blick. Digitaler Download, sofort einsetzbar.
Im Umgang mit Gewinnen und Verlieren wird oft nur über das Verlieren gesprochen. Doch auch das Gewinnen will gelernt sein. Ein Kind, das nach jedem Sieg jubelnd andere auslächelt, vergiftet das Spiel genauso wie ein schlechter Verlierer. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie in Klasse 3 und 4 den guten Gewinner stärken.
Warum gutes Gewinnen wichtig ist
Freude über einen Erfolg ist gesund und soll erlaubt sein – Kinder dürfen sich freuen, jubeln, stolz sein. Problematisch wird es, wenn Freude auf Kosten anderer geht: wenn Gewinnen mit Auslachen, Prahlen oder Herabsetzen verbunden wird. Dann fühlen sich Verlierer gedemütigt, und die Bereitschaft, weiter mitzuspielen, sinkt. Gutes Gewinnen schont die Beziehungen in der Gruppe.
Kinder müssen die Grenze zwischen Freude und Angeben erst lernen, denn sie ist nicht selbstverständlich. Wenn sie erkennen, dass ein faires Wort wie „gut gespielt“ dem Verlierer hilft und dem Gewinner nichts nimmt, verändert sich ihr Verhalten. Sie erleben: Größe zeigt sich nicht im Prahlen, sondern im Gönnen – eine Haltung, die weit über das Spiel hinaus trägt.
So gelingt es im Unterricht: konkrete Ideen
Diese Ideen machen die Grenze erfahrbar:
- Freude oder Angeben? Sammeln Sie Aussagen und Gesten und ordnen gemeinsam zu: Was ist Freude, was ist Angeben?
- Gönn-Sätze üben: Die Kinder üben faire Sätze wie „gut gespielt“ oder „das nächste Mal klappt es bei dir“.
- Rollenspiel: Zwei Kinder spielen eine Sieg-Situation – einmal angeberisch, einmal fair. Die Klasse benennt den Unterschied.
- Perspektivwechsel: Wie fühlt sich der Verlierer, wenn der Gewinner angibt? Kinder versetzen sich hinein.
- Gute-Gewinner-Merkmale: Die Klasse sammelt, was einen guten Gewinner ausmacht, und hält es als Plakat fest.
Wer solche Stunden nicht komplett selbst vorbereiten möchte, findet bei stifo dazu fertiges, sofort einsetzbares Material als Option: Wenn ich gewinne – Freude zeigen ohne Angeben. Nötig ist das nicht – Rollenspiele und Gönn-Sätze gelingen ganz ohne Material.
Praxisnah: So kann eine Stunde ablaufen
Einstieg (10 Min.): Zeigen Sie zwei kurze Szenen (Freude und Angeben). Die Kinder sagen, welche sich gut und welche sich schlecht anfühlt.
Erarbeitung (25 Min.): Gemeinsam klären Sie die Grenze und sammeln Gönn-Sätze. In Kleingruppen spielen die Kinder faire Sieg-Situationen als Rollenspiel.
Sicherung (10 Min.): Die Klasse erstellt ein Plakat „So ist ein guter Gewinner“. So wird die Haltung sichtbar und bleibt präsent.
Tipps & typische Stolpersteine
- Freude bejahen: Betonen Sie, dass Freude erlaubt ist – nur der verletzende Teil wird thematisiert.
- Konkret werden: Gönn-Sätze zum Üben geben Kindern etwas an die Hand, das sie sofort nutzen können.
- Beide Rollen zeigen: Erst der Kontrast von fair und angeberisch macht den Unterschied deutlich.
- Häufiger Fehler: Freude generell zu verbieten. Das fühlt sich für Kinder ungerecht an und wirkt nicht.
- Häufiger Fehler: nur über Verlierer zu sprechen. Auch das Gewinnen braucht faire Regeln.
Häufig gestellte Fragen
Ist Freude über einen Sieg nicht erlaubt?
Doch, unbedingt. Kinder dürfen sich freuen und stolz sein. Thematisiert wird nur der verletzende Teil – Angeben, Auslachen, Prahlen –, der andere herabsetzt.
Wo verläuft die Grenze zwischen Freude und Angeben?
Freude strahlt aus sich heraus, Angeben macht sich groß, indem es andere klein macht. Sobald der Erfolg genutzt wird, um jemanden herabzusetzen, ist die Grenze überschritten.
Wie übt man gutes Gewinnen?
Über Rollenspiele, den Perspektivwechsel zum Verlierer und das Einführen von Gönn-Sätzen wie gut gespielt. So bekommen Kinder konkrete Worte und Verhaltensweisen an die Hand.
Warum tut ein faires Wort auch dem Gewinner gut?
Weil es die Beziehung erhält. Wer gönnen kann, bleibt beliebt und wird selbst fairer behandelt. Größe zeigt sich im Respekt, nicht im Prahlen.
Für welche Klassenstufe eignet sich das?
Besonders für Klasse 3 und 4, weil Kinder dort Perspektiven wechseln und über die Wirkung ihres Verhaltens nachdenken können. Einfache Formen gehen auch früher.
Weiterlesen im stifo-Blog
Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.
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Viele Reihen lassen sich mit kleinen Anpassungen auch in benachbarten Schulformen einsetzen, weil die Aufgaben in mehreren Anforderungsniveaus vorliegen.
Eine vollständige Reihe enthält in der Regel:
- mehrere Arbeitsblätter mit ausgearbeiteten Lösungen
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- Aufgaben auf mehreren Anforderungsniveaus zur Differenzierung
- je nach Reihe Klausur- oder Testvorlagen
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Die Materialien orientieren sich an den veröffentlichten Vorgaben der Länder - je nach Bundesland am Kernlehrplan, Kerncurriculum, Bildungsplan, Rahmenlehrplan oder an den Fachanforderungen. Für viele Fächer gibt es eigene Pakete je Bundesland.
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