Ethik· Grundschule

Sozial-emotionales Lernen: Gefühle bei Sieg und Niederlage

von Luca 25.08.2026 1 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: Gewinnen und Verlieren wecken starke Gefühle – Stolz, Freude, Wut, Enttäuschung. Sie wahrzunehmen, zu benennen und zu regulieren ist der Kern des sozial-emotionalen Lernens (SEL). Diese Kompetenzen helfen Kindern nicht nur im Spiel, sondern ein Leben lang.

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Sozial-emotionales Lernen klingt akademisch, meint aber etwas sehr Konkretes: sich selbst und andere verstehen und mit Gefühlen umgehen können. Das Thema Gewinnen und Verlieren ist dafür ein idealer Anlass, weil hier Gefühle sichtbar und unmittelbar sind. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie SEL in Klasse 3 und 4 fördern.

Warum sozial-emotionales Lernen wichtig ist

Kinder, die ihre Gefühle benennen können, sind ihnen weniger ausgeliefert. Wer sagen kann „ich bin gerade enttäuscht“, muss es nicht durch Toben zeigen. Das Benennen ist der erste Schritt zur Regulation. Studien zeigen, dass sozial-emotionale Kompetenzen mit besserem Lernklima, weniger Konflikten und größerem Wohlbefinden einhergehen – sie sind kein Beiwerk, sondern Grundlage guten Lernens.

Gewinnen und Verlieren bringen diese Gefühle geballt hervor. Innerhalb weniger Minuten kann ein Kind Vorfreude, Anspannung, Triumph oder Enttäuschung erleben. Das macht Spielsituationen zu einem lebendigen Übungsfeld: Hier lassen sich Gefühle in echt beobachten, benennen und Strategien zur Regulation direkt erproben – viel wirksamer als abstrakte Gespräche.

So gelingt es im Unterricht: konkrete Ideen

Diese Bausteine machen Gefühle greifbar:

  • Gefühls-Skala: Eine einfache Skala oder Gefühlskarten helfen Kindern, nach einem Spiel zu zeigen, wie es ihnen geht.
  • Gefühle benennen üben: Sammeln Sie Wörter für Gefühle (stolz, enttäuscht, erleichtert) – ein reicher Wortschatz hilft beim Ausdrücken.
  • Beruhigungs-Strategien: Atmen, zählen, kurz zurücktreten – die Kinder wählen, was ihnen hilft, und üben es.
  • Perspektivwechsel: Wie fühlt sich wohl der andere? Kinder üben, sich in Sieger und Verlierer hineinzuversetzen.
  • Gefühls-Tagebuch: Nach Spielsituationen notieren die Kinder kurz, welches Gefühl auftrat und was geholfen hat.

Wer solche Stunden nicht komplett selbst vorbereiten möchte, findet bei stifo passende, sofort einsetzbare Einheiten als Option – etwa im Sparpaket Gewinnen & Verlieren. Nötig ist das nicht – Gefühls-Skala und Gesprächsrunden gelingen mit einfachen Mitteln.

Praxisnah: So kann eine Stunde ablaufen

Einstieg (10 Min.): Spielen Sie ein kurzes Spiel. Danach zeigen die Kinder auf der Gefühls-Skala, wie es ihnen geht – ohne Wertung.

Erarbeitung (25 Min.): Gemeinsam sammeln Sie Gefühlswörter und Beruhigungs-Strategien. In Partnerarbeit üben die Kinder, ein Gefühl zu benennen und eine Strategie zu nennen.

Sicherung (10 Min.): Im Kreis teilen einige Kinder: Welches Gefühl hatte ich, was hat geholfen? So wird Regulation als Erfolg erlebt.

Tipps & typische Stolpersteine

  • Alle Gefühle zulassen: Es gibt keine falschen Gefühle – nur der Umgang damit will gelernt sein.
  • Wortschatz aufbauen: Je mehr Gefühlswörter Kinder kennen, desto besser können sie sich ausdrücken statt zu handeln.
  • Regelmäßig üben: SEL wirkt über Rituale und Wiederholung, nicht über eine einzelne Stunde.
  • Häufiger Fehler: Gefühle zu bewerten („sei nicht traurig“). Besser: das Gefühl anerkennen und begleiten.
  • Häufiger Fehler: nur zu reden statt zu erproben. Echte Spielsituationen machen SEL lebendig.

Häufig gestellte Fragen

Was ist sozial-emotionales Lernen?

Es ist der Aufbau von Kompetenzen, um sich selbst und andere zu verstehen: Gefühle wahrnehmen und benennen, sich regulieren, Beziehungen gestalten und verantwortungsvoll handeln. Das Thema Gewinnen und Verlieren übt vor allem die ersten beiden.

Wie unterrichte ich SEL konkret?

Über Gefühls-Skalen, das gemeinsame Benennen von Gefühlen, Beruhigungs-Strategien und kooperative Aufgaben. Wichtig ist, echte Situationen zu nutzen und regelmäßig zu üben.

Warum eignet sich Gewinnen und Verlieren so gut dafür?

Weil hier Gefühle unmittelbar und beobachtbar auftreten. Innerhalb weniger Minuten erleben Kinder Freude, Anspannung und Enttäuschung – ideal, um Wahrnehmung und Regulation zu üben.

Wie gehe ich mit starken Gefühlen im Unterricht um?

Anerkennen statt bewerten: das Gefühl benennen, dem Kind Zeit geben und eine Strategie anbieten. So lernt es, dass Gefühle in Ordnung sind und man mit ihnen umgehen kann.

Für welche Klassenstufe eignet sich das?

Besonders für Klasse 3 und 4. Dort können Kinder Gefühle differenzierter benennen und über Strategien nachdenken. Einfache Formen funktionieren auch schon früher.

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Über den Autor
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Luca
Bildungsgestalter & Gründer von stifo.de

Luca beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit der Frage, was guten Unterricht ausmacht - und wie Lehrkräfte dabei wirklich entlastet werden können. Als Gründer von stifo.de entwickelt er strukturierte Unterrichtsmaterialien, die Lehrerinnen und Lehrer im Alltag spürbar unterstützen: durchdacht aufgebaut, direkt einsetzbar und didaktisch solide.

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Häufige Fragen

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